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Reh erlegt und dann...

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Reh erlegt und dann...

Beitragvon joachim.s » Sa Mai 29, 2010 7:23

Hallo.
ich wollte mal fragen ob das rechtens ist das man das reh vor ort zerlegt und die gedärme(Magen,etc)dort liegen lassen darf,oder muß der jäger dafür sorge tragen das vor ort nichts zurückbleibt?

joachim
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon SHierling » Sa Mai 29, 2010 7:54

Ich bin kein Jäger, aber soweit ich weiß, ist Aufbrechen ("Ausnehmen") vor Ort bei Rehen ("Schalenwild") immer noch Standard, das muß nämlich "so schnell wie möglich" geschehen. Zerlegen nicht. Zerlegt wird überhaupt erst nach dem Kühlen und Abhängen, also ein paar Tage später. Ob man Wild auch warm zerlegen kann, weiß ich nicht. Mußt Du mal auf Rumpsteak oder einen anderen Jäger warten, aber das tut man sicher nicht im Wald (im Idealfall hat man dazu einen gekachelten Raum).

Guckst Du auch da: http://www.wild-auf-wild.de/warenkunde

Unverzüglich nach dem Erlegen des Tieres bricht der Jäger den Wildkörper vor Ort auf. D. h., er öffnet die Bauchdecke des Tieres und entnimmt sämtliche Innereien. Die Organe werden sorgfältig auf auffällige Veränderungen hin in Augenschein genommen. Nur Wildbret von gesunden Tieren darf in den Verkauf gebracht werden.

Warum "nichts zurückbleiben" sollte, ist mir auch nicht einleuchtend - andere Tiere wollen ja auch leben von dem Reh ;-), und es gibt ja auch extra Luderplätze
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon Waldman » Sa Mai 29, 2010 11:12

Hallo,

normalerweise bleiben die Gedärme im Wald liegen, man sollte diese nur etwas vom Weg entfernt irgendwo einwenig verstecken, damit Waldbesucher diese nicht gleich entdecken, der Fuchs oder das Wildschwein finden die Gedärme relativ schnell und entsorgen diese.

Gruß
Waldman
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon fasan » Sa Mai 29, 2010 11:22

Aufbrechen im Wald und Innereien am Luderplatz für Fuchs und Co entsorgen.

Das zerlegen des Wildkörpers, unterliegt der Fleischhygieneverordnung. In unserem Regierungsbezirk werden zur Zeit kontrollen durchgeführt, ob ein geeignetes Schlacht- und Kühlhaus vorhanden ist. Hast keins, hast schlechte Karten.
Letzten Herbst wurden deshalb sogar Treibjagden abgesagt.
Helft den Armen vögeln
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon joachim.s » Sa Mai 29, 2010 17:46

Danke für eure antworten,dann werde ich dem Jagdpächter mal bescheid geben das er die sachen nicht einfach mitten auf der wiese liegen lassen soll.
joachim.s
 
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon Morpheus » So Mai 30, 2010 17:10

Du solltest dir eher die Frage stellen warum du mitten auf der Wiese Warst ?

Zufällig mit dem Hund unterwegsgewesen ?

aber ich möchte niemanden vorverurteilen aber die Frage ist in meinen Augen genau so gerechtfertigt wie die frage nach der Entsorgung.
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon nasenwurzelsepp » So Mai 30, 2010 17:41

Morpheus hat geschrieben:Du solltest dir eher die Frage stellen warum du mitten auf der Wiese Warst ?

Zufällig mit dem Hund unterwegsgewesen ?

aber ich möchte niemanden vorverurteilen aber die Frage ist in meinen Augen genau so gerechtfertigt wie die frage nach der Entsorgung.


Vllt ists ja seine Wiese.

Ich vertrete aber auch die Meinung, dass man den Aufbruch am Besten in die nächste Hecke oder hinter ein paar Büsche werfen sollte, dann findet so schnell auch kein Spaziergänger Anstoß daran.

