Alles außer Zaun oder Drahthosen-Einzelschutz nutzt in meinen Augen nix, wenn die Wildbestände so bleiben, wie momentan. Auch der ganze Chemikalienkram ist relativ unwirksam, teuer in der Anwendung und halt aufwendig aufzutragen. Kormoran2 hier aus dem Forum hat da auch sehr negative Erfahrungen gemacht, wenn ich mich recht erinnere. Was evtl. noch geht, sind so Terminalschutzkappen (bei Grube oder Interforst) oder Watte auf den Terminaltrieb.
Und natürlich dem Jäger ordentlich Druck machen, das er die Rehbestände reguliert.
Grüße, Robert, dessen Wald zum Glück im Wolfsgebiet liegt
Zu den Chemikalien: Arbinol wird nicht mehr hergestellt, befindet sich aber noch im Handel. Kann wegen der Dickflüssigkeit nicht gespritzt werden. Muß mit Rolle oder einfach mit Gummihandschuh aufgetragen werden. Keine Erfahrung über die Wirksamkeit.
Certosan ist ein braunes Pulver, das mit Wasser zu einer dünnflüssigen, spritzbaren Brühe angerührt wird. Wir haben im Herbst mit 4 Leuten 2 Wochen lang die Neuanpflanzungen mit Certosan behandelt. Ergebnis: Certosan sieht nicht nur aus wie Schokolade, schmeckt den Rehen anscheinend auch so!
Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter. (Alexander Solschenizyn, zitiert von Peter Hahne)
War heute auch mal wieder in meinem Wald unterwegs auf nen Kontrollgang. Konnte eigentlich nur bei den Nordmantannen die der Vorbesitzer damals noch gepflanzt hat Verbiss feststellen. Da ich aber mit den Dingern eh nix anfangen kann ist es mir auch ziemlich wurscht bzw. sogar lieber als wenn sie an den anderen Pflanzen sich vergnügen. Klar wird auch mal ein Ahorn etc angeknappert aber ich finde man sieht immer nur die Pflanzen die abgefressen werden und nicht die die Jahr für Jahr in die Höhe wachsen.
Hab mir auch mal überlegt in meinem einen Waldstück nen Zaun auf zu stellen aber wenn man nicht gerade nen geeigneten Wildzaun daheim rum liegen hat sondern erst einen kaufen muss lohnt es sich schon finanziell kaum. Hinzu kommt noch die Zeit um den Zaun zu errichten, ihn regelmäsig kontrollieren, Schäden daran auszubessern etc. Falls dann doch mal ein Reh ins Geheege kommt ist der Schaden meist höher als wenn kein Zaun da wäre.
Ich sammel halt dafür Samen. Buchäcker, Eicheln, Lindensamen, Ahornsamen usw. Wenn der Eimer dann voll ist verstreuh ich sie im Wald. Zusätzlich zu den natürlich aufgegangen Pflanzen bilden diese dann einen schönen Teppich bei dem eigentlich IMMER genug die Kurve bekommen und zu schönen Bäumen ran wachsen können.
Edelhölzer wie Kastanie, Elsbeeren, Wildkirsche oder Nuß zieh ich die ersten Jahre daheim Garten groß und pflanze sie erst in den Wald wenn das obere Drittel vom Baum für die Viecher nicht mehr erreichbar ist.
Gute Erfahrungen machen wir hier mit besonders dreckiger, fettiger (ungewaschener) Schafwolle. Das hängt wsch. auch mit dem olfaktorischen Empfinden, sprich dem Riechnerv des Rehwilds zusammen ...
Kann ich unsere Jagdpächter eigentl. irgendwo anschwärzen? Versteht mich bitte nicht falsch, aber ich hör immer das Selbe: Bei uns gibts fast keine Rehe mehr und ich will nächstes Jahr auch noch was zum schießen haben. Er selbst hat aber alles eingezäunt und die Förster hat er auch schon eingelult. Aber was solls. Ich werd auch einzäunen. Dann können die eine schön eingezäunte Landschaft von der Kanzel aus beobachten.
Die Bambi Hunter füttern die Rehlein mit Schrot und Korn an... dann fehlt den Bäumlein nicht so viel...0-25 % Verbiss wird man wohl tolerieren müssen...
Moin! Das einzige was wirklich hilft ist den jägern ordentlich druck zu machen! Schlag denen mal ein ortstermin mit eurem förster und kreisjagdvorstand vor. Wir haben damals mit schadensersatzforderungen gedroht. Ihr könntet zum beispiel ca 20 qm einzäunen und als vergleichsfläche nutzen um verbissschäden besser feststellen zu können. Seit dem ist der verbiss deutlich zurückgegangen!
Schutzmaßnahmen sind meistens unrentabel und auch nur auf sehr kleinen flächen durchführbar. Un die ganze einzäunerei lohnt sich auch nicht wirklich. Wenn ich jetzt mal durchrechnen würde was dabei für kosten entstehen...
mfg! nordmannia
Vielleicht fahre ich nur hin, mache Party und trinke Bier.
Servus Nordmannia! Unser Jagdpächter ist gleichzeitig unser Nachbar! Bei der Jagdversammlung im März hat er sich auch über übermäßige Treibjagden des Staatsforstes aufgeregt. Er selbst hat seine Flächen eingezäunt. Das sind aber Paradeflächen, annähernd quadratisch und auf der ganzen Fläche teilw. nur eine Eiche. Ich versteh es nicht 6 km von mir entfernt (Marktbergel) kriegen die Leute alles ohne Zaun auf! Douglas, Fichte, Rotbuche... Warum? die haben den Abschuss einfach verdoppelt. Ich hab teilw. auch ungünstige Waldflächen die eine hat 120*30 Meter. Darauf stehen noch 30 Bäume. Ich bräuchte ewig viel Zaun um fast nichts zu schützen. Darüber hinaus geht auch noch ein Weg durch. Also den Förster hat er schon auf seiner Seite. Das musste ich leider schon feststellen. Und wenn ich mit einer höheren Distanz komme, bin ich der Buh Mann. Aber das ewige "in unserem Wald gibt es fast keine Rehe mehr". Geht mir wahnsinnig aufm Sack! Warum hat er dann seine paar m² eingezäunt?
Der Zaun ist halt kein Allheilmittel! Mein Pate hat mal beobachtet wie die Rehe da rüber springen. Die rollen sich da drüber wie die Hochspringer. Und wenn ein Reh nur 10 Stunden im Gatter ist...