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Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Mi Nov 07, 2012 16:40

Hallo zusammen, wir bereiten hier auf den Philippinen ein Großexperiment (ca. 3,5 ha) im Körnermaisanbau vor. Es wird eine Kombination von Bio/Konvi, Maschinen- und Handarbeit, High- und Low Tec. Wir müssen die örtlichen Möglichkeiten optimal nutzen, denn das Ziel heißt: Über 10 t/ha. Kleinbauern schaffen hier nur 2-4 t/ha, Großbauern mit Kapital, Maschinen und know-how 8-10 t/ha.

An Maschinen steht uns nur ein alter LU Trecker zur Verfügung der nur pflügen und grubbern kann. Alles andere muß in Handarbeit gemacht werden. Die Kosten für LU, Hybrid-Saatgut und Mineraldünger entsprechen denen in Deutschland, ebenso die Maispreise von derzeit ca. 230 €/t. Den Riesenunterschied gibt es bei den Lohnkosten von nur ca. 3 €/Tag und den geringen Trocknungskosten (Sonnentrocknung).

Die Idee ist folgende: Wenn man schon Handarbeit machen muß ergeben sich Möglichkeiten zur Optimierung die mit Maschinen nicht machbar sind. Ob sich das am Ende rechnet ist der Zweck des Experiments. Fangen wir mal mit einem der wichtigsten Punkte an, der Aussaat. Traditionell werden hier mit dem Wasserbüffel ca. 10 cm tiefe Rinnen in den Boden gepflügt, dann per Hand 16-16-16 Dünger eingestreut, darüber dann etwas Erde, dann von Hand den Samen legen und wieder Erde obendrauf.

Hier planen wir eine grundlegende Änderung. Wir wollen eine Art Stanze für die Pflanzlöcher bauen, siehe Skizze unten. Ein Arbeiter stanzt, einer füllt den Dünger ein, der nächste dann die Erdmischung (Humuserde mit Holzkohlepulver und Holzasche vorkompostiert), dann das Saatkorn und abschließend mit der Erdmischung auffüllen. Das erfordert einen erheblich höheren Zeitaufwand, hat aber diverse Vorteile, u.a. genau dosierter Dünger unter dem Samen, gleichmäßige Saattiefe und Abstände, versetztes pflanzen möglich, keine Steine über dem Samen usw.

Auf diese Weise sollte sich die Keimungsrate bzw. Pflanzdichte drastisch erhöhen. Da ja auch von Hand geerntet werden muß (Kolben werden abgepflückt) besteht die Möglichkeit, alle nichtgekeimten Pflanzstellen nachzusäen. Diese Pflanzen werden dann 10 Tage später geerntet.

So, nun zu den Fragen:

1. Welche Menge 16-16-16 sollte pro Pflanzloch verwendet werden?
2. Ist das versetzte pflanzen in Doppelreihe möglich oder gibt es negative Nebenwirkungen?
3. Die Saatgutfirma empfielt 70 x 21 cm Abstand. Wären 60 cm auch möglich da versetzt gepflanzt wird?

Für weitere Anregungen wäre ich sehr dankbar. Ich werde, damit dieses Eingangsposting nicht zu lang wird, später noch Einzelheiten zum Saatgut, Bodentest, Mischkultur, PSM, Unkrautmanagement, Fruchtfolgen usw. schreiben.

