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Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Hier ist Platz für alles was mit Futterbau und Grünland zu tun hat.
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Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon arnolde » Mi Mär 25, 2020 10:03

Hallo,

Wir machen Pferdeheu auf reinen Schnittwiesen, ohne Beweidung und ohne Wirtschaftsdünger.
Nachdem wir die letzten Jahre alles immer "pi mal Daumen" gemacht haben, möchte ich jetzt mal versuchen, alles perfekt zu machen ;-) und sehen wie sich das im Ertrag niederschlägt. Bisher haben wir immer nur im März gedüngt, einen Schnitt im Juni gemacht (je nach Wetter), und manchmal nochmal im August, falls genug stand. ich möchte in Zukunft immer mindestens 2 Schnitte machen, vielleicht sogar 3 wenn möglich. Hab inzwischen auch verstanden daß allein wegen dem Saubermähen im Herbst es sich lohnt nochmal zu mähen, damit im Frühjahr kein Altbestand mehr steht, auch wenn der Ertrag nicht die Welt ist. Diese Woche wurde saubergemäht und abgeräumt, und der Lohner kommt zum Striegeln+Nachsäen, der Bestand ist teilweise sehr lückenhaft.

Hab also Bodenproben machen lassen, die Düngeempfehlung lautet im Schnitt (mit etwas Abweichung unter den Schlägen) etwa: N/P/K/Mg 110,30,140,10 kg/ha
In diversen Internet-Tabellen lese ich auch so etwa 100kg/ha N-Düngebedarf. Aber ich finde fast nur "Mähweide" oder "Weide" Angaben mit Weidenachnutzung. Die haben wir aber nicht. Ich meine inzwischen verstanden zu haben daß bei einer 2-Schnitt-Nutzung (was in etwa unserer Nutzung entspricht) im Frühjahr (also jetzt Ende März) etwa 100kg N gebraucht wird und nach dem ersten Schnitt (etwa in Juni) nochmal 70kg N.

Meine Fragen:

a) Gilt das dann auch für die anderen Elemente (P,K,Mg)? Muß ich also 2-3 Monate vor jedem Schnitt jeweils 110/30/140+10Mg düngen? Oder nach dem ersten Schnitt nur N (z.B. 250kg KAS 27N) nachdüngen?
b) Was ist mit Schwefelbedarf, dafür finde ich keine Empfehlung?
c) Der passendste Dünger den ich dafür finden kann ist 14/10/20+10SO3 - da bräuchte ich 700kg/ha um auf 98/70/140 + 70S zu kommen, kostet rund 300€. Ist das wirklich richtig so oder rechne ich das falsch? Und schaden die Übermengen an P und S oder ist das OK? Und Mg hab ich dann immer noch keins...

Bevor ich falsch dünge würde ich micht echt freuen wenn das jemand so bestätigen könnte :-)

viele Grüße,
E.Arnold
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon allgaier81 » Mi Mär 25, 2020 10:16

Moin,

das mit einer Düngerart hinzukriegen ist ja schon sehr schwierig.
Du kannst ja auch KAS und Kornkali streuen 40/6/12,5 K2O/MgO/SO3. Fehlt aber noch P

Am besten gehst du zum Landhandel in deiner Nähe und fragst was die da haben.
Alles andere ist ja Theorie und günstiger wird es wenn du den Dünger nimmst den die auch im Lager haben.
Gruß, allgaier
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon Zement » Mi Mär 25, 2020 12:59

Moin
Du kannst ein NPK Dünger nehmen auch Volldünger genannt , da gibt es verschiedene , ich nehme gern den NPK 18/6/18 + Mgo 3? damit kommt man gut hin .
Einfach mal beim Landhandel nachfragen , ob die so was haben .
Olli der Astroturfing
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon Hosenträger » Mi Mär 25, 2020 13:45

