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Weideauftrieb

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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Weideauftrieb

Beitragvon fritty » So Mai 12, 2013 20:19

Hi

... Wie geht ihr vor wenn ihr Jungvieh, welches noch nicht Weidegewöhnt ist, auftreibt.
Es hat sich bei uns herraus gestellt dass das durchaus Probleme bereiten kann.
Würde mich auch interessieren wie hoch ihr Elektrolitzen bei Mutterkühen befestigt
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon JohnDeere3040 » So Mai 12, 2013 20:24

Vorher im Stall an den Elektrozaun gewöhnen, dann kapieren sie es draußen sofort, zudem bereits mit 6 Monaten allerspätestens austreiben, dann sind sie viel leichter an den Zaun zu gewöhnen, bzw. reißen den nicht völlig kopflos durch. Zaunhöhe kommt extrem auf Rasse und Weide an, tendenziell ist aber wichtiger die unterste Litze(bei 2 Litzen) nicht zu niedrig zu montieren, um ein durchsteigen zu vermeiden und den Bewuchs unter dem Zaun geringer zu halten.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon fritty » So Mai 12, 2013 20:31

Wir hatten bereits 3 Mutterkühe plus Kälber und nen Bullen auf der Weide und alles war gut. Dann kam als letztes noch ein 1 1/2 jahre altes Rind dazu. Das war der Fehler ... hat alles durcheinander gebracht und dann sind se gemeinsam durchen Zaun.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon Hessen-Sibirier » So Mai 12, 2013 20:31

Ich habe ein festes "Kleingehege" für diese Zwecke. 18x12m mit Leitplanken und 2" Zoll-Rohren ausbruchsicher umzäunt. Da kommen die Jungfexe erst mal eine Nacht rein und auf besonderen Wunsch kann ich da auch noch eine Elektrolitze zum Einsatz bringen.
Am nächsten Tag werden die Tiere dann mit dem Umtriebsanhänger auf die Weide gebracht.
Bisher hatte ich da wenig Probleme.
Gibt aber auch Kollegen, die lassen die Tiere vor dem Auslassen vom Anhänger vom TA sedieren.
Das bremst den Tatendrang ganz gewaltig. :mrgreen:
I´m thankful for my country home, it gives me peace of mind.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon JohnDeere3040 » So Mai 12, 2013 20:39

Die schlechtesten Erfahrungen haben wir mit auch Rindern im Alter von 1,5 Jahren gemacht, die aus nem Boxenstall mit Spaltenboden kamen, die hatten große Probleme sich selbst zu kontrollieren beim laufen, sind dann durch den Zaun gefallen, ... die kannten einfach das laufen über weitere Strecken nicht, da ists bei Rindern aus nem großen Boxenlaufstall bedeutend einfacher, da sie dort auch bereits weiter und schneller laufen konnten, und das tageslicht kennen. :roll:
Die Sedierung halte ich nicht unbedingt für zielführend, da die Tiere dann noch unkoordinierter sind, zudem frage ich mich ob das überhaupt zulässig ist, medizinisch indiziert ist das ja auf jedenfall nicht.

Zur Gewöhnung verwenden bei uns manche auch ein leeres Fahrsilo mit hohen Wänden.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon agrarbetriebswirt » So Mai 12, 2013 20:46

Sedieren ist für mich das beste !
gerade bei 1,5-Jährigen haben wir schon die dollsten Dinge erlebt.
Am einfachsten ist es noch nicht draußen gewesene Erstkalbinen auf die weide zu schicken :
Einfach mit den anderen Kühen-hier hatten wir noch NIE ärger !
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon Manfred » Mo Mai 13, 2013 11:12

