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Der grosse Bioschwindel

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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33 Beiträge • Seite 2 von 3 • 1, 2, 3
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Cairon » Di Sep 18, 2012 8:41

Jupp1303 hat geschrieben:Wir brauchen kein BIO, sondern Ziel muss es stets sein die Landwirtschaft stetig zu verbessern.

Wie wäre es mit der Abschaffung von BIO und statt dessen neue Klassen einzuführen :

- ohne chem. Pflanzenschutz mit mineralischer Düngung
- GVO - frei
- Haltung in bäuerl. Familienbetrieb
- usw.

wäre dem Verbraucher mehr geholfen, den Hungerenden und dem Erzeuger
-


Ich halte diese Klassen für überflüssige Geldverschwendung. 90% der Verbraucher kaufen über den Preis, eine ansprechende Qualität wird dabei vorausgesetzt. In den Supermärkten ist Bio für viele doch höchstens ein Zusatznutzen den man für das Gewissen mit nimmt. Vor kurzem hat meine Frau Bio-Brot gekauft, darauf fragte ich sie was dass denn solle. Da fiel ihr erst auf, dass es Bio-Brot war. Preislich gab es zu konventionellem Brot keine Unterschiede. und wer definiert dann den bäuerlichen Familienbetrieb. Qualitätssiegel und Prämiummarken gibt es doch eh schon. Diese Kategorien würden kurz Aufmerksamkeit erregen und dann würden sie gar nicht mehr wahr genommen. Frag doch mal die Verbraucher wofür das QS-Symbol auf vielen Produkten steht, denke von den meisten wirst Du keine Antwort bekommen.
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Jochens Bruder » Di Sep 18, 2012 10:15

Jupp1303 hat geschrieben:Wir brauchen kein BIO, sondern Ziel muss es stets sein die Landwirtschaft stetig zu verbessern.

Wie wäre es mit der Abschaffung von BIO und statt dessen neue Klassen einzuführen :

- ohne chem. Pflanzenschutz mit mineralischer Düngung
- GVO - frei
- Haltung in bäuerl. Familienbetrieb
- usw.

wäre dem Verbraucher mehr geholfen, den Hungerenden und dem Erzeuger
-


Das ist schon seit langem mein Reden. Dazu braucht man vermutlich nicht einmal neue Siegel. Einfach auf die Packung drucken. Bei GVO-freier MIlch usw. wird das ja schon erfolgreich praktiziert. Das größte Hindernis sehe ich darin dass manche Hersteller und auch Handelsketten den Hals nicht voll genug bekommen können und für diese Produkte aberwitzige Preisaufschläge verlangen. Wenn die Produktionskosten bei diesen Halb-Bio Artikeln z.B. 10% höher als reines Konvi sind sollten die Ladenpreise auch nur in diesem Bereich über Konvi-Ware liegen.
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon meyer wie mueller » Di Sep 18, 2012 14:00

Hallo

Mindestens 50% der Frauen haben bei der Nahrungsaufnahme ein schlechtes Gewissen oder fühlen sich schlecht, wenn sie etwas essen (mehr oder weniger oft).
Warum das so ist, will ich hier nicht diskutieren. Und gegen das schlechte Gewissen gibt es die entsprechenden Produkte.
Das sind low carb, low fat, linksdrehende Joghourtkulturen, Vitaminprodukte, functional food ........... und auch BIOprodukte. Der Verbraucher kauft bei Bio NICHT das bessere Produkt, sondern ein gutes Gefühl.

Und das begreifen die Bio-Hasser nicht! Wobei es natürlich auch ein Verständigungsproblem gibt. Wenn der Bio-Käufer von "besser" spricht, meint er natürlich das bessere Gewissen; der Bio-Gegner meint mit besser natürlich qualitativ besser, mehr meßbare Nährstoffe, Vitamine, Eiweiße, und geringere Schadstoffbelastung. Der Bio-Gegner ist bildlich gesprochen der Angler, der für die Forelle ein Schnitzel an den Haken hängt, weil es ihm selbst viel besser schmeckt und weil es ja das "bessere" Produkt ist. Ein Wurm schmeckt doch schlecht!

