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Borkenkäfer

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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15 Beiträge • Seite 1 von 1
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Borkenkäfer

Beitragvon manas » Sa Dez 10, 2011 8:00

Guten Morgen!
Habe gestern 3 kleine Fichten entdeckt welche vom Borkenkäfer befallen sind. (BHD 20-25cm)
Nun meine Frage:
Wie eilig ist es diese Bäumchen zu entfernen, dachte ohnehin dass die Käfer nur größere Bäume befallen.

L.G.
Fred
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Haamitverbundner » Sa Dez 10, 2011 8:05

Guten Morgen,

befallen ist ein dehnbarer Begriff.
Wie sehen denn die Bäumchen aus?
Schon abgestorben bzw. löst sich denn die Rinde schon?
Wenn ja, dann kannst Du Dir für die 3 Bäumchen alle Zeit der Welt lassen.
Denn da ist der Käfer schon wieder raus.
In dem Fall solltest Du besser im Umkreis der Bäumchen reichlich Bäumchen beseitigen...

Ansonsten, wenn die 3 Bäumchen frisch befallen sind immer sofort raus damit, am besten gestern noch.

MfG
Erlahmt des Bauern fleiß`ge Hand,
gerät in Not das ganze Land.
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon manas » Sa Dez 10, 2011 8:18

Hallo "Haamitverbundner".
Die Bäumchen sind schon abgestorben, Rinde löst sich schon. Aber im Umkreis ist alles noch grün und es sind keine Harzspuren an den Stämmen die einen Befall anzeigen würden.
Sollte man dennoch den Umkreis radikal abholzen oder noch beobachten?

L.G.
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Falke » Sa Dez 10, 2011 8:38

Bis zum nächsten Frühling (solange die Tagestemperaturen unter ca. 15 °C bleiben) ist es gar nicht eilig ...
Die Käferchen machen eine Art Winterschlaf.

meint
Adi
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon fichtenmoped » Sa Dez 10, 2011 11:22

Ich hatte während des Sommers heuer wenigstens Ruhe vor diesen Biestern.
Gestern habe ich dürres Schwachholz gefällt, BHD bis ca. 20 cm, bei einigen war der Käfer drin, einige stehen noch und es ist die meiste Rinde abgefallen, diese werden im Lauf des Winters einen Kopf kürzer gemacht.
Wo die Käfer jetzt sind, weiß ich, und dass sie im Frühjahr nichts mehr anrichten, dafür sorge ich, auch wenns viel Arbeit ist.
Ich mache ein Feuerchen.
Ich habs schon mal beobachtet: Ich habe aufgesammelte Rindenstücke und Äste ins Feuer geworfen, ich hätte nicht damit gerechnet dass sich in diesen Stücken noch Lebewesen befinden. Als es richtig warm wurde kamen sie scharenweise heraus und versuchten zu fliehen. Zu spät !
Wenn es nur irgend ein Mittel gegen dieses Ungeziefer gäbe.

Gruß aus oberbayern
Franz
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Stihlerpel088 » Sa Dez 10, 2011 17:07

Ich habe heute bei mir auch 5 Bäume enddeckt, die abgestorben sind.
Vor 6 Wochen ging es denen aber noch bestens und ich konnte nichts bei erkennen.

Ich bin mir aber nicht sicher ob es der Borkenkäfer ist, vllt könnt ihr mir weiter helfen


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Re: Borkenkäfer

Beitragvon fichtenmoped » Sa Dez 10, 2011 17:32

Die Bilder sind scheisse, man erkennt wenig darauf, schaut schon nach Borkenkäfer aus, könnte aber auch ein Pilz sein. Wenn Du die Rinde in Richtung Wurzel abkratzt und es ist weiß drunter ist es der Hallimasch.

Gruß
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Kormoran2 » So Dez 11, 2011 1:09

Auf dem letzten Foto kann man genau die Fraßgänge der Käfer erkennen. Wenn du noch mehr Rinde abreißt, weißt du Bescheid.

Der Baum steht aber nicht erst seit gestern so in diesem Zustand. Der wurde bestimmt im Frühsommer schon befallen. Käfer sind bestimmt keine mehr drin, die hocken jetzt schon in den Nachbarbäumen und im Waldboden. Im nächsten Frühjahr die Nachbarbäume genau beobachten. Wöchentlich!
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon manas » So Dez 11, 2011 6:42

Danke für die vielen Antworten, noch eine Frage:
Kann man die Äste eines befallenen Baumes im Wald belassen?

L.G.
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Forstjunior » So Dez 11, 2011 9:01

Dass ist genau der größte Fehler den man machen kann. Fichteäste (auser ganz dünne) grundsätzlich raus aus dem Bestand. Da fängt die ganze Käfermisere an. Sind meine Erfahrungen eines kleinen Käfernestes 2009.

