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konkrete Futtermengen bei Enten/Mularden

Auch für das Federvieh haben wir hier einen Platz ;-)
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6 Beiträge • Seite 1 von 1
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konkrete Futtermengen bei Enten/Mularden

Beitragvon stefan970 » Mo Aug 04, 2008 10:09

hallo,

hätte mal eine konkrette futterfrage. soweit das möglich ist ...
meine 5 wochen alten mularden und flugenten lieben nudeln und kartoffeln, am besten noch in milch.
sie bekommen morgens immer abwechselnd mal dies mal jenes zum normalen futter dazu. wenn ich jedoch nudeln auf der speisekarte stehen habe, flippen sie regelrecht aus und schlabbern die schüssel auf einen sitz leer. ich mache derzeit eine packung (250g) auf einen liter milch. ähnlich mit den kartoffeln, jedoch mit ein bischen gemäßigterem temprament.
ich denke, wenn ich denen 2 kg nudeln hinstellen würde, würden sie es auch fressen. ähnlicher wahnsinn bricht bei schnecken aus. wieviel schnecken verträgt eine ente am tag ohne es zu übertreiben?

wie macht ihr das von der menge her? will ja nicht, daß sich die kleinen nicht mehr bewegen können, wenn sie groß sind.

habe mir hier schon einiges durchgelesen bzgl. ernährung, aber mich würde es konkret interessieren, wieviel ihr so außertourlich hinzufüttert.
muß dazu sagen, daß die mularden zum verzehr gedacht sind, was aber nicht heißen soll, daß sie unbegrenzt fett werden sollen. eher das gegenteil sollte der fall sein. natürlich muß eine ente auch ihren fettanteil haben, sonst ist das nix, aber zuviel tut ihnen auch nicht gut.

sind vielleicht seltsame fragen für die profis, aber bzgl. den futtermengen bin ich mir einfach unschlüssig.

gruß,
stefan970
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Beitragvon eiermann3000 » Mo Aug 04, 2008 17:03

Hallo also Mularden können doch garnicht wirklich verfetten!!!!
Bei uns haben sie soviel futter wie sie fressen können!!!
Wer früher stirbt ist länger Tot**
eiermann3000
 
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Beitragvon SHierling » Di Aug 05, 2008 9:07

Stefan: Alleinfutter für Enten ist standardmässig SO berechnet, daß die Menge Futter, die die Tiere davon maximal aufnehmen können, auch genau die Nährstoffe enthält, die sie brauchen.

Umgekehrt gesehen: wenn Du zum Alleinfutter irgendwelches anderes FUtter "dazu" gibst, (sie also deswegen weniger Alleinfutter fressen!) muß das entweder genau so ausgewogen sein (also auch alle Nährstoffe enthaten), oder Du bekommst eine "ungleichgewichtige Fütterung". Eine Ration aus 50% Nudeln und 50% Alleinfutter (Ration rechnet man immer ALLES je Tier und Tag) enthält also auch nur 50% der Mineralstoffe, Vitamine und vor allem essentiellen Aminosäuren (Eiweiß!), die so eine Ente braucht, denn das alles ist in Nudeln ja nicht drin.

Wenn Du Nudeln/Kartoffeln dazugibst, macht das in Summe für die Nährstoffe einen Energieüberschuß, also frühzeitige Verfettung bzw FLS, das siehst Du schon richtig.(oder umgekehrt ausgedrückt: in der Ration je Tier und Tag liegt dann ein Eiweiß- und Mineralstoffmangel vor)
Milch und Milchprodukte haben einen eher geringen Nutzen für die Enten, weil Enten den Milchzucker gar nicht verdauen können (sind ja Vögel und keine Säugetiere!)

Am besten wäre es, das Alleinfutter auch ALLEIN zu füttern, dazu ist es da. Und wenn Du unbedingt Nudeln füttern willst, dann immer mit einem entsprechenden Eiweißträger dazu (z.B einer Handvoll Soja, Bierhefe, es gibt auch "eiweißreichen Ergänzer" für die Geflügelfütterung) und mit entsprechend Vitaminen und Mineralstoffen.

Grüße
Brigitta
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Beitragvon stefan970 » Di Aug 05, 2008 15:15

hallo und erstmal danke euch beiden.

