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Wie macht man gute Heulage?

Hier ist Platz für alles was mit Futterbau und Grünland zu tun hat.
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Wie macht man gute Heulage?

Beitragvon Martin67 » Di Sep 05, 2006 22:08

Ich möchte gerne Heulage für unsere Pferde machen!
Habe erst mal für dieses Jahr noch einen Versuch vor auf rund 3000m² und es sollen kleine Ballen gepresst werden. Wenn es klappt und die Pferde es mögen möchte ich nächstes Jahr 1,3 Hektar dafür verwenden. Für das pressen und wickeln in kleinen Ballen habe ich einen Lohnunternehmer.
Der Grund für die Heulage: eines der Pferde ist Stauballergiker.

Könnt ihr mir da bitte ein paar Tipps geben?

1)Wie feucht darf oder muss es sein? Woran erkennt man ob es feucht/trocken genug ist (muss es knistern?)
2)Wie oft wird es gewendet? Mit Nachtschwaden und so?
3)Ich habe es mit dem zweiten Schnitt vor ist das ok? Der ist jetzt so ca. 40cm hoch. Wie sollte die Schnittlänge denn sein?
4)Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
5)Was ist ganz wichtig zu beachten?
6)Werden nicht irgendwie Bakterien oder so was mit in die Heulage gemischt? Ich meine so was mal gelesen zu haben. Wenn dem so ist, was muss da mit rein und wann?
7)Man hört immer wieder von Botulismus. Ist das bei der Heulage auch so?

Hoffe auf echt viel Info! Habe von Heulage nämlich NOCH null Plan. :? :?:

Danke schon mal!
Gruß
Martin
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Martin67
 
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Beitragvon Cord » Mi Sep 06, 2006 13:52

:D Hi Martin,

Heulage wird fast genau wie Heu gemacht. Sie wird zur gleichen Zeit geschnitten und behandelt wie beim heuen, und nur etwas früher gepresst und dann luftdicht eingewickelt. Das Gras ist also schon fast Heu (knistert aber noch nicht so, und man fühlt die Feuchtigkeit noch) Um vernünftige Heulage zu machen, braucht es einen hohen Pressdruck, damit möglichst wenig Luft mit eingeschlossen wird. Sonst wird der Silirprozess eventuell unvollständig sein und die Gefahr der Nacherwärmung besteht, der pH-Wert sinkt nicht tief genug, wodurch einige Krankheitserreger nicht abgetötet werden. Daher birgt Heulage die Gefahr, daß im Futter Listerien enthalten sind. Die Wiese darf also möglichst wenig grobtstängeliges Zeug wie Ampfer oder Schafgarbe enthalten.

Heulage hat für Pferde fast nur Nachteile, für den Halter aber vielleicht Vorteile.

Vorteil aus meiner Sicht:
Man kann die Ballen einfach auf der Wiese (oder sonst wo) stehen lassen und braucht keine Scheune. (Dann müssen die Ballen aber noch vor Vögeln geschützt werden, weil die dummen Viecher gerne die Plane aufhacken. Kommt Luft ans Innere kann man den Ballen nur noch entsorgen)

Man ist nicht ganz so dem Wetter ausgeliefert wie beim Heuen.

Die Pferde mögen Heulage in der Regel sehr gerne, weil sie süßlich schmeckt. Schwerfuttrige Pferde nehmen also besser zu damit, oder sind besser
über den Winter zu bringen.

Nachteile:
Heulageballen sind sehr schwer. Man kann sie nur noch mit Maschninenkraft bewegen, oder sie werden zu klein und damit unwirtschaftlich.

Die Herstellung der Heulageballen ist hier (wegen des Einwickelns) fast doppelt so teuer wie ein vergleichbarer Heuballen.

Heulage enthält deutlich mehr Fruktane und ist damit sehr viel Energiereicher als Heu. Leichtfuttrige Pferde dürfen nur wenig davon, und Pferde sollen eingentlich 18 Stunden am Tag kauen können. Hufrehegefahr ist auch dabei.

Heulage muß sehr schnell verfüttert werden, da die Ballen, einmal geöffnet sehr schnell verderben. Man braucht also schon mehr als ein Pferd damit das geht.

Werden beim pressen Tiere mit erfasst (Ein Maus kann schon reichen), so ist die Gefahr einer tödlichen Vergiftung durch die von Botulinumtoxin, einem vom Bakterium Clostridium botulinum produzierten Giftstoff, sehr hoch. In meiner Nachbarchschaft hat ein kleiner Heulageballen (60x60) fünf Pferde getötet, und damit den kompletten Bestand des kleinen Hofes ausgerottet.

