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Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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43 Beiträge • Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
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Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon Berti Bauer » Mi Jun 24, 2026 12:01

Mir ist im Laufe der Jahre aufgefallen, dass viele Höfe nicht an fehlender Arbeit leiden, sondern an Arbeitsabläufen, die irgendwann einmal sinnvoll waren und nie wieder hinterfragt wurden.

Ein Beispiel:

Auf einem Betrieb wurden Tiere jahrelang umständlich verladen, weil man es immer so gemacht hatte. Nach einer kleinen Umstellung der Wegeführung war derselbe Arbeitsgang deutlich einfacher und schneller erledigt.

Ähnliche Beispiele kenne ich von:

- Verladeplätzen
- Treibwegen
- Toren
- Ausläufen
- Fütterung
- Maschinenwegen

Mich würde interessieren:

Welche Arbeitsfalle habt ihr auf eurem Betrieb entdeckt?

Was war eine kleine Veränderung, die euch dauerhaft Zeit, Wege oder Nerven gespart hat?

Oft sind es ja nicht die großen Investitionen, sondern die einfachen Ideen, die den Alltag erleichtern.
Berti Bauer
 
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon AEgro » Mi Jun 24, 2026 13:13

Ich kenne eine sehr erfolgreiche Landwirtschaftsfamilie, muss sagen landwirtschaftliche Unternehmer-Familie.
Der Senior sagte vor rd. 45 jahren bei einer Besichtigung des Betriebs durch meine Fachschulklasse in der anschl. Diskussion bezogen auf die Arbeitswirtschaft:
" Mein Motto ist, nicht Arbeitsspitzen zu glätten, sondern Arbeitstäler zu füllen."
Der ist/war nicht nur clever was Produktion und Vermarktung von Sonderkulturen angeht, sondern auch eisern gegen sich und seine Familienmitgliedern.
Gruß AEgro
Es gibt Tage, da komm ich einfach mit dem Kopfschütteln nicht hinterher !
AEgro
 
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon T5060 » Mi Jun 24, 2026 13:49

Das ist ein stetig ständiger Optimierungsprozeß,
aber es gibt keine Arbeitsfallen, sondern es ist IMMER ein Prozeß der besseren Wirtschaftlichkeit.

Die relative Vorzüglichkeit des Betriebsmitteleinsatzes, nennt sich das

alles andere wäre dann in etwa so:

"Bis ich die Kuh soweit hatte das sie nix mehr gefressen und geschissen hat, ist sie mir verendet!"
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon barneyvienna » Mi Jun 24, 2026 20:05

hallo Berti Bauer. Mir gefällt die Idee dieses Fadens, den Du angeregt hast.
Für mich ist eine kleine Arbeitserleichterung die Geschichte vom Wirten und der Kellnerin:

Die Kellnerin nimmt an einem Tisch eine Bestellung auf und will zur Küche eilen, um die Bestellung weiterzugeben. Der Wirt sieht, dass sie ein paar leere Gläser am Tisch stehenlassen hat, nimmt sie zur Seite und sagt: " Nie leer geh ! "

(ist eigentlich sehr ähnlich der obigen Geschichte von Aegro - Arbeitstäler füllen )

Ist zwar eine Kleinigkeit, aber den Satz hab ich mir schon oft gesagt.
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon T5060 » Mi Jun 24, 2026 20:23

Mein Onkel hat immer gelehrt, er arbeitet lieber mit einem Faulenzer als mit einem Dummen bzw. Studierten.
Ein Faulenzer würde sich immer überlegen, wie er am einfachsten die Arbeit erledigt bekommt.
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon Südheidjer » Mi Jun 24, 2026 21:57

Ein Mathematiker macht sich sogar in der Küche bei der Zubereitung seiner Menüs Gedanken über jede Bewegung, wie es am optimalsten wäre, also erst zur Spüle, dann zum Kühlschrank, Schranktüre mit linker oder rechter Hand öffnen usw. Ständig!
Und nicht nur in der Küche, sondern IMMMER, bei jeder Tätigkeit.
...das kann auch belastend sein. :lol:

...vielleicht klappts auch deswegen nicht mit den Weibern. :(
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon langholzbauer » Mi Jun 24, 2026 22:13

Aktuelles Beispiel eines verrückten Kollegen.
Der kauft sich alle 5 Jahre einen werksneuen Einkreiselschwader und richtet den in der kurzen Zeit hin, weil er immer Vollgas und zu tief im Dreck kreiselt( Es darf ja kein einziger Halm liegen bleiben!) , wärend andere mit einem guten gebrauchten Mittelschwader die gleiche Fläche jährlich ganz gemütlich zusammenziehen und in 10 Jahren noch keine 5 Zinken abgebrochen haben.
Die Preise der Technik werden in genug anderen Fäden genannt. :wink:
Allein die ca. 40% * Mehrarbeit in der Futterernte von einem unter 3m transportbreiten Doppelschwader auf einen gleichbreiten Einkreisler tun schon im Zeitmanagement richtig weh.
Da sind Synergien, wie gleichmäßigere Schwaden und dadurch einfacheres Pressen noch gar nicht eingerechnet.

* Bevor da Nachfragen kommen:
Auch mit einem Mittelschwader muss mann manchmal Schwaden so verlegen, dass sie sauber aufgenommen werden können.
Deshalb ist doppelte Arbeitsbreite nie doppelte Schlagkraft/ Fläche. :wink:
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon T5060 » Mi Jun 24, 2026 22:40

Schwaden kann nur der, der auch Ladewagen oder Presse fahren kann, denn der Schwaderfahrer bestimmt die Effizienz von Presse oder Silierwagen
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon DST » Mi Jun 24, 2026 22:41

Da die Freizeit immer zu knapp ist halte ich eiserne Ordnung.
Alles wird nach getaner Arbeit wieder an seinen festen Platz gebracht, Reparaturen und Wartung werden zeitnah ausgeführt.