Da ich meinen Wald immer genau beobachte hatte ich den Befall noch rechtzeitig entdeckt. Haben an einer Stelle 5 überstarke Fichten gefällt. Aber dann wars auch gut. Mussten keine weiteren Bäume herum entnehmen. Also nicht gleich immer ringsrum noch grob fällen. Wenn ich dies gemacht hätte, so wäre dort jetzt ein weitaus größeres Loch als so. Erstmal beobachten ist angesagt.

Aber nochmal zurück zum Grundproblem. Ausgegangen ist der Käferbefall von einer größeren Gipfelspitze einer dieser Fichten, welche im Sturm abgebrochen und zu Boden gefallen war. Ich bin nicht dazu gekommen diese Aufzuarbeiten und da hat nachweislich der Käfer begonnen sich einzunisten.
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Falke » So Dez 11, 2011 9:57

Ich hab' da (als Forstsenior vielleicht :wink: ) andere Erfahrungen :
Bei mir wurde noch nie ein Fichtenbaum unter 10 cm BHD (die bekannte 'Bierdeckelgröße') von Borkenkäfern befallen. Die finden dünne Bäume nicht sexy genug ...
Auch hat sich bei mir noch nie ein Käfernest in den Folgejahren ausgeweitet, obwohl ich die Äste im Bestand belasse.
Aber : ich schichte die Äste zu Haufen und schneide die Haufen mit der Motorsäge schön kurz und klein.
Und ich entaste auch alle Wipfel bis zur Spitze hinauf. Und ich fälle wenigstens in einem Umkreis von
einer halben Baumlänge um ein Käfernest alle dickeren Fichten - und stellenweise auch in größerer
Entfernung, um am gefällten Baum unter der Rinde einen eventuellen Befall sehen zu können.
Erst wenn da alles ohne Befund ist, stelle ich das Fällen ein.

Gruß
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon locomotion » So Dez 11, 2011 13:07

Falke hat geschrieben:...Und ich entaste auch alle Wipfel bis zur Spitze hinauf. Und ich fälle wenigstens in einem Umkreis von
einer halben Baumlänge um ein Käfernest alle dickeren Fichten - und stellenweise auch in größerer
Entfernung...

komplett aufasten und Äste klein schneiden, dabei die Rinde der Fichte mit der Kette zu verletzen, ist wichtig, damit die Rinde eintrocknet und im Bestand verbleibendes Material dadurch für den Borkenkäfer unattraktiv wird, falls schon ein Befall im Holz sitzt, vertrocknen dieser dadurch z.T. bevor flugfähig.
Bei der Methode mit der halben Baumlänge würden mir die Löcher im Bestand zu groß.
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Falke » So Dez 11, 2011 14:49

Große Löcher im Bestand gibt es freilich in einer Fichten-Monokultur.
Bei mir ist die Fläche aber auch gut mit Kiefern und Buchen besetzt, da merkt man die fehlenden Fichten nicht sooo stark ... :D :wink:

Gruß
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Kormoran2 » So Dez 11, 2011 15:21

Hallo Adi, da lieferst du jetzt ein weiteres starkes Argument pro Mischwald.
Beim Wegfall von einzelnen Bäumen durch Krankheit, Schneebruch etc. der meist primär eine bestimmte Baumart betrifft, verbleiben andere Baumarten an der Stelle und sorgen dafür, daß kein Loch für den Windeinfall entsteht. Sehr wichtig!
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Re: Borkenkäfer

Beitragvon Forstmike » So Dez 11, 2011 19:05

Hallo Kollegen. Möchte gerne noch einige Anmerkungen zu diesem Thema machen. Es gibt ja verschiedene Arten der Borkenkäfer. Der Kupferstecher z.B. geht bei jüngeren Bäumen vorwiegend in die Äste und nicht in den dickborkigen Bereich, also den Stamm. Der Buchdrucker hingegen geht nur in den Stamm. Das Fraßbild ähnelt eines aufgeschlagenen Buches, d.h. in der Mitte der Fraßgang und links und rechts davon die "Zeilen", quasi. Beim Borkenkäfermonitoring sollte man genauer schauen. Beim Buchdrucker sind die Wipfel grün und unterhalb der Krone kann schon die Rinde wegfallen. Beim Kupferstecher ist nur die Krone Rot, also abgestorben und schon von weitem zu erkennen. Das sind meine Erfahrungswerte von mir. Bin schon 35 Jahre im Staatsforstbetrieb in BaWü und habe schon einige Käferkalamitäten mitgemacht. Ich hoffe, ich konnte zu diesem Thema etwas dazu beitragen. Viele Grüße aus dem Odenwald :wink:
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