Nachdem ich hier bereits gute Hinweise zu meinem Selbstversorger-Vorhaben bekommen habe, möchte ich nochmals um Rat bitten. Tatsächlich bewegen wir uns da etwas von der Landwirtschaft weg, aber vielleicht hat ja der ein oder andere hier bereits Erfahrung damit sammeln dürfen.
Auf meinem Grundstück steht noch ein kleineres Haus. Ich weiß nicht, ob man das noch Gartenhaus nennen kann, es ist massiv gebaut, man kann dort Gäste übernachten lassen, es hat aber keinen eigenen Anschluss an die Kanalisation oder Wasser. Wasser wird nur als Brauchwasser über einen Regenwassertank zugeführt, Strom kommt vom Haupthaus. Das Haus wurde vom Vorbesitzer in einer kleinen Niederung des Grundstücks errichtet und es wurden sich offensichtlich keine großen Gedanken über die Gründung gemacht. Gegründet ist es auf Streifenfundamenten, wie tief weiß ich nicht.
Die Niederung ist nach Niederschlägen immer relativ lang nass, das Wasser versickert schlecht und es ist recht moosig. Entsprechend schlecht wird der Boden sein. Jedenfalls hat sich das Haus über die Jahre recht stark gesetzt, was zu massiven Rissen geführt hat. Es sieht einfach kacke aus und die Risse wurden schon mehrfach zugespachelt. Wenn ich innen einen Ball auf den Boden lege, dann rollt der einfach los. Insgesamt ist das meiner Meinung nach auch alles recht stümperhaft gebaut worden. Ob das ein Schwarzbau ist, habe ich bisher auch noch nicht rausfinden können. Eine Anfrage beim Amt habe ich mich bisher noch nicht getraut, in Erwartung der Folgen ...
Nun ja, wenn es ein Schwarzbau ist, dann muss ich das eh abreißen und so wie es jetzt aussieht, will ich es auch gar nicht haben. Nun zu meinem Plan:
Das Haus muss weg und ich würde es gerne durch ein neues Haus ersetzen. Idealerweise setze ich das neue Haus wieder dort hin, wo das alte Haus stand. Zum einen passt die Lage an sich gut und zum anderen muss ich das hässliche Loch nach dem Abriss nicht mühsam wieder herrichten. Sorgen macht mir aber natürlich die Gründung. In dem "sumpfigen" Boden reichen Streifenfundamente bis zur frostsicheren Tiefe ja wahrscheinlich nicht aus. Aber direkt schwere Geschütze auffahren für ein Gästenhaus, das nur einige Male im Jahr genutzt wird, sehe ich auch nicht ein. Also Pfahlgründung fällt für mich aus, das wäre völlig unverhältnismäßig.
Ich habe jetzt eine ganze Weile rechecheriert. Es ist schon erstaunlich, was man alles machen kann, um schlechte Böden tragfähig zu bekommen oder die schlechten Böden zu umgehen, aber fast alles ist irre aufwändig und teuer. Meine Hoffnung ruht jetzt auf einer Brunnengründung. Ich habe davon bisher noch nie gehört. Das hat nichts mit Brunnen im herkömmlichen Sinn zu tun, die Gründung hat also kein zweites Leben für die Wasserentnahme oder so. Dabei werden Schachtringe im Boden eingelassen, die die "Brunnen" darstellen und die werden aufgefüllt und als Fundament genutzt. Das Prinzip der Brunnengründung wird hier ganz gut erklärt.
Hat hier jemand schon Erfahrungen damit gemacht? Das soll auch kein DIY-Projekt werden, das soll schon eine richtige Firma machen. Wenn hier jemand schon mal eine Brunnengründung hat errichten lassen, würde ich mich über einen kleinen Erfahrungsaustausch freuen. Noch besser, wenn das im Postleitzahlenbereich 193xx war, die Firma zufriedenstellend gearbeitet hat, nicht all zu teuer war, trotzdem noch nicht Pleite gemacht hat und empfehlenswert ist.
(Sorry für den langen Text, war nicht beabsichtigt, und danke für's lesen
)