Beste Grüße vom Tropenbalkon, Jochen

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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon countryman » Mi Nov 07, 2012 17:11

~10 Pflanzen pro m² und 10t Ertrag, also genau wie hier :-)
Es kann also davon ausgegangen werden dass rund 200kg/ha N benötigt werden. Wenn nur 16-16-16 gedüngt wird (ob das sinnvoll ist müsste eine Bodenanalyse zeigen, in Verbindung mit örtlichen Erfahrungen), würden also 1250 kg/ha Dünger benötigt.
Entspricht 125gm² oder rund 12,5g pro Pflanzloch. Unterfußdüngung ist an sich eine feine Sache für Mais aber bei dieser massiven Düngermenge besteht vielleicht ein Verätzungsrisiko? Eventuell wäre es sinnvoller zunächst die halbe N-Menge z.B. als Harnstoff (46%N) zu geben und vorab einzuarbeiten? Auch die Kosten wären erheblich niedriger, P und K müssten nach Bedarf aus anderen organischen oder mineralischen Quellen aufgedüngt werden.
Keinesfalls darf am Dünger gespart werden. Insbesondere die N-Düngung ist hoch wirtschaftlich mit kurzer Rücklaufzeit, die Aufnahme eines Düngerkredites wäre unbedingt ratsam wenn Geld knapp ist.
P und K sollten eher mittelfristig ins Optimum gebracht werden. Entsprechend den Dünger auswählen.
Warum erzielen kaufmännisch geführte Betriebe so massiv höhere Erträge? Hier ist eine genaue Analyse nötig. Die Kleinbauern machen ganz offensichtlich massive Fehler beim Anbau. Mangelt es an Bodenlockerung? Bewässerung? Spurennährstoffe? pH der Böden?
Am Dünger zu sparen heißt wie oben erwähnt am verkehrtesten Ende sparen. 200kg N kosten als Harnstoff ungefähr 200-220€, 6t Mehrertrag bringen aber fast 1400€. Da kann man selbst zu Wucherzinsen Geld leihen.
Und hätte trotzdem noch nach 1-2 Anbauperioden das Geld für ein einfaches Exaktsägerät mit Unterfußdüngerablage beisammen...
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Mi Nov 07, 2012 18:01

Bei dem 16-16-16 in den Pflanzlöchern handelt es sich nur um die Grunddüngung (Basal). Ca. 30 Tage nach der Keimung gibt es eine weitere Düngung (Side Dressing). Es ist noch nicht entschieden welches Saatgut verfügbar sein wird, vermutlich etwas in dieser Art:

http://www.pioneer.com/home/site/philippines/hybrid-corn/30T80/

Hier die Anbauempfehlung von Pioneer:

http://www.pioneer.com/home/site/philippines/hybrid-corn/hybrid-corn-production-guide/

Leider gibt es auf den Philippinen fast nur noch GVO-Saatgut für Hybridmais. Die genannten Kleinbauern verwenden alte Sorten, setzen aus Kapitalmangel viel zu wenig Dünger ein und vernachlässigen die Unkrautbekämpfung. Hinzu kommen die erheblichen Schäden durch den Asian Stemborer, eine Art Maiszünsler.

und hier der Bodentest wobei nur die mittlere und rechte Spalte von Bedeutung ist:

http://www.buddel.de/kft/soiltest_compare.jpg

Unsere Erdmischung (Mixture) hat demnach hohe P und K Anteile. Hinzu kommt dass bei dieser Art der Grunddüngung der Platz zwischen den Pflanzen nicht mitgedüngt wird. Das sollte nebenbei auch Vorteile bei der Unkrautbekämpfung bringen. Bei der zweiten Düngung könnten wir zusätzlich noch die Pflanzen mit der Erdmischung anhäufeln.

Wir verfügen über ausreichend Kapital, müssen also nicht am Dünger usw. sparen und können nebenbei auf Teilflächen Zusatzexperimente durchführen, u.a. die Mischkultur mit Bohnen. Wie gesagt, es muß eh alles von Hand geerntet werden. Wenn es gelingt optimale Verhältnisse herzustellen sind u.U. deutlich höhere Erträge möglich. Es hat hier schon Ernten von 15 t/ha gegeben. Wenn dann noch Erlöse aus einer Zweitfrucht hinzukommen ist das alles hochprofitabel.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon GtFahrer » Mi Nov 07, 2012 21:53