Wie hoch ist der pH-Wert? Das ist der Anfang! Ist er zu nieder, kleiner6, dann ist Magesiumkalk der Dünger der 1. Wahl. Ist er zu hoch, größer 6,5 ist Schwefelsaures Ammoniak der Dünger! Ist der pH-Wert in Ordnung gebracht, kann man die noch fehlenden Nährstoffe geben. 1. Schnitt 2/3 2. Schnitt 1/3 der Düngegabe ist OK. Erwarte aber nicht Wunder im 1. Jahr. Du wirst schon Ertragssteigerungen sehen, aber der Boden wird so einiges einlagern, und steht so noch nicht den Pflanzen zur Verfügung. Mit den Jahren wird das immer besser. Bei der Nachsaat auch auf Qualität und Standort passende Arten und Sorten achten! Viel Erfolg! :prost:
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon xaver1 » Mi Mär 25, 2020 14:34

Meiner Meinung nach, sollten zuerst die Bodenversorgung/Versorgungsstufe in zumindest B oder C sein, dann nach Entzug der zu erwartenden Ernte düngen.
Welcher Vorrat ist bei N, P ,K, ... im Boden?

mfg
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon Pegasus_o » Mi Mär 25, 2020 14:37

Bei den Mengenminerailien P, K, Ca und Mg ist es nicht notwendig, daß jede Düngung exakt dem Bedarf entspricht, vielmehr ist das Ziel, langfristig in die Gehaltsklasse C zu kommen. Über 3-4 Jahre sollte die Düngung in etwa der Empfehlung entsprechen.

Nach Deiner Düngeempfehlung ist im wesentlichen Kali im Mangel (Ca wäre noch gut zu wissen), in so fern könnte man Magnesia Kainit plus KAS nehmen, das ist einfach zu beschaffen und angemessen. P kann man auch ein andermal düngen. Wie hoch der S Bedarf von Grünland ist, ist noch umstritten.

Beim N muß man für Pferde etwas zurückhaltender sein, denn es ist Heu mit Rohfaser erwünscht. Bei hoher N-Düngung kann es mir passieren, daß das Gras ins Lager geht, wenn man erst Mitte Juni mähen will. Ich setzte jedes Jahr 60 kg N für den ersten Schnitt ein, mehr nicht.

Gruß
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon Zement » Mi Mär 25, 2020 15:03

arnolde hat geschrieben:Hab also Bodenproben machen lassen, die Düngeempfehlung lautet im Schnitt (mit etwas Abweichung unter den Schlägen) etwa: N/P/K/Mg 110,30,140,10 kg/ha

deswegen den NPK Dünger
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon John Deere 6320Premium » Mi Mär 25, 2020 18:25

Warum eigentlich nicht organisch düngen?

Gärrest oder Bullengülle drauf damit die Ansaat in Schwung kommt, bei dem K Bedarf sicher nicht das verkehrteste, nachhaltiger ist es auch noch.
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon Bremerland » Do Mär 26, 2020 20:08

Der erste Schnitt ist für Pferde immer das Beste, wenn der zweite Schnitt qualitativ gut ist stellt sich dann noch die Frage wie die Ballen gelagert werden. Draussen wuerde ich von unserem Heu nur noch Folienballen machen lassen.
Düngung: Wie sehen die Wiesen aus? Gibt es Zeigerpflanzen? Die erkennen die Bodenchemie besser als die Chemiker. Und was hier schon anklang: Warum keine organische Düngung? Das fördert den Humusaufbau.

Wir haben unseren Pferdemist immer weggegeben und dafür auch noch bezahlt, inzwischen bringe ich mit eigenem Anhänger auf ein Maisfeld unseres Lohners und erhalte im Tausch Guelle oder Gaersubstrat. Und auf Teilflaechen bringen wir mit einem kleinen Miststreuer auch Eigenmist aus, das Zeug verschwindet sehr schnell in der Grasnarbe. Erfahrung aus diesem Frühjahr: Ich werde vorzugsweise den Mist ablagern lassen und erst gut verrottet ausbringen, aus Platzgründen haben wir auch recht frischen Mist auf zwei kleinen Flächen ausgebracht, das hat mir nicht so gefallen, nach dem Schleppen sieht es allerdings schon besser aus, jetzt noch ein paar bessere Gradtagszahlen und der Aufwuchs wird wohl ordentlich.
Auf einer 5ha Pachtflaeche habe ich die letzten Jahre immer mit NPK gruendlich geduengt, trotzdem war der Aufwuchs im letzten Jahr nicht berauschend, es waren im Verhältnis zu anderen Flächen erheblich weniger Ballen, besonders der zweite Schnitt war sehr wenig.Im Herbst haben wir gekalkt mit Magnesiumkalk und es wurde Rinderguelle mit moderner Schleppschuhtechnik aufgebracht. Und inzwischen sieht die Wiese schon merklich besser aus, eine magere Stelle hat noch ein paar Stellen mit Sauerampfer, hier werde ich wohl Branntkalk in die Pflanzenherzen geben.
Also viel Erfolg.
Schöne Grüße
Michael
Wir können nicht einfach von unseren Naturschutzregeln abweichen, nur weil das ein paar hunderttausend Menschen vor dem Hungertod bewahren könnte.
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon arnolde » Fr Mär 27, 2020 14:07

