Maschinenring Shop

  • Foren-Übersicht
  • Galerie
  • Chat
    Erweiterte Suche
  • Ändere Schriftgröße
  • FAQ •
  • Datenschutzerklärung •
  • Nutzungsbedingungen • Registrieren • Login
Auto-Login

Aktuelle Zeit: Mi Apr 22, 2026 16:43

Coli Mastitis

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
Antwort erstellen
10 Beiträge • Seite 1 von 1
  • Mit Zitat antworten

Coli Mastitis

Beitragvon Leibniz » So Aug 12, 2012 23:52

Hallo Forumsmitglieder!
Ich muß mal die Milchviehhalter/innen unter euch nach "Coli Mastitis" fragen, mein 1. Fall diesbezüglich beschäftigt mich schon ein paar Wochen und vielleicht hat ja jemand von euch Erfahrung was die Erkennung und (erfolgreiche?) Behandlung angeht.
Also, kurze Vorstellung: Die Patientin hatte kurz nach der Kalbung im Frühjahr Stoffwechselprobleme, erholte sich davon aber wieder und stieg auch ganz gut in die Laktation ein. Auf ein bestimmtes Viertel mußte man immer ein Auge haben, da sie da gerne Entzündungen einfing.
Im Juni fing das Euter an sich zu verhärten, sie wurde apathisch, bekam Fieber und fraß nicht mehr richtig.
Nicht das sonst so empfindliche Viertel war am stärksten von Rötung und Schwellung betroffen, sondern eine Nachbarabteilung.
Diagnose TA nach Untersuchung: Coli-Mastitis. Prognose: Schwer zu behandeln auch wohl auch Glückssache das sie zurück in die Milch kommt. Therapie: Riketron, Novamin, Kochsalzlösung mit Baytril.
Da die NaCl-Lösung nichts nutzte, hab ich sie auf Anraten vom TA abgesetzt und nur eine weitere Flasche Rike und eine 1/2 Novamin angewandt.
Tja, das Fieber ging runter die Kuh fraß wieder aber die Schwellung im Euter blieb bestehen trotz mehrmaligen Ausmelkens am Tag und bei frustrierender Menge an Gemelk :-(
Mittlerweile ist der Stand der Dinge der, das die Schwellung zwar zurückgegangen ist aber auch die Milch im gesamten Euter ist so gut wie Geschichte. Aus dem betroffenen Viertel kommt eine trübe, eitrige, zähflüssige Brühe und wenn ich "Glück" habe ziehe ich auch dicke fette Brocken heraus..
Der Geruch dieser Brühe ist wirklich ekelhaft, er ist stechend und reizend zum Kotzen.. erinnert vielleicht an Buttersäure?

Und die Schwellung geht langsam zurück, manchmal scheint die Kuh Schübe zu haben in denen das Viertel wieder anschwillt. Das ich sie nicht halten kann weiß ich wohl, aber wie ich das sehe würde ich bei der nächsten Coli-Diagnose eher sofort den Viehhändler anrufen. Zwischendurch hab ich die Kuh mit Sanimastin bzw Franzbranntwein eingerieben, vor kurzem gegen meiner eigentl. Überzeugung Homöo eingesesetzt (nix genutzt) und greife jetzt auf ein altes Hausmittel zurück (Backpulver mit Wasser vermischt ins Euter injiziert, löst die Klumpen ganz gut)

Ich hab gelesen das man Oxytocin spritzen kann aber das war hier überhaupt nicht der Bringer. Am ehesten hat noch das Backpulver geholfen den Dreck ans Licht zu befördern.
Da es wie gesagt mein 1. Fall von Coli ist und ich keine sonstigen Vergleiche habe, würde mich interessieren wie ihr in so einem Fall vorgeht:
Wie lange und wieviel gebt ihr AB? Wie sind eure Methoden? Und: Wie hoch ist eure Erfolgsquote?
Meine Mädels stehen in der Anbindung mit sommerlichem Weidegang, wenn das irgendwie wichtig sein sollte.
Leibniz
 
Beiträge: 3
Registriert: So Aug 12, 2012 11:05
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon Bodenseefarmer » Mo Aug 13, 2012 5:44