Beim Reh bleibt doch fast nichts über: Leber wird nach Lust und Laune selbst verzehrt, Herz, Nieren und Pansen bekommt der Hund, der Rest sind dann nur noch Därme, Lunge + etwas Geschlunse. Und über genau diesen Rest freuen sich Krähen, Fuchs und Sauen. Ludern wär nat. auch ne Möglichkeit, aber erst wieder im WInter!

Selbst wenn das Ganze dann mitten in ner Weide liegen sollte, wird es das mit Sicherheit nicht besonders lange tun :wink:
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon Ford8210 » Mo Mai 31, 2010 11:36

Warum der Aufbruch nicht im Wald oder Feld zurückbleiben sollte ergibt sich aus § 5 Tierkörperbeseitigungsgesetz, sowie aus dem Seuchengesetz.

Trotzdem wird der Aufbruch auch auf dem Luderplatz eingesetzt. Es wird stillschweigend geduldet, da es sich halt um wildlebende Tiere handelt. Dies ändert sich jedoch sofort, wenn eine Erkrankung des Tiers nicht ausgeschlossen werden kann. Dann ist der Aufbruch in der TBA zu entsorgen.

Gesetzeskonform wäre es jedenfalls den Aufbruch zu verlochen und zwar so, daß mindestens 50 cm Erde darüber liegt (gemessen bis zur Lochkante oder aber die Beseitigung in einer TBA.

Was auf jeden Fall gar nicht geht, ist den Aufbruch mitten auf einer Wiese, einem Acker oder auch so liegen zu lassen, daß es jeder sehen kann.

Zerlegen kann ich das Wild auch im Wald, aber nur dann, wenn ich es ausschließlich zum Eigenverbrauch nehme. Dann darf ich aber noch nicht mal meinen Partner, Kinder oder sonstige nahe Verwandte mitessen lassen. Es gibt kein Gesetz, das es verbietet, daß ich mir ungeniesbares und verdorbenes Fleisch reinziehe. Es ist aber verboten solches an Dritte weiterzugeben. Und wenn ich ein Reh im Wald zerlege dann widerspricht das den Hygienevorschriften und das Fleisch ist als genußuntauglich für den Menschen anzusehen.
Ich bin nur verantwortlich für das was ich sage, nicht für das, was du denkst.
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon SauWild » Fr Jul 23, 2010 21:31

In der Regel mache ich es so, dass alles zu Hause passiert. Ich fackel da nicht lange. Sobald ein passendes Stück antritt .... danach evlt noch ne Zigarette rauchen und dann runter und eingeladen. Zu Hause wirds aufgebrochen und die Innereien entweder ein wenig an den Hund verteilt, ansonsten kommt der Rest in ne Tonne, die dann bis zum nächsten Tag ins Kühlhaus kommt. Aus der Decke schlagen tu ich es direkt (nix mit abhängen usw), da ist es meistens noch Handwarm. Das geht am Besten. Lässt sich nicht nur einfach abziehen, sondern die einzelnen Haare lassen sich einfacher mit dem Schlauch abspritzen. Dann ab ins Kühlhaus und fertig.
Die Innerein kommen dann am nächsten Tag in eine Grube im Wald die mim Minibagger ausgehoben wurde.

Gruß SauWild
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon Dschingis_Khan » Fr Jul 23, 2010 21:57

Also ich nehm das Wild mit nach Hause und breche es im Schlachthaus auf. An den Hinterläufen aufgehängt, in Augenhöhe. Das ist dann eine saubere Sache. Es herrschen sehr gute Lichverhältnisse, sauberes, fliessendes Wasser ist auch vorhanden. Anschliessend kommt das Stück in die Kühlkammer. Ist halt ein Vorteil, wenn man in unmittelbarer Nähe vom Wohnhaus sein Jagdrevier hat. Bei einem Reh bleibt ja nicht viel übrig. Herz und Lunge koche ich für mich selbst. Milz und Schlund für den Hund. Der Pansen kommt in den Misthaufen.

