Ich muß mal die Milchviehhalter/innen unter euch nach "Coli Mastitis" fragen, mein 1. Fall diesbezüglich beschäftigt mich schon ein paar Wochen und vielleicht hat ja jemand von euch Erfahrung was die Erkennung und (erfolgreiche?) Behandlung angeht.
Also, kurze Vorstellung: Die Patientin hatte kurz nach der Kalbung im Frühjahr Stoffwechselprobleme, erholte sich davon aber wieder und stieg auch ganz gut in die Laktation ein. Auf ein bestimmtes Viertel mußte man immer ein Auge haben, da sie da gerne Entzündungen einfing.
Im Juni fing das Euter an sich zu verhärten, sie wurde apathisch, bekam Fieber und fraß nicht mehr richtig.
Nicht das sonst so empfindliche Viertel war am stärksten von Rötung und Schwellung betroffen, sondern eine Nachbarabteilung.
Diagnose TA nach Untersuchung: Coli-Mastitis. Prognose: Schwer zu behandeln auch wohl auch Glückssache das sie zurück in die Milch kommt. Therapie: Riketron, Novamin, Kochsalzlösung mit Baytril.
Da die NaCl-Lösung nichts nutzte, hab ich sie auf Anraten vom TA abgesetzt und nur eine weitere Flasche Rike und eine 1/2 Novamin angewandt.
Tja, das Fieber ging runter die Kuh fraß wieder aber die Schwellung im Euter blieb bestehen trotz mehrmaligen Ausmelkens am Tag und bei frustrierender Menge an Gemelk
Mittlerweile ist der Stand der Dinge der, das die Schwellung zwar zurückgegangen ist aber auch die Milch im gesamten Euter ist so gut wie Geschichte. Aus dem betroffenen Viertel kommt eine trübe, eitrige, zähflüssige Brühe und wenn ich "Glück" habe ziehe ich auch dicke fette Brocken heraus..
Der Geruch dieser Brühe ist wirklich ekelhaft, er ist stechend und reizend zum Kotzen.. erinnert vielleicht an Buttersäure?
Und die Schwellung geht langsam zurück, manchmal scheint die Kuh Schübe zu haben in denen das Viertel wieder anschwillt. Das ich sie nicht halten kann weiß ich wohl, aber wie ich das sehe würde ich bei der nächsten Coli-Diagnose eher sofort den Viehhändler anrufen. Zwischendurch hab ich die Kuh mit Sanimastin bzw Franzbranntwein eingerieben, vor kurzem gegen meiner eigentl. Überzeugung Homöo eingesesetzt (nix genutzt) und greife jetzt auf ein altes Hausmittel zurück (Backpulver mit Wasser vermischt ins Euter injiziert, löst die Klumpen ganz gut)
Ich hab gelesen das man Oxytocin spritzen kann aber das war hier überhaupt nicht der Bringer. Am ehesten hat noch das Backpulver geholfen den Dreck ans Licht zu befördern.
Da es wie gesagt mein 1. Fall von Coli ist und ich keine sonstigen Vergleiche habe, würde mich interessieren wie ihr in so einem Fall vorgeht:
Wie lange und wieviel gebt ihr AB? Wie sind eure Methoden? Und: Wie hoch ist eure Erfolgsquote?
Meine Mädels stehen in der Anbindung mit sommerlichem Weidegang, wenn das irgendwie wichtig sein sollte.


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