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Das 3-Schwestern Experiment

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Das 3-Schwestern Experiment

Beitragvon Jochens Bruder » Di Apr 03, 2012 10:10

Seit Mitte Februar läuft auf unserer Tropenfarm ein großes Mischkultur - Experiment. Wenn das wie erhofft funktioniert könnten sich für viele Dritte Welt Kleinbauern völlig neue Einkommens-Perspektiven bieten. Es könnten pro Jahr mehrere Hunderttausend Mais-, Bohnen- und Kürbispflanzen geerntet werden.

Diese Methode scheint für Entwicklungsländer ideal zu sein: Es sind keine Maschinen, dafür aber viele billige Arbeitkräfte erforderlich und die Investitionskosten halten sich in Grenzen. Ich habe vorhin zu diesem Projekt eine kleine Homepage gebastelt:

http://www.buddel.de/kft/3-sisters.html

Ende April erwarten wir die ersten Ernteergebnisse. Ich werde hier laufend über den Stand der Dinge berichten. Für gute Tipps und Anregungen bin ich immer dankbar, immerhin betreten wir sozusagen Neuland denn niemand in unserer Gegend hat irgendwelche Erfahrungen mit dieser Permakultur-Pflanztechnik.

Beste Grüße vom Tropenbalkon, Jochen
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Re: Das 3-Schwestern Experiment

Beitragvon xyxy » Di Apr 03, 2012 10:34

Jochens Bruder hat geschrieben:Es sind keine Maschinen, dafür aber viele billige Arbeitkräfte erforderlich
Beste Grüße vom Tropenbalkon, Jochen

Nix da...!
http://www.youtube.com/watch?v=RBBjmQOPzkU
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Re: Das 3-Schwestern Experiment

Beitragvon Jochens Bruder » Di Apr 03, 2012 10:49

xyxy hat geschrieben:Nix da...!
http://www.youtube.com/watch?v=RBBjmQOPzkU

Dein Video zeigt eine Monokultur. In diesem Thread geht es um eine Mischkultur. Da muss z.B. der Squash geerntet werden ohne die daneben wachsenden Mais- und Bohnenpflanzen zu beschädigen.
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Re: Das 3-Schwestern Experiment

Beitragvon Becci » Di Apr 03, 2012 12:21

Die drei Schwesternmethode wurde von den Indianern angewendet und entstand zu einer Zeit in der sie noch keine Tiere gehalten hatten und auch nur spärlich Gerätschaften vorhanden waren. Die Pflanzen standen auf erhöhten Beeten in Rundform. Da die Indianer Bohnen und Mais nur zur Einlagerung verwendeten verblieben die Bohnen dort bis sie trocken waren. Da kein Mist vorhanden war ruhten die Beete nach Auslaugung und es wurde versetzt bearbeitet.
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Re: Das 3-Schwestern Experiment

Beitragvon Jochens Bruder » Di Apr 03, 2012 12:42

Wir machen das so ähnlich, nur statt runde Pflanzhügel legen wir mit einem speziell von meinem Schwager dafür konstruierten Wasserbüffel-Pflug 40 cm breite Hochbeete an. Nur so läßt sich das Problem mit der Staunässe einigermaßen in den Griff bekommen. Die Sache mit der Auslaugung wird sicher noch spannend werden. Da gibt es sicherlich zahlreiche Optionen zumal wir nicht auf Bio-Methoden fixiert sind. Noch ist es aber viel zu früh um in dieser Beziehung Entscheidungen zu treffen.

Es ist geplant, die Folgeaussaat versetzt in den Zwischenräumen durchzuführen, und zwar bereits ca. 2 Wochen vor der Ernte. D.h. Mais/Bohnen werden um die alte Squash-Pflanze herum gesät, Squash-Setzlinge dort wo vorher der Mais/Bohnen waren eingepflanzt. Zwischendurch immer wieder organischer und Mineraldünger obendrauf sowie ständig die Mulchschicht erneuern. Ob das wirklich alles so klappt wird man sehen müssen.
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Re: Das 3-Schwestern Experiment

Beitragvon Jochens Bruder » Mi Apr 04, 2012 14:24

Heute war ich das erste mal seit 10 Tagen wieder auf der Farm. Es sieht alles immer noch gut aus. Die Einzelheiten und auch die ersten aktuellen Fotos sind jetzt ganz unten auf der aktualisierten Homepage:

http://www.buddel.de/kft/3-sisters.html

Vor allem ist seit 4 Tagen der Dauerregen vorbei, seitdem haben wir sozusagen Kaiserwetter. Das wird den Pflanzen sicherlich guttun.
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Re: Das 3-Schwestern Experiment

Beitragvon Jochens Bruder » Sa Apr 28, 2012 6:54

Am 28.4. hat die erste Zuckermais Ernte begonnen. Da wir in den ersten 3 Feldern keine nicht gekeimten Bohnen und Mais nachgesäht hatten ist die Pflanzdichte viel zu dünn, es sind im Schnitt nur ca. 4-5 Pflanzen pro Quadratmeter statt der eigentlich möglichen 9-10. Dadurch gelangt auch zuviel Licht auf den Boden was den Unkrautwuchs stärker als erwartet werden lies. Der Maiszünslerbefall und sonstige Schäden sind relativ gering.

Trotzdem sieht es so aus als ob sich das rechnen wird. Wir haben einen örtlichen Markthändler gefunden der uns ca. 0,10 € pro Maiskolben bezahlt. Das würde einem Hektarertrag von ca. 8.000 € alleine für den Zuckermais entsprechen. Bei den Bohnen war die Keimungsrate wesentlich geringer als beim Mais und sie wachsen auch langsamer als erwartet. Neben dem nachsäen werden wir auf schneller wachsende Sorten umstellen.

Am Anfang gab es Probleme mit zuviel Regen, danach dann gut 2 Wochen Null Niederschläge. Dieser Wasserstreß war für die jungen Squash-Pflanzen ziemlich ungünstig, die meisten sind eingegangen und die übrigen wachsen nur sehr langsam. Na ja, es ist eben ein Experiment das im laufenden Betrieb ständig optimiert wird. Wir haben inzwischen 12 Felder im Wochenabstand gepflanzt. Wir sind uns ziemlich sicher das Bruttoerlöse von bis zu 15.000 €/h pro Durchgang möglich sind wenn die Optimierungsmaßnahmen greifen. Selbst wenn wir einen Taifunschaden einkalkulieren könnten das dann ca. 30-40.000 €/ha pro Jahr werden, bei geschätzten Produktionskosten von 7-10.000 €.

Also, es bleibt spannend.
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Re: Das 3-Schwestern Experiment

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Apr 30, 2012 11:04

Hier ein Foto von vorhin:

http://www.buddel.de/kft/3-sisters_03_800.jpg

Untertitel: Der dümmste Bauer erntet die größten Maiskolben und die längsten Bohnen...
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