Der Zeitaufwand zum aufräumen ist immer geringer als der Zeitaufwand um etwas zu suchen.

Reparaturen gehen nicht schneller oder besser, wenn man Zeitdruck hat.

Genauso halte ich es mit Materialvorräten. Was wiederkehrend gebraucht wird, wird zeitnah wieder aufgefüllt.

Wenn mehrere Personen auf Werkzeuge, Maschinen und Materialvorräte zugreifen ist ein strukturiertes Ordnungssystem sehr wichtig, weil es Suchzeiten und Leerlaufzeiten minimiert.

Beim oben genannten Wirt und seiner Bedienung musste ich schmunzeln.
Ich sag immer "kein Weg ist umsonst"

Wenn Kleinigkeiten an ihren Platz in einem anderen Raum oder in ein anderes Gebäude müssen, dann liegen die immer neben der Tür oder an der Treppe.
Wenn ich beim nächsten Gang mit leeren Händen vorbeikomme dann nehm ich die Sachen auf dem Weg mit.

So kommt alles zügig wieder an seinen Platz, ohne wegen jeder Kleinigkeit extra zu laufen.

Sind zwar auf dem ersten Blick nur Peanuts, aber aufs Jahr gesehen spart man sich so einige Stunden und schont vor allem die Nerven.
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon Sturmwind42 » Do Jun 25, 2026 12:02

T5060 hat geschrieben:Schwaden kann nur der, der auch Ladewagen oder Presse fahren kann, denn der Schwaderfahrer bestimmt die Effizienz von Presse oder Silierwagen
Einer deiner besten Kommentare hier !
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon langholzbauer » Do Jun 25, 2026 12:12

Für ein ähnliches Zitat aus der Fachpresse wurde ich hier vor Jahen mal scharf angegangen. 8)
Aber das ist trotzdem wahr.
Besonders wenn es schon dunkel wird und entfernt blitzt, merk der Pressenfahrer ganz genau den Unterschied zwischen guten und schlechten Schwaderfahrern.
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon RABE-Profi » Do Jun 25, 2026 12:54

Das sag ich schon lang mit dem Schwadern.

Der wichtigste Mann auf der Wiese ist der Schwaderfahrer.
Wenn der Mist baut, hat der Rest auch Scheiß zu fahren.
Deutschland: das größte Irrenhaus der Welt. Hier laufen die Verbrecher frei herum
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon T5060 » Do Jun 25, 2026 13:02

Kontinuierlicher Gutfluß, angemessenes Vorgewende, dass aber nicht zu groß und gerade elegant zu fahrende Schwaden.

Bei hängigen Wiesen muss der Schwad so liegen, das die Kiste die nachher kommt nicht auf halb acht hängt. Gleiches gilt für Masten, Steinküppel und nasse Stellen.
Denn man muss auch bedenken, dass man im Dunkeln laden muss und das nicht jeder überdimensionierte Traktoren hat.
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon langholzbauer » Do Jun 25, 2026 13:16

Den Deppen, der den Schwad für den LU stur nach Anschluss in Senken und über Hügel und Grenzsteine legt, meinte ich noch gar nicht. :oops:

Themenwechsel:
Bei Weideführung ist es sehr angenehm, in solchen aktuellen Hitzewellen an natürlichen Wasserdargeboten zu weiden.
Das sind auch schnell einige Stunden weniger Arbeit für Wassertransport.
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Re: Arbeitsfallen auf Höfen – welche habt ihr beseitigt?

Beitragvon langer711 » Do Jun 25, 2026 14:15

Schweinemaststall

Der Hochbehälter muss aufgerührt werden zum Ausbringen der Gülle.
Dazu wurde 20 Jahre lang die elektrische Güllepumpe ganz unten aus der Vorgrube gehoben mit dem Frontlader und dann mit Selbstbau-Frontlader-Verlängerung an den Galgen überm Hochbehälter gehängt.
Per Winde abgetaucht und 3 Tage pumpen lassen zum Aufrühren.

Dieser „Umbau“ kostete jedes Mal ne Stunde Zeit mit zwei Mann und war obendrein noch gefährlich.

Rührwerk gekauft, angepasst an den Galgen im Behälter, eingebaut, startklar auf Knopfdruck.

1 Tag rühren reicht aus bei 1/3 Stromverbrauch
———————-

Flüssigfütterung war anfällig und nun musste ein neuer Schaltschrank her.
Gebrauchte Breiautomaten besorgt (hier im Forum).
Seilkette montiert
Quertröge raus, auf Großbuchten umgebaut.

Stressfreies Füttern, mehr Tageszunahmen, weniger Reparaturen, höhere Tageszunahmen.

Getreideernte
Gerste, Raps, Triticale, Weizen
Raps versucht, nicht reif, doch erst Triticale, und immer hin und her gerüstet.
Irgendwann den Raps stehen lassen, bis die Triticale weg war, umgebaut auf Raps, alles abrasiert, dann Umbau auf Weizen und Endspurt.

In allen Fällen meinte der alte Herr
„Warum haben wir das nicht sofort so gemacht??“

Ja, es ist ein kontinuierlicher Prozess
Man muss sich ab und zu echt mal 10 Minuten Zeit nehmen und sein eigenes Tun kritisch auf den Prüfstand stellen.

Ich beneide die Leute, die für „jede Schraube“ einen festen Platz haben UND diese Ordnung immer einhalten.
Das krieg ich einfach nicht mehr ins Blut :D
Hier könnte Ihre Werbung stehen... 8)
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