Habe keine persönlichen Erfahrungen mit Geringhoff, muss aber sagen bis auf das hohe Gewicht hab ich von denen noch nicht wirklich etwas schlechtes gelesen und gehört.
Fährt hier ein Lohner seit Jahrzehnten. Die Drescher die mit der Mühle und Überladewagen los fahren haben alle eins. Weniger geworden im Bestand von 9 Dreschern sind sie nur weil die Arbeitsbreite begrenzt und der Preis nicht ohne ist. Wenn es daran nicht hapern würde, wäre wohl immer noch jeder Drescher mit Geringhoff Theke unterwegs.
Ich habe mal eins gefahren. Funktional z.B. Roggen Lagergetreide machen die Teils Probleme. Der kleinere Haspeldurchmesser wirkt sich da negativ aus. An allen klappbaren Schneidwerken ist halt mehr Klapperatismus dran und somit anfälliger. Dann noch die höheren Anschaffungskosten. Daher hat unser Lohner die nach wenigen Einsatzjahren wieder abgeschafft und ist in höhere Arbeitsbreite gegangen.
Diese Schneidwerke haben sich aufgehört, da sie nicht mit der Arbeitsbreite von den "normalen" Schneidwerken mitwachsen konnten, da der begrenzende Faktor das Maß von 3,5m (vom Fahrersitz aus bis Vorderkante Anbaugerät oder Fahrzeug) ist.
Bei uns hat ein LU mit mehreren Dreschern eins, und der nimmt es für die Betriebe mit kleinen, weit verstreuten Flächen her, damit er nicht so oft An- und Abbauen muß. Den kenne ich sehr gut und der meinte im letzten Jahr mal, daß die nicht anfälliger sind als andere.
Arbeitsbreite ist begrenzt, damit sind die Dinger nur für kleinere Drescher akzeptabel. Der Anbau/Abbau normaler SW geht dank Multikuppler und Zapfwelle auch recht flott.
Schneidwerkswagen per Schlepper umsetzen spart auch viel Zeit. Kleine Flächenstrukturen werden immer weniger in meiner Gegend. Die Standard-Flächen werden vom Nachbarn „arrondiert“, Kleinstflächen werden stillgelegt.
Kann man am KlappSW mittlerweile auch den Tisch in der Länge verstellen (Vario-SW)?
Lohner mit mehreren Maschinen wird vermutlich einen älteren 200 PS 5 Schüttler mit einer Klapptheke zu den Kleinstrukturen schicken.
Anfälliger, als Standard sind die aber auch nicht wirklich, schätze ich…. … solange man nix kaputt fährt.
Ich persönlich stehe mehr auf Arbeitsbreite und Leistung, wenns mal trocken ist. Kleine Flächen sind so oder so zeitraubend. Da fährt man morgens als erstes hin, schnippelt mit >17% ab und liegt bei 13% in den großen Flächen.
langer711 hat geschrieben:Schneidwerkswagen per Schlepper umsetzen spart auch viel Zeit.
In der Summe eher nicht, wenn der 2. Fahrer berücksichtigt wird. Anhängen geht sehr problemlos mit Kamera und Automatik-Zugmaul am Mähdrescher. Dann läuft der SWW besser hinterher als am Schlepper, wegen der Hecklenkung. SWW hinter dem Schlepper ist auch nichts für ungeübte Fahrer.
Ich rede vom Umsetzen bei kurzen aber engen Wegen. Der Schlepper kann schon vorm SW Wagen stehen, während der letzte Korntank abläuft. SW abbauen, beide fahren 500m, SW anbauen.
Bei sowas geht’s per Schlepper schneller, vor allem wenn wenig Platz zum SW Anbau ist. Mit Schlepper reicht ne Kreuzung.
MD fährt die erste Bahn, Wagen wird auf die Stoppel gestellt, dann holt der Scjhlepper den Kipper. Passt doch
Wir haben seit 2010 ein Geringhoff Harveststar Vario 660 an einem 6 Schüttler Mähdrescher der oberen Mittelklasse im Einsatz. Die Flexibilität in kleinen Strukturen ist deutlich im Vorteil gegenüber starren Schneidwerken mit SWW, besonders am Saisonstart. Die Arbeitsqualität steht einem starren Schneidwerk in nichts nach. Besonders die Variotechnik und die integrierten Rapsscheren funktionieren bei unserem Modell hervorragend. Es gibt drei Hauptnachteile. Zum einen ist das Mehrgewicht wirklich gravierend, außerdem ist der Schneidwerksboden durch die integrierte Klapp- und Variotechnik etwas dicker, damit ist bei besonders kurzen Sommergerstenbeständen oder auch sehr steifen Druschgütern der Gutfluss etwas im Nachteil. Zum anderen gibt es bei der Sojaernte, bei der das Schneidwerk permanent auf Schnitthöhe null und darunter gefahren werden muss, Probleme mit verspannten Verriegelungen an der Klappung, weil der Schubwiderstand im Erntebetrieb einfach über die Klapptechnik auf das Mittelteil übertragen werden muss. Für diese Einsätze überlegen wir, in Zukunft auf ein starres Schneidwerk mit Flexbalken zu setzen. Zum Grainstar kann ich nicht viel sagen, sollte aber ebenso einsetzbar sein, Vario gibt es halt nicht.