@brigitta
so habe ich das noch nicht betrachtet, aber klingt logisch. du meinst praktisch, daß es keinen rechten sinn macht, wenn man zufüttert? ich dachte, eigentlich, es sollte umgekehrt sein. die vielfalt macht's aus sozusagen. das mit der milch wußte ich nicht, werde ich weglassen (auch wenn sie gerade milch besonders gerne schlabbern). wenn dem so ist, wie du es beschreibst, dürften doch die meisten leute, welche sich enten für den verzehr halten, falsch füttern, oder? die meisten geben doch ihre küchenreste, sei es salat, zucchini, karotten, kräuterabfälle bis hin zu kartoffelsalat und so weiter ihren enten. so gesehen dachte ich eben, daß das fleisch ja eigentlich besser sein müßte, wenn es noch was anderes in den napf gibt, außer entenstarter und weizen. wenn natürlich daraus ein eiweiß- und mineralstoffmangel resultiert, ist das nicht sinnvoll.
mir ist natürlich schon daran gelegen, daß kein nährstoffmangel vorliegt. genau deshalb mußte ich einfach nachfragen, da es gar nicht so leicht ist, fundierte infos zu finden. viele kochen - im wahrsten sinne - ihr eigenes süppchen und meinen halt sie tun den enten was gutes dabei. dachte ich eigentlich auch.

so gesehen muß ich die frage dann anders formulieren:
was muß ich den enten füttern, das sie sich wohl fühlen und keine mangelerscheinungen aufweisen und auch das fleisch von sehr guter qualität ist. es muß ja irgendein geschmacklicher unterschied zu den 'polnischen' mastenten und gänsen bestehen. klar , die haltung dürfte auch was ausmachen, aber ich denke entschidend ist das futter. ein bischen verwirrt mich das jetzt schon :?

grüße,
stefan970
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Beitragvon SHierling » Mi Aug 06, 2008 11:44

Wenn Du Dein Futter selber zusammenstellen willst, gewöhnst Du Dir am besten einfach erstmal eine andere Sichtweise an. Nicht: "was kann ich alles in ein Küken hineintun, damit es eine Ente wird", sondern andersherum, vom Tier aus gesehen: "Was IST eine Ente überhaupt, woraus besteht sie, und was muß deshalb im Futter drin sein".

ZIEL ist eine Ente, sagen wir mal 3kg, meistenteils Fleisch, Knochen Federn. Woraus die besteht, kann man ja analysieren (brauchst Du nicht, haben andere Leute schon) Die Nährstoffe, die dazu nötig sind, so eine Ente zu bauen, stehen also fest, denn der Körper so einer Ente wird ja nach Anleitung ihrer DNA aufgebaut, und daran änderst Du nichts.

Ein Knochen von soundsoviel Gramm besteht IMMER aus Calciumphosphat (und ein bißchen Apatit). egal, ob das Ca vorher aus einer Muschelschale oder aus Futterkalk stammt. Und das Fleisch einer Ente wird auch immer gleich zusammengesetzt (=Proteinbiosynthese etc..), auch wieder egal, ob die Aminosäuren dafür aus Soja, Schnecken oder Eiweißkonzentrat stammen. Das selbe gilt für die Federn - eine Feder ist eine Feder ist eine Feder (und keine Rose), und besteht zgT aus Keratin, und das wiederum besteht aus einer Menge schwefelhaltiger ASen, auch wieder EGAL woher die Stammen.

Diese Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe werden allesamt *surprise* verdaut! Und Verdauen heißt: Große Moleküle rein ins Tier, im Magen mit Salzsäure und Enzymen behandelt, im Dünndarm mit Lauge und Enzymen den Rest zerlegt, und aufgenommen (=resorbiert) werden nur die einzelnen Bausteine, Aminosäuren, Zucker, ein paar Dipeptide, fertig. Und die werden dann IM Tier wieder zu (anderen) Molekülen zusammengesetzt, so wird dann aus Sojaprotein Muskelfleisch.

Einzige Ausnahme sind Fett / Fettsäuren, DAVON landen immer nur die in der Ente, die auch in den Fetten enthalten sind, die Du fütterst, und das macht einen Teil des Geschmacks aus, der Rest Fett wird aus überschüssigen Kohlenhydraten gebildet, auch wieder immer gleich, egal woher die stammen. (der andere Teil vom Geschmack wird zB auch vom physischen Aufbau der Muskeln bestimmt, eine Ente, die sich viel bewegt, bildet zarteres Fleisch als eine, die wenig herumläuft.

