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Fliegen statt Fischmehl

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Fliegen statt Fischmehl

Beitragvon SHierling » Mo Mai 07, 2012 8:53

http://www.tagesschau.de/ausland/fliege ... lid=173316

Die südafrikanischen Unternehmer Jason und Wilson Drew ziehen millionenfach die Spezies Musca Domestica heran, um die überfischten Meere zu retten. Mit ihrem Protein lässt sich alternatives Tierfutter zum Fischmehl herstellen.(...)



http://www.agriprotein.com/

The first two plants will be installed in Germany & in South Africa with material interest from other countries & regions indicating the possibility of a rapid technology roll-out.
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Re: Fliegen statt Fischmehl

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Mai 07, 2012 9:08

Hört sich interessant an. Allerdings ist mir nicht ganz klar womit genau die Larven gefüttert werden. Da ist nur von kostenlos zur Verfügung stehenden Abfällen die Rede.

Es gibt noch andere alternative Proteinquellen. Diese hier haben wir schon erfolgreich getestet:

http://www.mekarn.org/msc2003-05/theses05/lamp3.pdf

Die Viecher braucht man nicht extra zu züchten, die kann man anlocken und dann einsammeln. Das hat zudem noch den netten Nebeneffekt geringerer Fraßschäden bei den Reis-Setzlingen, was schon mal bis zu 10% der Ernte ausmachen kann.
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Re: Fliegen statt Fischmehl

Beitragvon SHierling » Mo Mai 07, 2012 9:09

....hier ist tierisches Protein in Tierfutter geächtet und verboten....

Nope -
Das Verfüttern proteinhaltiger Erzeugnisse und von Fetten aus Gewebe warmblütiger Landtiere und von Fischen sowie von Mischfuttermitteln, die diese Einzelfuttermittel enthalten, an Nutztiere im Sinne des § 2b Abs. 1 Nr. 7 des Futtermittelgesetzes, ausgenommen solche, die nicht zur Gewinnung von Lebensmitteln bestimmt sind, ist verboten.


Fliegen sind nicht erwähnt, nur ist das Ganze natürlich (im wahrsten Sinn des Wortes) halt einfach nur eine grandiose Verteuerung - statt die Schlachtabfälle und Fischabfälle den Allesfressern wieder direkt zu verfüttern, wird ein Umweg ausgebaut, der zwar in Grenzen natürlich ist, aber in der tatsächlichen Natur auch nur in winzigen Anteilen vorkommt.


Und dann sollte man sich womöglich auch nicht mehr fliegende Krankheitsüberträger einschleppen als unbedingt nötig:

Und: «Die Hermetia ist ursprünglich eine tropische, keine heimische Fliege», sagt Stamer, Biologe am Forschungsinstitut «Sie darf also nicht aus den Zuchten ausbüxen und in die Umwelt entweichen."

http://tinyurl.com/czazhxr
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Re: Fliegen statt Fischmehl

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Mai 07, 2012 10:03

schimmel hat geschrieben:Geil, Landwirtschaft unter S3 Bedingungen..... n8

Auf ähnliche Weise ist ganz Südost-Asien zu der Schneckenplage in den Reisfeldern gekommen. Die Regierungen wollten mit der Einführung der aus Südamerika stammenden Art in geschlossenen Farmen die Proteinversorgung der Bevölkerung verbessern. Dann sind einige Schnecken ausgebüxt und haben sich mit lokalen Arten gekreuzt. Das einzig Gute daran ist dass es kaum noch andere Schnecken gibt, was insbesondere die Gemüsebauern freut weil die Apple Snail fast nur in Reisfeldern zu finden ist. Wenn gerade keine jungen Reispflanzen da sind fressen die Viecher Unkraut.

Ich denke mal dass freigesetzte Fliegen noch wesentlich größere Schäden verursachen können. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen dass eine Larvenzucht in Deutschland zugelassen wird.
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