Hallo allerseits,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Da wir niemanden mit Viehhaltung im Ort haben und selbst nur Pferde, kommt Gülle nicht wirklich in Betracht. Pferdemist direkt auf die Wiese streuen wäre eine Möglichkeit, haben wir vereinzelt auch schon gemacht, aber unsere Wiesen sind leider räumlich recht verteilt und wenn ich den Haufen leermache muß ich 10-12 mal mit dem Streuer fahren, das ist ein ziemlicher Zusatzaufwand verglichen mit 8-10 Kipperladungen 100m weiter abkippen und dort kompostieren. Nach 2 Jahren wieder aufladen und dann als Kompost streuen.

Eine meiner wesentlichen Fragen ist noch offen: Entspricht die zweite Düngung in der Zusammensetzung auch der ersten (nur etwas weniger Masse)? Oder reicht da nur KAS? Und stimmt meine Bilanzrechung einigermaßen? 700kg Material erscheint mir halt recht hoch...

viele Grüße,
E.Arnold
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon allgaier81 » Fr Mär 27, 2020 15:15

Hallo, die 700kg/ha sind korrekt. 98/14=7
Musst aber vorher gucken was dein Streuer hergibt. Sonst zweimal rüber fahren und eben auf 350kg/ha einstellen.
Gruß, allgaier
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon xaver1 » Fr Mär 27, 2020 16:42

arnolde hat geschrieben:Oder reicht da nur KAS?

hallo, so erreicht man genau so eine "Mangelsituation" incl. Humusabbau. :D

Ich würde über mehrere Jahre schön langsam den Boden in einen optimal versorgten Bereich bringen, N/P/K Düngung nach Entzug des Erntegutes, der wird irgendwo bei ca. 70kg P, 200kg K, 25kg Mg, 85kg Ca, 15 kg Na, ...je nach Tabelle, Ertrag, Niederschlag, ... liegen.

Also, KAS kurzfristig kommt Ertrag, über längere Sicht erzeugt man Mangel im Boden. :mrgreen:

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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon arnolde » Fr Mär 27, 2020 17:11

xaver1 hat geschrieben:N/P/K Düngung nach Entzug des Erntegutes, der wird irgendwo bei ca. 70kg P, 200kg K, 25kg Mg, 85kg Ca, 15 kg Na, ...je nach Tabelle, Ertrag, Niederschlag, ... liegen.


Pro Schnitt oder pro Jahr mit 2 Schnitten? (Oder 3 wenns richtig gut läuft, hatte ich aber noch nie)
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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon xaver1 » Fr Mär 27, 2020 18:54

arnolde hat geschrieben:
xaver1 hat geschrieben:N/P/K Düngung nach Entzug des Erntegutes, der wird irgendwo bei ca. 70kg P, 200kg K, 25kg Mg, 85kg Ca, 15 kg Na, ...je nach Tabelle, Ertrag, Niederschlag, ... liegen.


Pro Schnitt oder pro Jahr mit 2 Schnitten? (Oder 3 wenns richtig gut läuft, hatte ich aber noch nie)


Pro Jahr mit 2 bis 3 Schnitten, beim N heißt es, "Gib wenig und komm oft".
Ich würde den von Zement empfohlenen 18/6/18 nehmen, ein Teil erst nach dem 1. Schnitt.

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Re: Heuwiese - optimale Mineraldüngung?

Beitragvon jojorose » So Mai 10, 2020 22:37

Moin
Mitlerweile solltest Du mit der ersten Düngung ja durch sein. Ich frag im zweifel immer den Düngeberater vom Landhandel.
Gruß

Jojo

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