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Hilfe, Weidepflege

Testweise auch Forum für die Pferdhalter
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Hilfe, Weidepflege

Beitragvon WuschElke » Sa Aug 11, 2012 6:38

Moin Moin,

da ich hier neu bin erstmal die Kurzvorstellung: Ich reite in einem kleinen Stall mit 6 Pferden, und hab dummerweise hier gerufen, als es darum ging, jemanden für die Weidepflege zu finden. Obwohl ich seit meiner Kindheit einen Nutzgarten mitbewirtschafte, tue mir aber doch mit der neuen Aufgabe schwer, vor allem, da ich festgestellt habe, dass ich nicht glauben muss ich frag einfach ein paar beferundete Pferdehalter aus der Nachbarschaft zu dem Thema und bin gut beraten. Es wollen fast alle nix tun, nix investieren (Gras wächst von selbst, sieht man ja am Wegrand), und haben tolle Tips (Die Klassiger: Wir kaufen keine Nachsaat sondern verstreuen den Staub aus dem Heulager, wir düngen mit dem eigenen Mist, und die Trittschäden werden doch durch Grasselbstaussaat wiederbesiedelt). Ach ja und anscheinend ist einfach jedes Jahr ein schlechtes Jahr. Also die anderen Pferdehalter sind als Ratgeber abgehakt :-) ich hoffe, dass ich hier gleichgesinnte Pferdehalter finde, die was von Koppeln verstehen.

Wir haben derzeit ca 3 ha Weideland zur Verfügung, wovon 2 ha vor 6 Jahren angelegte Weide ist, die alle 5 Jahre als Stillegungsfläche liegen gelassen wird, und der restliche gute ha ist auf 4 kleinere Hangparzellen (ehem. Weinbergslage, sprich steil, sonnig, steinig) sind, die erfolgreich heruntergewirtschaftet wurden. Hauptprobleme Verkrautung, Verbuschung durch Schlehen, Trittschäden, das Übliche halt.

Im Moment hab ichs geschafft dass wir im Frühjahr Ende März mit Kalkstickstoff düngen (200 kg/ha), und im Moment mulchen wir die abgefressenen Hanglagen (mit nem Rasenmäher, aber irgendwie muss man ja anfangen, und die Bauern schütteln den Kopf wenn sie die kleinen Hangkoppeln sehen).

Nun meine ersten Fragen: Womit fängt man an? Was ist in der Reihenfolge das Wichtigste? Welche Geräte sollte man bei der Größe haben?
Düngerstreuer haben wir immerhin schon und einen kleinen 14 PS Trekker aus anno kurz nach Krieg, was das Ausleihen erschwert. Kann man was selber basteln?
Wann und warum sollte man mulchen? Wir sind gerade dabei die schlimmen verunkrauteten Koppeln nach Beweidung zu mulchen, aber macht das vor der Winterruhe überhaupt Sinn?

Wann nimmt man Bodenproben wegen Düngung? Was kann man als PSM verwenden was den Pferden nicht schadet, am besten ohne einen Schein dazu zu brauchen? Es gibt glaube ich ja sogar Dünger (Schwefelsaurer Ammoniak?) die Unkrautwachstum hemmen, stimmt das?

Vielen Dank schonmal für Eure Hilfe!

LG
WuschElke
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon astor » So Aug 12, 2012 8:54

Ich würde erst einmal gegen das Unkraut spritzen. Ich verwende Banel M dazu. Dann im Herbst nachsähen, am Besten mit einem Spizialgerät für Weiden - macht d Lohnunternehmer. Es nützt nichts, da muss man nun ein wenig Geld in die Hand nehmen, damit da wieder was draus wird!

Im Herbst oder im Frühjahr Gülle drauf, die ist meist umsonst. Dann noch Dünger und Stickstoff, gibt es auch als Kombipräparat.

Bodenproben sind auch sinnvoll, damit man genau weiß was dem Boden fehlt. Kannst Du sofort machen.

Gruss
Astor
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon SHierling » So Aug 12, 2012 9:38

Die LUFA NRW hat extra Programme für Pferdeweiden, die geben Dir auch gute Starthilfe:
http://www.landwirtschaftskammer.de/luf ... weiden.htm

"Gute fachliche Praxis" ist auch immer das selbe: beweiden, nachmähen, ggf nachdüngen - wenn Du das oft genug im Jahr machst, und ggf entstehende "Löcher" (da, wo die nicht trittfesten Kräuter verschwinden) ggf nachsäst, hast Du nach ein, zwei Jahren wieder schöne Flächen.

