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Aufforstung mit Douglasie

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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Aufforstung mit Douglasie

Beitragvon hartle0815 » Mi Mär 10, 2010 22:36

Hallo!
Ich habe vor, dieses Frühjahr in einem Windwurf Douglasie zu pflanzen. Den Gitterschlauch gegen Verfegen und Vebiss habe ich schon besorgt. Ich habe vor ca. 1000 Pflanzen/ha zu setzen in 3 m x 3,3 m Verband. Meine Frage: Funktioniert die Pflanzung mit wurzelnackten Pflanzen oder muss auf die wesentlich teureren Pflanzen mit Ballen zurückgegriffen werden?
Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht - und hat´s gemacht.
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Re: Aufforstung mit Douglasie

Beitragvon Kormoran2 » Mi Mär 10, 2010 23:03

Wir haben im letzten Frühjahr einige tausend Douglasien gepflanzt, ohne Ballen.
Es ist aber SEHR wichtig, daß die Feuchtigkeitskette der Wurzeln nicht durchbrochen wird. Das heißt: Beim Abladen vom LKW sofort mit Plane abdecken, alle halbe Stunde die Wurzeln mit einer Gießkanne befeuchten während nach und nach die Pflanzen in die Erde eingeschlagen werden. Also provisorisch zunächst, bündelweise.
Dann werden jeweils so viele wie in kürzester Zeit gepflanzt werden wieder ausgebuddelt.
Wie die Pflanzen diesen Winter überlebt haben weiß ich noch nicht. Wir haben gegen Verbiß gespritzt, gegen Fegen wurde nichts unternommen. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, daß Fegeschutz sowieso nichts nutzt, jedenfalls nicht die typischen Drahtgestelle.
Das Einzige, was wirklich hilft, ist die Flinte des Jägers.
Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter. (Alexander Solschenizyn, zitiert von Peter Hahne)
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Re: Aufforstung mit Douglasie

Beitragvon MF-133 » So Mär 14, 2010 9:25

Nacktwurzler sind bei der Douglasie stärker ausfallgefährdet als bei Fichte und Kiefer. Es kommt erheblich darauf an, wie es mit der Feuchtigkeit im Pflanzjahr aussieht. (Ich schließe mich "Kormoran2" mal wieder an) Außerdem sind nicht alle Douglasiensaat-Herkünfte für Mitteleuropa geeignet. (Als Pflanzgut-Käufer kennt man aber die Herkunft nicht). Eine milde zweite April-Hälfte ist für Nacktwurzler die beste Pflanzzeit. Jedenfalls sollten die Knospen noch zu sein. Wenn man die Arbeitszeit nicht rechnet, sind Nacktwurzler so billig, dass man auch größere Ausfälle nachpflanzen kann und finanziell trotzdem besser dasteht als mit Topfpflanzen.
Thema Fegeschutz: Wenn zwischen den 3x3 Reihen nichts steht, was geschützt werden soll, dann sind Drahthosen m.E. die beste Methode. Vielleicht kann der Jagdpächter die Parzelle gezielt bejagen.
Worüber ich öfter mal nachgrüble, sind "lebende Schutzschilde": Pinus nigra in sehr engem Abstand neben Douglasie. MFG
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Re: Aufforstung mit Douglasie

Beitragvon holz5wurm » Mo Mär 15, 2010 21:49

Ballenpflanzen haben als einzigen vermeintlichen Nachteil den höheren Preis . Sonnst aber nur Vorteile bei ordnungsgemäßen Pflanzenmaterial (Anzucht im langen QuickPot , Luftwurzelschnitt z.B.) .
Pflanzzeit ist ausser Frostperiode immer möglich ,kein Wachstumsschock usw.
Wichtig ist es für dein Gebiet die richtige Herkunft der Pflanzen zu haben . Gibt es aber genug Hinweise im Netz . Musst mal googeln bei Forstwirtschaft oder ähnlichen . Sonnst weiß Euer zuständiger Förster auch bescheid . Ballenpflanzen werden in den Nordländern meist genutzt auch in den Alpenländern verbreitet .
Mache ich jetzt für mich auch . Douglasiensamen aus der zuständigen Darre sind aber ganz schön Preisintensiv . Gruß und viel Spaß beim pflanzen .
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Re: Aufforstung mit Douglasie

Beitragvon hartle0815 » Mo Mär 15, 2010 22:08

Danke für die Beiträge, vor allem die Sache mit der Feuchtigkeitskette war glaub echt hilfreich. Ich hab jetzt wurzelnackte Pflanzen bei "die forstpflanze.de" bestellt und versuch´s mal damit. Die Herkunft der Samen ist, laut denen, hier ganz in der Nähe, mal schaun...
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Re: Aufforstung mit Douglasie

Beitragvon Kormoran2 » Di Mär 16, 2010 12:00

Bestellst Du die Pflanzen getaucht oder ungetaucht (gegen Rüsselkäfer)? Wir haben ungetaucht bestellt, weil das Tauchen in der Baumschule nicht so perfekt ist. Da wird bündelweise getaucht. Die Bündel sind sehr stramm gebunden, die mittleren Pflanzen kriegen nix mit. Deswegen haben wir alle Nadelpflanzen selbst getaucht mit Karate. Das heiß, alle Bündel aufschneiden, gründlich den oberirdischen Teil mit der Brühe übergießen, neu bündeln und entweder sofort ausliefern an die Pflanzstelle oder aber sofort in die Erde provisorisch einschlagen. Siehe Fotos.
Wenn die Wurzeln irgendwann durch Wind oder Sonne antrocknen (hell verfärben) sind die Pflanzen schon geschädigt.Deshalb jederzeit feucht halten!
Sorry, die Reihenfolge der Bilder ist jetzt etwas durcheinander geraten.
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Abdecken.jpg
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zwei Tauchstationen.jpg
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feucht halten, gegen Wind schützen.jpg
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Re: Aufforstung mit Douglasie

Beitragvon hartle0815 » Do Mär 18, 2010 16:54

Ich glaube nicht, dass meine Pflanzen bei Lieferung getaucht sind aber ich werd nachfragen. Bei der Menge, die ihr da gepflanzt habt ist das mit dem Tauchen schon angebracht. Dagegen ist mein Vorhaben Peanuts. Ich hab mir nur 100 Douglasien und 200 Weihnachtsbäume bestellt. Aber schöne Bilder...
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Re: Aufforstung mit Douglasie

Beitragvon Kormoran2 » Do Mär 18, 2010 19:36

Wenn Du nur so wenig pflanzen willst, dann laß die Nadelbäumchen in der Baumschule gegen Rüsselkäfer tauchen. Sag ihnen, sie sollen gründlich tauchen, nicht nur eine sec. eintunken.
Der Rüsselkäfer befällt Nadel-Jungpflanzen besonders in den ersten 2-3 Jahren nachdem ein Wald abgetrieben wurde. Danach ist er keine Gefahr mehr.
Rüsselkäfer knabbern die Rinde der Stämmchen soweit ab, daß die Pflanze abstirbt. Also die gesetzten Jungpflanzen wöchentlich stichprobenartig kontrollieren, ob Schäden an den Stämmchen sind. Wenn ja, dann sofort gegen Rüsselkäfer spritzen. Nur unten rum!!!
Es gibt viel zu tun im Wald! :roll:
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