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Blinkgeber - Frage an die Elektrikprofis

Hier findet man Hilfe in Sachen Landtechnik.
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15 Beiträge • Seite 1 von 1
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Blinkgeber - Frage an die Elektrikprofis

Beitragvon Stefan53 » So Sep 08, 2019 9:17

Hallo zusammen,
ich habe mal wieder eine Frage an euch. Insbesondere die Elektronikprofis können diese aber bestimmt leicht beantworten.
An meinem Schlepper funktioniert die komplette Blinkanlage nicht mehr. Also weder der Schlepper selbst, noch ein Anhänger. Auch der Warnblinker tut nicht mehr. Ich habe die entsprechenden Sicherungen gecheckt und diese sind OK.
Ich habe nun den Blinkgeber im Verdacht.
Es handelt sich dabei um einen Hella 4DN 008768-12 [12V 21W 2+1+1(8)] steht drauf.

So sieht er aus:
blinkgeber.jpg


Ich habe nun folgende Messungen gemacht:
Zündung ein -> Masse auf Klemme 31 -> 12V auf Klemme 49 (Eingang Blinkgeber)
-> dann sind auf Klemme 49a (Ausgang Blinkgeber) durchgehend 12V

Wenn ich nun den Blinker betätige oder die Warnblinkanlage einschalte
-> dann ist auf Klemme 49a (Ausgang Blinkgeber) plötzlich Masse (also Druchgang von Masse zu Klemme 49a)

Verstehe ich das falsch aber der Blinkgeber müsste doch eigentlich das Blinksignal ausgeben oder? Kann mir jemand erklären was so ein Blinkgeber macht und wie ich die korrekte Funktion messen kann? So wie es jetzt ist würde ich sagen das Bauteil ist kaputt.

Wenn noch mehr Messergebnisse benötigt werden messe ich gerne nach.....
Bin über jede Hilfe dankbar.

Grüße
Zuletzt geändert von Falke am So Sep 08, 2019 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Thementitel präzisiert
Stefan53
 
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektonikprofis

Beitragvon Fan » So Sep 08, 2019 10:22

Hallo Stefan53,
zum prüfen der Blinkanlage ist es sinnvoll den Blinkgeber auszustecken und die Kabel 49 und 49a zu brücken.
Beim einschalten der Blinker sollten sie dann leuchten.
Wenn " JA " und der Blinkgeber Masse hat, ist der Blinkgeber defekt.
Gruß Fan
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektonikprofis

Beitragvon Falke » So Sep 08, 2019 11:19

"Wer misst, misst Mist!" lautet das 2. Grundgesetz in der Elektrik ...

Hier die Innenschaltung und die Außenbeschaltung so eines Blinkgebers (leider ist das Bild nicht allzu gut ...):
Bild
https://www.german-carparts.de/Hella-4D ... er-Traktor

Wie man sieht, ist zwischen Klemme 49 und 49 a intern nur ein Strommesswiderstand und der Arbeitskontakt (Schließer) eines Relais.
Der Blinkgeber kann also gar nicht Masse von Klemme 31 nach Klemme 49a schalten!

Du hast wahrscheinlich mit einem Multimeter gemessen. Das hat im Voltbereich einen Eingangswiderstand von ca. 10 MegaOhm (10.000.000 Ohm)
Stefan53 hat geschrieben:Ich habe nun folgende Messungen gemacht:
Zündung ein -> Masse auf Klemme 31 -> 12V auf Klemme 49 (Eingang Blinkgeber)
-> dann sind auf Klemme 49a (Ausgang Blinkgeber) durchgehend 12V

Was dabei wie 12 V aussieht, ist ein winziger Leckstrom durch den Blinkgeber. Klemme 49a liegt offen, die einzige Belastung sind die 10 MOhm des DVM. Einige µA (0,00000x A) Leckstrom genügen.
Stefan53 hat geschrieben:Wenn ich nun den Blinker betätige oder die Warnblinkanlage einschalte
-> dann ist auf Klemme 49a (Ausgang Blinkgeber) plötzlich Masse (also Druchgang von Masse zu Klemme 49a)

Es wird nicht Massepotential an Klemme 49a durchgeleitet, sondern die niederohmigen Blinklampen lassen die nur schwach belastbare Spannung an Kl. 49 a zusammenbrechen.

