Bloß nicht zulange einfach so im Stand laufen lassen.
Einfahren heißt bei geringer Last und abwechselnde Drehzahl und des steigert.
Ob und wie lange hängt vom Motor ab. Eine Motorsäge wird keiner länger als 5 min nur so zum schnitzen verwenden bevor es richtig ins Holz geht. Motorrad/Kart Rennmotoren ist da gegen das einfahr Programm schon so 45 mim. bzw. laufen lassen abkühlen und wieder laufen lassen.
Das ganze mit dem Einlaufen ist doch Hokus Pokus. Was soll denn da einlaufen? Entweder die Maße passen oder sie passen nicht. Jeder neue Motor kommt im Werk auf den Prüfstand und dann Feuer frei!
Einlaufen lassen mit Leerlaufdrehzahl ist das schlechteste was man machen kann. Alle Spiele (Kolbenringstoß, Kolben/Zylinder, Lagerungen) sind auf Betriebstemperatur ausgelegt. Aus dem einfachen Grund, dass man davon ausgeht dass ein Motor den größten Teil seiner Betriebszeit in diesem Temperaturbereich verbringt. Auch geometrisch(Kolbenkippen u.ä.) sind die Motoren für einen Mindestlastanteil ausgelegt, das hängt aber davon ab wofür der Motor konzipiert wurde. Moderne Motoren muss man nicht mehr zwingend einfahren. Die sind vom ersten Moment an vollgasfest. Allerdings kann man durch richtiges Einfahren die Lebensdauer trotzdem erhöhen. Im schlechtesten Fall schadet es nicht. Das hängt damit zusammen dass alle theoretischen Maße eine gewisse Toleranz haben. Diese "schleift" sich wärend des Betriebes ein. Am Anfang eher schnell, dann immer langsamer, und wenns im Laufe der Zeit zuviel ist spricht man vom altersbedingten Verschleiß.
Fazit: Motor zügig bei wenig Last warmfahren, und dann die ersten paar hundert Km mit moderater Last und Drehzahl betreiben. Bei PKW Größenordnung 5000 km. Spätestens ab da braucht man sich keine Sorgen mehr machen. Was aber nicht heißt dass man einen Kalten Motor im Winter gleich mit Vollgas beglücken sollte. Ein bisschen schonende Behandlung sollte immer der Fall sein.
Je höher die max Drehzahl umso sinnvoller ist eine gewisse "Einlaufzeit"
Bei Dieselmotoren außerhalb des Straßenverkehrs gab's früher ein spezielles Einlauföl und 1-2 Ölwechsel nach wenigen Bstd.
Mittlerweile sind Qualität und Fertigungsgenauigkeiten so hoch das bei manchen Herstellern der allererste Motorölwechsel erst bei 2000Bstd ansteht.
Auch im Zweitaktbereich sind die Fertigungstoleranzen deutlich besser geworden.
Dennoch sollte man bei einer z.b. Motorsäge wenigstens die ersten 1-2-3 Tankfüllungen etwas moderat arbeiten, also nicht gleich im Akkord die 100 jährige Eiche auf Scheitlänge sägen. Entasten wäre eine gute Einlaufarbeit mit wechselnden Drehzahlen und nur kurzer Belastung.
Bei Verwendung eines neuen Kolbens in einem gebrauchten Zylinder würde ich die ersten Tankfüllungen etwas mehr Zweitaktöl zugeben.
~ 1:40 Mischung ist kein Schaden.
Gruß Daniel
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......