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Weiterer Sündenbock gefunden

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Der Kobi » Di Feb 17, 2015 10:21

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Nachfrage ... 72046.html
Bettelprinz Löwenstein
"Das ist einer der wesentlichen Gründe, warum das Wachstum im Öko-Landbau so gebremst ist und viele kleine Betriebe rückumstellen - sie können nicht mehr mithalten auf dem Pachtmarkt",


ACH? Rückumstellung wegen hohen Pachtpreisen? Konventionelle Betriebe leiden NICHT unter den Pachthaien? Die übrigens nicht nur unter den Biogasern zu finden sind, sondern auch unter Sonderkulturbetrieben und Viehhaltern .. oft auch bei Biobauern, die durch höhere Prämien auch einen Wettbwerbsvorteil haben. Hier werden wieder Sündenböcke gesucht und Krokodilstränen vergossen.

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln legt hierzulande kontinuierlich zu, doch die heimischen Bauern kommen mit der Produktion nicht hinterher.


Wann wird endlich eingestanden, dass hier Ursache und Wirkung verwechselt werden? Die Nachfrage wurde einzig und allein durch Künasts Wischi-waschi-Siegel generiert, durch das ausländische "Bio"lebensmittel zum Preis von konventionellen verramscht werden. Ohne dieses bestünde diese Nachfrage nicht. Künast hat damit den hiesigen Biobauern einen Bärendienst erwiesen.. ihre Nische dem Kommerz geopfert.

"Das Interesse am Ökolandbau hat wieder angezogen", berichtet zu Löwenstein von den Gesprächen mit Bauern, die eine Umstellung auf Bio-Produktion planen. "Das hängt damit zusammen, dass der Öko-Landbau in den Förderprogrammen jetzt eine größere Rolle spielt."


Ein Satz, der die ganze Scheinheiligkeit der Verbände offenlegt (An die Mods und EX-Mods: Ich schriebe gegen die VERBÄNDE, nicht gegen den Biolandbau!!) Waren, nach denen eine SOOOOO hohe Nachfrage besteht und bei der die Verbraucher bei allen Umfragen ihre Bereitschaft bekunden, wesentlich höhere Preise dafür zu bezahlen, müßten eigentlich garnicht subventioniert werden. Und trotzdem brauchen die Biobauern das anderthalbfache an Subventionen pro Hektar (derzeitiger Fakt) und das Doppelte pro Produktionseinheit um daraus dann einen etwas höheren Gewinn zu generieren als die konventionellen. Was Bettelprinz Löwenstein nicht daran hindert, noch mehr zu fordern.

Immer mehr Bio-Käufer greifen zu vegetarischen oder veganen Lebensmitteln. Ersatzprodukte wie Sojamilch oder Tofu, aber auch Brotaufstriche hätten 2014 kräftig zugelegt, schildert Schaack.


Soja aus der ganzen Welt.. HIER ist es auf einmal toll.. nur den hiesigen Biobauern bringt dieser Trend GARNICHTS, wenn sie nicht gerade in einer der wenigen Regionen wohnen, in denen Sojaanbau möglich ist. Möglich ist er hierzulande übrigens NUR durch die intensive Arbeit der pöööhsen Züchter. In meiner Gegend ist ein sehr im Kampf gegen Gentechnik und Glyphosat und "Massentierhaltung" engagierter Biobauer. Ein Quereinsteiger und Wir-haben-es-satt Mitläufer. Er baut durchaus erfolgreich Sojabohnen an und nach Aussage des Lohndreschers hat er Erträge wie die konventionellen. Nachdem man in Soja keine Fungizide braucht, keine Stickstoffdüngung und es sich mit vile Glück auch unkrautfrei striegeln lässt, ist das auch keine sooo große Kunst mit den heutigen Sorten. Seine erste Frage bei einer Versammlung bzgl. Sojaanbau war: "Wieso darf man Soja nicht nachbauen und muß jedes Jahr neues Saatgut kaufen?" Ich fand dieses Aussage assozial. (Wieder an die Mods und Ex-Mods.. das geht NICHT gegen die Biolandwirtschaft.. nur gegen den EINEN).
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Pevo » Di Feb 17, 2015 11:09