Ein weiterer Unterschied liegt im Zusammenspiel von Rasse / Herkunft und Futterverwertung. Eine Rasse, die sehr langsam wächst, frißt für jedes Gramm Fleisch mehr Futter (das Futter kann also schlechter sein = weniger konzentriert) , und eine Ente, die schnell wächst, wie zB Mularden, braucht konzentriereres Futter. (Eine schnell wachsene Rasse/Herkunft so schlecht zu füttern, daß sie langsam wächst, ist Tierquälerei!)

Soviel zu den Grundlagen.

Wenn Du nun also weißt, was für eine Ente Du hast (schnell oder langsam wachsende Rasse/Herkunft), und damit auch weißt, was diese Ente am Tag zunehmen muß, weißt Du, welche und wieviel Nährstoffe im Futter je Tag drin sein müssen. Und wenn Du kein Alleinfutter benutzen willst, sondern selber Mischen, machst Du dazu eine sogenannte "Futterberechnung".

Das ist eine Tabelle, in der Du alle Futtermittel auflistest, die Du verwenden willst, dazu die Nährstoffe, die drin sind, und dann solange mit den Mengen hin und herrechnest, bis der BEdarf Deiner Enten gedeckt ist.

Bedarf gibts auch wieder Tabellen , oder Du guckst da nach
http://www.bundesrecht.juris.de/futtmv_ ... _2_72.html
da findest Du unter Punkt 6 die (mindest)Vorgaben für Entenfutter.

Langer Rede kurzer Sinn: der Unterschied zwischen "eigenem Futter" und fertigem Alleinfutter ist marginal, und aller Erfahrung nach bekommt man eine Eigenmischung, erst recht, wenn man keine Schrotmühle und keinen Mischer hat, nicht halb so gut zusammengestellt wie ein ALleinfutter, schon deswegen, weil man selber gar nicht alle Komponenten in Kleinmengen bekommt.

Nur mal als BEISPIEL - passend für Langmast wäre ein selbst gemischtes Kraftfutter aus
30% Gerstenschrot
22% Haferschrot
15% Maisschrot
10% Eiweißkonzentrat
5% Sojaschrot
10% Weizenkleie
3% Trockenhefe
3% Futterkalk
1% Vitamin-Mineralstoff-Vormischung
1% Holzkohle

Das paßt zu 50% gedämpften Kartoffeln in der Ration.

Einfacher, und funktioniert auch (die Tiere "bemerken" einen Mangel ja nicht lang, die werden ja eh geschlachtet, da machen zB brüchige Knochen, oder kaputte Federn nix mehr aus, nur auf die Leber sollte man achten, Entenleber schmeckt wirklich lecker, und so eine gelbe schwammige Fettleber sieht eklig aus - und macht auch Schmerzen btw) - jedenfalls: eine einfache "Gartenmischung" besteht zB aus

~20% Eiweißfutter / Eiweißkonzentrat
~77% Getreideschrote
~3% Vitamin-Mineralstoff

Das paßt dann zu gehäckseltem Grünfutter und gedämpften Möhren. Sowas stzeht dann zB in Büchern wie "Meine Ente und ich", oder "Oma hat schon immer so gefüttert". Wie gesagt, kann man machen, funktioniert, würde ich persönlich aber nicht tun, ich benutze ja auch keine Medikamente aus den 50er Jahren oder Operationsmethoden aus den 20ern - und das, was an neuem Wissen über Tierernährung da ist, sollen meine Enten eben auch gerne bekommen.

Zusammengefaßt: füttern kannst Du fast alles, es muß nur zusammen passen, und wenn nicht, machen kleinere Fehler auch nichts aus, weil die Tiere ja sowieso kein langes Leben haben.

Mindestens der Eiweißgehalt sollte aber immer stimmen - und bei Zuchttieren würde ich gar nicht selber Mischen.
Zuletzt geändert von SHierling am Mi Aug 06, 2008 12:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon stefan970 » Mi Aug 06, 2008 12:30

hallo brigitta,

wow, das ist mal eine aussage. vielen dank für deine ausführliche antwort.
wenn ich das so lese, ist es offensichtlich ausreichend und sinnvoll zugleich das alleinfutter zu verwenden. selber mischen ist vom aufwand und den nicht vorhandenen gerätschaften so gesehen kein thema.

nochmals vielen dank für deine antwort.

viele grüße,
stefan970
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