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Landwirtschaft in Rumänien?!

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon Marci6 » Mo Jul 26, 2010 21:00

Guten Abend allerseids,

Also... Eine Bekannte Familie von mir hat sich vor einer woche 5.000 ha ackerland in rumänien gekauft. Die Maschinen haben sie nicht und Haus oder Maschinenhalle auch nicht. In Deutschland ist es ja so das man mit 5.000 ha schon einbischen mehr geld in der tasche hat als jemand mit 30 ha. Jetzt eine Frage Kann man dan mit der Rießen fläche in Rumänien auch mehr veridenen?
Die Ackerfläche haben sie sehr billig erworben und es hat manchmal Bodenpunkte von 80-100.

Ich hoffe ihr versteht meine Frage.

mfg.
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon juergen515 » Mo Jul 26, 2010 21:04

Vertsehe ich richtig: Deine Bekannten haben 5000 Ha einfach so gekauft, ohne Ahnung zu haben, ob sich damit Geld verdienen lässt?
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon Marci6 » Mo Jul 26, 2010 21:15

Hi danke für deine schnelle antwort

Also sie haben mir gesagt das sie falls es schief geht so viel geld zusammen haben das sie über die runden kommen. Und wen es nicht klappt wollen sie es wieder Verkaufen aber teurer natürlich als sie es eingekauft haben.

mfg.
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon amwald 51 » Mo Jul 26, 2010 22:38

servus mitanand
... rumänien hat seit 1.jan 2007 den vollen zugang zum futtertrog eu >>> bei 5.ooo ha rechnet sich der kauf imho wohl allein aus den flächensubventionen, man läßt halt einige rumänen darauf wurschteln, weiteres wird auf dem amt "geregelt". :evil: :evil: :evil: :gewitter: :gewitter: :gewitter:
grüße vom alpenrand
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon Kormoran2 » Mo Jul 26, 2010 22:43

Und wen es nicht klappt wollen sie es wieder Verkaufen aber teurer natürlich als sie es eingekauft haben.


Natürlich - und wenn das auch nicht klappt, geht man eben in Deutschland zum Sozialamt bzw. zur Arge. So wird man kein Millionär.
Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter. (Alexander Solschenizyn, zitiert von Peter Hahne)
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon mike1959 » Mo Jul 26, 2010 23:16

Marci6 hat geschrieben:Also... Eine Bekannte Familie von mir hat sich vor einer woche 5.000 ha ackerland in rumänien gekauft. Die Maschinen haben sie nicht und Haus oder Maschinenhalle auch nicht. In Deutschland ist es ja so das man mit 5.000 ha schon einbischen mehr geld in der tasche hat als jemand mit 30 ha. Jetzt eine Frage Kann man dan mit der Rießen fläche in Rumänien auch mehr veridenen?
Die Ackerfläche haben sie sehr billig erworben und es hat manchmal Bodenpunkte von 80-100.


Hallo Marci,

ob die damit wirklich Geld verdienen, bleibt sicher abzuwarten. Prinzipiell schon möglich. Ist ja auch so, dass 5000 ha auch in Rumänien ein paar Scheine kosten; ich schätze mal so 5 - 12 Mio. €.

Auf der anderen Seite, es gibt da auch eine Flächenprämie, dürfte mittlerweite bei etwa 100€/ha liegen. Wenn Du es also schaffst, dass die Bewirtschaftungskosten nicht den Verkaufserlös der angebauten Kulturen übersteigen, bleibt schon was übrig.

Ein bisschen Geld für Maschinen werden sie schon brauchen, aber da gibts garantiert auch noch Investitionszuschüsse aus EU-Töpfen. Dass sie da kein Haus haben, was solls, erstmal tut es auch ein Wohnwagen. Und eine Maschinenhalle ist als Fertighalle schnell und für wenig Geld erstellt :D
Was glaubst Du denn, wie Farmer in Südamerika oder Afrika anfangen :wink:

Das mit den 80-100 Bodenpunkten halt ich jetzt erstmal mehr für ein Gerücht. Zum ersten gibt es in Rumänien keine "Reichsbodenschätzung", auf die bei uns in Deutschland diese Bodenpunktangaben zurückgehen. Zum zweiten, so grosse zusammenhängende Flächen stammen aus ehemaligen Staatsgütern und sind eher verwahrlost, verunkrautet und mangels ausreichendem Dünger ausgelaugt.