Der Kobi hat geschrieben:http://www.n-tv.de/wirtschaft/Nachfrage-nach-Bio-waechst-article14472046.html
Bettelprinz Löwenstein
"Das ist einer der wesentlichen Gründe, warum das Wachstum im Öko-Landbau so gebremst ist und viele kleine Betriebe rückumstellen - sie können nicht mehr mithalten auf dem Pachtmarkt",


ACH? Rückumstellung wegen hohen Pachtpreisen? Konventionelle Betriebe leiden NICHT unter den Pachthaien? Die übrigens nicht nur unter den Biogasern zu finden sind, sondern auch unter Sonderkulturbetrieben und Viehhaltern .. oft auch bei Biobauern, die durch höhere Prämien auch einen Wettbwerbsvorteil haben. Hier werden wieder Sündenböcke gesucht und Krokodilstränen vergossen.

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln legt hierzulande kontinuierlich zu, doch die heimischen Bauern kommen mit der Produktion nicht hinterher.


Wann wird endlich eingestanden, dass hier Ursache und Wirkung verwechselt werden? Die Nachfrage wurde einzig und allein durch Künasts Wischi-waschi-Siegel generiert, durch das ausländische "Bio"lebensmittel zum Preis von konventionellen verramscht werden. Ohne dieses bestünde diese Nachfrage nicht. Künast hat damit den hiesigen Biobauern einen Bärendienst erwiesen.. ihre Nische dem Kommerz geopfert.



"Das Interesse am Ökolandbau hat wieder angezogen", berichtet zu Löwenstein von den Gesprächen mit Bauern, die eine Umstellung auf Bio-Produktion planen. "Das hängt damit zusammen, dass der Öko-Landbau in den Förderprogrammen jetzt eine größere Rolle spielt."


Ein Satz, der die ganze Scheinheiligkeit der Verbände offenlegt (An die Mods und EX-Mods: Ich schriebe gegen die VERBÄNDE, nicht gegen den Biolandbau!!) Waren, nach denen eine SOOOOO hohe Nachfrage besteht und bei der die Verbraucher bei allen Umfragen ihre Bereitschaft bekunden, wesentlich höhere Preise dafür zu bezahlen, müßten eigentlich garnicht subventioniert werden. Und trotzdem brauchen die Biobauern das anderthalbfache an Subventionen pro Hektar (derzeitiger Fakt) und das Doppelte pro Produktionseinheit um daraus dann einen etwas höheren Gewinn zu generieren als die konventionellen. Was Bettelprinz Löwenstein nicht daran hindert, noch mehr zu fordern.

Immer mehr Bio-Käufer greifen zu vegetarischen oder veganen Lebensmitteln. Ersatzprodukte wie Sojamilch oder Tofu, aber auch Brotaufstriche hätten 2014 kräftig zugelegt, schildert Schaack.


Soja aus der ganzen Welt.. HIER ist es auf einmal toll.. nur den hiesigen Biobauern bringt dieser Trend GARNICHTS, wenn sie nicht gerade in einer der wenigen Regionen wohnen, in denen Sojaanbau möglich ist. Möglich ist er hierzulande übrigens NUR durch die intensive Arbeit der pöööhsen Züchter. In meiner Gegend ist ein sehr im Kampf gegen Gentechnik und Glyphosat und "Massentierhaltung" engagierter Biobauer. Ein Quereinsteiger und Wir-haben-es-satt Mitläufer. Er baut durchaus erfolgreich Sojabohnen an und nach Aussage des Lohndreschers hat er Erträge wie die konventionellen. Nachdem man in Soja keine Fungizide braucht, keine Stickstoffdüngung und es sich mit vile Glück auch unkrautfrei striegeln lässt, ist das auch keine sooo große Kunst mit den heutigen Sorten. Seine erste Frage bei einer Versammlung bzgl. Sojaanbau war: "Wieso darf man Soja nicht nachbauen und muß jedes Jahr neues Saatgut kaufen?" Ich fand dieses Aussage assozial. (Wieder an die Mods und Ex-Mods.. das geht NICHT gegen die Biolandwirtschaft.. nur gegen den EINEN).


Ich gebe Dir Recht - da ist schon einiges widersprüchlich
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Manfred » Di Feb 17, 2015 11:53

@Kobi:
Wie kommst du auf die fantastische Zahl von 1,5-facher Förderung pro ha für den Ökolandbau?
Wo bekommt man die?
Ich hätte die auch gerne...
Hier in Bayern ist die Förderung bei vielen konventionellen KULAP- und Vertragsnaturschutzprogrammen höher als die Bio-Flächenprämie.
Und der Abstand zu konvi-Betrieben mit vergleichbarer Extensivierung beträgt auf den davon nicht betroffenen Flächen auch nicht annähernd so hoch.

