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Wie und wann führt man eine Durchforstung durch?

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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Wie und wann führt man eine Durchforstung durch?

Beitragvon ottonormalnutzer » Di Mär 18, 2008 16:30

Bin ganz neu hier auf dieser interessanten Seite und habe auch direkt eine Frage: Ich habe mir kürzlich ein kleines Stück Wald gekauft (2000 qm). Er besteht in der Haupsache aus Fichten, wobei ca. 20% des Bestandes Starkholz ist, welches zusammenliegend an der Nordseite des Grundstückes steht. Der Rest besteht aus ca. 15 Jahre alten Fichten, die sehr eng stehen. Ich würde fast sagen, dass auf 2 qm Fläche ein Baum steht. Entsprechend sind die Bäume sehr dünn und hoch geschossen. Sollte ich hier eine Durchforstung vornehmen? Welchen Abstand sollten die Bäume zueinander haben und welche Kriterien sind bei der Auswahl der zu fällenden Bäume anzuwenden? Kann ich das Starkholz stehen lassen oder macht es Sinn, auch diese Bäume jetzt zu fällen und hier neu anzupflanzen?
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Beitragvon michael1985 » Di Mär 18, 2008 17:33

Hallo,

würde alles was näher als 2 meter zusammensteht raushauen.
natürlich erst die verkümmerten und kernfaulen. :wink:
schön langsam vorarbeiten. dann über 2 Jahre langsam auf 3 Meter ausdünnen.
Nicht zu viel auf einmal sonst haut dir den rest der wind bzw. der schnee um.
wenn du nichts machst, wird dir der Käfer die schwierige auswahl erleichtern....dann sind nämlich alle gleichzeitig reif.

Starkholz fällen um anzupflanzen ist schwachsinnig bei nur 2000m² grund.
ein Großer Baum ist doch was ganz tolles. Vorallem wenn man ihn beim Vornamen kennt.
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Beitragvon country » Di Mär 18, 2008 18:55

bei einer durchforstung sollte soviel herausgenommen werden, das die kronenäste der bäume sich gerade noch oder fast berühren.
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Beitragvon Frankenwälder » Di Mär 18, 2008 18:56

Hallo, ein pauschales vorgehen für eine Durchforstung gibt es nicht. Eine Grundsatzaussage wenig, aber oft... kann man sich zur Grundlage machen.
Mann sollte die Eingriffe gut Planen, damit der Bestand geschont wird. Auch die Art des Eingriffes soll gut ausgewählt sein. Ausser bei Windwurf und Kahlschlag rate ich eindringlich von der Maschinellen Holzernte ab!!

Hol dir unbedingt einen Fachmann an die Seite, die meisten kommen sogar kostenfrei! Ich arbeite nun schon 15 Jahre im eingenen Wald, lese ständig Fachliteratur etc. lass mich aber bei größeren Aktionen immer wieder von verschiedenen Fachleuten beraten.

Als Erbe hast du zwei Möglichkeiten, Abholzen und Geld machen oder die Natur respektieren!
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Beitragvon günter » Di Mär 18, 2008 19:18

hi,

habe das gleich vor ein paar jahren auch gehabt,

habe einen ortstermin mit unserem förster gemacht, der hat mir angerissen was ich rausmachen muß und ferig wars, hat mich auch nichts gekostet.


es war auch so ca 35jähriger fichtenbestand, was mich dabei gewundert hat, er hat die dicksten angerissen und sein augenmerk auf die "zweitdicksten" gelegt, er hat mir auch erklärt warum aber sorry von den vortrag hab ich mir nicht viel gemerkt......... :oops:


gruss günter
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Beitragvon michael1985 » Di Mär 18, 2008 19:31

hör mir auf mit dena Fachleut... wenn i mir anschau was da verzapft wird, frag i mi scho was die glernt hom. Nach der Beratung des Försters, wird der Harvester + Rückezug bestellt.200 Fm auf 25000m³ haben sie rausgehaun. Förster sagt zum Nachbarn:" Dann brauchen Sie mal 20 Jahre nicht mehr rein" Förster hat nur nicht mit EMMA gerechnet. Also musste er schon nach 20 Tagen wieder ran...Durch die starke Holzentnahme war der KiefernBestand instabil und brach großzügig ein..
Bei meinem parallelen Waldstück hatte ich auf doppelter Fläche nur einen schrottbaum verloren... Allerdings dorchforste ich ständig und immer nur einzelbäume.
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Beitragvon ottonormalnutzer » Di Mär 18, 2008 19:53

