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Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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20 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2
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Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon danando » Mi Okt 09, 2019 3:14

Hallo zusammen,

Ich bin neu hier im Forum und beschäftige mich gerade mit der Frage, ob wir vererbtes Ackerland und Grünflächen behalten oder verkaufen sollen.

Habe versucht, mich so gut es geht in das Thema einzulesen; es sind allerdings noch einige Fragen offen. Ich hoffe, dass es hier den einen oder anderen Experten gibt, der mir weiterhelfen kann.

Zur Situation:

  • Erbengemeinschaft hat landwirtschaftliche Flächen geerbt, die ursprünglich zu einer Nebenerwerbslandwirtschaft gehörten – diese ist aber seit den 1960er Jahren aufgegeben
  • Seitdem sind alle Flächen verpachtet
  • Gesamtfläche ca. 4 ha, davon 2.5 ha Ackerland und der Rest Grünland
  • Leider ist nichts davon zusammenhängend und die einzelnen Grundstücke sind recht klein
  • Die meisten Flächen sind zwischen 4.000 m2 und 6.000 m2, zwei aber auch deutlich kleiner
  • Gesamtpachteinahmen ca. 320 Euro
  • Bodenrichtwerte laut Gemeinde 0.75 Euro pro m2 für Grünland und 0.85 Euro pro m2 für Ackerland
  • In Hessen, abseits der großen Ballungsgebiete
  • Kein Bauerwartungsland


Meine Fragen:

    1) Gibt es noch andere Daten, die ich zur Bewertung heranziehen kann außer den Bodenrichtwerten? Ich bin es aus dem Ausland gewohnt, dass volle Transparenz bzgl. aller Immobilientranskationen herrscht; mir ist aber auch klar dass dies in Deutschland anders ist. Gibt es dennoch anonymisierte Daten, die mir helfen können, den Wert etwas genauer zu bestimmen? Z.b. Zugang zu den Ausgangsdaten, die für die Erstellung der Richtwerte verwendet wurden? Oder informelle Informationen von der Gemeinde?
    2) Welche Informationen sollte ich bzgl. der Qualität für landwirtschaftliche Nutzung ansehen? Jährlicher Regenfall und Bodengüte? Wie kann ich die Bodengüte für das Land herausfinden?
    3) Seht ihr Potential für eine Pachterhöhung? Die derzeitige Rendite liegt bei <1% (bezogen auf Bodenrichtwerte) und deckt gerade so die Grundsteuer. Man muss also derzeit von fast totem Kapital sprechen…
    4) Auf der anderen Seite, wenn die Pacht so okay ist, warum würde irgendwer das Land kaufen wenn er es doch für weniger als 1% des Kaufpreises bewirtschaften kann? Wirtschaftlich ergibt das doch kaum Sinn?

Für jede Hilfe bzw. Tipp bin ich Euch dankbar.
danando
 
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Neo-LW » Mi Okt 09, 2019 4:08

Moin,

die Werte in den Tabellen der Bodenrichtwerte sind über viele Jahre nicht fortgeschrieben worden.

Grober Ansatz:
Verkehrswert = Doppelter Bodenrichtwert

Bei dem Ackerland müsste man mal die Qualität erkunden.
Bei 20 BP braucht man sich nicht weiter kümmern.
Wir haben hier 98 bis 100 BP.
Da kostet der m² aktuell 6,50 EUR.


Olli
Chief Executive Officer of Agriculture
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon ChrisB » Mi Okt 09, 2019 6:50

Hallo ,
die Gemeinde bei uns kauft bis zu 1,50 €
Bayern bzw. Unterfranken, 20km abseits der Kreisstadt.
Beim Verkauf würde ich die Pächter ansprechen.
Bei so kleinen Flächen, hier bei mir auch so, da Realteilgebiet.
Wird oft der Pächter zugreifen,
bevor er mit neuen Besitzern Ärger bekommt.
Es geht ja hier nicht um hohe Beträge.
Die Pacht kommt mir für so kleine Flächen Top vor!
Bei uns zahlen heute noch die Vollerwerbsbauern für kleine Flächen keine Pacht :cry:
Selbst wenn Sie durch mehrere Kleinflächen,
mehrere Hektar zusammenbewirtschaften.
Eure Pächter sind "anständig"
sprecht die vor dem Verkauf an!
MfG
ChrisB
 
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Family Guy » Mi Okt 09, 2019 6:57

Wie du selbst geschrieben hast, ist der Flächenzuschnitt nicht ideal.