Und das man durch die erzwungene Extensivierung im Ökolandbau auf dem Pachtmarkt nicht mit intensiv wirtschaftenden Veredelungs- oder Biogasbetrieben konkurrieren kann, ist doch völlig klar. Was gibt es da zu bezweifeln?

Dass nach dem Wegfall vieler großflächiger Schnittzeitpunktprogramme auf extensiven Grundlandstandorten die Umstellung auf Ökolandbau attraktiver geworden ist, ist klar. Aber das ist doch auch nur eine Nische in der Nische.
Betrachtet man die Gesamtsituation der Landwirtschaft in D, ist der Preisabstand der Ökoprodukte und die Förderung einfach viel zu niedrig, um einen Einstieg attraktiv zu machen.
Mir wäre auch lieber, es hätte Künast-Bio nie gegeben. Aber diese Realität werden wir nicht mehr los werden. Die ehemalige Bionische haben die Grünen vernichtet. Und eine zusätzliche teure Regionalzertifizierung rentiert sich auch wieder nur bei entsprechender Produktionsmenge. Kleinebäuerliche Betriebe sind da außen vor.
Bliebe den Kleinen die eigene Weiterverarbeitung und Direktvermarktung. Aber da wird der Marktzugang auch immer teurer.
Wirklich helfen würde nur die komplette Abschaffung aller Marktzugangshürden für Direktvermarkter und das kleine Lebensmittelhandwerk.
Der Verbraucher sollte selbst entscheiden dürfen, ob er z.B. Fleisch aus einer "Hausschlachtung" in der Scheune des Bauern oder Marmelade ohne 3-seitige Inhalts- und Allergenangabenliste oder ein Stück Kuchen aus der normalen Wohnungsküche kaufen will oder nicht.
Mit 18 kann ich mich freiwillig zur Bundeswehr melden und mich fürs Vaterland abknallen lassen, ich kann Rauchen und Saufen so viel ich will, aber ein Stück Schweinefleisch vom Nachbarn darf ich nicht kaufen, wenn der die Sau daheim selbst geschlachtet hat.
n8
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Ferengi » Di Feb 17, 2015 13:01

Der Kobi hat geschrieben:
ACH? Rückumstellung wegen hohen Pachtpreisen? Konventionelle Betriebe leiden NICHT unter den Pachthaien? Die übrigens nicht nur unter den Biogasern zu finden sind, sondern auch unter Sonderkulturbetrieben und Viehhaltern .. oft auch bei Biobauern, die durch höhere Prämien auch einen Wettbwerbsvorteil haben.



Die Wettbewerbsverzerrung durch die extremen Prämienunterschiede zwischen Nord und Süd ist weit größer!

Als Konvi in Bayern würd ich locker das doppelte an Prämie bekommen als als Bio in Niedersachsen.
Wenn ich dann höre welch extremen Erträge die Bauern in Bayern von ihrem Grünland runter holen, dann frag ich mich doch warum die soviele Fördergelder bekommen! :roll: :roll:

Richtig ist das die Pachtpreise nichts mit Konvi oder Bio zu tun haben.
Richtig ist auch das die Biogaser kaum Anteil an den Preisen haben.

n-tv.de hat geschrieben:Das verschärft ein Problem, mit dem die Branche seit Jahren kämpft: Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln legt hierzulande kontinuierlich zu, doch die heimischen Bauern kommen mit der Produktion nicht hinterher.


Absoluter Stuß!
Das Angebot seitens der deutschen Biobauern ist da.
Es ist dem Endverbraucher nur zu teuer! :roll: :roll:
Die deutschen Biobauern werden ihr Kartoffeln kaum los, weil der Kunde lieber billigbio aus Ägypten kauft.
Und das zu Preisen die teilweise unter denen von deutschen Konvi-Kartoffeln liegen!
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Der Kobi » Di Feb 17, 2015 13:33

Manfred hat geschrieben:@Kobi:
Wie kommst du auf die fantastische Zahl von 1,5-facher Förderung pro ha für den Ökolandbau?
Wo bekommt man die?
Ich hätte die auch gerne...