Probier mal dünner zu säen. Mais braucht Platz! Großramige Sorten sollte man nur 7-8 pfl pro m² legen. Machen wir hier unten auch so und kommen damit auf über 10t Ertrag pro Ha.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Do Nov 08, 2012 10:21

Ja, wir werden auf jeden Fall verschiedene Abstände ausprobieren. Ebenso verschiedene Düngerarten und Mengen. In der Pioneer-Anleitung sind ja verschiedene Kombinationen genannt, das sollte schon mal ein Ansatzpunkt sein. Was ich aber nicht ganz verstehe ist warum bereits bei der Grunddüngung so große Mengen P + K eingesetzt werden und nur geringe Mengen N? Und im Side Dressing nur N. Braucht es so lange damit P + K pflanzenverfügbar werden?

Bei allen genannten Varianten kommt man insgesamt auf 16-18 Sack Dünger pro Hektar. Das bezieht sich aber vermutlich auf die traditionelle Art der Grunddünger-Ausbringung, also in die Pflanzgräben einstreuen. Bei Unterfußdüngung und dem Einsatz der Erdmischung (viel P + K) müsste das eigentlich etwas anders aussehen. Hinzu kommt dass die Felder seit über einem Jahr brach lagen, da haben nur einige Kühe gegrast.

Allerdings muß ich dazusagen dass ich kein Landwirt bin. Ich helfe den Jungs hier nur bei der Finanzierung und Recherche. Und weil ich das für eine spannende Sache halte mit der ich mich gerne beschäftige.

Was das saisonale Zeitfenster betrifft haben wir bis Ende Dezember Zeit für die Aussaat. Wettermäßig ist nur die Zeit bis Ende Januar etwas problematisch weil es zu langanhaltenden, starken Regenfällen kommen kann. Wir hatten vor knapp 2 Jahren schon mal dort mit Mais experimentiert und dabei festgestellt dass einige Bereiche von Staunässe betroffen waren was zum Totalschaden führte. Diese Flächen sind in den letzten Wochen als Reisfelder umgebaut worden. Der große Rest hatte keine Wasserprobleme da das Gelände ein leichtes Gefälle hat. In der Hauptvegetationsphase von Februar bis April haben wir fast immer "Kaiserwetter": Keine Taifune oder Starkwinde, Tagestemperaturen zwischen 26 und 32 Grad, nachts nur einige Grad kühler, fast immer Sonne, alle paar Tage zumeist nachts kräftige Schauer. Notfalls könnten wir auch künstlich bewässern.

Die Maispflanzung erfolgt also in der Hauptsaison. Danach ist dann bis Mitte Juni Trockenzeit. Wir haben vor, ca. 4 Wochen bevor der Mais geerntet wird, Wassermelonen und Kürbisse in unserer kleinen Baumschule in Pflanzbeutel vorzuziehen. Wenn der Mais abgeerntet ist werden die Flächen gepflügt und dann die Setzlinge gepflanzt. Das wäre dann wettermäßig auch eine sichere Sache. Was wir während der Regen- und Taifunzeit (Juli bis November) pflanzen steht noch nicht fest. Auf jeden Fall sind aber 3 Pflanzungen pro Jahr möglich.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon MF4355 » Do Nov 08, 2012 11:49

