• Foren-Übersicht
  • Galerie
  • Chat
    Erweiterte Suche
  • Ändere Schriftgröße
  • FAQ •
  • Datenschutzerklärung •
  • Nutzungsbedingungen • Registrieren • Login
Auto-Login

Aktuelle Zeit: So Okt 18, 2026 11:46

Landtreff zieht um! Voraussichtlich am Wochenende 24./25. Oktober wechseln wir auf eine neue Forensoftware – das Forum ist dabei einige Stunden geschlossen. Bitte prüft vorher, ob eure E-Mail-Adresse im Profil noch stimmt. Alle Infos zum Umzug »

Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
Antwort erstellen
8 Beiträge • Seite 1 von 1
  • Mit Zitat antworten

Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon Fendt 308 ci » So Mär 22, 2026 8:03

Es wundert mich mittlerweile nur noch wenig, das dieses Thema in einem Landwirtschaftsforum nicht mehr erwähnenswert ist, aber ich stelle es trotzdem mal ein:

Sonderregelung beim Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft rechtlich zulässig

Verbändebündnis legt umfassendes Rechtsgutachten vor

Ein branchenspezifischer Abschlag vom gesetzlichen Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft ist rechtlich zulässig. Zu diesem Ergebnis kommt ein 140-seitiges Rechtsgutachten des renommierten Arbeitsrechtlers Prof. Dr. Christian Picker, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der Universität Tübingen. Das Gutachten wurde im Auftrag eines Bündnisses von acht Verbänden der grünen Branche erstellt.

Der Gutachter stellt fest, dass ein Mindestlohnabschlag von 20 Prozent weder gegen das Grundgesetz noch gegen europäisches Recht verstößt. Im Gegenteil: Für besonders mindestlohnbetroffene Branchen wie den arbeitsintensiven Obst-, Gemüse- und Weinbau könne eine solche Sonderregelung verfassungsrechtlich nicht nur zulässig, sondern unter Umständen sogar geboten sein.

Ziel des Mindestlohngesetzes sei es, durch eine marktgerechte Lohnuntergrenze Lohnunterbietungswettbewerb zu verhindern und sowohl Beschäftigte als auch das Sozialversicherungssystem zu schützen. Diese Ziele würden jedoch verfehlt – und teilweise ins Gegenteil verkehrt –, wenn ein zu hoher Mindestlohn zum Abbau von Arbeitsplätzen führe. Genau diese Entwicklung zeichne sich in Sonderkulturbetrieben ab, die durch die starken Mindestlohnerhöhungen zunehmend in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet seien. Als Folge würden Anbauflächen reduziert oder arbeitsintensive Kulturen ganz aufgegeben – mit negativen Auswirkungen auf Beschäftigung, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.

Ein moderater Mindestlohnabschlag stelle nach Auffassung des Gutachters das mildeste und zugleich wirksamste Korrektiv dar: Negative Beschäftigungseffekte würden vermieden, Saisonarbeitskräfte blieben weiterhin durch eine verbindliche Lohnuntergrenze geschützt und die nationale Selbstversorgung mit Obst, Gemüse und Wein würde gestärkt.

Auch unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten bestehen nach Ansicht von Prof. Dr. Pickers keine Bedenken: Ein Mindestlohnabschlag für landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte verstoße nicht gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG. Die Ungleichbehandlung sei sachlich gerechtfertigt, da sie der Sicherung von Beschäftigung und Selbstversorgung diene und den betroffenen Arbeitskräften weiterhin ein angemessener Mindestschutz verbleibe.

Ebenso sieht Prof. Dr. Picker keine Verstöße gegen das EU-Recht. Geprüft wurden unter anderem mögliche Auswirkungen auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit, die EU-Mindestlohnrichtlinie, die Saisonarbeiterrichtlinie sowie die Befristungsrichtlinie. Eine mögliche mittelbare Ungleichbehandlung der überwiegend aus Osteuropa stammenden Saisonarbeitskräfte sei durch legitime Ziele gerechtfertigt und verhältnismäßig.

Zusammenfassend kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, dass ein Mindestlohnabschlag von 20 Prozent für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft ein geeignetes, erforderliches und angemessenes Instrument ist, um Arbeitsplätze in den Sonderkulturen zu sichern, Lohndumping zu verhindern und die Selbstversorgung zu stärken.

Vor diesem Hintergrund fordert das Verbändebündnis die Bundesregierung auf, umgehend eine entsprechende Sonderregelung für landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte im Mindestlohngesetz zu verankern, um einen weiteren Rückgang der heimischen Produktion von Obst, Gemüse und Wein zu verhindern.

Das Verbändebündnis besteht aus dem Deutschen Bauernverband e.V. (DBV), dem Gesamtverband der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V. (GLFA), der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO), dem Deutschen Raiffeisenverband e.V. (DRV), den Familienbetrieben Land und Forst e.V. (FabLF), der Union der deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA), dem Deutschen Weinbauverband e.V. (DWV) sowie dem Zentralverband Gartenbau e.V.

Weitere Informationen:
http://www.derdeutschegartenbau.de

Titelbild: © Maksudkr | Dreamstime

Erscheinungsdatum: Mi 18 März 2026



20260322_074802_copy_765x1020.jpg
Quelle: BW Wochenblatt 12/2026


Schaun mer mal, was unsere Kommunistenparteien bzw deren Vertreter dazu sagen, aber ich denke die sitzen es aus.
Derweil sind Rund ims Jahr die Regale (noch) voll vom ganzen Erdball und niemand interessiert sich für die Produktionsbedingungen während hier bei uns ein Sonderkulturbetrieb nach dem anderen seine Produktion einstellt.
Fendt 308 ci
 
Beiträge: 2028
Registriert: Sa Okt 20, 2018 18:54
Wohnort: wärmste Region Deutschlands
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon RABE-Profi » So Mär 22, 2026 9:28

Fendt 308 ci hat geschrieben:Derweil sind Rund ims Jahr die Regale (noch) voll vom ganzen Erdball und niemand interessiert sich für die Produktionsbedingungen während hier bei uns ein Sonderkulturbetrieb nach dem anderen seine Produktion einstellt.



