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Laufzeit von Windkraftanlagen

Windenergie wird schon seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt.
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Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Qtreiber » Di Aug 18, 2015 7:42

In unserer Gemarkung stehen 2 Windkraftanlagen, eine große, die seit etwa 10 Jahren in Betrieb ist und eine kleinere, die letztes Jahr 20 Jahre gelaufen ist. Diese wurde jetzt abgebaut. Auf Nachfragen sagte mir einer der Betreiber, wenn ich ihn recht verstanden habe, dass jetzt eine neue Betriebsgenehmigung beantragt werden müsse etc. etc. So ganz habe ich das nicht verstanden. Klar, nach 20 Jahren läuft die Zeit aus, in der es Garantiezahlungen gibt. Aber es wurde uns doch (gefühlt) immer erklärt, dass nach 20 Jahren so ein Teil bezahlt ist und dann auch mit einer geringeren Einspeisevergütung Geld zu verdienen ist. Habe ich da etwas falsch verstanden ?
Vielleicht kann mich hier ja jemand aufklären. Danke
Qtreiber
 
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Maulwurf_13 » Di Aug 18, 2015 12:03

Qtreiber hat geschrieben:In unserer Gemarkung stehen 2 Windkraftanlagen, eine große, die seit etwa 10 Jahren in Betrieb ist und eine kleinere, die letztes Jahr 20 Jahre gelaufen ist. Diese wurde jetzt abgebaut. Auf Nachfragen sagte mir einer der Betreiber, wenn ich ihn recht verstanden habe, dass jetzt eine neue Betriebsgenehmigung beantragt werden müsse etc. etc. So ganz habe ich das nicht verstanden. Klar, nach 20 Jahren läuft die Zeit aus, in der es Garantiezahlungen gibt. Aber es wurde uns doch (gefühlt) immer erklärt, dass nach 20 Jahren so ein Teil bezahlt ist und dann auch mit einer geringeren Einspeisevergütung Geld zu verdienen ist. Habe ich da etwas falsch verstanden ?
Vielleicht kann mich hier ja jemand aufklären. Danke


Kurz und vereinfacht gesagt: Die WKA kann nicht die Instandhaltungs- Betriebs- und Versicherungskosten erwirtschaften.

Und diese Kosten sind verdammt hoch. Denn ein Bauwerk welches immer massiven Schwingungen ausgesetzt ist (und die haben alle WKAs) + sonstigen klimatischen Einflüssen führt immer zu massiven Instandhaltungskosten.
Da die Schwingungen nach ein paar Jahren immer mehr zunehmen (Lagerverschleiß, Unwucht in den Rotoren) ist ja auch schon lange ein offenes Geheimnis.
Nicht ohne Grund genügen die meisten WKAs nach spätestens 10 jähriger Nutzdauer den anfänglichen Lärmemissionsgutachten bei weitem nicht mehr. Überschreitungen zwischen 50% bis 150% teilweise sogar 500% sind eher die Realität als die Ausnahme.
Das trifft auf alle WKAs zu.

Da alle WKAs analog zu sonstigen technische Analgen eine Erneuerung der Betriebserlaubnis benötigen (teilweise gesetzliche Vorgaben aber entscheidender sind die Versicherungskosten) ist die Anlage nicht mehr wirtschaftlich tragfähig.

Zudem gibt es auch nach den 20 Jahren eine staatlich garantierte Einspeisevergütung. Aktuell liegt sie glaube ich bei 4.9 Cent / kwh und der Strom muss abgenommen werden. Früher war sie höher. Dieses "Kontingent" kann nun aber auf neue WKAs übertragen werden und so erhofft man sich von Seiten der Betreiber das die neuen Anlagen "endlich" wirtschaftlich sein werden.
Denn min. 1/3 aller WKAs im Inland sind trotz der massiven Förderung nicht in der Lage wirtschaftlich zu arbeiten. Ohne diese 4.9 Cent wären es auch nicht die Anlagen an der Küste und müssten diese noch die Kosten für Netzausbau + Speicherung tragen dann ...

Bei Photovoltaik wird in spätestens 5 Jahren auch ein böses erwachen kommen (dann sind die meisten Anlagen zwischen 10 und 15 Jahren alt).
Gerade so "Rekordsommer" wie dieses Jahr setzen den Anlagen massiv zu. Plattentemperaturen von teilweise deutlich über 60°C begünstigen ein schönes "Einbrennen" von Verschmutzungen. Schätze das dieses Jahr die meisten Anlagen ohne Probleme dauerhafte Verluste von 3 % bis 5 % bekommen haben.
Das dumme daran ist halt das die Alterung dadurch noch schneller vonstatten geht.
Von den ganzen verlegten Stromkabeln mal ganz abgesehen. Der Kunstsoff zur Isolierung der Kabel altert bei hohen Temperaturen auch deutlich schneller und verliert dadurch die isolierende Wirkung ...

