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GPS zur Grenzsteinfindung

Sehr Interessanter Bereich der nicht fehlen darf.
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8 Beiträge • Seite 1 von 1
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GPS zur Grenzsteinfindung

Beitragvon Rosenwald » So Mai 15, 2011 13:36

Hallo zusammen,
ich hab immer wieder das Problem der Grenzsteinfindung in Wiesen, Acker und Waldflächen.
Gibt es eine Preiswerte Möglichkeit per GPS dies zu tun?
Teure Systeme verbessern die Genauigkeit durch Referenzstationen, welche online oder per Postprozess mit dem Empfänger verbunden ist.
Wenn man nun einen Punkt genau kennt, könnte man doch auch zwei einfache Empfänger verwenden, wobei die Differenzinformation der Referenz an dem zu messenden Empfänger verrechnet wird.
Hat jemand schon Erfahrungen damit?
Gruß
Rosenwald
 
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Re: GPS zur Grenzsteinfindung

Beitragvon Wein-Franke » So Jul 24, 2011 10:49

Hallo,

ich besitze seit dem Frühjahr einen Spurführungsassistenten (Teejet Matrix PRO 540 G).

Ich hatte gedacht, ich könne mein Ackernavi mit den Daten des Flächen- und Nutzungsnachweis bei der Landwirtschaftsverwaltung verknüpfen. Schließlich kann ich mir dort die beim Amt gemeldeten Schlaggrenzen als ESRI-Shapefiles herunterladen. Zwischenzeitlich habe ich auch ein Freeware-GIS-Programm gefunden, mit dem ich sie mir auf meinem Laptop anzeigen kann. Mein Spurführungsgerät bietet die Möglichkeit, die aktuellen Positionsdaten über eine serielle Schnittstelle auszugeben, und somit könnte ich sie auch in der Software anzuzeigen.

Die praktische Durchführung scheitert aber daran, dass das Amt Gauß-Krüger-Koordinaten verwendet, das Navi aber Gradangaben. Bisher habe ich leider noch keine Möglichkeit gefunden, die Shapefiles entsprechend zu transformieren.



In einem zweiten Versuch wollte ich einen zuvor gespeicherten Punkt mithilfe der installierten Software des Gerätes möglichst exakt wieder finden. Ich schloss das Gerät an einen kleinen 12 V-Akku an und trug in der einen Hand das Gerät und in der anderen die Antenne. Dabei trat aber das Problem auf, dass sehr langsame Bewegungen vom Gerät ignoriert werden, da sie das Gerät als Messfehler interpretiert. Schließlich habe ich keine Referenzstadion sondern nur die Korrektur durch EGNOS, bei dem es ständig kleine Fehler bei der Signalkorrektur gibt. Eine Genauigkeit von weniger als einem halben Meter hatte ich daher in dem Test nicht erreicht. Hinzu kam, dass ich das Display bei starker Sonneneinstrahlung ohne Beschattung nicht ablesen konnte. Das Gerät ist halt doch zur Verwendung in einer Kabine und nicht im Freien konzipiert.

Herzliche Grüße,

Wein-Franke
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Re: GPS zur Grenzsteinfindung

Beitragvon Altmeister » So Jul 24, 2011 12:51

Hallo,

es gibt zwei Möglichkeiten.

Die teuerste und genaueste ist, das Kartasteramt. Die können auf
2 cm genau messen. Augrund der Kosten sicherlich indiskutabel.

Um eine brauchbare Messung durchführen zu können, ist es erforderlich
das verwendete Meßgerät zu kalibrieren. Kaufe Dir ein Garmin Gerät welches
eine große Anzahl Sateliten anzeigt. (Meßgenauigkeit 3m)

Erkundige Dich beim Kartasteramt wo in Deiner Nähe sich der nächste Prüfpunkt befindet. Vergleiche Dein Gerät mit dem Prüfpunkt und stelle die
vorhandenen Abweichungen fest.