Wir haben bisher alle Coli Mastitis FÄlle wieder hingebracht. Antibiotische Behandlung war ähmlich wie bei dir, allerdings gemeinsam mit Cobactan ins Euter. Zuerst 2X 12 Stunden und dann 3X 24 Stunden. Allerdings fehlt anschließend mindestens 1/3 der MIlch in dieser Laktation und das Betroffene Viertel gibt manchmal für die restliche Laktation fast gar keine Milch mehr. Es gibt aber auch Damen die stecken Coli Mastitis locker fast ohne bleibende Leistungsminderung weg.
Das die Milch so wie von dir beschrieben stinkt, hatte ich allerdings bisher nur einmal, da waren dann so gasbildende Keime im Spiel, man dachte fast das das Euter platzt. Das Viertel ist trotz vollgasbehandlung dann irgendwann aufgeplatzt und fast abgefallen, bis endlich die Fleischwartezeit vorbei war. So einen Fall hatte ein Freund von mir auch schon, mit dem gleichen Ende wie bei mir. Ich würde bei so einer "Stinkemastitis" in Zukunft sofort sie Kuh weg tun.
Traktorfahren mit Bodenseeblick ist ein Genuss
Bodenseefarmer
 
Beiträge: 1769
Registriert: So Okt 28, 2007 19:53
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon xyxy » Mo Aug 13, 2012 6:05

Clostridien verursachen diese stinkende Variante, tritt eher als Sekundärinfektion auf!
Coli muss sofort behandelt werden (vom TA), geht mit hohem Fieber (über 40!) und Abgeschlagenheit einher, die Verhärtung tritt erst im späteren Stadium auf. Behandlung sooofort! 30 Min ist schon ne lange Zeit!!!!!
Klingt dann meist sehr schnell ab, Behandlung nicht zu schnell abbrechen :arrow: Sekundärinfektionen!!!!
Immunsystem ist direkt nach Coli meistens down.

Bei Verdacht immer Fieber messen!
Fifty shades of green
Benutzeravatar
xyxy
 
Beiträge: 9271
Registriert: Fr Dez 23, 2005 9:08
Wohnort: Nordwestdeutschland
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon Panic » Mo Aug 13, 2012 10:46

xyxy hat geschrieben:Clostridien verursachen diese stinkende Variante, tritt eher als Sekundärinfektion auf!
Coli muss sofort behandelt werden (vom TA), geht mit hohem Fieber (über 40!) und Abgeschlagenheit einher, die Verhärtung tritt erst im späteren Stadium auf. Behandlung sooofort! 30 Min ist schon ne lange Zeit!!!!!
Klingt dann meist sehr schnell ab, Behandlung nicht zu schnell abbrechen :arrow: Sekundärinfektionen!!!!
Immunsystem ist direkt nach Coli meistens down.

Bei Verdacht immer Fieber messen!


Kann mich dem nur anschließen, vor allem Zeitverlust führt meistens zum Totalausfall des Tieres, zumindest des betroffenen Viertels. Bei Verdacht lieber sofort reagieren, TA aber trotzdem hinzuziehen. Der Zeitverlust zwischen Benachrichtigung und Eintreffen des Tierarztes ist so auf jeden Fall nicht so dramatisch!
Benutzeravatar
Panic
 
Beiträge: 1335
Registriert: Mo Jun 25, 2007 18:06
Wohnort: Münsterland
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon Moorfee » Mi Aug 15, 2012 12:21

Hallo
Ich schließe mich ebenfalls an, ist da überwiegend eine Zeitfrage, ob das Tier bzw. auch das Euter noch zu retten ist.
Ansonsten behandelt unser Tierarzt das auch nicht viel anders.
Bei entzündlichen Euterveränderungen daher immer auch selbst gleich mal Fieber messen sicherheitshalber und ist das noch irgendwie fraglich, weils der Kuh offenbar gut geht aber es steht im oberen Grenzbereich von Normal, unbedingt aufpassen und nachkontrollieren, ob es weiter ansteigt, sowie ggf. besser einmal mehr und früher den Tierarzt in so einem Fall.

