Ich hab gerade auf meiner alten Drehbank (Weisser Heilbronn Typ "Junior" aus den 70ern) eine Achsschenkelbuchse für einen Bagger gedreht.
Ich muss voraus schicken, dass ich kein Dreher bin und mir das für den Eigenbedarf mehr oder weniger selbst beigebracht habe
Ich hatte den Ehrgeiz, die Maße (Außen 80,20 / Innen 62,20 / Länge 42,00) genau zu treffen, auch wenn es letztlich nicht aufs Hundertstel ankommt.
Material war ein vorhandenes Stück S355- das soll zusammen mit Fettschmierung für den alten Bagger reichen, auch wenn mir bewusst ist, dass die alte Buchse mal oberflächengehärtet und aus Einsatzstahl oder so was hergestellt war...
Aber nun zum eigentlichen Thema: Ich hab einen Außendrehmeißel und eine Bohrstange jeweils mit CNMG- Wendeplatte eingesetzt, alles Sandvik.
An den Schlitten der Drehbank hab ich eine Messuhr befestigt um genauer zustellen zu können als nur mit der Skala. Digitalanzeige hab ich leider keine.
Außen hat das prima geklappt, da hab ich das Maß aufs Hundertstel getroffen und der Außendurchmesser ist perfekt zylindrisch. Innen ist es -obwohl ich per Messuhr zugestellt habe- über ein Zehntel größer geworden, zudem vier Hundertstel konisch (näher zum Futter hin wird die Bohrung größer...)
Habt ihr einen Tipp was ich falsch gemacht habe? Bei Außenbearbeitung wird ja das Handrad rechts herum auf Maß gedreht, der Schlitten kann also trotz Schneiddruck nicht zurück. Bei der Innenbearbetung hab ich nach links das Handrad auf Maß gedreht, der Schlitten kann also trotz des Gewindespiels des Handrades nicht weiter nach innen.
Aber anscheinend hat sich die Schneide "ins Material gezogen" und ist nach außen hin zum größeren Durchmesser gewandert, da wo auch das Gewindespiel des Handrades ist.
Auf der Messuhr konnte ich aber kein Wandern erkennen...
Hat jemand eine Idee, wie man das optimieren kann für mehr Genauigkeit?
