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Bau einer Biogasanlage ohne landwirtschaftlichen Betrieb

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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19 Beiträge • Seite 2 von 2 • 1, 2
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Beitragvon Geronimo » Fr Okt 20, 2006 20:54

Manfred hat geschrieben:+ Pacht oder sogar Flächenkauf.
Ich verstehe beim besten Willen nicht, wieso jeder Biogasanlagenbetrieber meint, seinen Mais unbedingt auf eigenen Flächen produzieren zu müssen. Die verherende Folge ist nur, dass die Pachtpreise ins Unermessliche steigen, und nur noch die Flächenbesitzer verdienen. Dem Bewirtschafter bleibt nichts mehr.

Dann doch lieber Abnahmeverträge schließen.
@Krone77: Wenn sich die Anlage nur rechnet, wenn der Mais von eigenen Flächen kommt, kann doch etwas nicht passen. Dann arbeite ich entweder an der Anlage oder auf der Fläche umsonst. Aus welchem Grund sollte ich dann eine Anlage bauen?

Grüße,
Manfred



Hallo Manfred,
natürlich hast du recht. Aber wie in vielen anderen Bereichen auch (z.B. Milchquote) , wird bei der Flächenzupacht nur mit Grenzkosten kalkuliert.

Ich würde jedem, der selber nicht genügend Fläche bewirtschaftet, von einer Biogasanlage abraten.


Einige Fachleute gehen davon aus, dass rund ein Drittel der Biogasanlagen in den nächsten Jahren insolvent sein werden.
Geronimo
 
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Beitragvon euro » Sa Okt 28, 2006 13:05

http://www.germanwatch.org/handel/biogas06.pdf
euro
 
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Beitragvon Egbert » Mo Dez 04, 2006 14:40

Das Zauberwort heißt Biomasse. Pflanzen fast jeder Art sollen nahezu klimaneutral Kraftstoff, Strom und Wärme liefern. Doch schon zeichnet sich beim - grundsätzlich begrüßenswerten - Gegensteuern in Sachen Luftverschmutzung ein Übersteuern ab.

Beispiel Holz. Jahrzehntelang wurden die deutschen Wälder kaum gepflegt, weil der Aufwand hoch und der Ertrag niedrig war. Doch plötzlich, seit der Biomasse-Boom ausgebrochen ist und immer mehr Verbraucher Alternativen zu teurem Öl und Gas suchen, kehrt sich alles ins Gegenteil: Sogenanntes Schwachholz wird am Markt ganz stark, macht als Hackschnitzel- und Pellet-Brennstoff eine steile Karriere.

In nur fünf Jahren hat sich der Verbrauch von Brennholz in Deutschland fast verdoppelt - auf 20,7 Millionen Kubikmeter. "Die Förster müssen sich dem wachsenden Holzhunger beugen. Die werden massiv unter Druck gesetzt, möglichst viel und schnell Holz zu beschaffen Noch gebe es in deutschen Forsten genug Reserven, kontern die Waldbesitzer, die Prinzipien der Nachhaltigkeit würden streng eingehalten. Das ist auch dringend nötig. Denn übernutzte Wälder sind ökologisch so wertlos wie ein totgepflegter Zierrasen, auf dem schon ein Regenwurm-Kothäuflein dumm auffällt.

Beispiel Bio-Kraftstoff. In asiatischen Tropenländern sind es Palmöl-Plantagen, in Deutschland Raps- und Maisäcker, die bereits ganze Landstriche beherrschen. Bei den Bio-Energien ist der Begriff "bio" nicht mit dem gleichnamigen Prädikat für den Öko-Landbau zu verwechseln, denn dieses gilt nur für den Anbau von Nahrungsmitteln. "Bio"-Treib- oder -Brennstoff hingegen wächst in intensiven Monokulturen, oft unter hohen Gaben von Pestiziden und Kunstdünger.
Mittlerweile reifen in Deutschland auf fast 1,5 Millionen Hektar (13 Prozent der gesamten Ackerfläche) Energiepflanzen heran, auf gut zwei Drittel der Fläche allein Raps für Bio-Diesel. Das Umweltbundesamt rechnet überdies vor, dass das Rapsöl-Produkt keineswegs klimaneutral ist. Denn die Herstellung braucht fossile Energieträger, und beim Anbau werden Treibhausgase frei: Als Folge der Stickstoffdüngung entweicht Lachgas in die Atmosphäre - es ist ein 300-mal wirksameres Treibhausgas als das Kohlendioxid der fossilen Brennstoffe. Will man nur ein bis vier Prozent der Treibhausgas-Emissionen herkömmlicher Dieselfahrzeuge vermeiden, müsste auf der Hälfte der deutschen Ackerfläche in einer vierjährigen Fruchtfolge Raps wachsen.