Über Preise kann man ohne die Kenntnis der Örtlichkeit hier gar nichts sagen und ob eine höhere Pacht zu erzielen wäre auch nicht.

In der Situation, keine Landwirtschaft, keine Bindung an das Dorf und Erbengemeinschaft würde ich verkaufen.

Könnt ihr selbst machen, Bodenwerte gibt es beim Katasteramt, oder an einen Makler geben, ist die bequemere Durchführung.
Das größte Interesse am Kauf werden wahrscheinlich die Flächennachbarn besitzen, für alle anderen ist der Zuschnitt das entscheidene Argument.
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Family Guy » Mi Okt 09, 2019 6:59

Bei uns zahlen heute noch die Vollerwerbsbauern für kleine Flächen keine Pacht


Das ist ja gediegen!
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Teddy Bär » Mi Okt 09, 2019 7:40

320€ für 4 ha kann jo so nicht sein.
Dann rede mal mit den Pächtern.
Die sollen euch das zahlen was die auch den anderen Verpächtern bezahlen. 300€ pro ha sollten immer drin sein.
Solch kleine Flächen zu verkaufen ist wirklich nicht leicht, da kommen nur die Pächter oder angrenzenden Landbesitzer in Frage.
Investoren ausserhalb der Landwirtschaft sind da raus, die wollen nur grosse zusammenhängende Flächen.
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Fendt-312 » Mi Okt 09, 2019 7:49

Hallo!

Das hört von der Flächenstruktur nach fränkischer Erbteilung an.
Ich denke das ein Verkauf das sinnigere ist. Für manche ist der Kauf der Flächen zu einem höheren Preis interessant, da sie, zum Beispiel an die eigene Fläche angrenzen, in der eigenen Fläche liegen, und oder schon seit Jahren gepachtet sind.
Ich habe solche Flächen zu einem teureren Preis gekauft. Ich nenne das Höflichkeitskauf. Kaufe aber nur Flächen die für mich sinn machen.
Ein Beispiel:
Ich kaufe eine Fläche welche ich seit Jahren in Pacht habe für 2,-€ /Quadratmeter. Der Preis ist an sich 75 Cent zu teuer. Da aber die Fläche nur 2000 Quadratmeter hat, und bei mir an der Gesamtfläche liegt sinnig, da ich dann ein größeres Feldstück habe.
Wirtschaftlich werde ich und die nächste Generation auf der Fläche kein plus machen, da ich ja die Nebenkosten auch noch bezahle (Notar, Grundbuchamt..).
Sollte ich mit der Landwirtschaft aufhören, dann hätte ich aber ein größeres Feldstück, dies ist für andere, oder den Nachbarn Interessant, so ist er möglicherweise bereit mehr zu Zahlen.

Bei einem Verkauf, sprecht doch mal eure Pächter an.
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Family Guy » Mi Okt 09, 2019 8:03

Teddy Bär hat geschrieben:320€ für 4 ha kann jo so nicht sein.
Dann rede mal mit den Pächtern.
... 300€ pro ha sollten immer drin sein.

Solch kleine Flächen zu verkaufen ist wirklich nicht leicht, da kommen nur die Pächter oder angrenzenden Landbesitzer in Frage.


Mach doch die Leute nicht verrückt, du kannst doch per Ferndiagnose gar nicht sagen oder es sogar wissen, was dort an Pacht bezahlt wird. Und hier ist eben die Kleinstruktur der begrenzende Faktor der Pachthöhe, was ja @damando gut erkannt hat.
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon wastl90 » Mi Okt 09, 2019 8:09

Auf alle Fälle mit den derzeitigen Pächtern sprechen. Hier wirst du auch den höchsten Preis erzielen können.
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Manfred » Mi Okt 09, 2019 8:21

Ohne Ortskenntnis absurde Pachtpreisvorstellungen aufzurufen... Da fragt man sich schon, was mancher zum Frühstück isst...