Wäre das nicht der Fall, dann würde ich auch das frisch erlegte Wild unaufgebrochen aufladen und an einen einsamen Platz fahren und die rote Arbeit verrichten. Mir persönlich ist das sehr unangenehm, wenn beim Aufbrechen Spaziergänger oder Reiter vorbeikommen würden.
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon nasenwurzelsepp » Sa Jul 24, 2010 1:51

Dschingis_Khan hat geschrieben:Herz und Lunge koche ich für mich selbst. Milz und Schlund für den Hund. Der Pansen kommt in den Misthaufen


Gerade Letzteres ist doch das Beste für den Hund! Inkl. Inhalt.

Aber auch Herz, Milz, Schlund und Lunge geht bei mir restlos an die Vierbeiner.

Genauso wie das Hirn beim Abkochen. Da sitzen die ewiglang gespannt rum, nur um ne Kleinigkeit zu erhaschen, auch wenns in Endeffekt dann nur nen Auge oder sonstiger Knorpel ist. Trotzdem Feinschmeckerstunde! Dagegen ist Trockenfutter der reinste Drecksfraß. Frische Innereien vom Reh sind immernoch die beste Belohnung für den vierbienigen Freund, und das vollkommen artgerecht!

Bei mir wird in der Regel nichts vom Reh schlecht, weils einfach vorher verzehrt ist. Mal abgesehen vom Gedärm und der Decke, wenn ich dafür nicht ne andere Verwendung finde. Ansonsten trocknen, in Streifen schneiden und zum Kauen zufüttern.
Vllt. nicht unbedingt für die Wohnung: aber Kuschel- oder Gebrauchshund? Beides zusammen geht nicht mit zufriedenstellenden Leistungen.

Aber hier treibt sich ja eh kaum jemand rum, der echte Gebrauchshunde hält. Mal abgesehen von etwas stöbern und kläffen.

Also wohin mit dem ganzen Abfall? Einfach liegen lassen, in den nächsten Busch, mit schlechtem Gewissen ans Hausschwein, gutes Luder oder für teuer Geld an den Abdecker?

Als reiner Opportunist freut sich der Hund sogar über halb vergammeltes Fleisch und diverse Reste.



Wohin soll diese Diskussion führen?
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon Dschingis_Khan » Sa Jul 24, 2010 8:10

Der Autor möchte damit erreichen, dass die Jäger die Sauerei nicht an Ort und Stelle zurücklassen sondern fachgerecht entsorgen! Bei warmer Witterung bekommen solche Sachen nach 2 Tagen Füße....vor lauter Maden. Mir persönlich reicht es schliesslich auch, wenn ich im meiner Silomiete Reste vom Aufbruch finde, welche ein Fuchs dort als Vorrat versteckt hat. Die hat der Fuchs irgendwo gefunden und dort eingescharrt für schlechtere Zeiten. Sind dort auch schon zermähte Kitze aufgetaucht usw. wofür der Jäger aber nichts kann.

Aber schön, dass einige Jäger noch was von Gebrauchshundehaltung und Fütterung verstehen!
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon SHierling » Sa Jul 24, 2010 9:08

Ford8210 hat geschrieben:Warum der Aufbruch nicht im Wald oder Feld zurückbleiben sollte ergibt sich aus § 5 Tierkörperbeseitigungsgesetz, sowie aus dem Seuchengesetz.(...)

Gesetzeskonform wäre es jedenfalls den Aufbruch zu verlochen und zwar so, daß mindestens 50 cm Erde darüber liegt (gemessen bis zur Lochkante oder aber die Beseitigung in einer TBA.

Hast Du da mal ne Quelle? Im alten TierKBG §5 ist WIld imo ausgenommen, und die neuen Regelungen ("Tierische Nebenprodukte-Beseitigung") http://www.vetion.de/gesetze/Gesetzeste ... mainPage=1) sind derartig unübersichtlich, daß ich mich da nicht erst durchwurschteln will.

Das steht doch bestimmt in irgendeinem Lehrbuch für Jäger (meins ist asbach uralt) - es wäre nett, wenn das mal jemand nachgucken könnte.
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Re: Reh erlegt und dann...

Beitragvon Dschingis_Khan » Sa Jul 24, 2010 12:02

Ein Revierinhaber darf tote Wildtiere, Aufbruch, Decke an einem Luderplatz auslegen. Auch darf er sie eingraben.
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