Je nach Zustand und Boden kann es sich auch lohnen, zuerst mal einen Grünlandberater draufgucken zu lassen, der kann Dir sagen, welche Mischung bei Dir angemessen ist (muß nicht überall die teure fruktanarme Pferdeweide sein).

Und gegen die Schlehen und anderes unliebsame Wachstum kannst Du Dir in den ersten Jahren vielleicht Ziegen oder Schafe dazuholen, mit Glück gibt's die geliehen, wenn nicht, kann man die auch essen hinterher ;-)
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon astor » So Aug 12, 2012 11:48

Sicher ist Gülle Dünger und enthält auch Stickstoff.

Ich hatte als Ergänzung zur Gülle noch Kainit nachgeworfen und ca. 6 Wochen vor dem 1. Schnitt noch mal eine Fuhre Stickstoff. Ergebnis war super, hatte ordentlich Ertrag. Für den 2. Schnitt hab ich dann noch mal Stickstoff zugegegben. 2. Schnitt ebenfalls mit gutem Ertrag.

Bei jeder Düngung mische ich ürigens noch Grassamen dazu für die Nachsaat.

Gruss
astor
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon FENDT 612 LSA » So Aug 12, 2012 17:16

woher kommst du denn??
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon Fendt 106s » Mo Aug 13, 2012 8:56

WuschElke hat geschrieben:Die Klassiger: ... wir düngen mit dem eigenen Mist....


Genau, schön den eigenen Mist auf die Pferdewiesen ausbringen, damit die Würmer, gegen die Du Deinen Pferden ja extra ne Wurmkur gibst, direkt beim Grasen wieder mit aufgenommen werden... Klassische Lösung von Kreislauf :klug:
Gruß Markus...
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon kleinbauer01 » Mo Aug 13, 2012 12:45

:lol: Ohne einen Schein wird sie wohl kaum ein gutes Mittel bekommen. Bei so schlechten Wiesen hilft nur eins :klug: Alles Tod Spritzen Pflügen und neu einsähen. :prost:
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon WuschElke » Mo Aug 13, 2012 22:09

Moin,

vielen Dank für Eure Antworten, das hilft mir schon ungemein weiter, die beiden Links sind toll, habe ich ausgedruckt :-)

Ich komme aus Unterfranken, warum?

Wo finde ich denn den Grünlandberater? Bzw Ich könnte auch mal den Verpächter fragen, der das Land bis vor 5 Jahren landwirtschaftich genutzt hat, der sollte die Tücken seines Landes ja kennen - und irgendwann hat er auch mal Gras drauf angebaut für die Saatgewinnung.

Wie gefährlich ist Frost beim Nachsäen? Macht es Sinn im Herbst nachzusäen, ich habe mal gehört Gras wächst ab Plusgraden, die haben wir ja auch im Winter immer wieder, da hätte es ja ein bischen Wachstumsvorsprung gegenüber dem im Frühjahr ausgebrachten. Sind die nebligen Spätsommernächte genug Grundfeuchte? Ich hab immer Angst wenn ich säe dass ich den falschen Zeitpunkt erwische und alles für die Katz ist.

Vielen Dank schonmal,
WuschElke
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon Jensus82 » Di Aug 21, 2012 16:30

