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Frage zum Thema Gentech und Bio

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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19 Beiträge • Seite 2 von 2 • 1, 2
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Beitragvon SHierling » So Aug 26, 2007 0:01

Hallo,
ich kann Dir auch nichts weiter sagen als das, was da oben schon steht, und was eigentlich auch jeder weiß: in Bio-Futter fehlen ausreichend essentielle Aminosäuren um moderne Schweinerassen ausreichend gut zu ernähren. Und das merkst Du an der Mastdauer, ganz einfach. Früher haben die Tiere einen geringen Anteil Fleischknochenmehl bekommen, oder Fleischmehl, damit war das ganze auf natürliche Weise erledigt, und seit das (auch für konventionelle Betriebe) verboten wurde, hat man da eben ein Problem. Die konventionellen Betriebe lösen das, indem sie naturidentische essentielle Aminosäuren dazugeben, die Bios lösen das gar nicht, die lassen die einfach weg - und das eben ist meines erachtens nicht tiergerecht.

Beispiel: wenn Dein Kind - angenommen Du hättest eins - statt in 15 oder 16 Jahren erst mit 20 oder 25 ausgewachsen wäre, würdest Du sicher nicht sagen, daß es "gesund gewachsen" ist. Genauso leuchtet einem das bei Welpen ein, bei Kälbern, oder bei Fohlen, wenn die langsamer wachsen als ihre Artgenossen, sind sie nicht etwa "gesünder", sondern einfach nur Kümmerer und mangelkrank.

Und genau so ist das bei Schweinen auch, die einzelnen Rassen haben ein GENETISCH FESTGELEGTES Wachstumspotential, z.B. fast 1000g Zunahmen am Tag, und wenn man aufgrund der Fütterung darunter bleibt, so daß die Tiere länger brauchen zum wachsen, tut man so einem Tier nichts gutes, das ist dann "großhungern".
Das heißt nicht, das man nun unbedingt so schnell wachsende Schweine braucht, man bekommt ja als Bio auch mehr Geld dafür, aber wer welche mästen will, die langsamer wachsen, muß dann eben auch entsprechende Rassen nehmen (und die dürfen dann aber auch nicht "unter Vermögen" gefüttert werden!). Mit den alten, langsamer wachsenden Rassen hast Du dann aber wieder das Fettproblem - das hatten wir ja schon mal. (Auch das Fleisch-Fett-Verhältnis und die RÜckenspeckdicke sind genetisch festgelegt, ein "mageres Sattelschwein" ist genau so falsch ernährt wie eins, das zu lange zum wachsen braucht)

Und Rassen, die langsam wachsen UND mager bleiben, gibt es zur Zeit halt nicht.

In GANZ einfach ausgedrückt: die heutigen Schweine sind so sehr auf Hochleistung (und das dazugehörige Hochleistungsfutter) GEZÜCHTET, das sie mit anderem Futter eben fehlernährt werden.

Und wenn man da was umsetzen könnte, z.B. zu den ganzen anderen erlaubten "organischen Säuren" auch essentielle AS einsetzen, kannst Du Dir sicher sein, hätten das auch schon Leute gemacht - wie alle anderen Schweinehalter auch. DAS eben meine ich mit Sturheit und verbohrter Ideologie an der Natur vorbei, genau wie mit dem Raps. Da gibt sich die Natur extragute Mühe, dem jede Menge Gift (Erucasäure) und Bitterstoffe (Glucosinolate) zu verpassen, damit ihn JAAA kein Vieh frißt, und der Mensch züchtet das weg, damit er größeren Nutzen hat - und PLÖTZLICH, ohne jeden Hintergrund abgesehen vom Geld, kommen die Bios daher, und behaupten, Rapskuchen seien schickes Eiweißfutter für Schweine. Was das mit "Bio" bzw. Ökologie zu tun hat, leuchtet mir nicht ein, wer sowas widernatürliiches in seine Tiere stopft, der kann genausogut naturidentische(!) Aminosäuren nutzen, die sind jedenfalls natürlicheres Futter als Raps..

Grüße
Brigitta
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Beitragvon Desperado » So Aug 26, 2007 15:21

New Holland, Du bist ein wirklich netter Kerl und ich mag es wie leidenschaftlich Du von Eurer Landwirtschaft erzählst, aber ich muss Brigitta in diesem Punkt ausdrücklich recht geben.