Die qualitativ besseren Produkte glauben die slow-food Anhänger zu kaufen. Das ist die Gruppe, die früher im Delikatessladen einkaufte. Diese Gruppe will das Geschmackserlebnis und das wird vom Ansatz her weder mit BIo noch mit Konvi erfüllt.

Als Beispiel dafür könnten die Sterne-Köche herhalten. Die kaufen auch nicht einfach Bio oder Konvi, sondern sehen sehr genau auf die Qualität ihrer Ausgangsprodukte.

Also, wenn jemand das Wort "besser", oder "gesünder" in Bezug auf Lebensmittel benutzt, dann meint jeder was Anderes!


Bio ist aus meiner Sicht überwiegend genau so eine Marketingstrategie, wie die lila Kuh.

Und wenn die Leute sich ein gutes Gewissen kaufen wollen, dann verkauft ihnen das gute Gewissen und versucht es nicht mit Vernunft. Gerade beim Essen denken die Meisten doch mit dem Bauch!

Gruß
MwM
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Jochens Bruder » Di Sep 18, 2012 14:53

Ich sehe das auch so wie MwM. Die Gesamt-Landwirtschaft ist nun mal die Summe von Konvi und Bio. Konvi hat zwar 95% Marktanteil, in der Wahrnehmung der Verbraucher in Bezug auf Glaubwürdigkeit usw. hat Bio zweifellos einen relativ hohen Anteil. Einer der Hauptgründe dafür liegt darin dass Biobauern im Verhältnis viel mehr persönlichen Kontakt zu den Verbrauchern haben, also Wochenmärkte, Hofläden, Lieferdienste usw.

Die zahlreichen Bio-Siegel sind m.M. nach völlig kontraproduktiv weil durch die teilweise völlig unsinnigen Kriterien die Produkte unnötig verteuert werden, was wiederum Mauscheleien aller Art begünstigt und Käufer verschreckt. Den allermeisten Verbrauchern dürfte es völlig wurscht sein ob das Getreidefeld mit Gülle oder NPK gedüngt wurde oder ob ein Schwein seinen letzten Gang in einem zertifizierten Bio-Schlachthof antritt.

Viel wichtiger sind Dinge wie möglichst marktnahe Produktion, Frische, das Wissen um artgerechtere Tierhaltung usw.
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Kyoho » Di Sep 18, 2012 15:20

Jochens Bruder hat geschrieben:
Jupp1303 hat geschrieben:Wir brauchen kein BIO, sondern Ziel muss es stets sein die Landwirtschaft stetig zu verbessern.

Wie wäre es mit der Abschaffung von BIO und statt dessen neue Klassen einzuführen :

- ohne chem. Pflanzenschutz mit mineralischer Düngung
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Das ist schon seit langem mein Reden. Dazu braucht man vermutlich nicht einmal neue Siegel. Einfach auf die Packung drucken. Bei GVO-freier MIlch usw. wird das ja schon erfolgreich praktiziert. Das größte Hindernis sehe ich darin dass manche Hersteller und auch Handelsketten den Hals nicht voll genug bekommen können und für diese Produkte aberwitzige Preisaufschläge verlangen. Wenn die Produktionskosten bei diesen Halb-Bio Artikeln z.B. 10% höher als reines Konvi sind sollten die Ladenpreise auch nur in diesem Bereich über Konvi-Ware liegen.