Moin Elke,

grundsätzlich wurden hier bereits die Wichtigsten Punkte genannt. Ich erlebe immer wieder, dass auch die alten Hasen meinen 4 Zentner Kalkstickstoff druff und das passt. Hier wäre ich vorsichtig, da es hier auch regional in relativ kleinem Umkreis große Unterschiede geben kann. Ich empfehle Dir hier auf jeden Fall mal ein paar Bodenproben bewerten zu lassen. Gibt es bei uns in der Region als Aktion bei der Raiffeisen im Herbst und Frühling aber ich glaube die Welt kosten die auch sonst nicht. In Anlehnung an die Bodenproben würde ich dann die Düngung planen. Wichtig ist eine solide Grunddüngung mit z.B. Volldünger im Frühling. Zwischen den einzelnen Weidegängen hat sich bei uns in Südniedersachsen Harnstoff bewehrt. Der Dünger löst sich auch in der trockenen Jahreszeit durch den Morgentau sehr schnell auf und entfaltet seine Wirkung kurzfristig aber nicht so nachhaltig wie die Grunddüngung. Bei einem stark gekörnten Dünger kann es sein, dass selbiger bei Trockenheit wirkungslos Verfliegt oder bei zu wenig Regen die Grasnabe verbrennt. Harnstoff ist wesentlich feiner geprillt und zersetzt sich somit schneller (fliegt im Streuer aber auch nicht so weit). Mann muss ja nicht nach jeder Düngung Proben ziehen aber man sollt im nächsten Jahr die erzielten Ergebnisse einmal überprüfen. Der Bedarf das Bodens wird sich bei einer qualitativ besseren und konstanten Düngung im vergleich zur Erstmessung verändern. Grundsätzlich ist weniger oftmals mehr.
Den Mist aus dem eigenen Stall würde ich, wie hier bereits angesprochen, auf Grund der Selbstinfektion durch Würmer nicht auf die eigenen Wiesen fahren. Gülle würde ich tendenziell nur im Herbst ausbringen, allerdings kolliediert dies meist mit der Nutzung der Weiden da die Pferde doch noch bis in den späten Herbst draußen stehen. (es sei denn das Futter ist aufgebraucht).
Wenn die Wiesen nicht überweidet werden muss hier auch nicht regelmäßig nachgesät werden. Die Trittlöcher in einer gesunden Grasnabe verwachsen sich wieder (hier muss geschleppt werden siehe weiter unten). Als Beispiel: Wir haben 10 Isländer die das ganze Jahr draußen stehen. Die so genannte Winterweide wird in der kalten Jahreszeit immer sehr in Mitleidenschaft gezogen und gleicht ehr einem Acker aber sie erholt sich im Frühling recht schnell, sodass wir im Sommer einen Zwischenweidegang machen können bevor die Pferde im Winter hier wieder alles umpflügen. Diese Fläche sähen wir nur gelegentlich mit der Hand nach (für Maschinen zu steil) aber das ist bei dieser Beanspruchung völlig normal.
Um eine gesunde Basis zu schaffen würde ich Dir allerdings empfehlen eine Grasmischung (für Pferdeweiden) nachzusäen. Tendenziell ehr im Frühling damit der Samen auch angewalzt werden kann (ohne verfliegt er schnell, wird gefressen oder geht mangels Erdkontakt nicht an).
Ein weiterer wichtiger Arbeitsschritt ist das Wiese schleppen Anfang der Saison. Hier muss man sich nicht zwingend ein Gerät anschaffen. Als Ersatz funktionieren auch ein paar Eisenringe von alten Wagenrädern die an der Ackerschiene des Treckers angebunden werden (ggf. starre Querverbindung um eine größere Arbeitsbreite zu erreichen). Dieser Arbeitsgang soll diverses bezwecken. Erstens werden hiermit die Maulwurfshügel sowie die Humusäpfel aus dem Vorjahr verteilt und die Grasnabe wird belüftet bzw. das Moos wird herausgezogen. Dabei darf es allerdings nicht zu Trocken sein und schon gar nicht zu nass aber das Gras darf auch noch nicht im vollen Wachstum sein. Wichtig: In der Zeit kurz nach dem Schleppen darf es nicht frieren da die Grasnabe jetzt sehr empfindlich ist! Wenn die Grassamen nicht angewalzt werden können wäre es auch denkbar, dass diese kurz vor dem "Schleppen" ausgesät werden und beim glätten der Weide mit eingearbeitet werden. Ist nicht so effektiv aber besser als nichts (vor allem wenn es an den nötigen Maschinen fehlt). Wenn auch geplant ist hier Heu zu ernten würde ich den ersten Schnitt sehr spät machen (für Pferdeheu eh besser) um hier das Gras bis in die Blüht wachsen zu lassen. Bei der Ernte fallen die Samen aus und gehen zu einem gewissen Prozentsatz wieder an. Wenn man das abwechselnd auf den Wiesen macht reicht das in der Regel aus. Würde für den „Neuanfang“ aber trotzdem nachsäen.
Unsere Weiden wurden noch nie vollflächig gespritzt. Brennnesseln und Disteln müssen nur kurz gehalten werden. Wobei die Nesseln von den Pferden leicht angewelkt gerne gefressen werden. Wir haben einzelne Pflanzen des grünen Heinrichs (heißt glaub ich wilder Ampfer oder so) mit der Rückenspritze punktuell behandelt oder mit einem Unkraut-Tupfer, alternativ reißen wir ihn zum Teil auch raus aber egal wie hier muss man dran bleiben und nicht überdüngen ;). Der Rest wird regelmäßig abgemäht. Das reicht in der Regel. Wir mulchen nur sporadisch und auch erst seit wir einen größeren Trecker haben (hier wird einiges an Leistung benötigt). Bei uns werden die Weiden aber regelmäßig nachgemäht. Vielleicht hat euer Trecker ja auch so einen Balkenmäher dran… der ist dafür sehr gut geeignet (nur nicht zu tief einstellen). Wir beschränken uns dabei in der Regel nur auf die Geilstellen oder die Brennnesselhorste. Das alte Gras laden wir auf und fahren es weg oder schwaden es in die Büsche (einen leichten gezognen Schwader „Spinne“ gibt es für sehr kleines Geld und den müsste euer Trecker auch schaffen). Vor dem Winter wird die Weide noch mal nachgemäht (falls erf.) damit sie nicht zu lang in den Winter geht. Das verhindert Anlaufschwierigkeiten im kommenden Frühling.
Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen.