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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon Bodenseefarmer » Di Jul 27, 2010 8:03

Das Hauptproblem dürfte der mangelnde Regen sein, ohne den Hauptnährstoff Wasser geht auch auf einem 80er Boden nicht so viel. Dafür ist aber ohne Regen einen Maschinenhalle auch nicht soooo wichtig, bzw. kann man bestimmt in alten Industriehallen preiswert sein Zeug unterstellen. Ein weiteres Hauptproblem sehe ich bei der Mentalität der Mitarbeiter in Rumänien und der Arbeitsmentalität auf den Ämtern, daran scheitern wesentlich mehr Agrar-Auswanderer als an ihrem landwirtschaftlichen können...
Das Problem mit der Mentalität wird von den meißten Auswanderern und "im Ausland Goldgräbern" krass unterschätzt, obwohl diese Probleme sogar bei unseren noch verhältnissmäßig nahen Südeuropäern (Italien, Spanien etc.) schon extrem ausgeprägt sind.
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon hans g » Di Jul 27, 2010 8:14

Bodenseefarmer hat geschrieben:.. Ein weiteres Hauptproblem sehe ich bei der Mentalität der Mitarbeiter in Rumänien und der Arbeitsmentalität auf den Ämtern, daran scheitern wesentlich mehr Agrar-Auswanderer als an ihrem landwirtschaftlichen können...

....von wegen MEIN und DEIN....
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon mike1959 » Di Jul 27, 2010 9:52

hans g hat geschrieben:
Bodenseefarmer hat geschrieben:.. Ein weiteres Hauptproblem sehe ich bei der Mentalität der Mitarbeiter in Rumänien und der Arbeitsmentalität auf den Ämtern, daran scheitern wesentlich mehr Agrar-Auswanderer als an ihrem landwirtschaftlichen können...

....von wegen MEIN und DEIN....


Wenn diese Leute als Familie da runtergehen und den Betrieb selbst bewirtschaften, dann sollte das mit den Mitarbeitern nicht so das unlösbare Problem darstellen. Falls nicht, dann dürfte ihnen nur die Möglichkeit bleiben, 1-2 zuverlässige Mitarbeiter aus Deutschland dort hinzuschicken. Und selbst da ist eine gewisse Kontrolle wichtig :evil:

Was die Ämter angeht, ein bisschen Zeit und 'Geld für die "Kontaktpflege" ist da erforderlich; dann sind aber oft auch Wunder in solchen Ländern möglich.... :mrgreen:

Und was die Niederschläge in Rumänien angeht, da kommt es sehr drauf an, in welcher Region sich das Land befindet. Was die durchschnittlichen Niederschläge in den Sommermonaten angeht, so hat eigentlich keine Region in Rumänien da extrem wenig aufzuweisen; es ist halt nur so, dass in manchen Regionen die Variabilität der Niederschläge in den Sommermonaten extrem hoch ist. In manchen Jahren stellt Wasser im Sommer kein Problem dar, in anderen Jahren fällt die Ernte aus :mrgreen: :(
Man darf aber auch nicht vergessen, dass ein Klima, welches wärmer und trockener ist im Sommer als bei uns, auch für eine ganze Reihe Nutzpflanzen wesentlich günstiger ist. ZB Körnermais oder Sojabohnen, gerade letztere dürften in der EU ein gewisses Potential haben.

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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon Bodenseefarmer » Di Jul 27, 2010 11:45

mike1959 hat geschrieben:.....
Was die Ämter angeht, ein bisschen Zeit und 'Geld für die "Kontaktpflege" ist da erforderlich; dann sind aber oft auch Wunder in solchen Ländern möglich.... :mrgreen:
...