Der große Flächenbedarf der Energiequelle Acker legt nahe, dass ein dicht besiedeltes Land wie Deutschland einen Teil seiner Bio-Energie importieren wird. Hier kommt der Alleskönner Palmöl ins Spiel. Das Produkt aus den Tropen hat schon vor zwei Jahrzehnten, als die damaligen schwer abbaubaren Waschmittel den Flüssen zusetzten, als ökologische Patentlösung herhalten müssen und Karriere in den Industrieländern gemacht. Palmöl findet sich in Margarinen und Eiscremes, Kaffeeweißern, Frittierfetten, Waschmitteln, Kerzen, Lippenstiften - und ist nun auf dem Weg, zum Brenn- und Treibstoff zu werden.

Erste Kraftwerke und Raffinerien entstehen in Europa, um den tropischen Energieträger zu vermarkten. Dies bringt Regenwaldschützer auf die Palme. Schon heute müssen jährlich etwa eine halbe Million Hektar Regenwald für die Anpflanzung der Öl-Plantagen weichen. Damit werden nicht nur wertvolle Lebensräume zerstört, sondern wird auch das Klima geschädigt - das es doch gerade zu beschützen gilt. Ökologe Succow rechnet vor: "Jede Tonne Palmöl vermeidet den Ausstoß von drei Tonnen Kohlendioxid (CO2) aus Mineralöl. Aber sie setzt gleichzeitig sieben bis elf Tonnen CO2 frei." Denn: Der Kohlenstoff war zuvor klimasicher im Regenwaldboden gespeichert. Doch die Anlage der Plantagen setzt Prozesse im Boden in Gang, bei denen CO2 entsteht und in die Atmosphäre aufsteigt.

Es ist wenig tröstlich, dass dies nicht nur den Energiebereich betrifft. So wurde im Zug der Rinderwahn-Vorsorge die Verfütterung von Tiermehl komplett verboten, auch an Schweine und Hühner, die gar nicht an BSE erkranken. Der entstandene Eiweiß-Engpass wird vor allem durch erhöhte Soja-Importe ausgeglichen. Folge: In Lateinamerika verdrängen die Bohnen immer mehr Regenwald sowie Ureinwohner und Kleinbauern, die in und von diesen Wäldern leben. "Im Jahr 2000 kauften die ersten Großfarmer aus dem Süden etwas Land auf. Dann kamen immer mehr und verwandelten unsere Region nach und nach in eine Soja-Wüste", sagt der Kleinbauer Silvino Pimentel Vieira aus dem nordbrasilianischen Bundesstaat Pará. Trotz Gegenwehr verlor er seine 25 Hektar Land und damit die Lebensgrundlage.

Ob Nahrungsmittel oder Energiebedarf, Mobilität oder Mobiliar - ein hoher Lebensstandard in Industrienationen wie Deutschland hinterlässt besonders große "ökologische Fußabdrücke" auf dem Planeten. Mit etwas gutem Willen ließen sich aber zumindest die übergroßen Stiefel gegen leichteres, passendes Schuhwerk austauschen, um die Trittspur zu verkleinern. Das funktioniert aber nur, wenn ökologischen Lösungen nicht überstrapaziert werden, um die neu entstandenen Märkte maximal auszubeuten. Denn das verheizt die Erde - mit oder ohne Holz.
Es geht doch, vollkommen ohne Chemie in der Landwirtschaft
" Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die "Normalen" gebracht haben. "

George Bernard Shaw
Herzlichen Gruß

Egbert
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Egbert
 
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Re: Bau einer Biogasanlage ohne landwirtschaftlichen Betrieb

Beitragvon -MF-Fahrer- » Mi Jun 02, 2010 22:41

Sers,

ja ich bin gerade in der gleichen Situation wie du mit dem Bau einer Biogasanlage wobei ich selbst nebenbvei 15ha bewirtschafte. ich habe eine 150kw anlage im Sinn. Der Zukauf von Mias ist no Problem, da meine Verwandschaft 50ha Mais zum Flächenausgleich anbaut. Gülle für den Bonus könnte ich von einem Freund beziehen (Tonne 3,50€). dazu würde ich noch 700t Pferdemist kostenlos bekommen (pro Jahr). ich habe hierfür schon eine wirtschaftlichkeitsberechnung vorliegen, wobei mein Steuerberater mir aber abrät. hat irgend jemand nen Plan wo ich die Wirtschaftlichkeitsberechnung überprüfen lassen kann???

bitte um antworten..................
-MF-Fahrer-
 
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