Moin,
Der Mais hat, besonders während der frühen Jugendentwicklungein schwaches Wurzelsystem und gleichenzeitig einen hohen Bedarf an Phosphat. Deswegen wird konventionell einen NP-Unterfußdüngung durchgeführt, denn es besteht ein hoher Badarf für die NährstoffKONZENTRATION, nicht für den Nährstoff allgemein. Mein Vorschlag währen hier 50 kg P/ ha. Diesen als 16/16/16 auszubringen kann Nachteile bringen, weil der Mais recht Salzempfindlich ist und die Keimwurzeln das Depot u.U. schlechter erschließen können. Wenn arbeitskräfte und Niederschlag kein Problem darstellen, würde ich die N- und K- Düngung aufsplitten. Die Hälfte vor der Saat und die andere Hälfte danach. Wie stark fallen denn die Niederschläge aus? Und welche Böden herschen vor? Habe vor kurzem zum Beispiel gelesen, dass in Brasilien die K- Düngung bei 2000mm Niederschlag in bis zu 6 gaben aufgeteilt wird...
Ich finde das Thema ist auf jeden Fall eine Bereicherung, sowas ist immer spannend! Die Ergebnisse des Experiments musst du unbedingt hier veröffentlichen.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Do Nov 08, 2012 12:53

Hier die monatlichen Temperaturen und Regenmengen von 2011, die Wetterstation ist allerdings ca. 50 km von uns entfernt und unsere Niederschlagsmengen dürften etwas höher sein:

http://www.typhoon2000.ph/data/archives/2011/2011.htm

Dünger gibt es hier in allen möglichen Kombinationen. Als N wird hauptsächlich Urea und (weiß nicht genau wie das heißt) Ammonium... verwendet. Unsere Erdmischung besteht aus vorkompostierter Humuserde und Carbonized Rice Husks (CRH). Das sind unvollständig verbrannte Reishülsen aus Bäckerei- und Trockenanlagenöfen. CRH besteht hauptsächlich aus Silizium, Holzkohlepulver (ca. 12%) und Asche. Letztere bewirkt den hohen P, K und Mineralienanteil. Die Holzkohle ist Trägermaterial, die Nährstoffe werden in die Poren aufgesogen und später durch die Bodenbakterien usw. wieder freigesetzt. Die enorme Wasserspeicherfähigkeit hat insbesondere bei kurzfristiger Bodenaustrocknung eine Art Pufferwirkung. Es ist auch möglich das frische CRH direkt aufzustreuen, nur tritt die Wirkung dann mit einigen Wochen Verzögerung ein.

@Jupp: Die Bodenanalyse hatte ich weiter oben verlinkt. PH liegt zwischen 5,5 und 6, Humus ca. 3,5% und Regenwürmer gibt es reichlich.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Do Nov 08, 2012 13:50

Verstehe ich es richtig dass mit DAP 18-46-0 gemeint ist? Wie gesagt, bin kein Landwirt und kenne oftmals, wenn überhaupt, nur die englischen Bezeichnungen. Also, was würdet ihr konkret vorschlagen:

1. Was und in welcher Menge (Gramm) kommt ins frisch gestanzte Pflanzloch?

2. Wann, wie und womit (Gramm pro Pflanze) werden die Folgedüngungen durchgeführt?

Wie gesagt, Arbeitskräfte sind billig, es ist also kein Problem die Düngungen zeitmäßig aufzuteilen.

Noch etwas zum Zeitplan: Derzeit ist für die wenigen Traktor-LU hier Hochsaison und wir haben deshalb noch keine konkrete Terminzusage. Es gibt aber eine Teilfläche die wegen der vorhandenen Reisfelder nicht mit dem Trecker erreicht werden kann. Die wird in den nächsten Tagen von unseren eigenen Wasserbüffeln gepflügt und wir haben einen tragbaren Handtraktor mit Scheiben-Grubber. Auf diesen Schlag können wir also vermutlich eher aussähen. Das hätte den Vorteil dass man bestimmte Dinge vorab testen kann.

Noch eine Frage: Wenn wir versetzt in Doppelreihe pflanzen könnte es Sinn machen 2 verschiedene Hybridsorten wegen besserer Bestäubung nebeneinander zu pflanzen? Ich habe mal so etwas gehört. Ist so ähnlich wie bei der Herstellung von Hybridsaatgut.