So locker sagen das nur Leute die noch keine Erfahrungen in solchen Situationen/Ländern gesammelt haben.
Wer aber Erfahrung mit solchen Ländern hat, weiß nur eines mit Sicherheit, man kann sich auf nichts sicher verlassen... und das bei solchem finanziellen Risiko ist nicht ohne.

Am besten ist, man lässt sich von einem Landsmann, der in der selben Region das selbe schon gemacht hat persönlich beraten und begleiten. So jemanden ein paar tausender zuzuschieben ist meißt wesentlich Sinnvoller, als sich selbst zum narren halten zu lassen.
Leider ist jedes Land anderst, ich würde z.B. schon mal wetten, dass über 90% der Deutschen beim Auswandern in die deutschsprachige und uns recht ähnliche Schweiz noch nicht einmal fähig wären auf Anhib die HU beim Auto machen zu lassen...
Deshalb habe ich auch einen riesigen Respekt vor den ganzen Türken etc. die hier in Deutschland ihren eigenen Imbiss aufmachen, obwohl sie es bestimmt wesentlich einfacher haben als ein Deutscher mit einem Hof in Rumänien. Ich möchte dieses Vorhaben nicht verteufeln, es gibt ja auch einige die so etwas mittlerweile mit Erfolg machen, aber wer ehrlich ist, gibt zu das es oft zum verzweifeln war.
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon amwald 51 » Di Jul 27, 2010 13:35

servus mitanand
mike1959 hat geschrieben:... Was die Ämter angeht, ein bisschen Zeit und 'Geld für die "Kontaktpflege" ist da erforderlich; dann sind aber oft auch Wunder in solchen Ländern möglich.... :mrgreen:
Mike

... mit etwas "kohle für den herd" kriegt man dort bisher eigentlich alles geregelt, brüssel sieht unbeteiligt zu. und andererseits wird ohne kohle für "gewisse" in den genannten größenordnungen der ofen dort unverhofft früh ausgehen. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon euro » Di Jul 27, 2010 14:30

Ein Kollege bewitschaftet einen Betrieb in Rumänien.
Zumindest in seiner Gegend ist Kauf bisher unmöglich da die Rückerstattung der ehemaligen Zwangskollektivflächen noch nicht stattgefunden hat. Zu den Prämien; 2009 wurde garnix bzw. nur Teile ausbezahlt weil nix in der Kasse war.
Die Prämie vorher wurde ins europ. Galilieo-Satellitensystem umgeleitet...
Viel Glück :wink:
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Re: Landwirtschaft in Rumänien?!

Beitragvon mike1959 » Di Jul 27, 2010 15:49

Bodenseefarmer hat geschrieben:
mike1959 hat geschrieben:.....
Was die Ämter angeht, ein bisschen Zeit und 'Geld für die "Kontaktpflege" ist da erforderlich; dann sind aber oft auch Wunder in solchen Ländern möglich.... :mrgreen:
...

So locker sagen das nur Leute die noch keine Erfahrungen in solchen Situationen/Ländern gesammelt haben.
Wer aber Erfahrung mit solchen Ländern hat, weiß nur eines mit Sicherheit, man kann sich auf nichts sicher verlassen... und das bei solchem finanziellen Risiko ist nicht ohne.


Hallo Bodenseefarmer,

ich denke Du siehst das ein bisschen zu negativ, vor allem im Vergleich zum ach so tollen übergeregelten Deutschland :(

Versuch doch mal in Deutschland, eine 5000ha-Fläche, die seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet wurde, wieder in Kultur zu nehmen. Was glaubst Du, von wievielen Behörden Du Bescheide, Untersagungen, Ablehnungen und Bussgeldbescheide bekommst, von den ganzen Umweltaktivisten mal gar nicht zu sprechen.
Ob es da wirklich schwieriger ist, so etwas in einem Land wie Rumänien durchzuziehen, dass ja immerhin mittlerweile EU-Mitglied ist?
Und was ich selber bisher über Agraraktivitäten in Rumänien gehört habe, war auch eher, dass die Behörden inkompetent bis uninteressiert waren, von richtigen Willkürakten gegenüber Investoren hab ich noch nichts gehört.

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