Maschinenring Shop

  • Foren-Übersicht
  • Galerie
  • Chat
    Erweiterte Suche
  • Ändere Schriftgröße
  • FAQ •
  • Datenschutzerklärung •
  • Nutzungsbedingungen • Registrieren • Login
Auto-Login

Aktuelle Zeit: Do Jan 15, 2026 4:52

Einstieg in den landwirtschaftlichen Nebenerwerb

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
Antwort erstellen
8 Beiträge • Seite 1 von 1
  • Mit Zitat antworten

Einstieg in den landwirtschaftlichen Nebenerwerb

Beitragvon Herr auf eigener Scholle » Fr Mai 22, 2009 18:05

Hallo Zusammen,

ich bin neu hier und hätte da mal eine ganze Reihe Fragen, bzw. folgendes Problem zu dem ich auch schon die Suchfunktion genutzt habe, was mir aber nicht so ganz geholfen hat:

Ich wohne in der Nähe von Dresden, meine Großeltern waren Bauern, meine Eltern, mein Onkel, ich, also der ganze Rest der Familie hat aber von Landwirtschaft keine Ahnung, wir haben allesamt andere Berufe ergriffen (was leider auch ein Ergebnis von 40 Jahren bolschewistischer Zwangskollektivierung ist). Das Land, daß meine Großeltern bewirtschafteten ist an den LPG - Nachfolgebetrieb verpachtet, insgesamt etwa 15 ha, 7ha davon sind Acker, der Rest Grünland.

Da dieser LPG-Nachfolger nur sehr wenig Pacht bezahlt - meine Oma bekommt für dise 15ha 765 € im Jahr - und die handvoll privater Bauern, dei es in unserer Umgebung (wieder) gibt, auch nicht viel mehr zahlen, ist in mir der Gedanke gereift, ob es nicht lohnender wäre diese 7ha Ackerland im Nebenerwerb selber zu bewirtschaften. Das Grünland will mein Cousin zurücknehmen, er baut sich gerade im Nebenerwerb eine Rinderzucht mit schottischen Hochlandrindern auf. Mit Tieren im größeren Stil will ich aber nicht anfangen, das ist mir zu Zeitintensiv.

Die 7 ha Acker liegen sehr nah am Hof, sind in einem Stück vorhanden und das Land ist flach. Die Bodenwertzahl kenne ich leider nicht - wußte auch meine Oma nicht. In unserer Gegend wird überwiegend Getreide, Raps und Mais angebaut, vielleicht können ja die Experten unter euch daran ungefähr erkennen, was der Boden für eine Güte hat.

Vorhanden ist ein neuer 55PS Allradschlepper (war ein sehr günstiges Angebot, den brauchen wir zur Grundstücks-, Wiesen- und Waldpflege, haben auch noch einige Schafe), an diversen Bodenbearbeitungsgeräten aber überhaupt nichts.
Daher wäre das ganze natürlich erstmal mit größeren Investitionen verbunden, aber ich will ja auch nicht gleich morgen damit anfangen. Das fehlende Wissen würde ich mir über Fachbücher u. -zeitschriften sowie mit diversen Lehrgängen aneignen.

Wie gesagt, daß ganze ist erst mal nur so ein Gedanke, aber ich kann mir eben beim besten Willen nicht vorstellen, daß man mit der Ernte von diesen 7 ha weniger oder nur wenig mehr verdient als mit dieser miesen Pacht.

Was haltet Ihr davon? Würde sich das auf längere Sicht lohnen? Für sachliche Antworten, Tipps und Hinweise bin ich sehr dankbar!
Herr auf eigener Scholle
 
Beiträge: 3
Registriert: Mo Mai 18, 2009 19:14
Wohnort: dresden
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon automatix » Fr Mai 22, 2009 20:09

Wenn du einen Schlepper hast, dann hast schon fast gewonnen. Die paar Bodenbearbeitungsgeräte, die du brauchst bekommst du gut und günstig auf dem Gebrauchtmarkt, denn die größe, die du für einen 55 PS Schlepper brauchst braucht heutzutage keiner mehr.

Und wenns dir Freude macht wirst auch ein paar Euros mehr von den ha holen als ihr an Pacht bekommt. Eventuell kannst ja auch was machen, für das die LPGNachfolger zu groß sind.
automatix
Inaktiv
 
Beiträge: 7421
Registriert: Di Aug 15, 2006 6:17
Wohnort: Oberbayern
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon 311_er » Fr Mai 22, 2009 20:49

was vieleicht auch eine überlegung wäre es brach zu legen bekommt man glaub ich ein paar euro vom staat ?? (muss man nur einmal im jahr mulchen ) da wäre nur ein mulcher erst mal möglich
Mehr als ein Hesse kann ein Mensch kaum noch werden :)
311_er
 
Beiträge: 1050
Registriert: Fr Apr 04, 2008 17:17
Wohnort: Auf der Erde wo denn sonst ???
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon frank1973 » Sa Mai 23, 2009 15:19