Deine Spülungen mit Wasser und Backpulver halte ich aber für gar keine gute Idee....es bringt eher zusätzliche Keime mit rein, da die ganze Geschichte ja nicht steril ist. Mit irgendwelchen unsterilen, nichtantibiotischen Mittelchen INS Euter rein, das würde ich tunlichst bleiben lassen, wobei für diese Kuh jetzt sicher ohnehin alles zu spät kommt.
Gut möglich, dass die Sache erst dadurch dann noch richtig jauchig wurde.
Wenn Euterspülungen, dann sollte man sich da vom Tierarzt sterile Lösung dafür geben lassen. Eigene Experimente sind da viel zu teuer.
Bei einer zu spät erkannten und behandelten Coli-Mastitis sind meist im Euter die Gewebsschäden auch so umfangreich, dass es eher gar keinen Sinn mehr macht, das irgendwie nach Wochen noch weiter rausspülen zu wollen.
Jedenfalls nicht, um nochmal wieder Milch zu erzeugen aus diesem Viertel, es kommt höchstens dann noch Euterparenchym in Fetzen und eben etwas Sudel dabei raus.
.
Leibniz hat geschrieben:Das ich sie nicht halten kann weiß ich wohl, aber wie ich das sehe würde ich bei der nächsten Coli-Diagnose eher sofort den Viehhändler anrufen.

Die Idee kannst Du getrost vergessen und Dir den Anruf sparen. Ein Tier mit Fieber nimmt der Dir sicherlich nicht ab, wenn er heutzutage noch ganz dicht ist. :wink:

Vor allem ist auch die Jauche, die Du da rausmelkst, hochinfektiös für deine anderen Kühe und deren Euter.
Lever dot as slav!!!
Benutzeravatar
Moorfee
 
Beiträge: 1081
Registriert: Di Mär 15, 2011 7:05
Wohnort: Niedersachsen, Nordwesten
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon Heinrich » Mi Aug 15, 2012 13:32

Panic hat geschrieben:
xyxy hat geschrieben:Clostridien verursachen diese stinkende Variante, tritt eher als Sekundärinfektion auf!
Coli muss sofort behandelt werden (vom TA), geht mit hohem Fieber (über 40!) und Abgeschlagenheit einher, die Verhärtung tritt erst im späteren Stadium auf. Behandlung sooofort! 30 Min ist schon ne lange Zeit!!!!!
Klingt dann meist sehr schnell ab, Behandlung nicht zu schnell abbrechen :arrow: Sekundärinfektionen!!!!
Immunsystem ist direkt nach Coli meistens down.

Bei Verdacht immer Fieber messen!


Kann mich dem nur anschließen, vor allem Zeitverlust führt meistens zum Totalausfall des Tieres, zumindest des betroffenen Viertels. Bei Verdacht lieber sofort reagieren, TA aber trotzdem hinzuziehen. Der Zeitverlust zwischen Benachrichtigung und Eintreffen des Tierarztes ist so auf jeden Fall nicht so dramatisch!



Im Grunde reicht eigentlich Cobactan und Tylosan (30ml) sofort. Fieber senkendes Medikament. Dann kann man sich den Tierarzt auch sparen. Eutertuben auf jeden Dall lange genug. Mindestens 4 Tage und zu jedem Gemelk. ( 2 mal am Tag). Tylosan 3 mal dann ist die Flasche auch leer.
Heinrich
Heinrich
 
Beiträge: 2904
Registriert: Fr Okt 13, 2006 19:08
Wohnort: nähe Münster
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon xyxy » Mi Aug 15, 2012 18:13

Im Grunde reicht genau das, was die Infektion zurückdrängt und die Kuh wieder in die Lage versetzt durch ihr eigenes Immunsystem zu
reagieren. Das kann mal mehr, mal weniger sein, die Entscheidung darüber sollte einem erfahrenen Tierarzt überlassen werden.
So ne Coli-Kuh ist schnell auch mal hinüber....
Fifty shades of green
Benutzeravatar
xyxy
 
Beiträge: 9271
Registriert: Fr Dez 23, 2005 9:08
Wohnort: Nordwestdeutschland
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon Moorfee » Mi Aug 15, 2012 22:29

xyxy hat geschrieben: Das kann mal mehr, mal weniger sein, die Entscheidung darüber sollte einem erfahrenen Tierarzt überlassen werden.
So ne Coli-Kuh ist schnell auch mal hinüber....


