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Preise für Wiesengras

Hier ist Platz für alles was mit Futterbau und Grünland zu tun hat.
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Preise für Wiesengras

Beitragvon bangbang5er » So Jun 04, 2006 11:02

Hallo, welchen Preis kann man für Wiesengras fordern:
- Ab Wiese
- Gemäht und geschwadet ab Wiese
- Frei Silo?
bangbang5er
 
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Re: Preise für Wiesengras

Beitragvon Manfred » Di Jun 13, 2006 18:46

bangbang5er hat geschrieben:Hallo, welchen Preis kann man für Wiesengras fordern:
- Ab Wiese
- Gemäht und geschwadet ab Wiese
- Frei Silo?


Ab Wiese: Der Abnehmer erhält von dir: Prämienzahlung minus ortsübliche Pacht geteilt durch 2 (für den 1. Schnitt).
z.B. (350€ (Prämien inkl. Topups.) - 100€ (Pacht/ha)) / 2 = 125€

Gemäht und geschwadet:
Mähen 30€, Schwaden 20€. D.h. zu zahlst noch 75€ an den Abnehmer.

Frei Silo: Nach Anfahrtsweg und Futterqualität.

Kannst aber auch alle Skrupel ablegen, und dir einen Dummen suchen, der dein Gras umsonst abholt. Ist bei uns sehr beliebt.

VG Manfred

(Ich gehe von mittelbrächtigem Dauergrünland aus. Für hochwertiges Futter (Ackergras o.ä.) kann es anders aussehn)
Manfred
 
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Beitragvon bangbang5er » Mi Jun 21, 2006 22:47

Erstmal Danke für die Antwort,
was ich aber nicht ganz verstehe, willst du damit sagen das ich als Bestizer der Wiese, in deinem Beispiel 75Euro an den zahle, der das Gras von meiner Wiese abholt?
Du hast das Beispiel pro Hektar gerechnet!?
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Beitragvon Arne » Mi Jun 21, 2006 23:49

hab dieses Thema mal zum "beobachten" angeklickt... Dachte immer das ich ein ganz kleines bisschen von Landwirtschaft verstehe...

Wie ich sehe, habe ich anscheinend absolut gar keinen Schimmer....

Bin wirklich neugierig darauf was die Farmer dazu schreiben... Sitze nämlich mit weit geöffneten Augen und offenem Mund vor meinem Monitor und kanns nicht ganz glauben was da steht....


mfG Arne
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Beitragvon fullfarmer » Do Jun 22, 2006 7:08

Tach zusammen,
kann mir gut vorstellen das viele Leute,die Manfreds Antwort lesen erst einmal sehr verwundert sind. :shock: Seine Art der Rechnung ist aber in vielen Fällen mit Sicherheit angebracht. In unserer Gegend ist es oft so, daß Grünlandflächen nicht mehr voll in Nutzung stehen.Mit Einführung der Grünlandprämien sieht es jetzt aber so aus,daß eine Überlassung zur Bewirtschaftung und Pflege gegen Zahlung der BG Beiträge von vielen
Eigentümern nicht mehr so gewollt wird.Sie möchten die Prämien kassieren und mit dem Grünland trotzdem keine Arbeit haben. :evil: Ich glaube das solche Voraussetzungen schon eine Grundlage für Manfreds Rechenbeispiel hergeben können. Oft sind solche Flächen auch noch in irgendwelchen Umweltprogrammen mit Einschränkungen der Pflege- und
Nutzungszeiten und Möglichkeiten gemeldet, um noch höhere Zuschüsse pro Ha. zu erzielen. Wenn dann solche Egentümer meinen sie könnten noch zusätzlich Geld über den Aufwuchs ohne Arbeit machen klappt das oft nicht. :( Es gibt aber auch bestimmt andere Vorraussetzungen um schon einen Preis für die Abgabe von Wiesegras zu errechnen.Wenn man zum Beispiel von einem guten nicht überständigen Aufwuchs spricht, der vom
eigentlichen Nutzer nicht benötigt wird, und somit abgegeben werden kann. Die Berechnung ist aber nicht einfach ( nach dt/ha Frischmasse oder
KStE/ ha ) um nur zwei Beispiele zu nennen.Meiner Meinung nach ist es für jemanden, der seinen Grünlandaufwuchs nicht selbst zur Fütterung benötigt, ihn selbst als Siloballen oder Heu zu werben und anschließend zu
vermarkten.
MfG Fullfarmer
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Beitragvon Manfred » So Jun 25, 2006 8:49