Viel Spaß bei der Grenzsteinsuche

Altmeister
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Re: GPS zur Grenzsteinfindung

Beitragvon Wein-Franke » So Jul 24, 2011 14:06

Altmeister hat geschrieben:Um eine brauchbare Messung durchführen zu können, ist es erforderlich
das verwendete Meßgerät zu kalibrieren. Kaufe Dir ein Garmin Gerät welches
eine große Anzahl Sateliten anzeigt. (Meßgenauigkeit 3m)

Erkundige Dich beim Kartasteramt wo in Deiner Nähe sich der nächste Prüfpunkt befindet. Vergleiche Dein Gerät mit dem Prüfpunkt und stelle die vorhandenen Abweichungen fest.

Hallo Altmeister,

Um welches Gerät handelt es sich? Kann die Kalibrierung auf das Gauß-Krüger-Koordinatensystem erfolgen oder wo finde ich eine Möglichkeit zur Transformation bekannter Daten?

Bezieht sich die Messgenauigkeit von 3m auf das Gerät vor oder nach der Kalibrierung? Da wird bei den Ackernavis mit EGNOS-Korrektur laut Herstellern eine Spur-zu-Spur-Genauigkeit von 30 cm eingehalten. Das wäre akzeptabel, während 3 m viel zu ungenau sind. Da müsste ich im Extremfall bei einem 3 m Radius fast 30 m² umpflügen, um den verdeckten Stein zu finden.

Herzliche Grüße,

Wein-Franke
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Re: GPS zur Grenzsteinfindung

Beitragvon ober_lenker » So Jul 24, 2011 14:52

Unter die Messgenauigkeit des GPS (meist um die 3m bei guter Sicht zum Himmel) wirst du nie kommen, egal ob kalibriert oder nicht.
Kalibrierst du beispielsweise einen Messschieber, kannst du danach auch nicht genauer als 1/10mm messen. Du weisst lediglich wieviel du zusätzlich vom wirklichen Wert daneben liegen kannst.
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Re: GPS zur Grenzsteinfindung

Beitragvon forenkobold » Di Jul 26, 2011 23:20

Manche kommerziellen (nicht amtlichen) Vermessungstechniker sind bereit, gegen Stundenentlohnung diese Punkte zu suchen. ist auf jeden Fall billiger als das Vermessungsamt. Unser Maschinenring überlegt sich ein Rahmenabkommen mit einem Vermessungsbüro. Wenn da einige Aufträge in räumlicher Nähe zusammengefasst werden, kommt man sicher auf eine effektive Stundenleistung und günstige Kosten.
Was man braucht, sind die Koordinaten des Steines. Um welchen Obulus diese vom Katasteramt rausgerückt werden, weiß ich nicht.
Lieber garkeine Signatur als ne doofe....
OHHPSS.. zu spät
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Re: GPS zur Grenzsteinfindung

Beitragvon Wein-Franke » Mi Jul 27, 2011 7:21

forenkobold hat geschrieben:Manche kommerziellen (nicht amtlichen) Vermessungstechniker sind bereit, gegen Stundenentlohnung diese Punkte zu suchen. ist auf jeden Fall billiger als das Vermessungsamt. Unser Maschinenring überlegt sich ein Rahmenabkommen mit einem Vermessungsbüro. Wenn da einige Aufträge in räumlicher Nähe zusammengefasst werden, kommt man sicher auf eine effektive Stundenleistung und günstige Kosten.
Was man braucht, sind die Koordinaten des Steines. Um welchen Obulus diese vom Katasteramt rausgerückt werden, weiß ich nicht.

Wenn ich ein Haus bauen will, und deswegen Grenzpunkte brauche, dann darf diese Genauigkeit schon etwas kosten. Aber für die regelmäßgige Grenzsuche muss es doch günstigere Möglichkeiten geben!

Bei uns war die letzte Flurbereinigung in den Neunzehnhundertsechziger-Jahren. Damals war ein Schlag meist zwischen einem halben und 2 Hektaren. Selbst wenn man ein ganzes Gewann mit 3 solchen Parzellen (von verschiedenen Eigentümern) als einen 4-ha-Schlag zusammenlegen könnte, kommt man auf mindestens 12 Marksteine und somit mindestens 3 pro ha. (Nur die Steine an den Grenzen zum Weg, also ohne die Läufersteine zwischen den einzelnen Flurnummern, die meist eh schon lange nicht mehr da sind, wo sie sein sollten.) Manche dieser Steine sind mittlerweile von Erde überdeckt, gelegentlich aus Unachtsamkeit beim Wegebau sogar überschottert. Eigentlich sollte man die Steine vor jeder Bodenbearbeitung suchen, spätestens aber alle 3 Jahre, wenn die Feldgeschworenen in dem Teil der Flur unterwegs sind, da es sonst Geld kostet, wenn Steine nicht aufgedeckt sind, und die ihn finden.