Dein Grundgedanke ist erstmal nicht schlecht die Paar Maschinen oder Geräte die du für 7 Hektar Ackerbau brauchst bekommst du für relativ kleines Geld.Ganz wichtig ist:Informiere dich genau über Kosten die du nur schwer oder augrund der Gesetzgebung gar nicht beeinflussen kannst BEVOR DU MIT DEM NEBENERWERB ANFÄNGST.Ich rede hier besonders von der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung(Rente-Kranken).Beiträge,mindestgrösse der bewirtschafteten Fläche,bedingungen damit du von der beitragspflicht befreit wirst sind jedoch je nach Bundesland unterschiedlich.Je nach dem wie deine Familiären verhältnisse (verheiratet,kinder,Frau geht vollbeschäftigung nach)sind kanns nämlich passieren dass du und oder deine Frau beitragspflichtig zur Landwirtschaftlichen Sozialversicherung werdet und dann ist es vorbei mit "Geld verdienen"im Nebenerwerb.Da dann wieder rauszukommen ist wesentlich schwerer als reinzukommen.Also unbedingt vorher Informieren.Sollten die bedingungen bei dir passen und fängst mit den Nebenerwerb an wünsche ich dir viel Glück und Erfolg als "Neulandwirt".
Es gibt 3 Dinge die im Leben zählen:Schnelle Trecker,schnelle Mahlzeiten und schnelle Frauen. https://www.youtube.com/watch?v=toyN81wZzLw
Benutzeravatar
frank1973
 
Beiträge: 2787
Registriert: Mi Dez 03, 2008 11:05
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Einstieg in den landw. Nebenerwerb

Beitragvon Herr auf eigener Scholle » Mo Mai 25, 2009 16:04

Vielen Dank erstmal für eure Antworten (hatte mir zwar mehr Meinungen erhofft, muß wohl am langen Text liegen).

In den nächsten 1-2 Jahren wirds wohl noch nix werden, aber ich bleib auf alle Fälle am Ball.

Einige Fragen hätte ich da aber noch:
1.: Was kann man den so ungefähr an Gewinn von den 7ha erwarten?
Ist ein Betrag zwischen 1000€ und 2000€ realistisch?

2.: Wie ist das eigentlich mit Bio-Landbau, würde das was bringen?
Geht das überhaupt, wenn rings rum konventionelle Lw.betrieben wird?
Dem Kühnen alein ist das Glück hold. (Clausewitz)
Herr auf eigener Scholle
 
Beiträge: 3
Registriert: Mo Mai 18, 2009 19:14
Wohnort: dresden
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Frankenbauer » Mo Mai 25, 2009 22:45

Nur ganz schnell und ohne Kenntnis von Details auf nem Schmierzettel kalkuliert hast Du im Fall der Weiterverpachtung wahrscheinlich mehr übrig!
Folgende Posten habe ich berücksichtigt:
Entgangene Pacht 350,-€
Berufsgenossenschaft 280,-€
Saatgut und Herbstdüngung 1300,-€
Spritzmittel Herbst 380,-€ ohne Ausbringung
Frühjahrsdüngung und Pflanzenschutz 1050,-€
Mähdrescher 1400,-€
macht 4760,-€ Kosten, ohne Deine Arbeit, ohne Abschreibungen auf Maschinen, ohne Diesel usw., bei den sandigen Böden über die sich Kollegen aus Deiner Gegend immer beschweren dürfte der Ernteertrag optimistisch geschätzt bei 4200,-€ liegen.
Das sind recht platt aus meinen Kosten abgeleitete Zahlen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Auf die oft zitierten Fördermittel hast Du erst nach Kauf von Zahlungansprüchen Zugriff und das ist im Moment ein Nullsummenspiel, Preis der ZA + Verzinsung des eingesetzten Kapitals sind im Moment teurer als der dahinterstehende Förderbetrag.


Gruß

Werner
Frankenbauer
 
Beiträge: 3228
Registriert: Mo Feb 12, 2007 23:16
Wohnort: Unterfranken
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Robiwahn » Mo Mai 25, 2009 23:22

Moin

Muss es unbedingt Landwirtschaft im klassischen Sinne sein, oder bist du da flexibel? Spontan würde mir z.B. die Verpachtung an eine Firma einfallen, die Schnellwuchsplantagen mit Pappel, Weide oder Robinie anlegen und dafür halt Pacht + eine wie auch immer geartete Gewinnbeteiligung geben.

Grüße, Robert
Robiwahn
 
Beiträge: 3526
Registriert: Fr Sep 07, 2007 18:07
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Herr auf eigener Scholle » Do Mai 28, 2009 14:34

Grüße,

vielen Dank Werner für deine grobe Kosten - Nutzenaufstellung. Ja, ich seh schon - genauestes informieren und kalkulieren ist das wichtigste bevor man sich in so ein "Abenteuer" stürzt.

Robert, dein Hinweis klingt auch sehr interessant. Hab das gleich mal gegoogelt und erstaunliches herausgefunden - speziell hier in Sachsen tut sich auf diesem Gebiet einiges.

Wie gesagt, ich bleib in der Sache auf jedenfall am Ball. Für weitere Tipps und Hinweise bin ich jederzeit offen!
Dem Kühnen alein ist das Glück hold. (Clausewitz)
Herr auf eigener Scholle
 
Beiträge: 3
Registriert: Mo Mai 18, 2009 19:14
Wohnort: dresden
Nach oben


Antwort erstellen
8 Beiträge • Seite 1 von 1

Zurück zu Aktuelles und Allgemeines

Wer ist online?

Mitglieder: Bing [Bot], Google Adsense [Bot]

  • Foren-Übersicht
  • Das Team • Impressum • Alle Cookies des Boards löschen • Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Forum Group • Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO Design created by stylerbb.net & kodeki