Liebe Landmenschen,
auch heute habt Ihr wieder keinen wirklichen Feiertag. Kenne das, denn ich arbeite am Flughafen in Berlin. Trotzdem wünsche ich einen zufriedenen bis glücklichen Tag.
Seit längerem denke ich über alternative Lebens- und Wohnmöglichkeiten nach. Als Hamburgerin bin ich mit dem Segeln auf der Elbe und Ostsee großgeworden. Stets hatte ich ein arbeitsreiches Leben, das meist sehr viel Spaß gemacht hat. Vier Jahre im Ausland gearbeitet und 2008 wieder nach D vielmehr, wegen der sozialen Kontakte, nach Berlin zurück. Und ab dann traf mich der Schlag:
Auf dem Arbeitsmarkt hier in Berlin nur noch Hungerlöhne (6,50 bis 8,00 brutto die Stunde) für hochwertige Arbeit, wie zum Beispiel im Verkauf, oder Check-in oder oder oder. Die Mieten für kleinste Wohnungen in den derbsten Vierteln fast so hoch wie in Hamburg. So dass man sich abschuften kann, wie man will: Man muss noch beim Job-Center Aufstockung beantragen, wenn man überleben will und wird zudem dort noch so behandelt, als wenn man eine faule Socke wäre.
Gerade war ich zu einem sogenannten Assesment-Center eingeladen, wo eine outsourcing-Firma Flugbegleiterinnen für die Hochsaison für die rot-weiße Airline suchte. Es wurde weder Wasser, Kaffee oder Tee bereitgestellt, obwohl die Auswahlaktion von 10-15:30 dauern sollte. Vertrag nur für 5 Monate zu einem Hungerlohn. Bin, weil ich wohl zu kritische Fragen stellte, nach zwei Stunden rausgeflogen. Überall dasselbe: Menschen werden in der Arbeitswelt total verheizt.
Als Seglerin kann ich sehr gut auf kleinstem Raum klarkommen, da die Natur ja um mich herum Space ohne Ende bietet. Ein Schiff kann ich mir aber nicht leisten. Deshalb denke ich über die Alternative nach, einen Bauwagen zu kaufen und darin zu leben. Einen Teilzeitjob zu suchen, der netto so um 700-800 Euro bringt und mit wenig Geld aber mehr Zeit sowas wie eine Selbsversorgerin auf dem Land zu werden. Einen grünen Daumen habe ich. Ob Tomaten- oder Paprikakern, den ich in einen Topf mit Erde stecke: Nach ein paar Monaten habe ich kleine Früchte. Nur, wo stelle ich den Bauwagen ab?
Gibt es hier Landwirte, die eine kleine Fläche günstig vermieten würden?
Der Traum wäre natürlich nahe am Meer.
Liebe Grüße aus Berlin vom basstoelpel

