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Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Holz, einer der ältesten erneuerbare Energieträger
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10 Beiträge • Seite 1 von 1
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Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon Jag2004 » Fr Mär 23, 2012 17:48

Hallo zusammen,

ich schreibe hier mal, in der Hoffnung das mir vielleicht jemand Antworten geben kann.
Ich plane die Anschaffung einer Hackschnitzelheizung um darauf 100% Miscanthus zu verheizen.
Ich habe auch schon viel im Forum darüber gelesen.

Auf was für einer Anlage heizt ihr Miscanthus und wie sind eure bisherigen Erfahrungen damit ?
Wie siehts mit der Haltbarkeit der Kessel aus, Lebensdauer ?
Habt ihr schonmal Probleme gahabt, z.B. wg. Schlacke oder Staub ?
Wie sieht es mit dem Stromverbauch aus, ich hatte gestern einen Vertreter von Fröling da, er empfahl eine Anlage mit 48kw, welche einen Stromverbrauch von ca. 2500 kw/h im Jahr hat, das fand ich doch Recht hoch.

Wie sieht es mit Brikettieren aus, kann man die Miscanthus Briketts auch auf Holzvergasern zu 100% verheizen , oder gibt es dann die
Probleme mit der Schlacke, da kein Rüttelrost vorhanden ist ?


Fragen über Fragen, ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen helfen.

Besten Dank schonmal im vorraus.

Gruß
Markus
Jag2004
 
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon Hessen-Sibirier » Sa Mär 24, 2012 11:02

Habe einige Male Miscantus in meinem P&H23 Kessel geheizt.
Um es kurz zu machen...Überzeugend fand ich das nicht.
Das Material neigt im Vorratsbehälter zur Brückenbildung, was dann häufig zu Rückbränden im Brennerrohr führt.
Mag in meinem Fall daran liegen, daß mein Kessel kein Hackschnitzel-Rührwerk verbaut hat.
Grundsätzlich ist die Energiedichte in Miscantus-Häcksel gering. Das heißt, man muß ziemliche Materialmengen bewegen, wenn der Kessel in der Heizperiode Vollast läuft.
Wenn der Kessel in der Übergangszeit oft in Teillast läuft und im Gluterhalt bleibt, dann ist Miscantus gar nicht geeignet. Auch wieder wegen der Neigung zu Rückbrand.
Mit Schlackebildung hatte ich beim PH keine Probleme. Staub und Asche fielen allerdings reichlich an.
Die amtliche Staubmessung hätte der Kessel mit Miscantus wohl eher nicht bestanden. :mrgreen:
Zum Enegieverbrauch: Mein Kessel verbraucht bei Vollast 450 Watt --> 0,45Kw Strom, (ohne Raumaustragung für Brennstoff).
Zur langfristigen Haltbarkeit kann ich bzgl. Miscantus nichts sagen, weil ich es wie gesagt nur mal sporadisch verwendet habe. Normalerweise läuft der Kessel mit Ausputzgetreide und das ohne grössere Probs seit fast 7 Jahren.
Mehr zu diesem Thema findest du auch hier.
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon ReinhardI » Sa Mär 24, 2012 16:11

ja, das ist so eine Sache mit dem richtigen Hersteller..bei den Oesterreichischen sagt fast jeder er kanns und der Mitbewerb nicht.. :-) mein Kollege hat eine Heizomat-Anlage mit 300 kw seit einem Winter ohne groebere Problme im Betrieb und Hargassner Agrofire sollt auch ganz passabel sein. Froehling, Guntamatic, Biokompact und wahrscheinlich noch weitere sagen ebenfalls, dass sie es koennen...
ReinhardI
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon c.richtsfeld » So Mär 25, 2012 19:59

Hallo,
in meiner Umgebung wird schon seit mehr als 10 Jahren mit Miscanthus geheizt.(teilweise gemischt mit Maisspindeln)
Die meisten Anlagen sind von Fröhling.
Ich selbst habe im letzten Jahr umgebaut und habe mich für eine Anlage von ETA entschieden. Die Firma ging vor Jahren aus der Firma Fröhling hervor. ETA schien mir aber in Bezug auf Miscanthus innovativer und engagierter.
Daten über die Anlagen (Stromverbrauch etc.): http://www.eta.co.at/
Die Sicherheitsaustattung ist sehr gut. In dieser Heizperiode hatte ich sehr schlechtes Hackgut mit hohem Wassergehalt. Die Anlage ist damit nach Änderungen in den Einstellungen gut zurecht gekommen.
Die Anlage kann ans Internet angehängt werden. Dadurch kann man von der Firma Änderungen in den Einstellungen online durchführen lassen und auch selbst mit dem Laptop oder Handy jederzeit und von jedem Ort auf die Anlage zugreifen.
Der Ascheanfall war trotz des schlechten Materials gering. (weniger als 1m2 über die Heizsaison)
Mit Schlackenbildung hatte ich kein Problem.
Zum Thema Holzvergaser habe ich leider keine Erfahrung.
lg
Christian Richtsfeld
RSV Stephanus zu Hofham
http://miscanthus-chinaschilf-elefantengras.at
c.richtsfeld
 