Die Herstellung von Heulage ist etwas für absolute Spezialisten. Ich würde in jedem Fall die Finger davon lassen, es sei denn es geht nicht anders.
Wir sind durch das Wetter in diesem Jahr warscheinlich vor die Wahl gestellt Heulage zu machen oder die Wiesen zu mulchen und Heu dazu zu kaufen :? Obwohl sich der zweite Schnitt besser für dafür eignen müsste, denn er hat weniger harte Stengel, und die Wiesen sind nicht mehr so "bevölkert". Meine Frau wehrt sich aber mit Händen und Füßen gegen Heulage, denn an Botulismus zu sterben ist kein schöner Tod. Ganz abgesehen natürlich vom ideellen und wirtschaftlichen Schaden.

Grüße
Cord
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Beitragvon fendt59 » Mi Sep 06, 2006 19:18

Hallo Martin
Ich mache seid 1998 Heulage für meine Pferde und zwar Mini - Rundballen.Dazu habe ich eine Presse mit Vorverdichter,so daß der Ballen
einen ziemlich festen Kern bekommt.Das Gras wird mit einem normalen
Scheibenmäher ohne Aufbereiter gemäht,so daß es seine eigentliche
Länge behält.Dieses hat den Vorteil,daß ein Pferd ziemlich lange kauen
muß,um das Futter aufzunehmen.Ob ich das Gemähte wende oder nicht
hängt von der Bewuchsstärke ab.Starker Bewuchs einmal wenden,am
nächsten Tag pressen.Ansonsten am nächsten Tag früh schwaden und
später pressen.Ich habe noch nie ernste Probleme mit dem Futter gehabt.
Wenn ich einen Ballen öffne kan ich gut erkennen,ob er ok ist oder nicht.
Geruch beziehungsweise Schimmelflecken sprechen eine eindeutige
Sprache.Die Ballen lager ich draußen,allerdings nach unten und oben durch Planen abgedeckt.Dieses Jahr habe ich zum ersten mal grüne
Wickelfolie verwendet und festgestellt,daß im Gegensatz zur Weißen fast
keine Insekten auf der Folie sind.Vielleicht wurden durch die Insekten
immer die Vögel angelockt.
Bei den Pferden habe ich den Eindruck,daß sie mit Silo einfach satter sind.
Ich habe erst einmal mit einem Isländer Probleme bekommen er fing durch das Futter an zu schwitzen,nachdem die Menge verringert wurde war alles wieder bestens.
Viel Erfolg
Gruß Ralph :lol:
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Beitragvon Manfred » Mi Sep 06, 2006 19:58

Hallo Ralph,

wie viele Folienlagen wickelst du um die Ballen?

Viele Grüße,
Manfred
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Beitragvon fendt59 » Do Sep 07, 2006 17:39

Hallo Manfred
Es sind 6 Lagen,kostet zwar etwas Folie aber es rechnet sich.Eine Rolle
Folie reicht für ca 22 bis 24 Ballen.
Gruß Ralph
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Re: Wie macht man gute Heulage?

Beitragvon Indianer » Mi Jun 16, 2010 13:04

Hallo,
der Beitrag ist zwar schon älter, aber ich hätte mal eine Frage zur Heulage. Ich möchte dieses Jahr auch gerne Heulage machen lassen um meinen Pferden im Winter etwas Abwechslung zu bieten.
Jetz meine Frage :
Wie lange hält ein geöffneter Ballen ? Ich werde diesen Winter zwei Pferde (warscheinlich Tinker-Wallach und Holsteiner-Stute) zu füttern haben. Ballendurchmesser wird 1,20m. Schaffen die beiden den Ballen bevor er verdirbt, oder muss ich den halben Ballen auf den Mist werfen ?

Gruß
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Re: Wie macht man gute Heulage?

Beitragvon fendt59 » Mi Jun 16, 2010 14:39

Hallo,im Schnitt wirst Du ca 10 - 11 Tage an dem Ballen füttern.Sinnvoll ist es nach dem öffnen den Ballen
aufzulösen,so kommt es nicht zur Nachgärung.Dieses war genau der Grund,warum ich mir eine Minipresse
angeschafft habe.Mittlerweile gibt es eine Alternative.Wolagri bietet ein Wickelgerät an,welches auch in der Lage ist normale kleine Hochdruckballen zu wickeln,wäre vielleicht eine Alternative.
Gruß Ralph
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