Du hast wsch. auf dem Weg von Zündungsplus (Kl. 15) über die Sicherung(en) zu Kl. 49 des Blinkgebers irgendwo eine "Schwachstelle", die zwar noch "ein wenig" Strom fließen lässt, aber nicht genug,
dass die Blinklampen leuchten können.

Der von Fan genannte Test könnte diesbezüglich Klarheit schaffen.

Der Blinkgeber ist nicht notwendigerweise defekt.

Eine Prüflampe ist in der KFZ-Elektrik oft das bessere "Messinstrument".

P.S.:

Stefan53 hat geschrieben:Es handelt sich dabei um einen Hella 4DN 008768-12 [12V 21W 2+1+1(8)] steht drauf.

Auf dem Bild sieht man aber den Aufdruck 4DN 008768-13

Tut hier wsch. nichts zur Sache - aber bei der Elektrik sollte man exakt sein ... :wink:
So eine kleine Differenz kann über Funktionieren oder Nicht-Funktionieren entscheiden.

P.P.S.:
"durchgehend 12 V" an Kl. 49 a (solange kein Blinkschalter betätigt ist) misst du auch, wenn eine Kontrolllampe paralell zu Kl. 49 und 49a geschaltet ist, wie hier - ganz ohne Leckströme:
Blinkgeber_HELLA.jpg

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... lgK6epmPTp



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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektonikprofis

Beitragvon Stefan53 » So Sep 08, 2019 12:01

Hallo Fan, hallo Falke,
Danke für die schnellen Antworten. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich bei Falkes Beitrag nicht alles 100%ig verstanden habe.
Ich habe gerade den Test von Fan gemacht. Also den Blinkgeber vom Stecker abgezogen und im Stecker die Klemmen 49 und 49a gebrückt. Nun leuchten beim betätigen die jeweiligen Blinker bzw. Bei der Warnblinkanlage eben alle 4 Blinker dauerhaft. Masse kommt im Stecker auch sauber an (geprüft über Durchgangsmessung mit einem Multimeter an die Karosserie).

Kann ich nun davon ausgehen, dass der Blinkgeber defekt ist oder muss ich weitere Prüfung machen? Was meint ihr? Denn nun sollte ja eine „engstelle“ zwischen Kl.15 und dem Blinkgeber ausgeschlossen sein oder?

PS: Dass auf dem Bauteil auf dem Bild die falsche Nummer drauf ist habe ich gesehen. Aber es sieht genau gleich aus und auch die klemmen sind gleich. Daher habe ich einfach dieses Bild genommen.
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektonikprofis

Beitragvon countryman » So Sep 08, 2019 12:14

Der Blinkgeber ist Schrott, wahrscheinlich sind die Relaiskontakte verbrannt. Könnte man versuchen abzufeilen, aber der nächste Ausfall ist dann vorprogrammiert.
Beim Bestellen sollte tatsächlich auf die genaue Nummer oder Eignung für den Schleppertyp geachtet werden, denn es gibt Varianten.
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektonikprofis

Beitragvon Fan » So Sep 08, 2019 12:18

Hallo Stefan53,
da beim brücken die Blinklampen leuchten und der Blinkgeber mit Masse versorgt ist, ist der Blinkgeber defekt.
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektonikprofis

Beitragvon Stefan53 » So Sep 08, 2019 12:25

Ok danke für die Meinungen. Das ist auch mein Verdacht jedoch als Laie - lieber nochmal fragen... :prost:
Ich bastle da jetzt auch nicht selbst groß dran rum sondern werde dann einen neuen bestellen.