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon Jag2004 » Mo Mär 26, 2012 11:34

Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für eure ausführlichen und schnellen Antworten.

Da gibt es echt viel zum Lesen wenn man nach Miscanthus Heizung sucht.....

Es wäre mal interessant zu wissen ob es jemanden gibt, der Miscanthus in Form von Briketts oder sonstigem
auf einem Holzvergaser verbrennt, da die Technik der Hackschnitzelanlage doch sehr kostenintensiv ist.

Hat man dabei wohl die selben Probleme mit der Schlacke, wie wenn ich es unverarbeitet ("roh vom Feld") verbrenne ?
Ich glaube es gibt einige gute Erfahrungen was das Brikettieren von Miscanthus angeht (im Gegensatz zum Pelletieren),
aber wo/wie verbrennt man die Briketts, durch eine Schnecke geht ja schlecht ;-)))
Oder dient es nur zum Lagern und muß hinterher wieder "zerlegt" werden, was ich mir nicht vorstellen kann, da ja viel
zu zeitintensiv.
Jag2004
 
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon holzklau » Do Mai 10, 2012 19:05

Hatte mal ne alte spänex brikettpresse (ohne hydraulik, mit Schwungrad und zuführschneke) da hab ich die erfahrung gemacht, wenn du reine hobelspäne presst, werden es nicht so tolle briketts, aber das mat aus unserem spänebunker (schleifstaub, sägemehl, hobelspäne in Fichte kiefer lärche und etwas hartholz) absolute superbriketts rauskamen.
könnte mir vorstellen reines gehacktes miskantus (bei uns durch 870 claas häcksler sehr lang gehackt) wird kaum "verkleben", die briketts zerfallen wahrscheinlich sehr schnell.
ich überleg schon lange nach einem geeignetem "Bindemittel" wie stärke aus der kartoffelindustrie oder halbtrockene pferdescheiße.
gruß franz
holzklau
 
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon chrissi1 » Fr Mai 11, 2012 8:58

Hat jemand Erfahrungen mit Förderungen für den Anbau von Miscanthus von der EU, vom Staat oder vom Bundesland?
chrissi1
 
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon Babojünger » Di Mai 22, 2012 20:48

Ein interessanter Bericht über die Verwendung von Briketts in einer Hackgutanlage - und gleichzeitig Vorstellung eines der besten Kesselhersteller für alternative Brennstoffe.

www.bioenergy2020.eu/files/publications ... Layout.pdf
Babojünger
 
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon Vollgassepp » So Mai 27, 2012 15:08

Servus,

ich verfeuere reinen Miscanthus mit einer 85kw Fröling Turbomatic ohne Probleme. Schlacke ist dank Rüttelrost kein Problem. Ascheanfall ist natürlich höher. Feinstaubgrenzwerte habe ich ohne Filter unterschritten. Mit einem Filter über den Wärmetauscher Marke Eigenbau aus einem Gewebe für Dunstabzugshauben habe ich die Grenzwerte deutlich unterschritten.
Der Stromverbrauch der Anlage liegt bei ca. 1200 kwh pro Jahr.

Mfg

Sepp
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Re: Hackschnitzelheizung für Miscanthus

Beitragvon lurkin » Di Sep 24, 2013 16:18

Hallo,

Fa. Hargassner scheint relativ viel Erfahrung mit der Verbrennung von Miscanthus zu haben. Sie bauen auch eigens an, um ihre Entwicklungen durchführen zu können. Für Miscanthus als Brennstoff wäre die Agro Fire Anlage von denen geeignet.

Miscanthus kann man brikettieren, Presse wird auf ca. 80kg eingestellt. Für die Verwendung in der Agro Fire eignen sich Presslinge mit max. 6,5 cm Durchmesser, diese können von der Austragung gehändelt werden.

Gruß
Viele Senioren verschwinden im Internet weil sie ALT+Entfernen gedrückt haben.
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