Bitteschön:

http://berichte.bmelv-statistik.de/SJT-3141110-2013.pdf

Ackerbaubetriebe 517:351 = 1,47:1 verzeihst Du mir die Aufrundung auf 1,5?

Milchviehbetriebe 591: 439 = 1,35: 1.. Asche über mein Haupt.. ich hatte weniger aktuelle Werte im Kopf. :prost:
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Der Kobi » Di Feb 17, 2015 13:44

Manfred hat geschrieben:

Mir wäre auch lieber, es hätte Künast-Bio nie gegeben. Aber diese Realität werden wir nicht mehr los werden. Die ehemalige Bionische haben die Grünen vernichtet.


Ähh.. Genau DIESES hab ich ja auch geschrieben.

Und das man durch die erzwungene Extensivierung im Ökolandbau auf dem Pachtmarkt nicht mit intensiv wirtschaftenden Veredelungs- oder Biogasbetrieben konkurrieren kann, ist doch völlig klar. Was gibt es da zu bezweifeln?

Über die Wettbewerbsfähigkieit auf dem Pachtmarkt zwischen einem "Massentierhalter", der ja angeblich unter der Fuchtel von Konzernen steht und Billigprodukte liefert und deinem Produzenten von "Premiumware", dem laut allen Medien und NGOs die Produkte aus der Hand gerissen werden und wo man sooooo viel dafür zu zahlen bereit ist **zwinker** finden wir wohl keinen Konsens. Ausgangspunkt Löwensteinerscher Dumpfbackenparolen war die angeblich DADURCH bedingte Rückumstellung. Nun ist man aber nach Rückumstellung nicht automatisch ein intensiv wirtschaftender Veredelungsbetrieb und schon garkein Biogasbetrieb (den man ja als Bio durchaus auch sein könnte...). So what... Irgendwas stimmt in der Löwensteinschen Argumnetation doch nicht? Meinst nicht auch? Jedenfalls ist ein normal wirtschaftender konventioneller Betrieb genauso dem Pachtkrieg ausgesetzt.. und die ******, die eine solchen auslösen gibts auf beiden Seiten und auch nicht nur bei Biogasern. Und genauso gibt es auch genug Biogaser, die sich in de rBeziehung vernünftig verhalten. Löwensteinersche Polemik ist es also, welche hier weider Grabenkämpfe schürt.. und wenn du mein posting richtig verstanden hättest, wärst nicht in den Krieg eingestiegen. :prost:
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Der Kobi » Di Feb 17, 2015 13:49

Ferengi hat geschrieben:

Als Konvi in Bayern würd ich locker das doppelte an Prämie bekommen als als Bio in Niedersachsen.
Wenn ich dann höre welch extremen Erträge die Bauern in Bayern von ihrem Grünland runter holen, dann frag ich mich doch warum die soviele Fördergelder bekommen! :roll: :roll:


Ne.. so groß sind die Unterschiede nicht. Und Baden-Württemberg liegt noch weit unter Niedersachsen.. ist ja aber jetzt durch bundesweite Angleichung eh Geschichte.
Länderspezifische Programme bringen Unterschiede rein.. aber da stehen ja auch klare Gegenleistungen der Bauern dagegen. Mag sein, dass die bayerischen Schwarzen da mehr zahlen als Niedersachsen.
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Ferengi » Di Feb 17, 2015 14:09

Der Kobi hat geschrieben:
Ferengi hat geschrieben:

Als Konvi in Bayern würd ich locker das doppelte an Prämie bekommen als als Bio in Niedersachsen.
Wenn ich dann höre welch extremen Erträge die Bauern in Bayern von ihrem Grünland runter holen, dann frag ich mich doch warum die soviele Fördergelder bekommen! :roll: :roll:


Ne.. so groß sind die Unterschiede nicht. .



Doch.
Irgend jemand hat doch letztens mal im Chat die Liste von Bayern gepostet.
Da waren 1100€ je Hektar Grünland durchaus drin.
In Niedersachsen fällt, wenn man im Nau C Programm ist, fast alles andere unter "Doppelförderung".
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Manfred » Di Feb 17, 2015 14:20

Der Kobi hat geschrieben:Bitteschön:

http://berichte.bmelv-statistik.de/SJT-3141110-2013.pdf

Ackerbaubetriebe 517:351 = 1,47:1 verzeihst Du mir die Aufrundung auf 1,5?

