Die Sache ist folgende: Wir haben auf einem 3ha-Schlag mit Vorfrucht Silomais am 15.10. auf Pflugfurche Weizen gedrillt. Ich habe für einen ha die Sorte Opal gekauft, für den Rest kam Asano-Nachbau rein. Es herrschten bei der Aussaat überall die selben, etwas feuchten Bedingungen (Opal und Asano am Vorgewende und am Rand 2 Tage später gesät, dazwischen nochmal 2l Regen). An der Einstellung der Drille wurde nichts verändert, ich habe lediglich die für die gleiche Kornanzahl abgedreht (380Kö/m²). Nach zögerlichem Auflaufen des Opal im Vergleich zum Asano (auch im Vergleich zum später gesäten Asano), sieht es jetzt (Stand: 15.12.) so aus:
Ich habe mir von der Sorte eigentlich viel erhofft, aber wie es bisher aussieht, ist die Sache eigentlich schon gelaufen. Woran liegt es, dass er nicht wachsen will? Es sieht auch danach aus, als wären die halben Körner garnicht aufgelaufen. Ist das vielleicht "normal" für den Opal? Das Lagerhaus hat mir beim Kauf gesagt, das Saatgut sei noch vom letzten Jahr. Auf Nachfrage ob die Keimfähigkeit davon beeinträchtigt wird, haben sie mir zugesichert, dass die ursprüngliche KF noch vorhanden sei.
Die viel wichtigere Frage ist noch, wie soll ich im nächsten Jahr damit umgehen?
Sepp
Wenn mir Tetris eines gelehrt hat, dann, dass sich Probleme aufstapeln und Erfolge verschwinden.
Wenn das überlagertes Saatgut war hätte dein Händler eine neue Keimprobe machen müssen und mit einem neuen Etikett und den neuen Werten versehen müssen, so hatte ich mal eine Charge bei der Raiffeisen bekommen.
Ansonsten würde ich erst mal abwarten was nach Winter noch steht und dann kannste immer noch entscheiden wie weiter . Hier sehen viele Flächen so aus Teilweise ist der Weizen erst garnicht aufgegangen oder schlicht ersoffen.
Opal hat ne etwas verhaltenere Herbstentwicklung - vergleichbar mit dem Patras, wohingegen JB Asano natürlich voll drauf loswächst. Andererseits war aber auch das nasskalte, trübe Wetter der letzten Wochen nicht unbedingt wachstumsfördernd.
Ich hab am 20.10. meinen Körnermais dreschen lassen, hab die Äcker am anderen Tag dann gemulcht und gegrubbert und wiederum einen Tag später mit gut 400 Kö/m² gesät, wohlwissentlich dass noch ziemlich viel Reststroh obenauf liegt. Aber die Bodenstruktur war erstaunlich gut, so dass ich ohne vorzukreiseln direkt reinsäen konnte. Der Weizen ist dann auch relativ gleichmäßig nach 2,5 Wochen aufgelaufen und präsentiert sich wirklich sehr ordentlich. Sorten sind Edward, und dort wo mir das Saatgut ausgegangen ist, Tobak (Nachbau), wobei der Tobak gefühlsmäßig fast noch einen Ticken besser dasteht (ist aber schwer zu sagen, weil sich die beiden Sorten zum jetzigen Stadium optisch nicht groß unterscheiden).
Aus phytosanitärer Sicht ist das natürlich nicht gerade optimal, zumal Tobak ja auch recht anfällig für Fusarien ist, aber wenn ich gepflügt und schweren, tonigen Boden hochgeholt hätte, würde es wahrscheinlich ähnlich aussehen wie bei Dir.
Ich glaub, Du hast einfach etwas zu tief und zu nass gearbeitet, weil so ne richtige Krümelstruktur ist da nicht zu erkennen. Und wahrscheinlich war auch die Saatgutablage etwas zu tief. Ich würd jetzt aber nicht den Kopf in den Sand stecken. Die Pflanzen sind ja da, wenngleich auch etwas schwach entwickelt. Der Opal ist ohnehin etwas später in seiner Entwicklung. Den darfst Du halt jetzt im Frühjahr etwas stärker andüngen (am besten mit KAS), aber der kommt schon noch. Der Opal ist eigentlich eine recht wüchsige Sorte und macht auch ne schöne lange Ähre. Das Reinschmieren in den Boden mag er allerdings nicht so
Wenn Du magst, kannst Du Dich auch mal mit Herrn Banzer austauschen. Der schwört auf die Sorte und freut sich sicher über ne Mail gerhard.banzer@lantmannen.com
Vielen Dank für die aufschlussreichen Beiträge! Gestern war ich nochmal draußen. Er hat sich auch ganz schön erholt, finde ich. Sehen manche Körnermaisweizen schlimmer aus.
links Opal, rechts Asano gleicher Saatzeitpunkt Stand 24.12.14
Das Feld ist etwas rau am Abwander, ganz rechts ist meine Roggen-ZF, das ist kein Asano mehr.
