Nach dem ich nun einen guten Morgen Land gepachtet habe und dort eine 15 Jahre alte Wiese sehr mühseelig (Fräsen, Grubbern, Pflügen, Scheibeneggen) in Richtung Ackerland verwandelt habe, soll es mit Gründüngung, die auch in den Folgejahren zur Fruchtfolge gehören soll weitergehen. Es handelt sich um schweren sauren Moorboden. Vor nächster Woche komme ich auch nicht zum Sähen. Aus diesen Gründen habe ich mich für Gelbsenf entschieden, der hoffentlich auch brav im Winter abfriert (für saure schwere Böden und so späte Saat war die Auswahl nicht so groß...). Der Boden ist wie gesagt gepflügt und mit "Kurzscheibenegge" und alter "gewöhnlicher" Egge gekrümelt. Eine Drillmaschine besitzte ich leider nicht, ich denke aber einen Morgen kann man schon mal mit dem Sähkasten machen. Es stehen folgende Geräte zur Verfügung: Pflug, Kurzscheibenegge, Egge, Grubber mit kleinen Gänsescharen, Cambridgewalze, Häufelpflug. Nun stellen sich mir folgende Fragen:
1. Wenn ich den Senf von Hand gesäht habe, soll ich dann nur mit der Cambridgewalze andrücken oder davor noch mal eineggen oder vielleicht einfach mit Balken o. ä. abschleppen? Wenn ich die Walze nach dem Sähen nicht verwenden soll, soll ich dann davor damit "rückverfestigen"?
2. Der Gelbsenf soll laut Literatur schnell wachsen und mann soll darauf achten, das er sich nicht selbst aussäht. Das heißt wenn es noch lange warm ist, wird man was tun müssen (ich denke an mal mit der Scheibe drüber). Wann tut man das, beider ersten Blüten?
3. Nach dem ich nun mühevoll das Grünland los bin, hoffe ich das der Senf nicht so eine Art Grasnarbe hinterlässt wie eine Wiese. Er soll ja auch im Winter abfrieren. Wie arbeitet man denn die Rückstände am besten ein. wird nochmal gepflügt oder nur gegrubbert? (es sollen Zwiebeln und Kartoffeln folgen)
4. Nach Gelbsenf soll man auf Grund der selben Kranheitserregerempfindlichkeit keinen Kohl anbauen. Wie ist es denn im nächsten Jahr, sollte ich dann auch keinen Gelbsenf mehr anbauen (auf Grund der Verwandschaft, würde ja mit Ölrettich das geliche Problem bestehen)? Wie ist es wenn ich vorm Winter Gelbsenf, dann Frühkartoffeln und dann Grünkohl anbauen möchte. Kann man das machen da ja die Kartoffeln dazwischen sind?
5. Ich konnte nicht wirklich herausfinden wieviel Stickstoff der Senf denn nun durchschnittlich pro Hektar liefert. Hat jemand einen Anhaltswert?
Ich möchte mir einen kleinen Düngerstreuer mit "sich drehender durch Fliehkraft schleudernder Scheibe" zulegen um damit Dünger zu streuen. Könnte man mit sowas auch Senf oder Ölrettich sähen?
PS: Ihr seid zumindest mit Schuld, dass ich mich jetzt mit sowas rumärgere


