Hallo, also ein Bekannter von mir möchte sich auch einen Fiat kaufen und ist auf einen 100-90 DT mit 7400h & Baujahr 1987 gestoßen.
Könnt ihr mir mal was über diese Maschine sagen ?
http://www.landwirt.com/gebrauchte,959126,Fiat-100-90DT.html
Aktuelle Zeit: Fr Mai 01, 2026 20:06
Favorit hat geschrieben:Hi,
Fiat hatte Mitte der 80´s bis in die 2000er diese mittlere Serie von 90-110PS. Auffallen tut, daß Alle einen Saugermotor hatten, und zwar einen von < 1l Hubraum/Topf!
Das Getriebe 15/3 resp. 20/4 löst sich i.d.T. auf als 5/1 in einer ensprechenden Mehrbereichs-Gruppierung. Fehlen tut bei sowas dann halt immer eine Feinstufung. Außerdem wäre zu überprüfwen, in wieweit das Getriebe hier durchsynchonisiert ist, denn hierbei ist natürlich der Gruppenhebel oft im Spiel!
´88 wurde der Antrieb ausgedehnt auf "40"km/h, was bei 5 Gängen sciher besser klappt, als bei 4en. Trotzdem werden dadurch die Löcher innerhalb einer Gruppe natürlich nicht kleiner. Im Allg. geht man davon aus, daß eine 3er-Feinstufung viel Besserung bietet (z.B. Fendt Farmer als Synchronlösung oder bei Valtra 6000 als LS).
Gut an diesen einfachen Getrieben wie hier ist jedoch die Tatsache, daß sie mit rel. wenig Öl auskommen!
Bei dem Typ geht es leider mittelmäßig weiter: Zweifachkupplung!!
Im Antrieb sind weiterhin Hinten Klauen verbaut und vorne das Billigste was es gibt: No-Spin!
Die Hydraulik ist ein bewährtes Zahnradsystem mit einer mittleren Hubkraft, die wohl für eine 3m-mechanische Drillkombi und 4-Scharpflug ausreicht.
Die nasse Scheibenbremse des Fiat 90-100 hat ihn gerade so durch die Bremsprüfung gebracht - 3,5m/sek² sind das gesetzliche Mindestmaß!
Die Reifung 18.4-34 oder 16.9-38 ist ebenfalls ausgesprochen mediär. Das kommt ihm aber in der Bauhöhe zugute.
Günstig auch das Leergewicht mit ca. 4,125to. Allerdings ist der Schlepper auch nur für 6.5to zugelassen.
Im kopnedat ist die Rede von einem 130l-Tank - das scheint mir eine marktspez. Sondereinrichtung zu sein/skandinavische Forstwirtschaft mit ein paar Kilometern zur nächsten Tanke; der reguläre Tank für Zentraleuropa hatte 100l, was wohl gut zu der langen aube passt ohne zu drick aufzutragen bei den limitierten Maßen hier.
http://www.dlg-test.de/pbdocs/traktoren ... 0090dt.pdf
->Als 6Zyl. ist er verdammt klein, bzw. als alte Mittelklasse ist der 6Zyl.-Motor etwas zu bullig für die Klasse, die mit einem 4Zyl.-Turbo sicher besser ausgesehen hätte. Dennoch hat es in den 80s bei allen Herstellern einzelne Modelle im 100PS-Kennfeld mit 6Zyl.-Saugertechnik gegeben, z.B. Fendt Farmer 311LSA oder JD 3350.
Der Fiat hat eine spitze Leistungskurve mit nur wenig Drehmomentanstieg.
Vorteile Sauger:
-preiswerte Umsetzung durch weniger Druck und thermische Belastung sowie eben auch Fehlen turboladerteschnischer Zusatzausrüstung.
-gute Haltbarkeit.
-sicherer Lauf auf Industrieniveau.
-kompakte Baumaße möglich/schlanke und niedrige Haube.
Nachteile Sauger:
-schnauft schwer - raucht dafür wie eine Dampflock.
-hat also auch einen höheren spez. Treibstoffumsatz.
-muß oft sehr hoch drehen, um Mucke zu machen - so wie hier bei diesem Fiat!
-magere Beschleunigungswerte, Saugertraktoren gelten regelmäßig als träge Faultiere, die von Fahrrädern überholt werden...
=> Für mich wäre der Motor hier das KO-Argument. Und auch daß eine SparZW fehlt hier in dieser Mittelklasse mit 100Pferden, die vielzuviel für kleine Arbeitgeräte sind, die man ev. nebenher noch stehen hat. Außerdem war für diese Serie keine integrierte FH lieferbar und RüFa erübrigt sich klassemäßig.
Das Exemplar aus der Anzeige scheint eine Einwandlung beim Händler zu sein. Sieht gepflegt aus, vermutlich(??) nur 1 Vorbesitzer. Trotzdem wurde er überpinselt und mit neuen Billigreifen ausgestattet, die hier abgespritzt und ev. mit einem Pflegemittel eingerieben wurden.
Meine persönliche Einschätzung: Der Verkäufer wird nicht so leicht von dem aufgerufenen Preis abrücken - das hier läuft wahrscheinlich als Schätzchenveräußerung und hartes Verhandeln führt wohl um Scheitern mit "Du verstehst doch sowiso nix von der Super-Marke, hau bloß ab Du!"...*
*Fiat ist eines, wenn nicht das Vorzeigeunternehmen der italienischen Industrieproduktion. Der Chef zu der Zeit war ein schillernder Salonkommunist, der nach einem umfangreichen Deal mit der UdSSR gezwungen war, über länger große Mengen schnell rostender Stähle zu verbauen (und das war kein Problem im staubtrockenen Südeuropa).
Einen MWM Motor lässt sich auch nicht so schwer wie diesen hier in die Knie zwingen. Von wegen Fiat und billig gebaut. Fendt muss sowas erst mitmachen.frankenpower hat geschrieben:@ ktmjunkie:
Du hast schon gemerkt, dass die Antwort von favorit schon etwas "älter " ist??
Gruß
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