Zum Thema Grubber oder Pflug: Ich habe nach Mais 60% 25cm Tief gegrubbert, auf 40% 20cm tief geackert, weil ich einen Vergleich haben wollte.. Die Bedingungen waren beim Grubbern aber relativ trocken, beim Pflügen ein paar Tage später relativ feucht. Der Weizen läuft aber auf beiden Flächen relativ gleich schön auf - bis auf den Opal eben.
Sepp
Wenn mir Tetris eines gelehrt hat, dann, dass sich Probleme aufstapeln und Erfolge verschwinden.
Opal wird in MV für die Frühsaat (ab 5.09.) und nach Mais empfohlen, was sich m.E. etwas widerspricht, weil Mais oft später geerntet wird. Empfehlung nach Mais, weil BSA-Note 3 für Fusarium vorliegt. Opal ist etwas langsamer im Herbst und kann eher früh gesät werden.
Haste mal Stichproben mäßig abgezählt wieviel je Sorte aufgegangen ist ? Kannste ja mal machen nächste Woche wenn der weiße Dreck wieder weg ist
Viele Schweine-viele Scheine,zu viele Schweine zu wenig Scheine. Der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt sondern Fledermaus, Saatkrähe der Wolf und der Biber. In D. haben Ökos mehr zu sagen als Angie und die Regierung.
@ MF 5465 , mach dir keine Gedanken - gegenüber der Herbstentwicklung des Asano´s sieht vieles andere bescheiden aus . Besonders spät gedrillte Frühsaatsorten. Ich habe Asano auf 2 ha. am 28.10. noch eingeschmiert , mit 450 Körnern/m² der sieht ähnlich gut aus wie deiner.
@ Crazy Horse - Den Tobak auf Körnermais Das wird in die Hose gehen befürchte ich Unser Pflanzenbauberater vom Amt bekäme jetzt wahrscheinlich einen Infarkt
Ich habe irgendwie das Gefühl, dass der Opal nicht direkt in unseren Betrieb passt. Ich bin gepannt auf den Boregar auf der anderen Fläche. Dass der Asano nächstes mal nicht mehr dabei ist, steht fast schon fest. Müssten schon beide total schief gehen.
Sepp
Wenn mir Tetris eines gelehrt hat, dann, dass sich Probleme aufstapeln und Erfolge verschwinden.
Hallo, der Opal ist mit dem Asano jetzt gleichauf. Man erkennt keinen Unterschied - ich habe nicht mal die Abgrenzungen gesehen. Werde sonntags mal nach den Bestockungstrieben kucken und Bilder machen.
Sepp
Wenn mir Tetris eines gelehrt hat, dann, dass sich Probleme aufstapeln und Erfolge verschwinden.
na da bin ich jetzt mal neugierig-auf dem alten Bild sieht der Bestand noch echt sch... aus Aber die letzen Tage ist auf den Feldern dann doch einiges voran gegangen. Mein Körnermais Weizen sah bis Dienstag auch noch ziemlich Madig aus. Heut erkennt man den Bestand fast nicht mehr. Wenn dann endlich mal wieder Regen kommen würde...Nach dem Giftcocktail mit Wachstumsregeler wäre Wasser bitter nötig. Man immer diese scheißdrecks Frühjahrstrockenheit. Und spätestens wenn die Drescher laufen sollen säuft wieder alles ab. Na Bravo...
Wow ich muss jetzt wirklich mal wieder Bilder knipsen. Der Opal steht richtig schön da, schöner als der Asano. Ich habe auch nur ganz vereinzelt Gelbrost gefunden. (Boregar ebenfalls). Der Asano ist, wie soll es anders sein, ziemlich krank.
Dennoch haben wir den Opal (35) genauso behandelt wie den Rest.
Ich bin gespannt welche der drei Sorten uns am Ende überzeugt!
Sepp
Wenn mir Tetris eines gelehrt hat, dann, dass sich Probleme aufstapeln und Erfolge verschwinden.
Ist das ein Einzelähren-Typ ? wieviel N hat deiner ?
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