Da wäre natürlich eine entsprechende Zusatz-Software zum Ackernavi sehr wünschenswert, mit der man alle einmal gefundenen Steine abspeichern kann. Wenn ich dann einen Punkt gefunden habe, könnte ich mit EGNOS den nächsten vorab auf 30 cm Genauigkeit eingrenzen. Der ließe sich dann mit der Mistgabel oder der schmalen Frontladerschaufen binnen 2 Minuten finden. Bisher hingegen kann man (auch mangels Aufzeichnungen von der letzten erfolgreichen Suche) oft nur auf ein bis zwei Meter genau abschätzen, wo der Stein sein könnte. Da dauert die Suche dann pro Stein locker eine Viertelstunde. Ganz abgesehen von den Gräben, die man dabei macht, wenn man mit dem Frontlader zuerst knapp neben der tatsächlichen Position zu suchen beginnt und unglücklicherweise in die falsche Richtung weiterbuddelt.

Kennt jemand eine PC-Software, mit der man solche Punkte am Laptop speichern und wiederfinden kann? Mein Ackernavi kann ja die GPS-Daten über die serielle Schnittstelle ausgeben. Wer hat Erfahrungen damit? Idealerweise Free- oder Shareware? ;)


Herzliche Grüße,

Wein-Franke
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Re: GPS zur Grenzsteinfindung

Beitragvon Altmeister » Sa Jul 30, 2011 22:09

ober_lenker hat geschrieben:Unter die Messgenauigkeit des GPS (meist um die 3m bei guter Sicht zum Himmel) wirst du nie kommen, egal ob kalibriert oder nicht.
Kalibrierst du beispielsweise einen Messschieber, kannst du danach auch nicht genauer als 1/10mm messen. Du weisst lediglich wieviel du zusätzlich vom wirklichen Wert daneben liegen kannst.


Hallo,

die Meßgenauigkeit von 3 Meter sind Propagandadaten, und wenn ein Gerät für den obigen Zweck eingesetzt
werden soll, ist es nötig dieses zu überprüfen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Abweichung kleiner ist.
Das mühevolle Suchen der Grenzsteine bleibt einem nicht erspart, und gefunden werden sie auch nur wenn sie
vorhanden sind. Das Ganze ist nebenbei eine schöne Spielerei.
Garmin hat vor einiger Zeit die Geräte verbessert, so dass sie auch bei ungünstigeren Verhältnissen (Wald)
eingesetzt werden können.
(Mir ist bekannt, dass bereits Grenzsteine im Wald gefunden wurden.)

Zur Kalibrierung sind einige Dinge zu beachten. Das Vergleichsnormal muß mindestens eine Zehnerpotenz besser sein.

Es gibt Systematische Fehler:
Wird unter gleichen Bedingungen gemessen, hat der Fehler eine gleichbleibende Größe
mit gleichem Vorzeichen.
Wird nun an verschiedenen Tage ein Vergleich mit dem Prüfpunkt gemacht, ist wohl feststellbar
ob ein Systematischer Fehler in welcher Größe vorliegt. Um Ausreißer zu erkennen, sind mindestens
3 Vergleiche durchzuführen.

Es gibt zufällige Fehler:
Diese Fehler haben einen statistischen Karakter und haben beiderlei Vorzeichen.
Die Genauigkeit steigert sich mit dem Durchschnittswert der Meßhäufigkeit.

Diese Fehler können bei der Suche berücksichtigt werden.

Die Prüfpunkte werden angeben:
Geografisch, Kartesisch, UMT, GK

Prüfpunkt in HB. Geografisch
Länge: 8°51`22.28315112" E
Breite:53°06`53.9791439"N

Altmeister
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