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Kompakttraktor John Deere 318

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Kompakttraktor John Deere 318

Beitragvon JonnySchorsch » Do Dez 22, 2011 15:32

Hallo,
hier veröffentliche ich einen Testbericht betreffend meines JD 318.
Die Aufgaben der Maschine gliedern sich wie folgt.
-Mähen mit 1,2 m Zwischenachsmähwerk, teils auch hohes, blattreiches Material
-Transportarbeiten innerhalb des Grundstücks mit kleinem Anhänger (Rasenschnitt, Gartenabfälle, Kompost) und PKW Anhänger 750 kg.
-Apfelernte (Heckgabel zum Bewegen von Kuften in die die Äpfel sortiert werden, Anhänger ziehen
-Winterdienst
Meinen Jonny habe ich dieses Frühjahr mit 944 h auf der Uhr gekauft. Mittlerweile habe ich knappe 1000 zusammen und ziehe mein Fazit.
1. Getriebe:
Das hydrostatische Getriebe ist von Tecumseh und arbeitet komplett ohne Kupplung. Die Fahrtrichtung- und Geschwindigkeit wird mit einem Hebel rechts hinter dem Lenkrad reguliert. Allgemein arbeitet es sich mit dem Getriebe zügig und ruckfrei. Der Richtungswechsel ist anfangs etwas ruppig, mit etwas Übung klappt er aber ganz gut. Auch filigrane Arbeiten wie das Bewegen der Betonkuften bei der Apfelernte lassen sich gut durchführen.
2. Motor:
Der Traktor hat einen 18 PS Onan Zweizylinder verbaut, Benziner. Bei einem Zweizylinder Benziner ist natürlich der Spritverbrauch nicht von der Hand zu weisen. Wie viel der Motor tatsächlich pro Stunde schluckt, kann ich nicht sagen. Aber am Ende eines Arbeitsreichen (Sams)Tages muss man schon mal den 18l Tank auffüllen. Vergisst man dies und bleibt auf freiem Feld liegen, gibt es einen Benzinhahn den man so umstellen kann das der Motor auch den letzten Rest aus dem Tank saugt. So kommt man in der Regel wenigstens noch nach Hause. Der höhere Verbrauch gegenüber einem Diesel rechtfertigt aber nicht den Preisunterschied. Für einen guten 322 oder 430 mit Diesel kann man durchaus 4-5k € ausgeben und hat dann evtl. sogar noch einen "Winterdienst-Bock".
3. Hydraulik und sonstige Ausstattung:
Der Traktor wurde in den USA im Baukastensystem gefertigt, wodurch sich viele Ausstattungen auch nachträglich anbauen lassen. Das kam JD damals günstiger als die Traktoren werkseitig nach Kundenwunsch auszustatten. Die Hydraulik besteht aus 2 Steuerkreisen. Ein DW-Steuergerät steht an der Front zur Verfügung, auf das andere Steuerventil ist der Heckzylinder (Dreipunkt oder Mähwerk) sowie zwei weitere Anschlüsse an der Front gekoppelt. Soll die Hydraulikleistung an der Front abgenommen werden, muss der Heckzylinder mechanisch blockiert oder ein Sperrhahn verbaut werden. Wie erwähnt besteht auch die Möglichkeit einen KAT 0 Dreipunkt anzubauen. Kosten für das Kit beim Händler etwa 2-300 €. Eigenbauten lassen sich aber auch recht einfach realisieren.
Hinten am Getriebe gibt es auch einen Wellenstummel der für die Zapfwelle gut ist. An den Stummel wird ein Untersetzergetriebe und eine Magnetkupplung angeflanscht. Auch hierfür gibt es Kits vom Händler. So ausgestattet, mit Dreipunkt und Zapfwelle, braucht sich der 318 hinter keinem anderen Kleinschlepper verstecken.
Der 318 verfügt außerdem über eine Lenkbremse, mit der man durchdrehende Räder abbremsen kann oder enge Kurven auf weichem Untergrund noch schärfer fahren kann.

Alles in allem kann man sagen, das der John Deere 318 ein guter und zuverlässiger Kleinschlepper ist, und alles andere als „nur“ ein Rasenmäher. Das beweist alleine die Tatsache, das die Baureihe von 1982 bis 1992 gebaut wurde. Für andere Ansprüche gibt es diverse andere Typen, die alle ähnlich gebaut sind und sich nur durch Details vom 318 unterscheiden.
316 – Keine Lenkbremse, nur 1 Steuergerät, kleinere Motorisierung
317 – Keine Lenkbremse, kleinere Motorisierung
322 – Diesel, ansonsten gleich 318
420 – 20 PS Benziner, Diff-Sperre, Two-Speed-Axle (an der Hinterachse kann zw. Schnell u. Langsam gewählt werden)
433 – Wie 420, aber Diesel

Einen Kritikpunkt am 318 hätte ich dann doch noch:
Vom Getriebe bis zur Hydraulik, sind alle Bedienelemente um das Lenkrad herum angeordnet. So muss man häufig vom Lenkrad weg greifen. Bei den darauf folgenden Traktoren der Serie 400 (415, 455 usw) wurde desshalb auf den Hydrostat mit 2-Pedal Steuerung umgestellt, wie er heute noch in den modernen JD-Kleinschleppern zu finden ist.

Für den 318 konnten von JD ab Werk folgende Anbaugeräte geordert werden:
1,2 m Schneeschild, 1,2 m Kehrbesen, diverse Mähwerke, Frontlader, Cozy-Cab (abnehmbare Kabine), Grasfangsystem, Schneeketten, diverse Ballastierunssysteme (Radgewichte, Gewichtkasten am Heck, Halterung für Koffergewichte im Heckdreipunkt oder an der Front)
Zusätzlich natürlich die Ausstattungen wie Heckzapfwelle oder Dreipunkthydraulik.

Ich hoffe ich konnte vielleicht dem ein oder anderen weiterhelfen.
mfG JonnySchorsch
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(Zitat meines Berufsschullehrers)
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