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Linde zurückschneiden

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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11 Beiträge • Seite 1 von 1
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Linde zurückschneiden

Beitragvon grandma » Mo Jun 25, 2012 12:48

Hallo zusammen,

wann ist die optimale Zeit um eine Linde zurückzuschneiden, bzw wann auf keinen Fall?

Gruß grandma
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon MF-133 » Di Jun 26, 2012 15:06

Hier findest Du einen lustigen Link zum Thema:

http://www.baumpruefung.de/Neue_Dateien ... hnitt.html

Ne Linde würde ich im September/Oktober schneiden. Jedenfalls nicht im Mai oder Juni, weil sie da blutet ohne Ende.Auf größere Wunden gehört Wundharz.

MFG
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon arbo » Di Jun 26, 2012 15:36

Am besten nach dem Blattaustrieb schneiden. Da kann der Baum am besten auf den Schnitt reagieren (Abschotten etc.). Zur Zeit ist auf alle Fälle ok.
Auf garkeinen Fall irgendwelche Wundverschlussmittel auftragen. Die schaden mehr als das sie nützen.
Wenn ein bischen Wasser aus den Schnittstellen suppt macht das garnichts. Bäume haben nämlich im Gegensatz zum Menschen keinen geschlossenen Kreislauf und können somit auch nicht verbluten.
Es ist ein sehr trauriger Erfahrungssatz, das sich viele junge Leute für das Forstwesen bestimmen,oder von ihren Eltern bestimmt werden, wenn sie nicht Kopf genug haben eine andere Wissenschaft oder Kunst zu erlernen...
(Lehrbuch für Förster 1877 )
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon Supertrac » Di Jun 26, 2012 20:50

Hallo zusammen !

Ich muss jetzt ein bischen den :klug: raushängen.
... und einigen hier im Forum leider auch etwas auf die Füße treten, weil sie eben im Baum"pflege"bereich tätig sind und ihr Geld damit verdienen (müssen).

Eingangsfrage: warum willst Du die Linde zurücknehmen ?
wenn sie Dir zu gross ist, dann gibt es leider nur 1 "wahre" Lösung = Fällen ! und einen Baum pflanzen der Deinem Standort auch in der Höhe "gerecht" wird.
warum: der Baum wächst ja wieder weiter (hoffentlich), und er will - und wird ! - seine "Endhöhe" erreichen, denn die ist genetisch bestimmt !!!!!
Also das Einkürzen bringt nur kurzzeitig etwas, was als Vorteil erscheinen mag.
Aber vor allem bringt es Nachteile: die Neuaustriebe an den Schnittstellen sind statisch (festigkeitsmäßig) nicht so fest am Schnittstumpf verankert, sondern sog. "Schlitzer", die bei Querbelastung (bspw. Sturm) relativ leichter ausreissen, als das (abgeschnittene) Original. Fazit: unter "Verkehrssicherheitsaspekten" machste mit der Baumkappung unterm Strich "Miese".

Noch ne Anmerkung: ab einem bestimmten Querschnitt des abgesägten Astes/Stamms kann man davon ausgehen, dass der Baum es nicht mehr schafft, die Wunde zu überwallen. Von diesen Stellen aus fault der Baum und wird nach gewisser Zeit (sicher einige Jahre !) eingehen.Weder bei diesen dicken, und auch nicht bei den dünneren, Querschnitten ist laut gängiger Lehrmeinung ein Wundverschluss sinnvoll, weil gerade dadurch dem Pilz - der automatisch/immer beim Schnitt in die Wunde gelangt - ein behagliches Heim geschaffen wird, wo er richtig gut arbeiten kann ! Wenn Du das nicht glaubst, dann verwende wenigstens ein Mittel, das einen Fungizid-Zusatz enthält. Ansonsten halte ich das, was landauf landab an vielen Bäumen "gepflegt" (gekappt) wird als "Baumfrevel", was das Ende des Baums einläutet.

Hoffentlich waren meine Erklärungen "technisch" nachvollziehbar und für die, die in diesem Bereich arbeiten nicht beleidigend !

bbbbbbbrrrrrrrrrrrr - fast vergessen --> Schnittzeitpunkt: auf keinen Fall im Herbst/Winter !
Der Baum soll sich ja wehren können, das geht nur, wenn er im Saft steht oder kurz davor ist.
@arbo - Du denkst ähnlich ("arbo" = Baum...... ????) arbeitest Du auf dem Gebiet ?

viele Grüße
Supertrac
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon grandma » Mi Jun 27, 2012 12:13

Hallo,

danke für die schnellen, teilweise sehr ausführlichen Antworten. Ich war immer davon ausgegangen das man einen Baum "pflegen" soll wenn er ruht, sprich im Herbst und Winter.
Aber das scheint ja eine Fehlannahme gewesen zu sein.

Ich möchte den Baum ja nicht komplett zurückschneiden, sondern eher die Krone schlanker gestalten und die die unteren Äste entfernen damit ich mit dem Trecker wieder drunter herkomme.



Gruß grandma
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon Stefan74 » Mi Jun 27, 2012 15:35

Hallo, also bei uns stehen zwei Linden vor dem Haus, und die werden immer im Frühjahr, wenn es keine Frostgefahr mehr gibt auf den Kopf zurückgeschnitten. Schau mal unter www.gartendatenbank.de und gib da mal Linde ein.