Von was kann so ein Defekt kommen? Ich war am Samstag mit dem Hänger unterwegs und da hat alles noch funktioniert. Habe den Anhänger dann auf der Wiese ausgesteckt und anschließend beim ankuppeln wieder eingesteckt und ab da hat nichts mehr funktioniert. Aber wenn es dabei zu einem Kurzschluss gekommen wäre oder der Hänger eine Macke hätte müsste doch eigentlich die Sicherung fliegen oder?
Das darf doch nicht den Blinkgeber abschließen!? Oder?
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektonikprofis

Beitragvon Fan » So Sep 08, 2019 17:27

Hallo Stefan53,
" Von was kann so ein Defekt kommen? "
Die Elektrischen Bauteile werden über Sicherungen zwar geschützt, aber ein Defekt kann keiner ausschließen.
Du kannst mal den Blinkgeber öffnen, eventuell kann man den Defekt erkennen.(Kontakte verbrand,Kalte Lötstelle)
Gruß Fan
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektonikprofis

Beitragvon Falke » So Sep 08, 2019 18:40

Eine übliche Schmelzsicherung kann den 10-fachen Nennstrom bis zu einer Sekunde lang "halten" bis sie schmilzt und so den Stromfluß unterbricht.

Wenn also kein "satter Kurzschluß" vorliegt (wo noch viel höhere Ströme fliessen und die Sicherung entsprechend schneller schmilzt) kann es schon sein,
dass die Sicherung ganz bleibt - empfindliche Stellen im Stromkreis wie Relais- oder Schaltkontakte aber dauerhaft Schaden nehmen ...

Bei einer 10 A Sicherung fließen also bei Überlast im Stromkreis bis zu einer Sekunde lang bis zu 100 Ampere.
Die meisten gehen davon aus, dass eine 10 A Sicherung schon bei 11 A "blitzschnell" durchbrennt ... :|

A.
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektrikprofis

Beitragvon Stefan53 » Mo Sep 23, 2019 6:56

Guten Morgen zusammen,
ich wollte nur kurz ein Feedback zum Problem geben. Nach dem Einbau eines neuen Blinkgebers funktioniert alles wieder einwandfrei.

Grüße
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektrikprofis

Beitragvon TomDeeh » Mo Sep 23, 2019 7:52

Hi ,

kommt jetzt zwar a bissle spät von mir , aber man kann den Blinkgeber auch öffnen und nachschauen was defekt ist. An meinen JDs der 40/50er Serie hab ich die Dinger bei einem befreundeten Elektroniker immer reparieren lassen.
Gruß Tom
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektrikprofis

Beitragvon JueLue » Mo Sep 23, 2019 10:05

Was willst du denn daran reparieren, bzw. wie soll sich das lohnen, wenn das Ding für <40€ frei Haus kommt?

Juelue
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektrikprofis

Beitragvon TomDeeh » Mo Sep 23, 2019 11:12

JueLue hat geschrieben:Was willst du denn daran reparieren, bzw. wie soll sich das lohnen, wenn das Ding für <40€ frei Haus kommt?

Juelue


Hi ,

Deinem Einwand stimme ich 150% zu , besonders da die Blinkgeber sogar schon für unter 20€ zu bekommen sind , aber manchmal darf man auch was reparieren anstatt tauschen....
Gruß Tom
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektrikprofis

Beitragvon countryman » Mo Sep 23, 2019 12:13

Reparieren kommt nur in Frage wenn man selbst bastelt oder jemanden kennt der es aus Spaß macht.
Wie schon geschrieben, einmal verbrannte Kontakte sind vorgeschädigt und werden früher oder später wieder verkleben. Vielleicht auch weil sie vn Haus aus nicht so gut waren. Daher ruhig den besseren nehmen, 20,-€ Angeboten für 2+1+1 Blinkgeber würde ich nicht trauen.
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Re: Blinkgeber - Frage an die Elektrikprofis

Beitragvon Falke » Mo Sep 23, 2019 19:17

Blinkgeber sind in gewisser Hinsicht Verschleißartikel.

Das Schalten der Blinklampen ist nicht trivial.
Der Einschaltstrom von (kalten) Glühlampen kann das 15-fache des Nennstroms betragen, nach der Pause nach dem ersten Blinken immer noch etwa das 5...10 fache.

Auch wenn der Nennstrom von 3 Stk. 12V/21 W Glühlampen (Zugfahrzeug und ein Anhänger) nur etwa 5...6 Ampere beträgt, wird der Blinkgeber im Moment des Einschaltens
dabei für einige Millisekunden mit ca. 50...90 Ampere belastet. Das hält ein Relais, wie sie in Blinkgebern verbaut sind, nur einige (zehn)tausend mal aus ... :|

Bild
https://de.wikipedia.org/wiki/Einschaltstrom

A.
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