Beste Grüße Jensus82
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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon Schwarzwälder Fuchs » Di Aug 21, 2012 16:59

Jensus82 hat geschrieben:Moin Elke,

grundsätzlich wurden hier bereits die Wichtigsten Punkte genannt. Ich erlebe immer wieder, dass auch die alten Hasen meinen 4 Zentner Kalkstickstoff druff und das passt. Hier wäre ich vorsichtig, da es hier auch regional in relativ kleinem Umkreis große Unterschiede geben kann. Ich empfehle Dir hier auf jeden Fall mal ein paar Bodenproben bewerten zu lassen. Gibt es bei uns in der Region als Aktion bei der Raiffeisen im Herbst und Frühling aber ich glaube die Welt kosten die auch sonst nicht. In Anlehnung an die Bodenproben würde ich dann die Düngung planen. Wichtig ist eine solide Grunddüngung mit z.B. Volldünger im Frühling. Zwischen den einzelnen Weidegängen hat sich bei uns in Südniedersachsen Harnstoff bewehrt. Der Dünger löst sich auch in der trockenen Jahreszeit durch den Morgentau sehr schnell auf und entfaltet seine Wirkung kurzfristig aber nicht so nachhaltig wie die Grunddüngung. Bei einem stark gekörnten Dünger kann es sein, dass selbiger bei Trockenheit wirkungslos Verfliegt oder bei zu wenig Regen die Grasnabe verbrennt. Harnstoff ist wesentlich feiner geprillt und zersetzt sich somit schneller (fliegt im Streuer aber auch nicht so weit). Mann muss ja nicht nach jeder Düngung Proben ziehen aber man sollt im nächsten Jahr die erzielten Ergebnisse einmal überprüfen. Der Bedarf das Bodens wird sich bei einer qualitativ besseren und konstanten Düngung im vergleich zur Erstmessung verändern. Grundsätzlich ist weniger oftmals mehr.
Den Mist aus dem eigenen Stall würde ich, wie hier bereits angesprochen, auf Grund der Selbstinfektion durch Würmer nicht auf die eigenen Wiesen fahren. Gülle würde ich tendenziell nur im Herbst ausbringen, allerdings kolliediert dies meist mit der Nutzung der Weiden da die Pferde doch noch bis in den späten Herbst draußen stehen. (es sei denn das Futter ist aufgebraucht).
Wenn die Wiesen nicht überweidet werden muss hier auch nicht regelmäßig nachgesät werden. Die Trittlöcher in einer gesunden Grasnabe verwachsen sich wieder (hier muss geschleppt werden siehe weiter unten). Als Beispiel: Wir haben 10 Isländer die das ganze Jahr draußen stehen. Die so genannte Winterweide wird in der kalten Jahreszeit immer sehr in Mitleidenschaft gezogen und gleicht ehr einem Acker aber sie erholt sich im Frühling recht schnell, sodass wir im Sommer einen Zwischenweidegang machen können bevor die Pferde im Winter hier wieder alles umpflügen. Diese Fläche sähen wir nur gelegentlich mit der Hand nach (für Maschinen zu steil) aber das ist bei dieser Beanspruchung völlig normal.
Um eine gesunde Basis zu schaffen würde ich Dir allerdings empfehlen eine Grasmischung (für Pferdeweiden) nachzusäen. Tendenziell ehr im Frühling damit der Samen auch angewalzt werden kann (ohne verfliegt er schnell, wird gefressen oder geht mangels Erdkontakt nicht an).