@danando:
Falls die Flächen in der Familie bleiben sollen, solltet ihr euch darum bemühen, die Erbengemeinschaft aufzulösen.
Spätestens wenn diese in die nächste Generation geht, werden die Flächen praktisch wertlos, weil der Verwaltungsaufwand den Nutzen übersteigt und einige Einigung unter den Eigentümern kaum noch zu erzielen ist.
Da gilt der alte Merksatz: Wer seine Erben hasst wie die Pest, sorgt dafür, dass es eine Erbengemeinschaft wird.
"The man who reads nothing at all is better educated than the man who reads nothing but newspapers." Thomas Jefferson
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Teddy Bär » Mi Okt 09, 2019 8:56

Ich würde mich als Pächter schämen nur 320€ für 4 ha zu zahlen.
Hier war der Preis wahrscheinlich vor 40 Jahren so ausgemacht worden und wurde nie angepasst.
Der Merksatz mit der Erbengemeinschaft war und ist immer noch richtig.
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Fassi » Mi Okt 09, 2019 9:59

Das mag ja bei dir so sein, spiegelt aber den durchschnittlichen Pachtpreise in meiner Gemarkung mit ähnlichen Flächenzuschnitten sehr gut wieder. Da ist 1€/ar das Maximum und das auch nur bei guten Flächen. Klar kann der Verpächter mehr verlangen, dann kann aber auch in 90% der Fälle die Flächen selbst bewirtschaften und die ganzen Kosten (BG, Grundsteuer usw) auch selber zahlen. Nicht überall herrscht Flächendruck oder brauchen viehstarke Betriebe Flächen für Gülle bzw um nicht Gewerbe zu werden. Wobei bei uns mittlerweile eher verkauft (0,5 bis 1€/m2) wird als verpachtet.

Gruß
http://www.youtube.com/watch?v=AMpZ0TGjbWE

https://youtu.be/Tmq8KHPxdrE
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon ChrisB » Mi Okt 09, 2019 10:31

Hallo Teddybär,
300 € das Ha ?????????
Bei uns in Unterfranken, 200 m über dem Meer,
gibt es ab ca 0,5 Ha 100 € je Ha bei Neuverpachtung bis 125€ je Ha
Bedeutet für 0,5 Ha also 5000 qm je 50 € :wink:
Ich habe für ein 4 Ha Ackerland mal mehr geboten bekommen,
aber nach einem Jahr kommt der Bauer und will dann weniger bezahlen,
oder es gibt keine Pacht mehr .
In meinem Bekanntenkreis mehrfach passiert , auch in den Nachbarorten, bei 2 Ha Ackerland :(
Trotzdem werde ich mich um diese Flächen nicht bemühen :wink:
Macht höchstens ein "Rebell" !
Deshalb finde ich für diese Hessenerbengemeinschaft und diese kleine Stücker, die Pacht in Ordnung.
Nur meine persönliche Meinung.
Im Ochsenfurter Gau, und in der Wetterau,
wurden um 1990 (Wende,DDR), damals schon teilweise 1000 DM bezahlt.
Landwirte mit 30 Ha Eigentum, wollten Verpachten :D
und im Osten für 50 DM Pachten, waren damals die "Örtliche Pacht" je Ha :wink:
In welcher Region wohnst Du ?
MfG
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon Teddy Bär » Mi Okt 09, 2019 11:11

Ich wohne ganz westlich. Wir haben auch nicht die besten Böden, dafür aber viele Hanglagen. Darum gibt es relativ viel Vieh. Was soll man auch sonst mit den Hanglagen machen als abzuweiden.
Dann lieg ich wirklich daneben mit meinen 3€. Für 1,5 € pro ar hat mein Vater vor 40 Jahren gepachtet, die Zeiten sind hier aber lange vorbei. Bei euch wird es wohl nicht mehr lange dauern, dann werden viele schwieriger zu bewirtschaftenden Flächen keine Pächter mehr finden.
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Re: Agrarland - behalten oder doch verkaufen?

Beitragvon marius » Mi Okt 09, 2019 14:15

Eigentlich ganz einfach. Verpachten kann man solche Handtücher nicht und wenn dann kostenlos. Zumindest bei uns.
So Flächen mit 2000 oder 3000 m² werden bestenfalls und mit Glück kostenlos bewirtschaftet. Da hat keiner Interesse.
Findet man keinen muss man dafür bezahlen.

Am besten den Feldnachbar fragen oder einen Pferdehalter, Schäfer.
Also kostenlos verpachten oder verkaufen über einen Makler. Preis wird nicht besonders hoch sein.

Anders sieht es hier ab 3 ha aus, oder zumindest 2 ha pro Feldstück.
Da geht der Preis bei Kauf und Pacht richtig hoch, sofern eben, Rechteck, und gut befahrbar.
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