Milchviehbetriebe 591: 439 = 1,35: 1.. Asche über mein Haupt.. ich hatte weniger aktuelle Werte im Kopf. :prost:


Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, bekommt man das natürlich hin.
Wenn du Konvi-Exentsivierungsbetriebe mit Konvi-Intensivbetreiben vergleichst, kommst du auch auf solche Unterschiede.
Wenn dann musst du schon vergleichbare Betriebe heranziehen.
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Todde » Di Feb 17, 2015 14:34

Ferengi hat geschrieben:
n-tv.de hat geschrieben:Das verschärft ein Problem, mit dem die Branche seit Jahren kämpft: Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln legt hierzulande kontinuierlich zu, doch die heimischen Bauern kommen mit der Produktion nicht hinterher.


Absoluter Stuß!
Das Angebot seitens der deutschen Biobauern ist da.
Es ist dem Endverbraucher nur zu teuer! :roll: :roll:
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Und das zu Preisen die teilweise unter denen von deutschen Konvi-Kartoffeln liegen!


Das frage ich mich auch.
Ist es dem deutschen Bio-Prinzen nicht peinlich öffentlich so zu lügen und die Mitglieder seines Verbandes oder auch anderer so zu verhöhnen?
Unsachlicher und verlogener kann man sich kaum geben, unverständlich auch das unsere Presse weiterhin ohne nachzudenken das so weitergibt.

Deutsche Bio-Produkte landen mehr und mehr in der konventionellen Ware, werden verschenkt oder zu Ökostrom.
Das hat mehrere Gründe und die werden verschwiegen.

Ein technologisches Industrieland mit entsprechend hohen Löhnen kann nicht mit billigen Arbeitskräften aus dem Ausland mithalten.
Andere arbeitsintensive Wirtschaftszweige haben die Erfahrung hinter sich, für die Bio-Branche geht sie erst los.
Und am Ende werden Direktvermarkter oder Großbetriebe am Biomarkt übrig bleiben, der durchschnittliche Familienbetrieb wird im Biosegment sehr viel sehr billig arbeiten oder sich etwas anderes suchen müssen.
Von den klimatischen schlechteren Bedingungen hier für viele hier erzeugte Bioprodukte mal ganz ab.
Wer weniger Pilzkrankheiten, Schädlinge bekämpfen will, der braucht das entsprechende Klima, die entsprechende Region.
Vielleicht ist es einfach ökologisch sinnvoller Bio-Kartoffeln in Ägypten anzubauen als in Deutschland.
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Der Kobi » Di Feb 17, 2015 14:39

Ich denke, dass man dem BMELV nicht unterstellen kann, keine vergleichbaren Betriebe herangezogen zu haben. Es sind Buchführungsergebnisse.. mag sein, dass es in der Biobranche mehr 13a betriebe gibt. Deren Zahlen werden von keiner Statistik erfasst und man kann dann nur spekulieren. Nicht darüber streiten wollen wir aber hoffentlich dann über die Möglichkeiten, welche sich diesen 13a Betrieben erschließen..
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Der Kobi » Di Feb 17, 2015 14:42

1100€ für Grünland zweifle ich jetzt mal an.. Vermutlich waren da vorhandene TopUps vor der Abschmelzung enthalten. Oder die Ausschöpfung aller möglichen Umweltprogramme.. bis hin zu einmaligem Schnitt nicht vor Juli und absoluten Steillagen. Dann darf man es aber nimmer mit den in Bayern erzielbaren Erträgen in Verbindung bringen.. die hat man DANN nimmer.
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Manfred » Di Feb 17, 2015 14:55

Ferengi hat geschrieben:Da waren 1100€ je Hektar Grünland durchaus drin.


Das ist dann aber der Fantasie entsprungen oder bezog sich auf irgendeinen extremen Vertragsnaturschutz-Standort, der in Handarbeit gepflegt werden muss.
Auf die Vertragsnaturschutz-Programme gibt es keinen Anspruch. Die hängen immer von der Einzelflächen-Bewertung durch die Naturschutzbehörde ab. In Grünlandstarken Landkreisen fällt da nur ein kleiner Bruchteil der Flächen rein. Und Tiny hat da neulich z.B. auch noch einen Düngeverzicht dazugerechnet, der in der Basisförderung für das Programm bereits als Bedingung enthalten war.
Und wenn du für irgendeinen selbst mit Spezialmaschinen nicht befahrbaren Sumpf oder einen unangeseilt kaum begehbaren Steilhang 680 Euro für die Handmahd bewilligt bekommst, dann musst du dir diese Geld auch erst mal erarbeiten.