Vielen Dank erstmal. Ich habe aber noch eine weitere Frage zu diesem Thema: Ein Nachbar hat auf seiner Parzelle alle jungen Fichten bis auf ca. 2 m Höhe entastet. So etwas habe ich bei uns bisher noch nicht gesehen. Warum macht man das?
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Beitragvon michael1985 » Di Mär 18, 2008 20:19

astfreies holz bringt mehr geld beim verkauf. jedenfalls theoretisch.
eigendlich sollen die unteren äste von selbst dürr werden... wenn der bestand dicht genug ist klappt das auch. würde die äste dran lassen. der baum blutet sonst. bei schlampiger arbeitsweise sieht das katastrophal aus. oft entsteht fäulnis an den schnittstellen. den baum kannst dann verschrotten.
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Beitragvon 3607 » Di Mär 18, 2008 20:23

Hallo ottonormalnutzer,

das Entasten auf 2m ist viellecht, daß man besser durchgucken kann. Entastet werden eigendlich Zukunftsbäume (Z-Bäume) die besonders grade sind, um astfreies Holz zu erreichen. Im Normalfall werden dann aber ca. 6m hoch entastet, dafür aber auf dem ha vielleicht 50 Bäume - zumindest bei Kiefer ist das so. Macht aber jeder wie er will.

Grüße aus Sachsen, Jürgen
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Beitragvon ottonormalnutzer » Mi Mär 19, 2008 7:56

Hmm, scheint ja nicht gerade sinnvoll gewesen zu sein, was der Nachbar da gemacht hat. Was macht man eigentlich am Besten mit dem Grünschnitt, der bei der Durchforstung anfällt? Die Stangen würde mir ein örtlicher Pferdehalter sicher gerne für seine Pferdekoppel abnehmen. Sollte man den Grünschnitt einfach verteilen und liegen lassen oder besser abräumen und verbrennen (sofern erlaubt)?
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Beitragvon Trac-Peter » Mi Mär 19, 2008 11:27

Hallo

wir haben unseren auch duchforstet und unser Kriterium bei der Ersten was alle mit Zwiesel bildung raus dann alle Bäume mit dem Entaster auf 3 meter zu entasten .
Alles was verkrüppelt ist weg :)

MFG Peter
Man(n) braucht einen Schlepper
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Beitragvon 3607 » Mi Mär 19, 2008 20:21

Hallo ottonormalnutzer,

ja nix rausschleppen, was du nicht irgendwie nutzen willst - wird alles Humus.

grüße aus Sachsen, Jürgen
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Beitragvon traktorist2222 » Mi Mär 19, 2008 20:50

Hallo,

schau dir den Wald mal mit dem Revierförster an. Der hilft da gerne.
Gruß
Martin


John Deere 6400 mit 6 to. Pfanzelt-Funkwinde, Holzzange und 16 to. Posch-Spalter, Rückewagen Krpan GP8D; Deutz D30S
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Beitragvon Waldmichel » Fr Mär 21, 2008 11:41

Hallo,

ich habe durch die Hofübergabe meiner Schwiegereltern auf meine Frau auch die Verantwortung über ein relativ junges Waldstück übernommen. Der Bestand war sehr eng gestanden und die Fichten und Douglasien ca. 8-10m groß. Mein erster Arbeitsschritt war das Hochasten auf 2m bei allen Bäumen. Diese Äste waren natürlich schon alle dürr. Dadurch habe ich schon mal etwas mehr Licht und Luft in den Wald bekommen und auch was für meine Arbeitssicherheit getan, zumal so ein Ast schnell im Gesicht landen kann. Das war vor 3 Jahren, die Äste hab ich liegen lassen, davon ist heute kaum noch was übrig. Noch im selben Jahr bin ich ein 2. mal durch und habe alle Dürrständer entfernt. Da das schon einige waren habe ich dem Wald nun 2 Jahre Zeit gegeben um sich wieder etwas zu stabilisieren. Vor ein paar Monaten bin ich dann das erste mal im Zuge einer Durchforstung durch und habe an den Stellen Bäume entnommen, an denen sie zu dicht standen. Hauptkriterium waren Abstand Stamm zu Stamm, teilweise ca. nur 1m, und bei schon größeren Abständen der Stämme ging der Blick in die Kronen. Wenn es hier viel Berührung gab, dann durfte der schönere (keine Zwiesel oder Verkrümmungen) und stärkere Baum stehen bleiben und der andere flog raus. Wenn die Kronen immer schön Platz haben dann wachsen die Bäume nicht nur nach oben, sondern auch in die Breite und es entsteht eben nicht ein Wind- und Schneebruchgefährdeter Stangenwald.

Gruß Mathias
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Beitragvon ottonormalnutzer » Sa Mär 22, 2008 9:15

Vielen Dank Mathias, ich denke, ich werde genau so verfahren. Die von dir vorgefundene Situation scheint ja durchaus übertragbar zu sein. Grüße zurück aus NRW!
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