Hallo,

Fullfarmer hat es ja schon sehr gut erklärt.
Hier evtl. noch ein Ansatz zum Verständnis:
In den meisten Grünlandregionen ist eine rentable Bewirtschaftung der Flächen ohne Ausgleichszahlungen nicht möglich. Die Ausgleichszahlungen erfolgen, damit die Flächen nicht prach liegen und verwalden.
Die Pachtpreise steigen in der Regel so weit, dass mit Ausgleichszahlungen gerade noch ein schmaler Gewinn drin ist. Der Bewirtschafter braucht also den Differenzbetrag zwischen Pachtpreis und Ausgleichszahlung, um keine roten Zahlen zu schreiben.
Wenn du Eigentümer und Bewirtschafter der Fläche bist, und zudem Ausgleichszahlungen bekommst, dann bleibt dir in der Regel der lokale Pachtpreis als Gewinn, der Rest geht fast vollständig für die Bewirtschaftungskosten drauf.
Wenn du die Arbeit nicht selbst machen willst, musst du halt jemanden dafür bezahlen, dass er das Gras mulcht (wenn kein Mulchverbot besteht), oder mäht und von der Fläche schaft.
Im Gegensatz zum Mulchen werden die Kosten für Mähen, Abtransport und Entsorgung von den Ausgleichszahlungen meist nicht gedeckt. Die Maßnahme ist nur möglich, wenn das Gras z.B. als Futter oder in einer Biogasanlage verwertet werden kann.

Geht man jetzt in eine Region mit hoher Veredelungsdichte, erreichen oder übersteigen die Pachtpreise oft den Wert der Ausgleichszahlungen. Der Wert einer Fläche wird dort vorallem über ihre Gülleverwertungskapazität bestimmt.
D.h. wenn du hier Geld mit deinem Grünland verdienen willst, dann musst du es von dem nehmen, der seine Gülle auf deiner Fläche entsorgen will.
Da hier in der Regel aber mehr Grasschnitte im Jahr nötig sind, wirst du auch mehr für die Grasentsorgung zahlen müssen, und dein Gewinn wird sich wieder auf Höhe des Pachtniveaus bewegen.

Ergo: Du kannst die Fläche auch gleich verpachten.

Ausnahmen von dieser Rechnung kann ich mir eigentlich nur in Ackerbau-Regionen mit geringerer Viehdichte vorstellen, wenn hochwertiges Ackergras erzeugt wird, und der Besitzer erhebliche Unkosten für die Bestellung, Saatgut, Pflanzenschutz etc. hat.

Fullfarmers Vorschlag, selbst Heu und Silageballen zu erzeugen, und zu verkaufen, will ebenfalls gut durchgerechnet sein.
In meiner Region sind Siloballen außer in Trockenjahren oder nach Unglücksfällen (Futterverlust durch Feuer etc.) so gut wie unverkäuflich. Wenn überhaupt, werden nur die Unkosten fürs Pressen erzielt.
Heu lässt sich in geringen Mengen an Pferdehalter absetzen, hier muss man aber genau auf seine investierte Arbeitszeit achten.

Dann gibt es noch die so beliebte Möglichkeit (die mir die Galle hochkommen lässt) sich einen Bauern (meist aus der älteren Generation) zu suchen, der nicht rechnen kann, meist eh schon für unter 2 € die Stunde schuftet und sein Betriebskapital aufbraucht, und dieser armen Sau anzubieten, dass er die Flächen "umsonst" mähen darf.
Der freut sich dann über das "wertvolle" Futter, büßt noch mehr Geld ein, weil der deine Bewirtschaftungskosten zahlt, dafür dass er noch mehr arbeitet, und du kannst dir beim Sofamelken die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, und fürs Nichtstun Ausgleichszahlungen einstreichen, die eigentlich die Bewirtschaftungskosten decken sollen.


VG Manfred
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