@fritty: Vorgerhige Gewöhnung im Stall/Laufhof oder einem extra dafü reingerichteten Auslauf mit fester Umzäunung + innen Elektozaun ist das Beste, wie schon beschrieben.
Sonst hilft anführen. Anführen von Hand ist nicht ohne. Die Tiere sind manchmal nicht zu halten, wenn sie erschrecken.
Wir haben sie die ersten zwei Jahre von Hand angeführt (die Färsen aus dem Anbindestall meines Vaters kamen einige Jahre zusammen mit den Mutterkühen auf die Weide) und sind dann dazu übergegangen, sie mit einem Strick hinten an einen Einachshänger zu bingen und diesen mit dem Traktor langsam den Zaun lang zu fahren. Wenn die Tiere ein paar mal an den Zaun gefasst haben, haben sie es begriffen. Man merkt ja, wenn sie nicht mehr freillig dran gehen.
Den Hänger haben wir zum Schutz der Tiere (weniger Verletzungsgefahr als direkt an der Traktorrückseite) und zum Eigenschutz (im dümmsten Fall hätte ein Tier auf den hinten offenen Traktor springen können) verwendet. Beim Anführen von Hand hatten sie danach auch Angst vor dem Menschen. Sie konnten ja nicht wirklich trennen, wer am Schmerz schuld war. Nur der Zaun oder auch der böse Mann. Bei der Anhänger-Methode war das nicht mehr der Fall.
Die ersten ein bis zwei Tage waren sie dann meist etwas verstört auf der Weide (alles ganz vorsichtig prüfen, könnte ja Strom drauf sein), haben sich aber schnell wieder beruhigt und der Herde angeschlossen.

Zäune für Mutterkühe baue ich idR mit 3 Drähten in ca. 40, 75 und 105 cm Höhe.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon phenacetin » Mo Mai 13, 2013 14:28

Das Jungvieh ist wirklich am schlimmsten, also die einjährigen Färsen. Ich baue paar Tage vor dem Austrieb im Stall etwas doppelten Draht auf, bloß ne Ecke über 5 m absperren. Auch bei den Färsen, obwohl die als Kälber ja schon draußen waren. Das ist wirklich das Beste, als wir das noch nicht gemacht haben, hatten wir große Probleme. Bis hin zur totalen Verzweiflung!

Im Laufstall mit den kleinen Kälbern hört man dann immer mal so Louis de Funès-Geräusche :D wenn sie an den Draht kommen.

Draußen baue ich die erste Koppel über 1 ha immer nur mit einfachen Draht, mir ist es lieber, die Kälber laufen einfach durch, als dass sie alles zerreißen und wenn sie draußen sind, müssen sie auch wieder reinkönnen....das geht natürlich nur, weil wir die ersten Koppeln für beide Herden NICHT an Straßen haben. Außen herum baue ich noch eine Koppel, falls doch alle durch den ersten Draht rennen. Bei uns ist aber noch das Ding, dass wir 500 m durchs Dorf treiben müssen, das ist mir zwar furchtbar peinlich jedesmal, hat aber den Vorteil, dass, wenn wir in der Koppel angekommen sind, die Luft raus ist, da rennen die noch 2mal im Kreis und fertig. Aktuell latscht nur der jüngste (1 Woche alt) durch den Zaun, alle anderen akzeptieren. Sind seit Samstag draußen.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon phenacetin » Mo Mai 13, 2013 14:31

ach so, ich benutze die dünnen Pfähle (Glasfaser?) mit 1,10 m Höhe. Draht auf 1 m und ca. 60 cm an den Straßen. Für besonders schwierige Situationen (Kälber absetzen) habe ich noch so Pferdepfähle 1,60 oder so.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon phenacetin » Mo Mai 13, 2013 14:38

Aber Sedierung ist doch Wahnsinn! Wer soll das machen, dazu müsste man ja jedes Tier erwischen, punktgenau die Beruhigung geben und dann taumeln die draußen rum und wenn sie wieder fit sind, wissen sie auch nicht mehr über den Draht und den Strom. Auch ist das doch teuer! Kostet doch nicht nur das Medikament. Also das würde ich mir und den Tieren nicht antun! Die beruhigen sich draußen so schnell.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon Schoki80 » Di Mai 14, 2013 6:18

Mit 6 Monaten kommen die Mädels raus. Einen halben Vormittag auf der Ponykoppel mit Fester Umzäunung, sprich Holz und einem ordentlichen Netzgerät. Abwarten bis alle drann waren und wieder rauf auf den Hänger!
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon vario11 » Di Mai 21, 2013 18:55