Die Preise, die für bestimmte Lebensmittel verlangt werden, haben in vielen Fällen wenig mit den Produktions- oder Beschaffungskosten zu tun. Die günstigen Produkte werden unter Wert verkauft, um "Geiz ist Geil"-Kunden zu ködern. Andere werden dagegen überteuert verkauft, weil Qualität ihren Preis hat "was nichts kostet ist auch nichts wert". Es gibt neben den Schnäppchenjäger auch solche, die nur nach Gefühl und Stimmung kaufen und nicht auf das Preisschild schauen. Man sollte auch nicht glauben, dass der Preis ein Indiz für die Qualität einer Ware oder zumindest einer für den Hersteller fairen Kalkulation ist. Letzlich geht es um ein Gesamtmarketing beim Handel, die einen werden mit Billigpreisen geködert, die anderen mit dem guten Gewissen, für sich und die anderen was Gutes getan zu haben. Schließlich ist geben seliger als nehmen und viele sind erleichtet, wenn sie was in den Opferstock werfen und ihren Geldbeutel und ihr Gewissen erleichten. Bei Klamotten ist das noch ausgeprägter (z. B. clever bei Kick, Nobelboutique oder alternative und faire Dritte Welt Läden, also ohne Bleichmittel und ohne Hungerlöhne für die Näherinnen). Warum soll es bei Lebensmitteln anders sein?
Übrigens hat Günter Jauch als Weingutsbesitzer schon einen Bezug zur Landwirtschaft. Und er bewirtschaftet konventionell. http://www.nikos-weinwelten.de/beitrag/guenther_jauch_auf_seinem_weingut_von_othegraven/
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Kyoho » Di Sep 18, 2012 15:37

Cairon hat geschrieben:
Jupp1303 hat geschrieben:Wir brauchen kein BIO, sondern Ziel muss es stets sein die Landwirtschaft stetig zu verbessern.

Wie wäre es mit der Abschaffung von BIO und statt dessen neue Klassen einzuführen :

- ohne chem. Pflanzenschutz mit mineralischer Düngung
- GVO - frei
- Haltung in bäuerl. Familienbetrieb
- usw.

wäre dem Verbraucher mehr geholfen, den Hungerenden und dem Erzeuger
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Ich halte diese Klassen für überflüssige Geldverschwendung. 90% der Verbraucher kaufen über den Preis, eine ansprechende Qualität wird dabei vorausgesetzt. In den Supermärkten ist Bio für viele doch höchstens ein Zusatznutzen den man für das Gewissen mit nimmt. Vor kurzem hat meine Frau Bio-Brot gekauft, darauf fragte ich sie was dass denn solle. Da fiel ihr erst auf, dass es Bio-Brot war. Preislich gab es zu konventionellem Brot keine Unterschiede. und wer definiert dann den bäuerlichen Familienbetrieb. Qualitätssiegel und Prämiummarken gibt es doch eh schon. Diese Kategorien würden kurz Aufmerksamkeit erregen und dann würden sie gar nicht mehr wahr genommen. Frag doch mal die Verbraucher wofür das QS-Symbol auf vielen Produkten steht, denke von den meisten wirst Du keine Antwort bekommen.


Das Beispiel mit dem Brot zeigt, dass in gesättigten Märkten kein höherer Preis erzielt werden kann, sprich das Angebot ist höher als die Nachfrage, also sinkt der Preis. Neulich habe ich mich auch gewundert, dass Biokartoffeln billiger waren als konventionelle (zumindest ohne irgend ein Siegel) und das in einem großen Supermarkt. Die Biokartoffeln waren einwandfrei. Dass zuwenig Bio produziert wird, ohwohl die Nachfrage nach Bio da ist (grünes Politkerlatein) stimmt also nicht (mehr). Deswegen ist es marktpolitisch sinnlos, mit Umstellungshilfen Landwirte zur Umstellung zu bewegen. Die machen es wegen dem Geld und nicht wegen der Überzeugung. Zum Leidwesen überzeugter Biobauern, die in die Preisspirale nach unten eingesogen werden. Letztlich wird dann Bioware gleichwertig wie konventionelle Ware veräußert oder damit vermischt (Milch) und als konventionelle Ware verkauft. Bezahlen tut's der deutsche Steuerzahler, ob er Bio kauft oder nicht. Schließlich müssen die Umstellungshilfen und auf Dauer angelegten Förderungen auch irgendwo erwirtschaftet werden und auch wenn's EU-Gelder sind: Deutschland ist im Agrarbereich der größte Nettozahler. Daher ist es von Merkel nicht so verkehrt, wenn sie den Agraretat etwas einkürzen will. Griechenland ist teuer genug und für Luxusausgaben ist kein Geld mehr da, Greening eingeschlossen.
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Frau Emmy Müller » Mi Sep 19, 2012 8:55