Im Gegenteil zu WKAs haben PVAs aber einen weiteren Nachteil. Diese sind häufig auf Häusern etc. angebracht und falls ich mich noch richtig erinnere sind bereits heute bei 2 Promille der Brände von Gebäuden mit diesen Anlagen die PVA die Brandursache (und das bei einem durchschnittlichen Alter der Anlagen von Ungefähr 4 bis 5 Jahren). Aber was will man von Installationen erwarten die ausgehend von der Photovoltaikzelle bis zum Verteilerkasten nicht abgesichert sind ...
Mit der gleichen Logik müsste man ja in Zukunft im Haus nur noch die elektr. Geräte selbst absichern ...

Aber der Wind und die Sonne schicken keine Rechnungen ... aber die Betreiber schon bzw. gehen insolvent.
Maulwurf_13
 
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Qtreiber » Di Aug 18, 2015 12:37

Danke für die ausführliche Antwort.
Maulwurf_13 hat geschrieben:Dieses "Kontingent" kann nun aber auf neue WKAs übertragen werden

Ja, von so etwas war auch die Rede(allerdings nicht so klar verständlich wie bei dir). Gebe aber zu, dass ich das AUCH nicht verstanden habe. :oops:
Qtreiber
 
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Maulwurf_13 » Di Aug 18, 2015 14:34

Qtreiber hat geschrieben:Danke für die ausführliche Antwort.
Maulwurf_13 hat geschrieben:Dieses "Kontingent" kann nun aber auf neue WKAs übertragen werden

Ja, von so etwas war auch die Rede(allerdings nicht so klar verständlich wie bei dir). Gebe aber zu, dass ich das AUCH nicht verstanden habe. :oops:


Alte PVA ist z.B. eine 250er
neue PVA ist z.B. eine 750er

Alte staatliche verordnete Einspeisevergütung nach EEG liegt bei 8.23 Cent/ kwh (weil vor 2000)

--> Mischkalkulation nach EEG-Zeit für neue Anlage:
2/3 der erzeugten Strommenge werden zu 4.95 Cent/kwh und 1/3 zu ca. 8.23 Cent/kwh "für immer" vergütet.
--> die neue Anlage erwirtschaftet somit 6.04 Cent/kwh anstelle 4.95 Cent/kwh und kann dann nach Hoffnung der Betreiber auch nach 20 Jahren noch wirtschaftlich betrieben werden.

Anlagen
zw. 2000 und 2004 bekommen 6.19 Cent/kwh
zw. 2004 und 2009 5.50 Cent/kwh
zw. 2009 und 2012 5.02 Cent/kwh
zw. 2012 und 2014 4.87 Cent/kwh
und oh Wunder seit 2014 4.95 Cent/kwh
Und das sind nur die Einspeisevergütungen und zwar für "immer"
.

Zusätzlich gibt es dann noch einen Repoweringbonus (min. 10 Jahre alte Anlage muss ersetzt werden im gleichen oder Nachbarlandlkreis + min. doppelte Leistung dann gibt es 0.5 Cent/kwh mehr für die neue Anlage (und falls noch Richtig im Gedächtnis für die gesamte Anlage)

Für die Netzstabilisierung müssen immer noch Großkraftwerke dauerhaft mitlaufen weil nur diese können ein Netz stabil halten (ansonsten Frequenz-Gau) und die Regelleistung muss im Zeitbereich von ungefähr 10 sec bis zu 5 min liegen.
Das geht auch nicht mit Gaskraftwerke schnell hochfahren. Alternative (einfachste Schwungradregler wäre um ein vielfaches teurer).
Maulwurf_13
 
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Qtreiber » Di Aug 18, 2015 20:24

ooops. meinte eigentlich, dass ich es bei meinem Freund nicht verstanden habe.
Und sooo genau wollte ich es eigentlich auch gar nicht wissen. :wink:
Trotzdem danke. :)
Qtreiber
 
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Kabrueggen » Di Aug 18, 2015 21:41

Finde die Ausführung sehr interessant. Danke dafür :)
Kabrueggen
 
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Guetzli » Mi Aug 19, 2015 7:28

Unsere erste P.V Anlage wurde 2004 errichtet .Heiße Tage mit fast 40 Grad gab es seither einige ,nicht erst seit diesem Jahre .
Wir konnten seither allerdings keine Leistungseinschränkungen feststellen .
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Peterpan » Mi Aug 19, 2015 7:37

ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. habe lange nicht mehr soviel Quark zu diesem Thema gelesen :D
maulwurf: hast du selber anlagen? Probleme gibt's überall, ich kann aber nichts von dem bestätigen was du da so niedertippst. ich betriebe mehrere hundert kwp pv anlagen und ich bin zufrieden. wie gesagt, es KANN immer mal was sein aber nicht so ein Mist was du sagst :lol:
ich deine Windschutzscheibe brennt auch regelmäßig dreck rein oder? Module können sogar noch heißer als 60grad werden :wink:
überleg mal selber, meinst du nicht das die wka wartungsintervalle und für die sicherheitsrelevanten lager klopfsensoren haben die dann abschalten als immer weiter zu hämmern? n8
möchte mal sehen wenn so ein 6mw ding mit nem lagerschaden rumtanzt :mrgreen: :gewitter:
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon The Judge » Mi Aug 19, 2015 9:18

