Ich stelle hiermit meine Lösung zum Selbstbau einer Hydraulischen Gerätebetätigung an meinem Hydrac 1000 vor um es möglicherweise einigen anderen zu erleichtern eine Lösung zu finden.
Zuerst wollte ich einfach einen passenden Zylinder reinmachen (Kolbenstange an die Schaufel und hinten irgendwie festgemacht), hab mich aber dann aus mehreren Gründen anders entschieden.
Der erste Punkt ist die Kraftverteilung. Bei der Einfachlösung würde der Kolben mit der Ringkammer die Last anziehen (weniger Kraft) und mit voller Kraft und dafür langsamer auskippen. --> Verschenkte Kraft bzw. Zeit.
Der zweite Punkt ist, dass man entweder den Zylinder verdammt hoch ansetzen müsste, oder einen extrem miesen Kippwinkel hätte, da sonst die Schaufel anecken würde. Da das sch**** aussieht und zu schwer wäre, fällt soein anbringen des Zylinders aus.
Also muss ein Hebelsystem her. Da ich beim Leichtbau bleiben will (kein Allrad) und auch nicht 2 Zylinder kaufen Möchte, ordne ich nur einen Hebel/Zylinder mittig an. Außerdem ist dann das anbauen einer anderen Schaufel einfacher (kein Schnellwechselrahmen vorhanden)
Zum Bau:
Der Zylinder hat eine 30er Kolbenstange und einen 50er Kolben. Der Hub beträgt 350mm. Wenn man sich da mal ausrechnet, wie viel Kraft der hat kommt man (zumindest ich) auf den Schluss, dass dieser reichen muss. Man will ja auch keine Kippgeschwindigkeit verschenken…
Der Zylinder wurde also bestellt. Die beiden Augen hab ich mich selbst angeschweißt, das mir alles gut ins Konzept passt.
Für die Kolbenstangenseite hab ich als Schweißelektroden Böhler Fox CN 29/9 verwendet (legierte Elektrode – lag bei mir so rum…), das Auge besteht auch aus einer (dickeren) aufgebohrten Kolbenstange vom Schrottplatz. Selbstverständlich hab ich eine Bronzebüchse als Lager eingepresst. Als Bolzen passt ein 30er rein.
Auf das Zylinderrohr wurde hinten einfach ein durchbohrtes „Flacheisen“ 70x15 mit Böhler Fox EV 50 angeschweißt. Für die Bolzenstärke 23mm.
Der Hebel besteht aus zweimal Flacheisen St 37 mit den Maßen 10x90. zu den Enden hin verjüngt sich die Form auf ca. 75mm. Die drei Drehpunkte sind jeweils genau 250mm voneinander entfernt – die gesamte Hebellänge vom äußersten bis zum anderen äußerten DREHPUNKT ist also 500mm. Die Gesamtlänge des ganzen Hebels ist ca. 600mm.
Ich hoffe es hält meinen Anforderungen stand.
Bei der Fertigung hab ich die „Roheisen“ als erstes zusammengepunktet und dann erst Löcher gebohrt und zugeschnitten, dass alle Löcher und die Form der Beiden Hebel genau fluchten. Später hab ich die beiden Hebelhälften natürlich wieder voneinander getrennt.
An den Drehpunkten (Löcher) hab ich Ringe aufgeschweißt, um das ganze etwas zu verstärken.
Damit der Hebel nicht irgendwie seitlich hinundher-wackelt, hab ich unten längere „Hülsen“ aufgeschweißt wie in der Mitte, wo der Zylinder anpackt und oben, wo die Schubstange zur Schaufel geht, damit der Hebel mehr geführt ist.
Um noch mehr Stabilität zu erlangen sind alle drei Bolzen am Hebel gestuft: Die Bolzen jeweils oben und unten sind in der Mitte 25mm, und außen an den Enden 20mm dick. Die Bohrung im Hebel beträgt ebenfalls 20mm. An den beiden Enden der Bolzen ist auch ein Gewinde (M20) aufgeschnitten mit dem man auf beiden Seiten den Bolzen so fix mit dem Hebel verschrauben kann. Bei fest angezogenen Muttern liegen die Hebel innen dann auf das dickere Mittelstück auf – man kann die Muttern „anknallen“, ohne die Teile, die am Bolzen liegen zu „quetschen“ und somit deren Funktion zu behindern.
Der Mittlere Bolzen wo der Zylinder anpackt funktioniert nach gleichem Prinzip, ist aber in der Mitte 30 und an den Enden 25mm dick. Das Gewinde dort ist M24x1.5 - da’s kein M25 gibt.
Mein Ziel hab ich mit derer Technik erreicht: Der Hebel ist seitlich nahezu spielfrei – ohne Messuhr ist kein Spiel feststellbar. Sollte sich das irgendwie mit der Zeit ausschlagen, brauch ich nur die Messingbüchse erneuern.
Die Schubstange besteht aus einem U-Profil St37 mit den Maßen ca. 45x55, Wandungsstärke 5mm.
Ein Knick in der Stange lies sich für einen größeren Kippwinkel der Schaufel leider nicht vermeiden – Sollte aber trotzdem halten.
Die Augen oben und unten bestehen aus St37 – 50er Rundmaterial, auf der Drehe gebohrt, ausgedreht und natürlich die Bronzebüchsen eingepresst. Schmiernippel nicht zu vergessen.
Bolzenstärke oben am Hebel 25mm, unten an der Schaufel 20mm.
Fortsetzung folgt…
MFG
Stefan
PS: Ich weiß, die Fotos sind nicht die allerbesten... Typisch handy halt.