Das Thema Bio ist an die Wandgefahren, nur unsere Politiker geben es noch nicht zu, das ist aber meine ganz persönliche Meinung. :wink:
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon forenkobold » Mi Sep 19, 2012 10:16

Frau Emmy Müller hat geschrieben:Das Thema Bio ist an die Wandgefahren, nur unsere Politiker geben es noch nicht zu, das ist aber meine ganz persönliche Meinung. :wink:


Das ist nicht nur Deine persönliche Meinung, das ist REALITÄT!
Über 10 Jahre nach Künast krebsen sie immer noch bei 4% rum. Und das nur, weil die Ausländer reindumpen.. sonst wären es 2%.
Die Medien, die seither voll hinter ihnen standen, fallen Ihnen auf einmal ins Kreuz. Der Löwenstein nützt jede sich ergebende Gelegenheit um nach Knete zu betteln. Die Konvis haben bewiesen, dass man mit Pflugverzicht -- auch bei nur sporadischem -- und Mulchsaat trotz intensivem Pflanzenschutz ein Bodenleben generiert mit einer Regenwurmpopulation von der manche Bios nur träumen können. Die eigenen Mitglieder wenden sich haufenweise ab. Entweder sie stellen wieder auf konvi um oder sie produzieren nach EU-Siegel.
Kein Wunder dass Bioland mittlerweile der Arsch aufs Grundeis geht. Da schlägt man wild um sich und sucht seine Verbündeten bei irgendwelchen 3.-klassigen Pseudowissenschaftlern oder ideologischen Dummlaberern unter den Imkern.
Lieber garkeine Signatur als ne doofe....
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Frau Emmy Müller » Mi Sep 19, 2012 10:46

Klar ist es Realität, ich weiß es und darum rege ich mich über diese Typen wie Wiener und co überhaupt nicht mehr auf.
Ich gebe den persönlich vielleicht 4-5 Jahre und dann ist es vorbei. Hier in Schleswig-Holstein haben einige Bio`s wieder umgestellt auf Konventionelle Landwirtschaft und ich denke, in anderen Bundesländern wird es nicht viel anders sein.

Und somit hätten die Veterinärämter auch mal wieder ein bisschen Zeit für andere Dinge. :wink:
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Frau Emmy Müller » Mi Sep 19, 2012 10:58

Hobbit-Hunter hat geschrieben:Pfluglos an sich wäre gut.
Die Umsetzung ist allerdings schei**e!:

Machen es nicht schon einige?
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon forenkobold » Mi Sep 19, 2012 11:58

Wenn man die Art der Umsetzung als "Sch***e" bezeichnet, kann man sicher Alternativen aufzeichnen. Oder gehörst Du zu den Typischgrünen, die alles anprangern aber NIE sagen, wie es besser geht?

Also.. leg los: Distel, Ampfer, Trespe, Winde, Quecke, breite Altverunkrautung im Frühjahr -
nur einige der negativen Pfluglossymptome.
Wachsen lassen?
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Manfred » Mi Sep 19, 2012 12:11

@forenkobold:
Es gibt durchaus Biobetriebe, die pfluglos arbeiten und solche Probleme im Griff haben. Siehe z.B. Friedrich Wenz.
Wenn du dich ernsthaft über sein System informieren möchtest:
http://vimeo.com/18519509
http://vimeo.com/18524635

Andererseits werden Probleme in mehr und mehr Pfluglosbetrieben offensichtlich. In der aktuelle Topagrar findet sich z.B. ein Artikel über die Entwicklungen im Ackerbau in England. Die haben mehr und mehr mit herbizidresistenten Unkräutern zu kämpfen. Ich gehe davon aus, dass die Entwicklung hier nicht anders verlaufen wird. Nur mit ein paar Jahren Versatz, wie bei der Einführung der pfluglostechniken.