Hallo

Seh ich auch so.
Noch dazu, konkret bei einem Präparat namens Tylosal weiß ich es jetzt nicht, aber das Tylosinpräprat, dass bei uns mal angewendet wurde, hatte eine sehr lange Wartezeit auf Fleisch. Riketron und Baytril haben da m.W. weniger und sind schneller wieder abgebaut.
Auch das kann in so einem Fall mal schnell im Nachhinein ziemlich wichtig sein.
Dann nämlich, wenn sich zwar die Kuh wieder erholt hat, aber das Euter nicht mehr.
Dann kann man sie, falls sie ansonsten wieder tauglich ist, zeitnah fortgeben......oder sich noch ein paar weitere Wochen drüber ärgern müssen und hoffen, dass sie inzwischen nicht nochmal wieder Fieber wegen einem chronischen Euterproblem bekommt.
Zuletzt geändert von Moorfee am Do Aug 16, 2012 16:52, insgesamt 1-mal geändert.
Lever dot as slav!!!
Benutzeravatar
Moorfee
 
Beiträge: 1081
Registriert: Di Mär 15, 2011 7:05
Wohnort: Niedersachsen, Nordwesten
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon Hoschscheck » Do Aug 16, 2012 13:54

Unser TA hat schon zur Stoffwechselstabilisierung Glukose- oder Kochsalzinfusionen gesetzt, versetzt mit Baytril 1o% (15-3o ml je nach Fieber).


Hoschscheck
BildBild Gianni Infantino ist neuer Fifa-Präsident! Blatter musste gehen, aber ging seine Gangart?
Probezeit bestanden! gez. Kanzlei Mossack Fonseca, Panama.
Hoschscheck
 
Beiträge: 2916
Registriert: Mo Mai 07, 2007 11:23
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Coli Mastitis

Beitragvon Leibniz » Fr Aug 31, 2012 23:30

Hallo Leute,
erstmal danke für eure Ratschläge. Wie gesagt war dies mein erster Coli-Fall, ich wußte auch bis dato nichts über diese Erkrankung (bin nicht vom Fach sondern sozusagen vor paar Jahren quereingestiegen) und vermutete erst das sich eine evtl Verschlechterung des Stoffwechsels (mit dem sie im Frühjahr zu tun hatte) die Entzündung auswirkte. Daher und aus Mangel an Erfahrung kam wohl dann auch der Verlust an Zeit bzw Heilungschancen zustande.
Seitdem wird jeder Verdächtigen Fieber gemessen (bisher mit für beide Seiten gutem Ergebnis, toitoitoi....)

Und mit dem Satz das ich in Zukunft sofort den Viehhändler anrufen würde meinte ich auf gar keinen Fall das ich ein fieberndes Tier weggeben würde sondern wollte damit sagen das ich dann nicht die Mühe und Zeit wie jetzt aufwenden und den TA mit Fragen darüber löchern würde sobald er zwecks Besamung hier ist.

@Moorfee: Das Gemelk stank schon vor der Anwendung mit Backpulver bestialisch daher ist der Gestank nicht darauf zurückzuführen. Mir gings bei der Anwendung davon hauptsächlich darum die Brocken aufzulösen; es war halt sehr frustrierend an einem geschwollenen Viertel zu sitzen aus dem nur ein wenig Flüssigkeit kommt. Da stand gar nicht mehr der Gedanke dahinter, das Tier damit zu retten sondern "nur" die Schwellung zu mindern und den Dreck herauszubekommen.

In der Hoffnung nicht allzubald wieder Coli einzufangen (und wenn doch schnell genug zu sein) verabschiede ich mich erstmal und wünsche eine n8
Leibniz
 
Beiträge: 3
Registriert: So Aug 12, 2012 11:05
Nach oben


Antwort erstellen
10 Beiträge • Seite 1 von 1

Zurück zu Rinderforum

Wer ist online?

Mitglieder: AF85, Bing [Bot], County654, Google [Bot], Google Adsense [Bot], Majestic-12 [Bot], max45435

  • Foren-Übersicht
  • Das Team • Impressum • Alle Cookies des Boards löschen • Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Forum Group • Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO Design created by stylerbb.net & kodeki