Konventionelle Extensivierung mit maschineller Bearbeitung bringt im Vergleich 169 Euro.
In Wasserschutzgebieten und entlang von Oberflächengewässern ist ein Düngeverzicht möglich. Der bringt 350 Euro pro ha (aber nicht zusätzlich, sondern statt der 169), führt aber dazu, dass dein Boden abmagert und versauert.
Die Bio-Flächenprämie wurde auf 273 aufgestockt. Auch hier ist keine Doppelförderung für Düngeverzicht möglich.
Auf Bio draufsatteln könnte man z.B. einen Schnittzeitpunkt ist auf Waldrandflächen mit zusätzlich 250 Euro. Der ist aber auf 3 ha pro Betrieb begrenzt.
Realistisch sind als Biobetrieb und unter Mitnahme einiger Sonderprogramme wo sie standortmäßig passen ca. 300 Euro pro ha zusätzlich zu den EU-Prämien. Dazu im Berggebiet evtl. ein Erschwerniszuschlag irgendwo zwischen 0 und 100 Euro.
Und das bei durchschnittlichen Schlaggrößen deutlich unter 1 ha und vielen Hanglagen.
Das wird von den norddeutschen Neidern auch gerne vergessen. Hier ist man bei vielen Flächen länger mit der Anfahrt und dem Rangieren als mit der eigentlichen Arbeit beschäftigt.
Wer eine klein strukturierte Landschaft will, sollte die Flächenprämien nach Schlaggrößen staffeln.
Dass man auf großen Schlängen für viel weniger Arbeitszeitbedarf und viel geringeren Maschinenkosten die selben Flächenprämien erhält, ist nicht nachvollziehbar.
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Ferengi » Di Feb 17, 2015 15:04

Todde hat geschrieben:Und am Ende werden Direktvermarkter oder Großbetriebe am Biomarkt übrig bleiben...


Die Direktvermarkter macht man, zumindest im Fleisch Bereich, mit extremen Auflagen kaputt.
Bzw. unterbindet die Direktvermarktung.

Vielleicht ist es einfach ökologisch sinnvoller Bio-Kartoffeln in Ägypten anzubauen als in Deutschland.


Glaubst du allen erntes das die wirklich unseren Richtlinien entsprechen?
Ich nicht!
Da kauf ich eindeutig lieber die Konvi Kartoffeln aus Deutschland!
Auch wenn die teilweise teurer sind als Bio-Kartoffeln aus Ägypten.
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Re: Weiterer Sündenbock gefunden

Beitragvon Todde » Di Feb 17, 2015 16:39

Ferengi hat geschrieben:
Todde hat geschrieben:Und am Ende werden Direktvermarkter oder Großbetriebe am Biomarkt übrig bleiben...


Die Direktvermarkter macht man, zumindest im Fleisch Bereich, mit extremen Auflagen kaputt.
Bzw. unterbindet die Direktvermarktung.


Darunter haben die Konventionellen genau so zu leiden.
Die gewünschte kleinbäuerliche Idylle der Grünen gibt und gab es nun mal nie und deren Kompetenz in dem Bereich wird auch niemals den geistigen Horizont eines Vorschulbuches übersteigen.

Vielleicht ist es einfach ökologisch sinnvoller Bio-Kartoffeln in Ägypten anzubauen als in Deutschland.


Glaubst du allen erntes das die wirklich unseren Richtlinien entsprechen?
Ich nicht!
Da kauf ich eindeutig lieber die Konvi Kartoffeln aus Deutschland!
Auch wenn die teilweise teurer sind als Bio-Kartoffeln aus Ägypten.

[/quote]

Der Krautfäulepilz hat bei sonnigen 30° jedenfalls keine Chance, die nicht unumstrittenen Kupferbehandlungen brauchen die wahrscheinlich nicht und ob der Kartoffelkäfer sich dort wohl fühlt?
Einzig die extrem hohe Bewässerung ist vielleicht negativ zu sehen.

Es spricht ja auch nichts dagegen konventionelle Kartoffeln aus Deutschland zu kaufen, eine negative Auswirkung auf Gesundheit und Umwelt ist jedenfalls nicht zu erwarten.
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