Trotzem kein Grund, den Pfluglosbetrieben pauschal die kleine Mehrförderung abzudrehen. Die Vorteile des Systems sind ja nicht von der Hand zu weisen. Man muss halt die richtige Mischung finden und die neuen Probleme verlangen eben nach neuen Lösungen.

Deswegen (und obwohl es viele funktioniernde Pfluglosbetriebe gibt) pauschal nach einem Aussetzen der Förderung zu rufen, ist ein unding. Dafür kann ich mich als Biobauer nur fremdschämen.

Sinnvoller wäre es z.B. die Förderrichtlinien zu lockern, so dass bei Bedarf eine Kombination von Pfluglos und Pflug auch mit Förderung auf ein und demselben Betrieb möglich wird. Viele Praktiker machen das eh seit Jahren: Aus Kostengründen und zur Bodenschonung nach Möglichkeit pfluglos und wenn es den Pflug braucht, dann wird er eben eingesetzt.
Keine Ahnung, wieso man bei der Förderung immer noch von einem Extrem ins andere verfallen muss, statt einfach die Vorteile beider Systeme nach Bedarf zu kombinieren.
"The man who reads nothing at all is better educated than the man who reads nothing but newspapers." Thomas Jefferson
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon Cairon » Mi Sep 19, 2012 12:23

Ich sehe das wie Manfred. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Wir entscheiden dass individuell ob wir pflügen oder Grubbern. Im allgemeinen Pflügen wir nach Mais, bauen dann Roggen an, mit dem Grubber mit Saateinheit bringen wir dann Ölrettich als Zwischenfrucht aus. Die Zwischenfrucht wird durch Schafe abgeweidet. Im Frühjahr ziehen wir dann wieder mit dem Grubber durch und legen Mais. Bisher sind unsere Erfahrung recht gut damit.
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon freddy55 » Mi Sep 19, 2012 19:44

Wir haben bereits in den 80er Jahren auf Pfluglos umgestellt voller Idealismus. Höherer Herbizideinsatz und Minderertrag hat leider Kostenersparnis wieder ausgeglichen. Bei Dauerkultur Mais hat sich Verunkrautung immer mehr aufgeschaukelt. Und jetzt wird wieder gepflügt.
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Re: Der grosse Bioschwindel

Beitragvon heavyfarmer » Mi Sep 19, 2012 20:00

freddy55 hat geschrieben:Wir haben bereits in den 80er Jahren auf Pfluglos umgestellt voller Idealismus. Höherer Herbizideinsatz und Minderertrag hat leider Kostenersparnis wieder ausgeglichen. Bei Dauerkultur Mais hat sich Verunkrautung immer mehr aufgeschaukelt. Und jetzt wird wieder gepflügt.


Interessant...

Ich pflüge ja auch schon länger nicht mehr, aber richtig habe ich da auch nix von. Böden sind vielleicht besser befahrbar im Herbst und das pflügen auf meinen kleinen Schlägen war sehr nervig.

Ich weiß nicht wie Du pfluglos gemacht hast - ich grubber halt so tief wie andere pflügen, da können natürlich auch wenig Vorteile entstehen zum pflügen... :roll:

Schlecht wäre eine richtig konservierende Bestellung ja nicht, aber so leicht ist das ja nunmal auch nicht bei Maismonokultur, Gülleschlitzen wäre wohl super dafür und Roundup auch. :mrgreen:

Ich werde wohl ab diesen Herbst ein bißchen rumprobieren, aber sehr optimistisch bin ich bei unseren Sandböden, die doch eine Lockerung bräuchten nicht sonderlich - sollen hier auch schonmal welche probiert haben. Hatte mir eine streifenweise Lockerung ohne Mischung vorgestellt nach z.B. Grünroggen.
('Problem 1 - den Grünroggen nach Mais überhaupt noch zu etablieren...)
„Die Frage, [ob die Deutschen aussterben], das ist für mich eine, die ich an allerletzter Stelle stelle, weil dieses ist mir, also so wie sie hier gestellt wird, verhältnismäßig wurscht.“Renate Schmidt SPD ehemalige Familienministerin
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