Aktuelle Zeit: Mi Jan 21, 2026 22:36
IHC433 hat geschrieben:Hi stiger,
wir haben jetzt seit Dezember einen Hakenlift von Begemann mit 20t.
Daher werfe ich direkt Begemann und Wernsmann als kleinen Geheimtipp mit in den Ring.
Nach viel Beratung, Erfahrung und Co haben wir uns für K80 mit 2t Stützlast, LKW Achsen "nur" 9to mit Luftfederung entschieden, dazu flache 560/45R22.5 Bereifung.
ALB Bremskraftregler der über den Balgdruck gesteuert wird.
Luftfederung ist vom Fahrkomfort super, beim aufnehmen/absetzen oder abkippen senkt sich die Luftfederung ab und der Rahmen setzt sich auf die Achse, ist also super stabil.
Eigentlich haben uns alle vom nur schwenkbaren Haken abgeraten und alle tendieren zum Teleskop.
Ist halt auch die gängige Anwendung im Güterverkehr, manche haben trotzdem noch einen artikulierbaren Haken, so kann man noch flacher aufziehen, interessant in Hallen oder häufiger Maschinentransport.
Ob hydraulische oder mechanische Verriegelung ist äbhängig vom Fahrer und etwas von den Containern.
Fährst du eigentlich nur eigene und hast wechselnde Fahrer, würde ich die mechanische Verriegelung nehmen.
Total einfach, ziemlich Idiotensicher, Container können aber leicht links rechts rutschen, C Verriegelung muss vorhanden sein und Containerlänge muss passen.
Hydraulisch ist halt eine deutlich festere Verbindung, auch unbekannte Container können meist gefahren werden, bedarf etwas offene Augen bei der Arbeit.
Bei wechselnden Treckern, oder schwächere Hydraulikpumpen würde ich eine Zapfwellenpumpe vorziehen.
Unser kleiner braucht schon 25l Ölentnahme vom Trecker, und die Hakengeräte brauchen auch meist mehr Öldruck, als der Trecker hergibt, sonst bleibt der Container auch mal unten liegen und es kippt nix ab.
Für einmal ausfahren pumpst du schnell mal 90l Öl hin und her.
Wir haben auf Zapfwelle mit Funk gesetzt, ist tip top.
Ein anderer wichtiger Punkt ist das Zugpferd vor dem Anhänger.
Es gibt 2 Momente wo das Treckerheck den Bodenkontakt verlieren kann, das ist nicht zu unterschätzen.
Da ist dann ein Topzugzylinder eine sinnvolle Ergänzung, aber auch da muss mit Köpfchen gefahren werden.
Also wenn du nen 33 Kubik Container mit Mist aufsattelst, passiert eigentlich nix, ziehste aber 15t Erde auf, dann wirst du es merken.
Alles in allem eine feine Sache, je nach Ausstattung muss aber mitgedacht werden.
Das hohe Eigengewicht sollte auch nicht unterschätzt werden, wir haben mit einem 19 Kubik Container ca. 7t Anhänger Leergewicht.
24t Anhänger wiegen auch schon gerne 6 bis 6,5t leer plus grob 2 bis 3,5t je Containergröße.
edit: Noch eine Ergänzung zu den Achsen, da wir auf möglichst leicht mit niedriger Aufzugshöhe gesetzt haben.
Normalerweise verbauen die Hersteller 12 oder gar 14t Achsen unter diese Anhänger, die Aufzugskräfte sind enorm.
Bei uns hatten die 9t Achsen beim Hersteller gerad rum gelegen und sind natürlich auch ne Ecke leichter als die 14tonner.
Allerdings haben wir schon die größeren Luftbalge drunter.
Die niedrige Aufzugshöhe ist bei den kurzen Containern schöner und entlastet das Heck vom Trecker weniger.
Daher haben wir auch nur die 45er Reifenflanke genommen.
Normalerweise sind da sonst 560/60R22.5 oder größer drauf.
Achja und wir haben uns gegen eine Lenkachse entschieden, da wieder zu viel Gewicht und der Anhängeprozess schnell gehen soll, keine Lust da immer die Zwangslenkung aufzustecken, Nachlauflenkung war auch keine Option und elektrisch einfach zu teuer.
Aber da kommst du bei 22 oder 24t aber auch nicht mehr umher, da ist bei 20/21t einfach Schluss.
So kommen wir mit 9t Achslast und dem geringeren Abstand zwischen den Achsen noch zurecht, das fährt sich auch noch gut. Bei 1,81m Achsabstand geht es nicht mehr anders, dafür bekommst du dann halt 10t Achslast.
Das nobelste, aber auch teuerste Fahrwerk ist das hydraulische, dies kann sogar die Neigung an Hanglagen ausgleichen.
Gruß
Ihc433
agrarflächendesigner hat geschrieben:Ich interessiere mich auch für einen Hackenlift, finde das Konzept gut wenn man wechselnde Güter fahren möchte.
Ich hatte gestern eine Diskussion mit einem Bekannten, der meinte dass die Hersteller teilweise große Unterschiede im Leergewicht von 1-1,5t bei identischer Ausstattung haben.
Hat sich das mal jemand angeschaut?
Gruß
Sepp
Schwobapower hat geschrieben:Ich habe mich vor ca. 1,5 Jahren auch mal für Hakenliftanhänger interessiert. Grundsätzlich finde ich dieses System für mich mega interessant, aber trotzdem bin ich noch nicht schlüssig ob es zu der zukünftigen Ausrichtung des Betriebs passt, aber das ist ein anderes Thema.
Grundsätzlich gibt es schon einige Hersteller die Hakenliftanhänger bauen. Preislich gibts im Prinzip drei Optionen:
1: Neue Haken Anlage NFZ, meist mit Bordhydraulik
2: Gebrauchte/Überholte Anlage NFZ
3: Osteuropäische Anlagen Eigenproduktionen.
Eins und zwei ist grundsätzlich sehr erprobt da im NFZ Bereich sehr viele Stückzahlen laufen.
Drei ist meines Erachtens einfach immer viel zu schwer was das Verhältnis von Nutzlast zu Eigengewicht angeht.
Ausstattung wie lenkachse aber auch Bordhydraulik kostet richtig Geld aber vorallem Nutzlast. Und dies bei einem Systembedingt schon eher Schwereren Anhänger ist definitiv nicht optimal.
Wie schon geschrieben macht die Bereifung auch viel aus. Muss der Anhänger wirklich in den Acker oder bleibt er auf befestigten Wegen oder wenigstens auf Graswegen?
Ich werfe noch RSM bzw. Ehemals Löbbing in den Ring.
Was mir hier sehr gefällt ist die Einfachheit des ganzen Anhängers. Einfach mal die Homepage anschauen. Auch ein sauberes System finde ich die Liftachse die angeboten wird: Preislich interessant, Gewicht wie eine normale Starrachse und dennoch sehr wendig beim Rangieren, vorallem auch rückwärts wo z.b. eine Nachlauflenkachse gesperrt werden muss und daher den Vorteil der Wendigkeit nicht ausspielen kann.
Das haben meine Recherchen zum Thema ergeben. Eigene Erfahrungen habe ich (noch) keine.
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