Wenn mein Nachbar und die anderen die Erdbeerproduktion einstellen, wird niemand etwas merken.
Genauso bei der Milch und Fleisch und Getreide. Was Rußland letztes Jahr an mehr als in 24 geerntet hat, ist das, was bei uns insgesamt wächst. Deppendeutschland ist sowas von uninteressant geworden, auch wenn es manche hier noch nicht merken.
Das was bei uns produziert wird, interessiert doch gar keinen mehr.
Deutschland: das größte Irrenhaus der Welt. Hier laufen die Verbrecher frei herum
RABE-Profi
 
Beiträge: 1269
Registriert: So Feb 19, 2023 20:54
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon Kraxer » Mo Apr 27, 2026 5:40

Danke für das Teilen. Ich denke hier im Forum sind (zu) wenige betroffene Betriebsleiter unterwegs. :-(
Kraxer
 
Beiträge: 359
Registriert: Sa Nov 10, 2018 16:50
Wohnort: zwischen Pfrimm und Lauter, Blies und Rhein
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon tyr » Mo Apr 27, 2026 7:30

Liegt vielleicht auch daran, neben dem fakt, das die Erdbeer- und Gemüsebauern nur einen sehr kleinen Teil der Bauerschaft ausmacht, es inzwischen schon schwer ist, jemanden für den normalen Mindestlohn zu finden, geschweige für einen reduzierten Mindestlohn. Nichtmal hier an der polnisch- tschechischen Grenze
Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum , Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut
tyr
 
Beiträge: 11562
Registriert: Do Jun 10, 2021 7:39
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon Terreblanche » Mo Apr 27, 2026 7:47

Ich wäre froh, wenn ich als hart arbeitender Betriebsinhaber den Mindestlohn hätte.
Benutzeravatar
Terreblanche
 
Beiträge: 755
Registriert: Sa Jan 10, 2015 20:58
Wohnort: Südschwarzwald
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon TomDeeh » Mo Apr 27, 2026 9:03

tyr hat geschrieben:Liegt vielleicht auch daran, neben dem fakt, das die Erdbeer- und Gemüsebauern nur einen sehr kleinen Teil der Bauerschaft ausmacht, es inzwischen schon schwer ist, jemanden für den normalen Mindestlohn zu finden, geschweige für einen reduzierten Mindestlohn. Nichtmal hier an der polnisch- tschechischen Grenze


Hi ,
das war bis jetzt kein großes Problem. Der rumänische Mindestlohn liegt unter 6€ , das war nicht so uninteressant hier in D für die Rumänen zu arbeiten.Frauen haben dann ja noch Erleichterungen bei den Abgaben.
Ich kenne zwei Betriebe aus dem Gemüsebau , die haben wegen dem erhöhten Mindestlohn jetzt aufgehört, weil sie absehen konnten , dass kein positives Betriebsergebnis mehr generiert werden kann damit,Und werden auch nichtmehr anfangen. Flächen sind weg , Wasserrecht(e) verkauft und in den Hallen stehen jetzt Wohnmobile. Das waren kleine Krauter mit zusammen nichtmal 300ha Anbaufläche.
Sowas muss man sich vorher überlegen von Regierungsseite , die Betriebe stehen vielfach wirtschaftlich prekär da und die Reserven wurden in den letzten Jahren durch den LEH , Corona ,damalige Mindestlöhne und hohe Energiekosten schon verbraucht.

Schade.
Gruß Tom
TomDeeh
 
Beiträge: 2661
Registriert: Sa Sep 22, 2007 20:30
Wohnort: Hohenlohe ,BaWü
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon tyr » Mo Apr 27, 2026 11:59

Terreblanche hat geschrieben:Ich wäre froh, wenn ich als hart arbeitender Betriebsinhaber den Mindestlohn hätte.


Das wären viele, aber davon darf nicht geredet werden....
Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum , Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut
tyr
 
Beiträge: 11562
Registriert: Do Jun 10, 2021 7:39
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon NH-T6.140 » Sa Mai 16, 2026 6:24

TomDeeh hat geschrieben:Das waren kleine Krauter mit zusammen nichtmal 300ha Anbaufläche.
.


Irgendwie wohne ich auf einem anderen Planet :lol:
Hier bei uns am Oberrhein gibt es einen Betrieb der mehr 300ha hat, das ist der Gaser.
Gemüsebauern, in der Regel Selbstvermarkter knacken selten die 10Ha. in der Regel zwischen 0,5 und 4ha n8

Was ist bei dir dann ein Großer "Gemüsebauer"
NH-T6.140
 
Beiträge: 276
Registriert: Mo Dez 04, 2023 15:11
Wohnort: Südbaden
Nach oben


Antwort erstellen
8 Beiträge • Seite 1 von 1

Zurück zu Agrarpolitik

Wer ist online?

Mitglieder: 2810, AdsBot [Google], Bing [Bot], freddy55, Google [Bot], Manfred, MrBurns

  • Foren-Übersicht
  • Das Team • Impressum • Alle Cookies des Boards löschen • Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Forum Group • Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO Design created by stylerbb.net & kodeki