Wie gesagt, alles kann, nichts muß...
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Fr Nov 23, 2012 11:19

Kurzer Zwischenstand: Gestern sind die Reis-Setzlinge gepflanzt worden. Ernte um den 15.3.2013. Heute war, mit einer Woche Verspätung, endlich der Trecker bei uns und ist mehrmals über die Fläche gefahren. Das ging gefühlte 100 mal schneller als mit dem Wasserbüffel. Nächste Woche kommt er nochmals vorbei um das abgestorbene Unkraut wegzuziehen. Die Verzögerung hatte auch etwas Gutes, nämlich optimale Wetter- und Bodenverhältnisse.

Heute war der Agrarbeamte auf der Farm. Er meint auch dass wir 18-46-0, 46-0-0 und 0-0-60 als Unterfußdüngung kombinieren und mit verschiedenen Pflanzabständen experimentieren sollen. Über die genaue Dünger-Dosierung pro Pflanzloch werde ich in den nächsten Tagen berichten. Da gibt es hier noch unterschiedliche Meinungen.
Dateianhänge
traktor-01.JPG
Wer sagt denn dass Entwicklungshilfe rausgeschmissenes Geld ist? Der Traktor ist im Besitz der örtlichen Agrarbehörde und kann von den Farmern zu zivilen Stundensätzen (ca. 25 € inkl. Fahrer und Diesel) gemietet werden.
traktor-01.JPG (203.45 KiB) 3906-mal betrachtet
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Mi Dez 12, 2012 10:41

Aktuelles zum Stand des Gesamtprojektes gibt es auch in meinem Blog:

http://philippinen-projekte.de/blog/?p=95

Über Kommentare und Anregungen würde ich mich freuen.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Mi Jan 02, 2013 14:12

Wie nicht anders zu erwarten war hat es gleich mehrere Probleme gegeben:

1. 18-46-00 Dünger war nirgends zu bekommen. Deshalb wurde 14-14-14 eingesetzt und zwar auf verschiedenen Schlägen in unterschiedlicher Dosierung gemäß der PIONEER Anleitung.

2. Der Traktor hat offenbar nicht tief genug gepflügt. Jedenfalls funktioniert die Pflanzloch-Stanze nur auf einigen Teilflächen. Die sind jedoch groß genug um später Unterschiede in den Erntemengen zu berechnen.

3. Seit ca. 3 Wochen fast nur Dauerregen. Deshalb konnten erst kleine Teilflächen gepflanzt werden. Noch ist das kein Problem da das Zeitfenster bis Anfang Februar reicht. Die Keimungsraten sehen bislang gut aus.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon moneymaker » Mi Jan 02, 2013 22:46

Lass dir zwei Dibbelmaschinen aus Deutschland schicken. Der Versand kostet nicht soo viel und die Maschinen auch nicht. Dann machst du eine für Mais und eine für Dünger und koppelst die so, dass die genau übereinander den Dünger und das Korn abwerfen. Das ist präziser und selbst bei einem Hektar wäre das soo viel aufwand mit der Hand, immerhin 100.000 Löcher, dann 100.000mal ein Korn reinwerfen und 100.000mal Dünger rein. Wer einen Garten hat, weiß wovon ich spreche ;)
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Do Jan 03, 2013 1:57

Keine Frage, die Stanzmethode ist extrem arbeitsintensiv. Dafür erreicht man aber eine absolute Präzisionsdosierung von Dünger und Erdmischung, genaue Saattiefen und Abstände. Das ist fast wie im Labor. Zweck des Experiments ist es, herauszufinden inwieweit der Mehrertrag höher als der Mehraufwand ist. Wenn es zu einem signifikanten Mehrertrag bei geringerer Dünger- und Saatgutmenge kommt muß auf jeden Fall für weitere, größere Pflanzungen eine mechanisierte Lösung her.