Gerade Schweine und Geflügel brauchen ihre essentiellen Aminosäuren. Und weil sie diese nicht wie die Rinder (mit Hilfe von Bakterien) über die Nahrung selber produzieren können, müssen ihnen diese zugefügt werden. Und am besten geeignet ist nun mal Soja, weil Soja alle lebenswichtigen Aminosäuren enthält und frei von Bitterstoffen ist.
Wenn Schweine qualitativ (nicht quantitativ) nicht richtig ernährt werden, bilden sie nur wenig Muskelfleisch und lagern nur verstärkt fett ein, weil sie das Futter ohne diese essentiellen Aminosäuren, die in ausreichender Menge vorhanden sein müssen, gar nicht richtig verwerten können.

und noch ein kleiner Exkurs zur Gentechnik:

Diese nach außen hin scheinbar so heile Welt, von der Du immer wieder schwärmst, ist recht trügerisch. Wir sind ständig umgeben von irgendwelchen Parasiten (Pilze, Schadinsekten, Würmer, Schnecken, Bakterien, Viren usw.) und wenn es uns nicht gelingt, diese in Schach zu halten, dann stehen wir vor einem ernsthaften Problem. Auf der Erde leben über 6 Milliarden Menschen, Tendenz steigend, und wir können uns beim besten Willen keine Ernteausfälle und Hungersnöte leisten. Genausowenig können wir darauf warten, dass anfällige Pflanzen über viele Generationen hinweg so langsam beginnen Resistenzen gegen einen Schädling zu bilden, sondern müssen selbst aktiv werden und Resistenzgene ins Genom der Pflanzen einzüchten oder implantieren.

In Süddeutschland ist dieses Jahr erstmals der Maiswurzelbohrer aufgetaucht, der gemeinhin als der gefährlichste Maisschädling gilt und auch der Maiszünsler hat insb. im letzten Jahr verheerende Schäden hinterlassen.
Ich würde mir daher sehr wünschen, dass man über einen Zeitraum von vielleicht 3 Jahren in den betroffenen Gebieten großflächig Bt-Mais anbaut, um diese gefährlichen Schädlinge einzudämmen.
Danach kann man gerne wieder konventionelle Sorten anbauen, damit sich keine Resistenzen bei den Käfern und den Motten entwickeln.
Bt-Mais wirkt viel effektiver und ist weit ökologischer als jedes Insektizid. Ich sehe dabei auch keine Gefahr irgendwelcher Auskreuzungen, zumal der bei uns angebaute Hybridmais eh nicht nachgebaut wird und es in unseren Breiten auch keine nahe verwandten Pflanzen gibt, wo dies eine Gefahr darstellen könnte.
Natürlich darf in den Gebieten, in denen Saatgut erzeugt wird, kein Bt-Mais stehen, aber das versteht sich von selbst.
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Beitragvon forenkobold » So Aug 26, 2007 16:37

Mir macht es nun sorgen,dass wir unsere Tieren vielleicht nicht genügend bieten aber 12 Moante werden schon vorgeschrieben,die sollen ja langsam wachsen und bisher hatten wir weder bei Wurst noch bei Fleisch irgenwelche Klagen.


Einer der Hauptkritikpunkte mancher Kreise.. und vor Allem dem Biolandbau nahestehenden.. an der Tierhaltung ist die geringe Effektivität der Tierhaltung in Bezug auf Kalorieninput/output.
Ist eine Haltungsform bei der eine Futterverwertung von vielleicht 1:5 herauskommt in unserer heutigen Zeit noch verantwortbar?

Freischütz...

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Beitragvon SHierling » So Aug 26, 2007 17:32

Hallo,
Ist es denn überhaupt eine Frage der Wahrheit bzw. der Richtigkeit einer Produktionsform. Ist es nicht viel eher eine Frage des Verbraucherverhaltens.

Nein, ist es nicht, das, worum es bei den Schweinen geht, ist schlicht und einfach eine Frage der Biologie. Selbst auf die Gefahr hin, das ich mich wiederhole: ein Tier, das langsamer wächst als seine Artgenossen, ist NICHT gesünder, sondern entweder krank oder fehlernährt
Die Wachstumsgeschwindigkeit / tägl. Zunahme eines Lebewesens ist GENETISCH bedingt.
Es käme doch auch kein Mensch auf die Idee, seine Kinder "biologisch zu ernähren", damit sie LANGSAMER wachsen als ihre Klassenkameraden, oder?

Grüße
Brigitta
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