Gruß Stefan
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon Marco + Janine » Mi Jun 27, 2012 19:24

Das ist aber keine wirkliche Baumpflege ! ! !
Sägen, genug für den dritten Weltkrieg.
Akku-Sägen, ein wink für die Grünen.
wenn die Flut kommt, können wir das mit dem Baumklettern
oder notfalls haben wir ja unsern Hubsteiger.
Schlepper, genug um ihn nicht mit meiner Frau teilen zu müssen :lol:
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon Jonas78 » Di Jan 06, 2015 9:02

Auf keinen Fall Linden bei Frost beschneiden. Der Baum hat dann keine Möglichkeit, die Wunden ordentlich zu schließen und wird anfällig gegenüber Krankheiten. Am besten nur im Frühjahr oder Herbst bis spätestens September beschneiden, wenn es frostfrei ist. Besser nur im Frühling. Zunächst immer erst die morschen und alten Triebe entfernen, damit der Baum diese nicht unnötig noch versorgen muss.

Weitere Infos habe ich unter http://www.gartenbista.de/garten/lindenbaum-schneiden-so-gehts-2942 gefunden. Selbst wenn die Linde stark beschnitten wird, treibt sie im Folgejahr meist wieder ordentlich aus.
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon fiatag » Di Jan 06, 2015 20:23

Haben unsere 2 Linden im Dezember 2013 komplett runter geschnitten und haben neu ausgetrieben. Logis herweise in den Wkntermonaten verschneiden denn da is der Saft aus den Bäumen und keine Probleme mit Laub.

Grüsse.
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon Shortcut » Di Jan 06, 2015 22:14

Hallo,

ich halte nichts vom Rumschneiden an Linden. Bei uns hat die Gemeinde die Linden an der Strasse vor ein paar Jahren massiv zurückgeschnitten, mit dem Erfolg das die jetzt wie blöd ausgetrieben haben und bei jedem Sturm diese instabilen Schösser abreißen. Abgesehen davon haben die derart dicke Äste gekürzt das diese Bäume über kurz oder lang einfaulen.

Auch sensibleres Zurückschneiden führt zu einem verstärkten Austrieb, weswegen ich z.B. absolut gegen das Einkürzen eines starken Astes bin der in Richtung unseres Hauses wächst. Es macht einfach keinen Sinn.

In meinen Augen den Baum akzeptieren oder fällen...einzig Totholz sollte man ggf. entfernen.

Gruss
Carsten
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Re: Linde zurückschneiden

Beitragvon togra » Di Jan 06, 2015 22:44

Das ist so eine Unart unter vielen Gärtnern, im Winter "Baumpflege" zu betreiben.
Dann gibt's auf Baustellen nix zu tun aber irgendwas muss ja gemacht werden....

Auf unserer letzten Baustelle war (kurz vor Weihnachten) auch ein bis an die Zähne bewaffneter Kollege beim Nachbarn, um ein kleines Apfelbäumchen zu "pflegen"
Was hat der dem nicht alles erklärt: Fachkunde hier, Fachkunde da etcpp.... blablabla.....

Das aber Vegetationsruhe herrscht und Frost bevorsteht mit den bekannten Folgen..... n8


Mit (guten) Wundverschlußmitteln haben wir aber bei unvermeidbaren, größeren Schnittstellen (z.B. Verkehrssicherheit) durchaus positive Erfahrungen gemacht.
Seit einigen Jahren setzen wir die ein und selbst handtellergroße Schnittstellen sind zu 95% schadlos verheilt.
Vorher wussten wir, dass das immer der Anfang vom Ende des Baumes ist.

Wichtig ist zudem eine ordentliche Desinfizierung des Schnittwerkzeuges :klug:
Shortcut hat geschrieben:Auch sensibleres Zurückschneiden führt zu einem verstärkten Austrieb, weswegen ich z.B. absolut gegen das Einkürzen eines starken Astes bin der in Richtung unseres Hauses wächst. Es macht einfach keinen Sinn.

In meinen Augen den Baum akzeptieren oder fällen...einzig Totholz sollte man ggf. entfernen.

Sicher ist das fachlich richtig; aber gleich einen ganzen Baum zu fällen weil z.B. der etwas stärkere, auf die Straße ragende Ast erst jetzt einem "aufmerksamen Bürger" aufgefallen ist halte ich auch für sinnlos.
Trotz großer Schnittwunde lebt so ein Baum meistens noch Jahrzehnte weiter, ohne dass er eine Gefahr darstellt.

Viel mehr hat mich persönlich dieses Jahr der Weihnachtsbaum aufgeregt: Für lächerliche 2 Wochen "Kerzen festhalten" in der Bude musste diese überaus schöne Pflanze ihr Leben lassen, um heute dann wie ein nutzloser Lumpen einfach vor die Tür geschmissen zu werden.
Die letzten Jahre hat mich das schon genervt, aber das war nun der Letzte.
Zum nächsten Fest gibt's einen Künstlichen oder Einen im Topf :prost:
Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist...
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