Ein weiterer wichtiger Arbeitsschritt ist das Wiese schleppen Anfang der Saison. Hier muss man sich nicht zwingend ein Gerät anschaffen. Als Ersatz funktionieren auch ein paar Eisenringe von alten Wagenrädern die an der Ackerschiene des Treckers angebunden werden (ggf. starre Querverbindung um eine größere Arbeitsbreite zu erreichen). Dieser Arbeitsgang soll diverses bezwecken. Erstens werden hiermit die Maulwurfshügel sowie die Humusäpfel aus dem Vorjahr verteilt und die Grasnabe wird belüftet bzw. das Moos wird herausgezogen. Dabei darf es allerdings nicht zu Trocken sein und schon gar nicht zu nass aber das Gras darf auch noch nicht im vollen Wachstum sein. Wichtig: In der Zeit kurz nach dem Schleppen darf es nicht frieren da die Grasnabe jetzt sehr empfindlich ist! Wenn die Grassamen nicht angewalzt werden können wäre es auch denkbar, dass diese kurz vor dem "Schleppen" ausgesät werden und beim glätten der Weide mit eingearbeitet werden. Ist nicht so effektiv aber besser als nichts (vor allem wenn es an den nötigen Maschinen fehlt). Wenn auch geplant ist hier Heu zu ernten würde ich den ersten Schnitt sehr spät machen (für Pferdeheu eh besser) um hier das Gras bis in die Blüht wachsen zu lassen. Bei der Ernte fallen die Samen aus und gehen zu einem gewissen Prozentsatz wieder an. Wenn man das abwechselnd auf den Wiesen macht reicht das in der Regel aus. Würde für den „Neuanfang“ aber trotzdem nachsäen.
Unsere Weiden wurden noch nie vollflächig gespritzt. Brennnesseln und Disteln müssen nur kurz gehalten werden. Wobei die Nesseln von den Pferden leicht angewelkt gerne gefressen werden. Wir haben einzelne Pflanzen des grünen Heinrichs (heißt glaub ich wilder Ampfer oder so) mit der Rückenspritze punktuell behandelt oder mit einem Unkraut-Tupfer, alternativ reißen wir ihn zum Teil auch raus aber egal wie hier muss man dran bleiben und nicht überdüngen ;). Der Rest wird regelmäßig abgemäht. Das reicht in der Regel. Wir mulchen nur sporadisch und auch erst seit wir einen größeren Trecker haben (hier wird einiges an Leistung benötigt). Bei uns werden die Weiden aber regelmäßig nachgemäht. Vielleicht hat euer Trecker ja auch so einen Balkenmäher dran… der ist dafür sehr gut geeignet (nur nicht zu tief einstellen). Wir beschränken uns dabei in der Regel nur auf die Geilstellen oder die Brennnesselhorste. Das alte Gras laden wir auf und fahren es weg oder schwaden es in die Büsche (einen leichten gezognen Schwader „Spinne“ gibt es für sehr kleines Geld und den müsste euer Trecker auch schaffen). Vor dem Winter wird die Weide noch mal nachgemäht (falls erf.) damit sie nicht zu lang in den Winter geht. Das verhindert Anlaufschwierigkeiten im kommenden Frühling.
Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen.

Beste Grüße Jensus82


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Re: Hilfe, Weidepflege

Beitragvon WuschElke » Mo Aug 27, 2012 21:02

Huhu,

war ein paar Tage im Urlaub, vielen Dank für die tolle Anleitung!

LG
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