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Kaufberatung Fiat Winner F 140

Hier findet man Hilfe in Sachen Landtechnik.
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Kaufberatung Fiat Winner F 140

Beitragvon flashbac » So Mai 19, 2013 21:25

Zunächst frohe Pfingsten,
ich kann einen o. g. Fiat mit nur rund 4000h kaufen.
Was ist von dem Modell generell zu halten?
Ich bin in Sachen Fiat völlig unerfahren, die Papierform liest sich aber nicht schlecht.

MfG
flashbac
 
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Re: Kaufberatung Fiat Winner F 140

Beitragvon Favorit » So Mai 19, 2013 23:07

Hi,

http://www.dlg-test.de/pbdocs/traktoren ... f140dt.pdf
->Ackerbauschlepper!

Ein akzeptabler Motor, leider eine spitze Leistungskurve, heißt Durchdrücken in schweren ZW- oder Zugarbeiten sowie beim schnellen Transport. Der begrenze Hubraum von U1l/Topf hilft dabei, daß der Verbrauch nicht durch die Decke geht. Ein Spritsparweltmeister ist er jedoch nicht, insbesondere bei Zugarbeiten benötigt er schon eindeutig über 300g/kWh, also das sind knapp 310!.
Beim Drehmoment hätte man sich wünschen können, daß der Peak in der Mitte liegt, da wo die SparZW residiert...
->solider Motor, aber ohne technologische Highlights - z.B. in Deutschland war man halt schon Mitte/Ende der 80s zu Konstanleistungscharakteristiken übergegangen und spätestens(!) ab ´90 hatte das auch KHD. Also das wäre 1993 bei Fiat sicher kein Fehler gewesen...
Das Getriebe ist typisch italienisch - die harten Böden dort machen es, daß praktisch alle Ingenieure dort traditionell auf Mwehrbereichslösungen setzen. Es gibt keine Geschw., die dieser Schlepper nicht anlegen kann.
Leider ist die Feinstufe nur mit einer 2er-Gruppe gesegnet. Diese ist lastschaltbar trotz Einfachkuppl.
Leider ist auch die Schnecke anscheinenden nicht synchronisiert.
Das Wendegetriebe ist synchronisiert mit 50%-Präsenz, d.h. hier ohne Feinstufe.
Wie bei allen 4Gang-Getrieben wird es bei 40km/h auch hier obenraus knapp, im Konedata heißt es zwar, sie könnten 42,5km/h laufen aber in offiziellen, hochstandartisierten OECD-Test sind halt nur 37km/h drin gewesen. Das unterstreicht nochmals die Not zum Durchdrücken, was ihn zusammen mit der nicht vorhandenen Federung sicher nicht zum übbermäßigen Transporter macht. Es gibt genügend RW-Gänge, aber Gott-sei-Dank hat er keine RüFa (was nicht heißen soll, daß er zwingend eine haben müßte!).
3 Schalthebel und 1 Schalter sind auch eher Standart im Geschäft.
Eine 3fach-ZW ermöglicht es, auch kleinere Geräte auf dieser 90kW-ZWanlage zu fahren. Leider liegen die beiden Hauptgeschw. rel. weit außeinander auf der Drehzahlskala des Motors - rund 10%, also da muß man insbesondere aufpassen, daß man 540er-Geräte halt nicht überdreht...Trotzdem wird hier am deutlichsten klar, daß der Winner ein Europäer ist!
Im übrigen Antrieb benutzt das Design eine Lammellenallradkuppl. und gemeinsame Klauen (anscheindend mechanisch, oder der Text ist nicht ganz sauber abgetippt worden...).
Günstig auf die E-Teilpreise wirkt sich die Wahl einer Konstantstromhydraulik aus, die hier allerdings, wie so oft, im Getriebe versenkt ist. Die 60l hochwertiges Getriebeöl gibt´s auch nicht gerade umsonst; insbesondere die Entnahmemenge für externe Verbraucher ist unterirdisch, oder es gibt da eine 2. Markierung, z.B. 70l...(?). Die Unterlenker-EHR untersteicht die ackerbauliche Ausrichtung. Die Ackerschiene arbeitet solide, aber nicht als Weltmeister. Braucht Sie auch nicht, denn selbst bei techn. GG kann er "nur" 3to zuladen.
Die Kabine ist ganz angenehm, hat getönte Scheiben mit viel Sichtfläche, genügend Platz und übersichtlich angeordnete Anzeige- und Bedienelemente und ist ebenfalls angenehm gedämmt mit pneumat. Federsitz.
Die Plattform, die offensichtlich aus der alten Mittelklasse hinauswächst, schafft es unter 6to zu verbleiben, was günstig ist. Allerdings erhält er damit natürlich keine 10to-Zulassung, sondern max. halt 8,6to.
Ebenfalls wird eine große Reifenkombi benutzt - hier ist auf das Profil zu achten, denn solche Schlappen sind ja nicht billig, insbesondere wenn auf Superbreit geändert werden soll, aber auch Breitreifen sind in den letzten Jahren weiter teurer geworden...
Die Bremse greift auf Allradzuschaltung zurück und hat hinten gekapselte Vollscheiben - dabei ist dann sicher die Standzeit eine Kenngröße!
Ganz kompakt ist der sicher nicht, sondern das ist ein noch handiger Ackergaul, der seinen Raum einnimmt.
Der Schlepper ist enabled, mit angehängtem Gerät zu arbeiten (z.B. gezogene Drille) und etwa im Grünland geht hier auch sehr gut ein breites gesatteltes Mähwerk mit Doppelschwad, z.B. bei Verzicht auf FH. Allerdings wäre dann auf einen mögl. kompletten Satz an Frontgewichten zu achten und wenn möglich auf ein mitgeliefertes Zugpendel...