Was auch helfen kann: Die Biester 1 Tag vorher nicht füttern, wenn sie hungrig sind, dauert die Rennerei i.d.R. nicht so lange, weil sie dann schnell das frische Gras probieren. Einige Stunden im Fangwagen auf der Weide stehen lassen wirkt auch. Und bei jungen Färsen (ich red von Kreuzungen, das sind die schwierigsten Charaktere!): ein ruhiges, älteres Rind, ggf. eine Kuh, das handzahm ist, bringt auch Ruhe in die Herde, die jüngeren halten sich gern daran, ist direkt beim Erstaustrieb aber auch keine Garantie.

Wir haben überwiegend Weidezaun. Vom Betäuben halt ich da nix. Alles schon probiert. Aber wie oben schon beschrieben, teilweise sind die Rinder dann regelrecht blind und torkeln direkt durch den Zaun, weil sie den Draht dann erst recht nicht mehr wahrnehmen. Besser sind ein paar Helfer direkt hinterm Zaun, die sich den ersten "Attacken" entgegenstellen.
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon Bodenseefarmer » Mi Mai 22, 2013 11:24

vario11 hat geschrieben:... 1 Tag vorher nicht füttern....

Dann viel junges gras direkt auf den leeren pansen.... :roll:
Bei der Vorgehensweise musst ja vorab ne Großpackung Colosan ordern und den Trokar spitzen....
Traktorfahren mit Bodenseeblick ist ein Genuss
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon PhatFinder » Mi Mai 22, 2013 13:54

[quote="Hessen-Sibirier"]Ich habe ein festes "Kleingehege" für diese Zwecke. 18x12m mit Leitplanken und 2" Zoll-Rohren ausbruchsicher umzäunt. Da kommen die Jungfexe erst mal eine Nacht rein und auf besonderen Wunsch kann ich da auch noch eine Elektrolitze zum Einsatz bringen.
Am nächsten Tag werden die Tiere dann mit dem Umtriebsanhänger auf die Weide gebracht.
Bisher hatte ich da wenig Probleme.
..
Das ist die beste Lösung ,die jetzt hier zu Lesen war .
Ihr Milchbauern zieht die Kälber ja eh nicht mit der Muttermilch ,sondern mit einer Tränke /Eimer /Milchroboter auf .
Da würde ich im Alter von 3 Wochen schon mit dem Weidetraining beginnen .
Ausbruchsicherer Laufhof mit ein oder zwei Litzen ist doch optimal .
Bei meinen Kälbern aus der Mutterkuhhaltung mach ichs so :
Nach Möglichkeit ist der Abkalbeterrmin von Januar bis März .Die Kuh mit Kalb wird die ersten 3 Wochen nach der Geburt in einer Einzelbox gehalten ,da kommt dann stundenwiese unter Aufsicht auch mal eine Stromlitze rein .Drei vier E-Schläge fangt sich ein Kalb durchschnittlich ein ,dann wissen die was Sache ist mit der Litze.
Bei Gelegenheit ,wenn Mama im Fressgitter frißt,schnapp ich mir das Kalb und nimm es an einen Halfter und binde es auch mal eine Stunde an .
Wirkt sich fürs spätere Rinderleben (Behandlungen ,Transport ,Einfangen )sicher auch nicht schlecht aus ,wenn die das mit dem Anbinden mal kurz erlebt .
Nach drei /vier Wochen geht das Kalb dann mit Mama auf die Weide.Diese Kälber ,die ich so trainiert habe rennen nicht mehr blind in den Draht rein .
Die Kälber nach einer Weidegeburt schon .
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Re: Weideauftrieb

Beitragvon PhatFinder » Mi Mai 22, 2013 13:59

Fürs Kälbertraining nimm ich natürlich nur ein schwaches Batterieweidezaungerät ,nicht das starke Netzgerät .
Wobei es auch Netzgeräte mit halben Leistungsabgriffanschluss gibt .
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