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Fragen zu heidelbeeren

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Fragen zu heidelbeeren

Beitragvon Holderfan99 » So Jun 15, 2014 20:57

moin moin ich habe ein paar Fragen zur heidelbeerkultur.

und zwar möchte ich eine kleine kultur (50-70)pflanzen anlegen. als Sorten dachte ich an Bluecrop und Duke. nun zu meiner frage: ich habe gelesen entwdeder80 cm breite dämme aus nadelholz häcksel anschütten und dann bepflanzen oder 1 meter breite gräben ausheben und mit dem gleichen befüllen. was meint ihr?

ist 1,47 meter in der reihe ok oder zu wenig?
Wie siehts denn aus mit Düngen?
Wann ist der richtige pflanzzeitpunkt?
kann man im winter in der ruheperiode auch mit roundup um die pflanzen spritzen?

MFG Eddi
Holderfan99
 
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Re: Fragen zu heidelbeeren

Beitragvon Birlbauer » So Jun 15, 2014 21:10

Hallo,

1) Heidelbeeren mögen es feucht - je trockener der Standort, desto tiefer würde ich die Nadelholzspäne bzw. Sägemehl vergraben.
2) Je nach Sorte etwas Torf beigeben, da Heidelbeeren mit Pilzen in Symbiose leben und einige der Pilze Torf brauchen - ist aber sortenabhängig. Bei Stückzahl hau einfach ein paar Säcke Torf mit rein und denke nicht weiter drüber nach.
3) Düngen ist so eine Sache. Die Heidelbeere ernährte sich überwiegend durch die Symbiose mit Pilzen an der Wurzel. Kreislauf ist wie folgt: Im Winter bauen Pilze das Holz ab, wenn es wärmer wird, treten vermehrt Bakterien auf, die sich von den holzabbauenden Pilzen ernähren. Die Pilze um die Wurzel scheiden Gifte aus, die die Bakterien umbringen und verdauen dann deren Eiweiß und stellen es im Rahmen der Symbiose den Heidelbeeren zur Verfügung. Einfach einen Sack Stickstoff im Sommer bringt die Kultur um. Etwas Stickstoff im Herbst zur Förderung des Holzabbaus ist aber i.O.
4) Alle zwei bis drei Jahre Sägemehl (Nadelholz!) nachkippen - Seitentriebe bewurzeln und vergrößern so den durchwurzelten Raum.
5) auf möglichst kalkarmes Gießwasser achten - ph-Wert sollte im Boden um die 4,5 bis 5 sein - aus dem Gedächtnis.
6) Sägespäne kommen automatisch auf so einen PH-Wert beim Verrotten.
7) Solltes Du vergammeltes Altholz (wieder bevorzugt Nadel) aus dem Wald bekommen - hervorragend - lass dich aber ggfs. nicht von der unteren Naturschutzbehörde erwischen ;-) Halb zersetzter Holzstapel von der Oma passt auch.

Habe irgendwo einen Artikelt dazu auf dem Rechner. Bei Interesse PN mit Email.

Grüße,

Manfred
Birlbauer
 
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Re: Fragen zu heidelbeeren

Beitragvon Borlaug » So Jul 20, 2014 10:29

Ich wollte zu den Pilzen noch etwas loswerden:
Das sind sogenannte Mykorrhizapilze. Da gibt es verschiedene Kategorien, welche nur mit bestimmten Bäumen und Pflanzen kompatibel sind.

Bei manchen Pflanzen glaubt man, dass diese nur durch ihre Mykorrhizasymbiose überleben können. Das nimmt man auch bei den Heidelbeeren an, weil sie einen pH Wert bevorzugen, wo andere Pflanzen längst eingehen würden.

Die Heidelbeere gehört zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae). Die haben ihre ganz eigenen Mykorrhizapilze, nämlich die Ericoiden-Mykorrhiza.

Ich bin davon überzeugt, dass man bei Anlagen("Problemfällen"???) wie bei dir, den Erfolg durch das gezielte Einbringen der passenden Mykorrhizasporen oder -hyphen steigern kann. Also Entweder bei einem Spezialisten (die sind selten) ein passendes Produkt zum Impfen der Erde kaufen, oder im Wald selber einen Eimer voll Erde ausbuddeln (am Besten in der Nähe von Heidelbeeren) und in die Nähe deiner Wurzeln auslegen.

Das ist übrigens eine Alte Weisheit vieler Baumschulen. In früherer Zeit sind viele Jungbäume auf unerklärliche Art und Weise eingegangen. Eine Hand voll guter Walderde (am Besten solch eine, die auch weiße Hyphenfäden hat) hat das Problem dann immer gelöst.
Borlaug
 
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