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Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon Ernstfried » Mo Mai 04, 2020 12:32

Über "Bodenverdichtung" wurde verschiedentlich in anderen Themen gesprochen, so daß ich das mal als eigenständiges Thema diskutieren möchte:

Ursache von Bodenverdichtung ist vorwiegend die Befahrung von Böden bei ungeeigneter Witterung mit (zu) schwerem Gerät, entweder auf der Rückegasse oder sonstwie im Bestand.
Bodenverdichtung bedeutet, daß Luftvolumen aus dem Boden herausgequetscht wurde.
Problematisch ist die Bodenverdichtung vor allem dann, wenn sie in tieferen Bodenschichten erfolgt, weil dort eine Reparatur des beschädigten Bodens schwieriger und aufwändiger ist.

Wenn die These richtig ist, daß Bodenverdichtung bedeutet, daß Luft aus dem Boden herausgequetscht wurde, dann muß - im Sinne einer Reparatur des Schadens am Boden - Luft wieder eingebracht werden.

Je weiter die Verdichtung an der Oberfläche ist,umso leichter kann der Schaden behoben werden: Boden auflockern mit Hacke oder Spaten, oder mit einem Zinken oder Haken am Schlepper angebaut (Egge nicht: die kratzt nur an der Streu und erleichtert evt die NV, dringt aber nicht in den Boden ein).

Für die Einbringung von Luft in tiefere Bodenschichten habe ich vor ca 30 Jahren bei einem Tüftler (Eugen Zink) in Bad Kreuznach eine interessante Konstruktion gesehen: Eine Metalllanze, an deren Spitze sich eine Austritt-öffnung für Pressluft befindet, wird in den Boden bis zu einer Tiefe der Lanzenlänge, also zB 2 m, eingeführt. Dann wird Pressluft durch die Lanze in den Boden "gepresst", und der verdichtete Boden mit diesem Verfahren quasi gesprengt. Je nach Größe der Fläche und Art der Verdichtung kann man diese "Sprengung" in unterschiedlicher Tiefe und in der Fläche wiederholen.
Pressluftmotor usw war alles auf einem kleinen Anhänger montiert, der hinter jeden Pkw oder Schlepper passt.
Das Verfahren hat sich allerdings (aus Gründen, die ich nicht kenne) offenbar nicht durchgesetzt, obgleich es sehr plausibl und überzeugend klingt.

Angeblich kommt die Erle mit Bodenverdichtung klar, und kann die sogar "sprengen". Hat jemand damit Erfahrungen ? Gilt das für alle Erlen-sorten ?
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon langholzbauer » Mo Mai 04, 2020 12:51

Den 2.Satz würde ich dringend in der Reihenfolge ändern.
Bodenverdichtungen entstehen bei jeder Überfahrt. Schädlich werden sie durch zu hohe Belastungen. Die Schäden werden bei unpassenden Wetter noch erhöht.
Die Befahrung außerhalb der Rückegassen sollte immer vermieden werden!

Das Aufbrechen durch Luftdruck bringt wenig, wenn die frischen Hohlräume nicht sofort durch "Lebendverbau" oder stabile Krümelstrukturen gesichert werden.

Deshalb muss die Vermeidung und Reduzierung von (Schad)Verdichtungen immer das vorrangige Ziel bleiben.
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon beama » Mo Mai 04, 2020 13:04

Hi

nicht das ich davon viel verstehen würde, aber ist das Problem nicht eher auf mikroskopischer Ebene? Also man presst die ganzen Mikroporen im Boden zusammen (0,2-50µm)

Wenn ich den Boden nachträglich wieder aufreiße mache ich doch die Mikroporen deswegen nicht wieder auf. Man müsste ja eher wieder die Körner "vereinzeln"?

Nur meine Idee dazu...
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon T5060 » Mo Mai 04, 2020 13:17

Das Thema Bodenverdichtung wird im Forst überbewertet, da die belebte Bodenschicht doch sehr flach ist und sich darunter meist abbauwürdige Gesteinsvorkommen befinden.
Ja früher gabs mal so Gedankenansätze mit Einblasen von Luft, Styroporkügelchen oder Kalk, war alles Quatsch und besonders im Forst.

Heute hat man oszillierende Aufreissverfahren mit Stabilisierung des Spalts durch Tiefwurzler.

Im Forst korrigieren sich Verdichtungen innerhalb von 3 - 10 Jahre von selbst, was danach verbleibt erledigen die Wurzeln irgendwann später
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon langholzbauer » Mo Mai 04, 2020 13:31

So schreibt jemand, der mit Waldbau noch nicht viel zu tun hat....
Während das Thema Bodenverdichtung vor allem im Ackerbau trotz relativ einfacher "Reparaturmöglichkeiten" allgegenwärtig ist, sinkt das Interesse daran leider schon oft auf Grünland und wird im Wald gern mal der Effizienz der einzelnen Erntemaßnahme geopfert. :oops:
Dabei sind die Empfindlichkeiten und Möglichkeiten einer Begrenzung der Schäden eher umgekehrt.
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon Ernstfried » Mo Mai 04, 2020 13:57

langholzbauer hat geschrieben: 1) Das Aufbrechen durch Luftdruck bringt wenig, wenn die frischen Hohlräume nicht sofort durch "Lebendverbau" oder stabile Krümelstrukturen gesichert werden.