Qtreiber hat geschrieben:In unserer Gemarkung stehen 2 Windkraftanlagen, eine große, die seit etwa 10 Jahren in Betrieb ist und eine kleinere, die letztes Jahr 20 Jahre gelaufen ist. Diese wurde jetzt abgebaut. Auf Nachfragen sagte mir einer der Betreiber, wenn ich ihn recht verstanden habe, dass jetzt eine neue Betriebsgenehmigung beantragt werden müsse etc. etc. So ganz habe ich das nicht verstanden. Klar, nach 20 Jahren läuft die Zeit aus, in der es Garantiezahlungen gibt. Aber es wurde uns doch (gefühlt) immer erklärt, dass nach 20 Jahren so ein Teil bezahlt ist und dann auch mit einer geringeren Einspeisevergütung Geld zu verdienen ist. Habe ich da etwas falsch verstanden ?
Vielleicht kann mich hier ja jemand aufklären. Danke

Wie in den vorherigen Beiträgen schon erwähnt, spielt die Mitnahme des Repowering-Bonus eine große Rolle. Außerdem sollte man auch die nackten Zahlen nicht außer Acht lassen: Nach 16 Jahren kommen die Anlagen aus der Abschreibung, wodurch die Steuerbelastung des Betreibers signifikant steigt. Ein Repowering nach 17 Jahren sollte also das Ziel eines jeden Anlagenbetreibers sein.
Wenn die ältere Anlage nun erst nach 20 Jahren abgebaut wird, bedeutet das entweder, dass der Betreiber seine Zahlen nicht im Blick hatte, oder das die Anlage noch nach alten Maßstäben abgeschrieben wurde, d.h. die Anlage selber über 16 Jahre, Verkabelung über 25 Jahre und Zuwegung über 19 Jahre. Soll die Anlage denn durch eine neue ersetzt werden?
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Guetzli » Mi Aug 19, 2015 19:20

Die ältesten Anlagen die wir in KG,s mit Bürgerbeteiligungen laufen haben sind bei uns auch schon 15 Jahre alt .
Tatsächlich wurde die versprochenen Renditen nicht erreicht ,die Geschäftsleitung der KG begründet das mit unterdurchschnittlichen Windverhältnissen der letzten 10 Jahre .Die Bankdarlehen sind so langsam bedient ,jetzt kommen die Kommanditisten auch in den Genuss .
Alles im grünen Bereich noch ,so würde ich es nennen mit den verschiedenen Windkraft KG,s .
Man konnte es ja auch als Steuersparinvest geltend machen .
Durch die geringere Auslastung wie geplant hoffen natürlich alle Kommanditisten auf eine noch lange Laufzeit .
Alle Anlagen /KG,s haben um die 30 %Eigenkapital (Einlagen der Kommanditisten).

Währe ich Geschäftsführer einer solchen KG ,ich würde von Anfang an auf eine höhere Eigenkapitalquote drängen ,möglichst 50 oder mehr Prozent ,so könnte man von Anfang an auch gleich wieder die Kommanditisten "befriedigen" .
Und versuchen von Anfang an ALLE im Dorf mit ins Boot nehmen ,auch so manche blöde Nase .
Guetzli
 
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Qtreiber » Mi Aug 19, 2015 22:58

The Judge hat geschrieben:Soll die Anlage denn durch eine neue ersetzt werden?

Nein. Jedenfalls nicht an Ort und Stelle. Da ist mittlerweile das Fundament rückgebaut und der Eisenschrott entsorgt.
Qtreiber
 
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Re: Laufzeit von Windkraftanlagen

Beitragvon MiilaMaheAed » Do Okt 22, 2015 14:25

Guetzli hat geschrieben:Unsere erste P.V Anlage wurde 2004 errichtet .Heiße Tage mit fast 40 Grad gab es seither einige ,nicht erst seit diesem Jahre .
Wir konnten seither allerdings keine Leistungseinschränkungen feststellen .


Also ich habe hier in Kehl eine 2,4kW Anlage (Victron Energy BlueSolar MPPT 150/85) und die Anlage lieferte von mitte Februar bis Anfang Juni volle Leistung.

Seit dem 2ten Juni sind die Temperaturen stetig angestiegen und die Module hatten teilweise ueber 60 grad celsius.

Juni/Juli/August bis mitte September hat die Anlage gute 40% weniger Leistung gehabt!

Ich lade 24V Batterien mit 1550Ah und mein einziger Vorteil ist, das ich mit einem MPPT und 108V lade, was bedeutet, das ich bereits um 6 Uhr morgens Ladestrom habe, wo es noch nicht sehr warm ist
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