Hab meine immer kastrieren lassen, dann konnten sie länger mitlaufen ohne Folgen und Gerüche. Manche richen garnicht adere unglaublich, da bin ich kein Risiko eingegangen. Der Führstrick von unserem letzten Deckbock hat noch Jahre später streng gerochen.
In meiner Anfangszeit habe ich meine Böckchen mit 3 bis 4 Monaten schlachten lassen. Dann wurden es mehr Tiere und ich habe dann auch teilweise kastrieren lassen. Aber bei 30 Euro pro Tier wird das irgendwann recht kostspielig (diese Kosten bekommt man nicht mehr rein). Letztes Jahr konnte ich alle Bocklämmer im Alter von 4 Monaten verkaufen. (Der Käufer hat diese dann nach der Weidesaison im Oktober geschlachtet und war zufrieden mit der Fleischqualität)
Dieses Jahr werde ich zum ersten Mal eine separate Jungbock-Herde laufen lassen und sie dann im Herbst schlachten lassen. Bei mir sind es aktuell 11 Böckchen, zwischen 2 und 3 Monate alt.
Ich habe Burenziegen, da ist der Geruch meines Erachtens nicht so extrem streng und der Geschmack des Fleisches eher mild. Am Ende gehen alle Schlachtkandidaten komplett in die Weißblechhaltung (Dosenwurst).
GOGOMANN hat geschrieben:Hat von euch jemand Erfahrung mit Kastrieren mit der Zange?
Bei mir wurden die Böckchen vom Tierarzt mit der Burdizzo-Zange kastriert. Wurden dafür in eine kurze Narkose versetzt. Nach dem Auswachen liefen sie für zwei Tage etwas komisch, danach hat man nichts mehr gemerkt. Hat, wie schon geschrieben, 30 Euro pro Tier gekostet.
Wir (eher meine Tochter) haben auch drei Ziegen. Den Bock haben wir schon vor ein paar Jahren vom TA mit der Burdizzo Zange kastrieren lassen. Irgendwie war das mit dem Geruch schon unschön , um das mal milde zu sagen.
Meine Frage an die Ziegenexperten ist folgende:
Geht denn der Geschlechtsgeruch auch auf das Fleisch über ? Und wenn ja , ab wann ist damit zu rechnen? Wie machen das denn die größeren Ziegenhalter, da ja wohl mit einem Geschlechterverhältnis von 1:1 gerechnet werden muß, und die Böcke bis auf wenige Ausnahmen zur Zucht "über" sind.
Ich hatte bis zu diesem Artikel hier im LT ehrlich gesagt davon noch nie etwas gehört... Bei der Ebermast, bzw Binneneber ist mir dieses Problem bekannt.
Bis in die frühen 60 ziger Jahre hinein gab es einen Dorf- oder Gemeindeziegenbock auch hier in Nordostniedersachsen. Der Halter dieses Tieres hat neben der Decktaxe auch noch extra von der Gemeinde eine Vergütung bekommen. Quasi als Entschädigung wegen dem Gestank... Durch unseren Ziegenbock weiß ich was das bedeutet.
Ich habe persönlich noch keine Erfahrung mit der Verwertung von alten Böcken.
Mein Bekannter, der letztes Jahr alle jungen Böcke gekauft hatte, hat sie dann nach der Weidesaison im Oktober mit 9 Monaten geschlachtet. Er meinte, dass keinerlei Bock-Aroma im Fleisch bemerkbar war.
Ich habe aber mal von anderer Seite gehört, dass man alte Böcke abseits der Damen allein stellen sollte, damit das Aroma nachlässt. Von einem anderen habe ich mal gehört, dass man Altböcke eine Zeit vor der Schlachtung kastrieren lassen solle. Ist vielleicht auch abhängig von der Rasse? Wie gesagt, ich persönlich weiß es nicht.
Mein jetziger Bock (7 Jahre alt) ist eine treue Seele und hat einen wunderbaren Charakter. Er darf seinen Lebensabend auf jeden Fall bei mir verbringen. Er wandert nicht in die Wurst. Somit werde ich dieses Rätsel nicht auf seine Kosten lösen...
Die Betriebe, die ich kenne, schlachten ihre Böckchen, die "über" sind, innerhalb des ersten Jahres.
Bei den Preisen orientiere ich mich daran was ich für ein lebendes Lamm bekomme und die Schlachtkosten kommen dazu. Der Preis gilt dann bei der Abnahme ganzer Tiere, Teilstücke sind teurer. Meine Krainer hatten 15-18kg kosteten küchenfertg zerlegt und vakumiert 170€.