2) Deshalb muss die Vermeidung und Reduzierung von (Schad)Verdichtungen immer das vorrangige Ziel bleiben.




zu 1) Meine Überlegung ist, daß durch die "Sprengung" überhaupt erst wieder durchwurzelbarer Boden entsteht, der dann im Zeitablauf auch durchwurzelt wird.

zu 2) Klar. Kein Beinbruch ist besser als selbst ein gut operierter.
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon T5060 » Mo Mai 04, 2020 14:50

langholzbauer hat geschrieben:So schreibt jemand, der mit Waldbau noch nicht viel zu tun hat....
Während das Thema Bodenverdichtung vor allem im Ackerbau trotz relativ einfacher "Reparaturmöglichkeiten" allgegenwärtig ist, sinkt das Interesse daran leider schon oft auf Grünland und wird im Wald gern mal der Effizienz der einzelnen Erntemaßnahme geopfert. :oops:
Dabei sind die Empfindlichkeiten und Möglichkeiten einer Begrenzung der Schäden eher umgekehrt.


Mit jeder Lockerungsmaßnahme bringst du Sauerstoff in den Boden, der den Humus zersetzt, auch Wurzeln beschädigt und am Ende verursacht die Zugmaschine beim Aufreissen noch mal Verdichtungen.
Aufgrund der meist sehr flachgründigen Böden wird das Thema überbewertet.
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon Dinkelberger » Fr Mai 08, 2020 20:41

Hallo Ernstfried,
zu der Frage, ob und weche Erlen mit verdichtetem Boden zurecht kommen:
- dazu gab es einen Artikel in "Waldwissen":

https://www.waldwissen.net/technik/holz ... n/index_DE

- neben einer meiner Parzellen (Gewann "Erlen") auf Gipskeuper (reiner +/-Ton, staunass) kam es zu starken Bodenschäden bei der Holzernte. Daraufhin hat der Förster dort Schwarzerlen in die Fahrspuren gepflanzt: Die Erlen überleben und scheinen den Boden tatsächlich langsam zu lockern (unvalidierter Eindruckbeim Vorbeigehen, habe nicht nachgegraben). Ohne Massnahme sieht man bei uns die befahrenen Spuren jahrelang schon daran, dass da nur noch Binsen wachsen, auch auf flachgründigen Böden im oberen Buntsandstein.

Probier' es doch einmal mit Schwarzerlen, wenn Du so ein Probem hast

Grüsse von Dietrich
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon Swiss_Farmer » Do Aug 26, 2021 11:25

Hallo zusammen

Ich glaube in diesem Beitrag geht es eigentlich um Bodenverdichtung im Wald (?), aber evtl. hat ja trotzdem jemand wertvolle Tipps für mich.

Ein Stück Land, welches wir zum Futteranbau für unsere Pferde verwenden (Heu, Emd), wurde vor Ewigkeiten mal aufgeschüttet. Wie das früher halt so üblich war, hatten Sie einfach alles was im näheren Umkreis entsorgt werden musste (Autos, Bäume, Steine, Kies, ect.) auf der hügeligen Landschaft verteilt, Erde drüber gepackt und dann ordentlich platt gewalzt. Wir haben nun zwar eine wunderbar flache Ebene (obwohl es in den letzten paar Jahren einige "Einsackungen" gegeben hat, da wohl ein Auto oder Baum verwest ist und die Erde nach unten nachgerutscht ist), aber wie ihr euch vorstellen könnt, kann das Wasser kaum in diesen verdichteten Boden versickern.

Was machen wir nun am besten? Drainage wurde uns schon vorgeschlagen, allerdings weiss ich nicht, ob das wirklich zufriedenstellende Ergebnisse geben wird, da ja nicht nur gewisse "Punkte" auf dem Land verdichtet sind, sondern eigentliche die ganze Fläche.
Gibt es andere Varianten, ohne dass man gleich tausende Geldscheine in die Finger nehmen muss, um das ganze "neu" zu machen? Oder wäre Drainage wirklich die beste Option?

Ich danke euch jetzt schon für eure hoffentlich wertvollen Tipps.
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon tyr » Do Aug 26, 2021 11:54

Wir haben so ein ähnliches Gebiet, ehamlige Kiesgrube, dann Mülldeponie. Gehört aber durch Landtausch GsD jetzt der Gemeinde.
Meine Meinung dazu ist, zum Ackerbau denkbar ungeeignet, als Weide draus machen.
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon Swiss_Farmer » Do Aug 26, 2021 12:44

Leider haben wir keine Möglichkeit oder mehr Land, wo wir sonst den Futter-/Ackerbau betreiben können. :( Daher bleibt uns leider nicht viel anderes übrig...
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon langholzbauer » Do Aug 26, 2021 15:19

Habt Ihr denn schon alle ackerbaulichen Massnahmen , wie z.B.Aufkalken, tief grubbern und Ansaat von Tiefwurzlern etc..., durch probiert?
Oft haben solche Deponieflächen mehr Probleme im Sommer, weil durch die Müllschicht kein Bodenwasser aufsteigen kann...
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Re: Bodenverdichtung: Ursachen und Beseitigung

Beitragvon Swiss_Farmer » Do Aug 26, 2021 15:28

Nein, probiert haben wir bis jetzt noch nichts, da uns einfach schlichtweg das Wissen dazu fehlt und ich erst diesen Monat meine Ausbildung zum Landwirt angefangen habe (mit 30ig).
Aber als ich den Beitrag hier zu dem Thema gelesen habe, dachte ich ich frage trotzdem schon mal nach. Verschiedene Meinungen/Optionen einzuholen ist ja meist nicht verkehrt :)
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