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Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon Fendt 308 ci » So Mär 22, 2026 8:03

Es wundert mich mittlerweile nur noch wenig, das dieses Thema in einem Landwirtschaftsforum nicht mehr erwähnenswert ist, aber ich stelle es trotzdem mal ein:

Sonderregelung beim Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft rechtlich zulässig

Verbändebündnis legt umfassendes Rechtsgutachten vor

Ein branchenspezifischer Abschlag vom gesetzlichen Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft ist rechtlich zulässig. Zu diesem Ergebnis kommt ein 140-seitiges Rechtsgutachten des renommierten Arbeitsrechtlers Prof. Dr. Christian Picker, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der Universität Tübingen. Das Gutachten wurde im Auftrag eines Bündnisses von acht Verbänden der grünen Branche erstellt.

Der Gutachter stellt fest, dass ein Mindestlohnabschlag von 20 Prozent weder gegen das Grundgesetz noch gegen europäisches Recht verstößt. Im Gegenteil: Für besonders mindestlohnbetroffene Branchen wie den arbeitsintensiven Obst-, Gemüse- und Weinbau könne eine solche Sonderregelung verfassungsrechtlich nicht nur zulässig, sondern unter Umständen sogar geboten sein.

Ziel des Mindestlohngesetzes sei es, durch eine marktgerechte Lohnuntergrenze Lohnunterbietungswettbewerb zu verhindern und sowohl Beschäftigte als auch das Sozialversicherungssystem zu schützen. Diese Ziele würden jedoch verfehlt – und teilweise ins Gegenteil verkehrt –, wenn ein zu hoher Mindestlohn zum Abbau von Arbeitsplätzen führe. Genau diese Entwicklung zeichne sich in Sonderkulturbetrieben ab, die durch die starken Mindestlohnerhöhungen zunehmend in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet seien. Als Folge würden Anbauflächen reduziert oder arbeitsintensive Kulturen ganz aufgegeben – mit negativen Auswirkungen auf Beschäftigung, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.

Ein moderater Mindestlohnabschlag stelle nach Auffassung des Gutachters das mildeste und zugleich wirksamste Korrektiv dar: Negative Beschäftigungseffekte würden vermieden, Saisonarbeitskräfte blieben weiterhin durch eine verbindliche Lohnuntergrenze geschützt und die nationale Selbstversorgung mit Obst, Gemüse und Wein würde gestärkt.

Auch unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten bestehen nach Ansicht von Prof. Dr. Pickers keine Bedenken: Ein Mindestlohnabschlag für landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte verstoße nicht gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG. Die Ungleichbehandlung sei sachlich gerechtfertigt, da sie der Sicherung von Beschäftigung und Selbstversorgung diene und den betroffenen Arbeitskräften weiterhin ein angemessener Mindestschutz verbleibe.

Ebenso sieht Prof. Dr. Picker keine Verstöße gegen das EU-Recht. Geprüft wurden unter anderem mögliche Auswirkungen auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit, die EU-Mindestlohnrichtlinie, die Saisonarbeiterrichtlinie sowie die Befristungsrichtlinie. Eine mögliche mittelbare Ungleichbehandlung der überwiegend aus Osteuropa stammenden Saisonarbeitskräfte sei durch legitime Ziele gerechtfertigt und verhältnismäßig.

Zusammenfassend kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, dass ein Mindestlohnabschlag von 20 Prozent für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft ein geeignetes, erforderliches und angemessenes Instrument ist, um Arbeitsplätze in den Sonderkulturen zu sichern, Lohndumping zu verhindern und die Selbstversorgung zu stärken.

Vor diesem Hintergrund fordert das Verbändebündnis die Bundesregierung auf, umgehend eine entsprechende Sonderregelung für landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte im Mindestlohngesetz zu verankern, um einen weiteren Rückgang der heimischen Produktion von Obst, Gemüse und Wein zu verhindern.

Das Verbändebündnis besteht aus dem Deutschen Bauernverband e.V. (DBV), dem Gesamtverband der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V. (GLFA), der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO), dem Deutschen Raiffeisenverband e.V. (DRV), den Familienbetrieben Land und Forst e.V. (FabLF), der Union der deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA), dem Deutschen Weinbauverband e.V. (DWV) sowie dem Zentralverband Gartenbau e.V.

Weitere Informationen:
http://www.derdeutschegartenbau.de

Titelbild: © Maksudkr | Dreamstime

Erscheinungsdatum: Mi 18 März 2026



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Quelle: BW Wochenblatt 12/2026


Schaun mer mal, was unsere Kommunistenparteien bzw deren Vertreter dazu sagen, aber ich denke die sitzen es aus.
Derweil sind Rund ims Jahr die Regale (noch) voll vom ganzen Erdball und niemand interessiert sich für die Produktionsbedingungen während hier bei uns ein Sonderkulturbetrieb nach dem anderen seine Produktion einstellt.
Fendt 308 ci
 
Beiträge: 1867
Registriert: Sa Okt 20, 2018 18:54
Wohnort: wärmste Region Deutschlands
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Re: Neues Gutachten zum Mindestlohn für Saisonarbeiter

Beitragvon RABE-Profi » So Mär 22, 2026 9:28

Fendt 308 ci hat geschrieben:Derweil sind Rund ims Jahr die Regale (noch) voll vom ganzen Erdball und niemand interessiert sich für die Produktionsbedingungen während hier bei uns ein Sonderkulturbetrieb nach dem anderen seine Produktion einstellt.



Wenn mein Nachbar und die anderen die Erdbeerproduktion einstellen, wird niemand etwas merken.
Genauso bei der Milch und Fleisch und Getreide. Was Rußland letztes Jahr an mehr als in 24 geerntet hat, ist das, was bei uns insgesamt wächst. Deppendeutschland ist sowas von uninteressant geworden, auch wenn es manche hier noch nicht merken.
Das was bei uns produziert wird, interessiert doch gar keinen mehr.
Deutschland: das größte Irrenhaus der Welt. Hier laufen die Verbrecher frei herum
RABE-Profi
 
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