Z.B. könnte man eine Dibbelmaschinen-Kombination entwickeln die zunächst die Löcher stanzt und dann nacheinander Dünger, Erdmischung, Samen und nochmals Erdmischung in die Löcher füllt. Das sind also 5 Vorgänge wobei beim Stanzen ein gewisser Druck erforderlich ist, je nachdem wie kompakt der Boden ist. Dieses Gerät hätte ein ziemliches Eigengewicht und müsste wohl vom Traktor oder Wasserbüffel gezogen werden. Danach dann eine 4-fach Dibbelmaschine mit exakt den selben Abständen.

Frage: Gibt es derartige Präzisions-Sämaschinen in Deutschland? Wenn nicht wird das eine echte Herausforderung für meinen Schwager Elmer, seines Zeichens Ingenieur und großer Tüftler vor dem Herrn.

Einfache Dibbelmaschinen kann man auf den Philippinen kaufen und dürften sich trotz der niedrigen Lohnkosten schnell amortisieren. Angenommen es sind pro Pflanze 20 Sekunden Arbeitszeit, dann kommt man auf ca. 200 €/ha (wenn ich richtig gerechnet habe...) Davon muß man den Aufwand für die herkömmliche Methode abziehen. Wenn das sagen wir mal 50% sind benötigen wir mindestens 0,5 t/ha Mehrertrag um auf +/- Null zu kommen.

In den nächsten Tagen werde ich erste Zahlen bekommen was den Zeitaufwand betrifft. Dummerweise bin ich nicht vor Ort sondern noch bis Ende Februar in Hamburg. Das Schöne an der Tropen-Landwirtschaft ist dass man ganzjährig experimentieren kann. Mais wächst 12 Monate im Jahr, nur in der Regenzeit (Juni-Mitte Januar) kann es Probleme mit zuviel Niederschlag, Taifune und Trocknung geben. Kann, muß aber nicht. Ist eben etwas Glückssache und bei kleineren Versuchspflanzungen halten sich die Schäden in Grenzen.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Do Mär 07, 2013 4:08

So, bin wieder im Tropenparadies und es gibt erste Zwischenergebnisse:

1. In den Flächen mit gestanzten Pflanzlöchern ist die Pflanzdichte derart höher dass man die Unterschiede von weitem mit bloßem Auge erkennt. Auch sind die Pflanzen etwas größer und sehen besser aus. Eine genaue Zählung wird in den nächsten Tagen durchgeführt.

2. Es ist praktisch Null Unkraut zu sehen. Das ist der Vorteil von GVO / Roundup

3. Bislang wurde keinerlei PSM gespritzt und es gibt auch keine erkennbaren Schäden.

Die Aussaat der einzelnen Teilflächen hat sich von Weihnachten bis Ende Januar hingezogen. Erste Ernteergebnisse werden Mitte April erwartet. Das wird noch extrem spannend.
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Re: Ungewöhnliches Mais-Experiment - Wer hat gute Ideen und Tips

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Mär 18, 2013 11:30

Hier das erste Zwischenergebnis: Bei der ersten gestanzten Fläche wurden ca. 79.000 Samen gelegt. Heute, nach 83 Tagen, haben ca. 73.000 Pflanzen eine Höhe von ca. 2 Meter und tragen alle 2 Kolben. Ernte ist um den 21.4. und wenn die Kolben so weiterwachsen werden das Monsterteile. Seit 10 Tagen haben wir perfektes Wetter, immer Sonne mit ca. 30 Grad tags und 27 Grad nachts, alle paar Tage mal ein kräftiger Schauer, genügend Wind für die Bestäubung und immer noch keinerlei erkennbare Schäden. Auf den abgernteten Reisfeldern wird seit 4 Wochen neuer Mais gepflanzt. Alles nur noch mit Stanze, der Mehraufwand für Lohnkosten macht sich durch die höhere Keimrate locker bezahlt. Eine genaue Berechnung wird aber erst nach der Ernte möglich sein.
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Unsere Stanze und ein neuangelegtes Experimentierfeld.
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