Hörensagen:
Also die Bedienung der Gangschaltung ist hier natürlich mit Arbeit verbunden - ganz soft schaltet der nicht...
Federung bis auf den Sitz auch Mangelware, also modernden Komfort kann er nicht bieten. Die Fahrer dieser Maschinen sind aber ganz zufrieden - kennen ja auch nix anderes(...), aber der Schlepper hat schon ein paar gute Ansätze für den Beginn der 90s, vor allem die Kabine insgesamt.
Mit Fragezeichen sind bei den Tomato-Bullis immer, so auch hier, die Heizungen zu belegen. Da Unten auf der Terra Rossa haben sie einfach nicht unsere zentral- und nordeuropäischen Klimazonen!
Die Hubkraft ist klasseausreichend - also eine Amazone AD-P mit Zusatzbehältzer hebt der nicht durch und darf er zulassungstechnisch auch gar nicht!
Am Motor wird der Zug deutlich besser gelobt, als der Verbrauch, der so lala geht (28Liter eben...) - bei harter Ackerarbeit reicht eine Tankladung übrigens nicht für einen langen Sommertag!
Zu Reparaturanfälligkeit kann ich nicht viel sagen, weil mir Aussagen fehlen. Die Fahrkuppl. ist sicher vom Typ "nach 5000 Stunden ist Schicht". Andere Schwachpunkte kann ich so nicht identifizieren.
Special Tip: Die Premiere soll nicht so doll verarbeitet gewesen sein, aber das second Release wurde anscheindend deutlich verbessert (u.a. Bosch- anstelle von Spaghetti-EHR und auch Schaltkulisse etc.). Der Winner war die erste Serie bei Fiat, die das Stahlqualitätsmalär der 80s (Sovjet-Lieferungen) bereinigt hinter sich lassen konnte. Ebenfalls ist diese Baureihe anscheinend voll verzinkt worden. Also der Lack scheint zu halten.

Fazit: Bei mir rangiert Fiat in der persönlichen Wertschätzung höher, als Same. Für die Verhältnisse der Marke ist dieser 100kWler ein echter Winner. 1996 wurde er leider bereits fallengelassen. Also da war kein Raum mehr für eine Weiterentwicklung, denn da wurde Fiat-Agri bereits mit anderen zu CNH verschmolzen. Den Namen Fiat durfte der neue Eigentümer natürlich nicht benutzen!
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Re: Kaufberatung Fiat Winner F 140

Beitragvon elchtestversagt » Mo Mai 20, 2013 6:52

Ja; der Winner fährt sich recht angenehm.
Das meiste hat Favorit schon genannt; wie die Lackqualität.
Der F140 entspringt übrigens der zweiten Reihe; der wurde erst zu allerletzt nachgeschoben ( vorher war der F 130 der grösste).
Deshalb hat er auch nicht die ersten Elektrikprobleme; sowie die sowieso nie funktionierende Magneti Manrelli EHR.
Auch die Sensorprobleme des Check-Panells sind dahin; zudem hat er schon die Schaltung der LS als Schiebeschalter und nicht als schaltbare Kulisse ( ähnlich der LS Schaltung der JD 40er SG2).
Das ist schon der ausgereifteste; wenn die Kupplung i.O. ist ( ET sind recht billig) und der Zustand i.O; dann ist er einen Kauf wert.
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Re: Kaufberatung Fiat Winner F 140

Beitragvon flashbac » Mo Mai 20, 2013 8:09

Danke für Eure umfangreichen Aussagen!
Den DLG-Test kenne ich, auch die ganzen profi Berichte. Aber die sind alle alt, bzw. aus der Anfangszeit.
Interessant wird es ja erst wenn die Maschinen älter sind.
Wie schon gesagt ich kenne Fiat gar nicht. Ich hatte bisher nur Case-IH und da aktuell den 1056 von 1990. Der hat jetzt mit 8800h zum ersten Mal eine neue Kupplung in Eigenleistung bekommen. Das war recht einfach. Und auch die erste größere Reparatur in all den Jahren!
Nun will ich mir mit dem Fiat, obwohl er erst so wenige Std. hat keine Bastelbude und Groschengrab auf den Hof holen. Auf dem Papier liest er sich ganz gut, eben weil er aus der 2.Generation ist und auch ein anderes Getriebe und Achsen hat.

Gruß
flashbac
 
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