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Frau Doktor oder doch nicht?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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42 Beiträge • Seite 3 von 3 • 1, 2, 3
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon meyer wie mueller » Fr Feb 08, 2013 11:41

Hallo

in den Medien hört sich das so einfach an. Frau Schawan hat nicht richtig zitiert, hat fremde Gedanken nicht als fremde Gedanken angegeben und deshalb wird ihre Promotion ihr nachträglich aberkannt.

Nun gibt es durchaus Qualitätsunterschiede bei Promotionsarbeiten: Summa cum laude, cum laude, rite

Eine rite-Arbeit ist so bewertet worden, dass man einige, teilweise gravierende Fehler, Ungenauigkeiten oder eine eher schwache Bearbeitung des Themas festgestellt hat, aber man doch im Promotionsausschuß und in den Gutachten (eines durch den Betreuer und eines durch einen zweiten habilitierten Hochschullehrer) zu Ergebnis kam, dass die Arbeit ausreichend ist. Und in jeder Arbeit schleichen sich falsch zugeordnete Zitate ein oder es wird die eine oder andere Formulierung aus einer schon publizierten Arbeit übernommen, ohne dass diese als Zitat gekennzeichnet ist. Bei einer Arbeit von über 200 oder 300 Seiten mit bis zu 20 Zitaten pro Seite ist das nicht verwunderlich. In den meisten Promotionsarbeiten finden sich Literaturlisten mit mehreren hundert Angaben.

Andererseits gibt es gerade im medizinischen Bereich Promotionsarbeiten, wo man sich fragt, wie das mit der Promotion zugegangen ist: "Heilungsverlauf von Oberarmbrüchen. Fallstudie bezüglich des Jahres 19xx am Kreiskrankenhaus XYZ". 50 Seiten. 5 Seiten Einleitung, 5 Seiten Material und Methoden, 10 Seiten Ergebnisse mit statistischer Auswertung ohne Signifikanzberechnung, 20 Seiten Diskussion, 1 Seite Zusammenfassung, 9 Seiten Literaturangaben.

Dies nur zur qualitativen Streubreite von Promotionsarbeiten.

Leider wird in der Diskussion ausschließlich auf die Formalien, wie korrektes Zitieren, Plagiate abgehoben. Dies ist zwar ein wesentlicher Bestandteil einer Promotionsarbeit, aber viel wichtiger ist der Inhalt der Arbeit. Und diese Bewertung ist extrem willkürlich, bzw. subjektiv.

Und dann gibt es die Promotionen von Leuten, besonders im naturwissenschaftliche Bereich, wo die Promotion für 5 oder mehr Jahre Sklavenarbeit beim Prof vergeben wird. Slavenarbeit mit einer drittel DFG-Stelle (knapp über Harz IV), 14 Stunden Arbeitstag, kein Wochenende, Seminare für den Prof. abhalten, während der sich im Lichte wissenschaftlichen Elite während Vorträgen auf Kongressen, oder als Moderator eines wissenschaftliche Workshops sonnt, ein Lehrbuch in seinem Domizil an der Cote d´Azur schreibt und bei allen Publikationen aus seinem Lehrstuhl an erster Stelle genannt wird. Der Assi darf als Belohnung vielleicht zur deutschen Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für xy in Bad Münstereifel auf eigene Kosten mitfahren und in der Posterausstellung die aktuellen Ergebnisse präsentieren. (auf dem Poster steht natürlich als Erstautor wieder der Lehrstuhlinhaber und derjenige, der die experimentelle Arbeit als wissenschaftliche Hilfskraft gemacht hat, ist als Neger ganz klein erwähnt). Wenn im Lehrbuch dann noch eine Danksagung an Frau Zett steht, ist klar, dass diese das Buch ausgearbeitet hat.
Und für all die Sklavendienste winkt am Ende die Promotion, mit der die Fähigkeit zur wissenschaftlichen Arbeit dokumentiert wird.

Warum tut Mann/Frau sich das an?
Weil z.B. ein Master of Biological Sciences oder ein Arzt ohne Doktor niemals Karriere machen kann. Der Arzt wird nie Oberarzt, geschweige denn Chefarzt (da wird jetzt schon für das Kreiskrankenhaus Hintertupfing der Prof. erwartet), und nach der Niederlassung fragen die Patienten: "Sind sie denn ein richtiger Doktor?)

Darüber hinaus gibt es bei uns eine Inflationierung der Abschlüsse: Jemand mit NUR mittlerer Reife wird offenbar als knapp über grenzdebil angesehen (warum wird für Lehrberufe oft schon Abitur verlangt? Für die Ausbildung zum Alten- oder Krankenpfleger soll das Abitur Pflichtvoraussetzung werden) Der Bacchelor-Abschluß gilt in Geisteswissenschaften gar nichts! So jemand wird mit einem abgebrochenen Studenten von früher gleichgesetzt.

Das ist AUCH ein Grund für das Streben nach einem anerkannten Abschluß mit Promotion!


Zurück zu Frau Schawan: Ich bin mir sicher, dass sie selbst überzeugt ist, eine sehr gute Arbeit geschrieben zu haben, in der sich, wie bei fast allen, eben ein paar Fehler eingeschlichen haben. So gesehen, kann man auch dem Betreuer und dem Zweitgutachter einen Vorwurf machen. Es wurde entweder der "Liebling des Profs" mal so promoviert, das Thema kann zu schwammig gewesen sein (Niemand sucht sich selbst ein Thema! Das vergibt der habilitierte Betreuer je nach seinem Forschungsinteresse, um die Arbeit für eigene Publikationen auszuschlachten), oder die Promotionsstandards waren an der Uni damals eben niedriger. So sehen immer noch die Uni-Profs. auf die FH-Profs. und die dort vergebenen Promotionen herabschätzend nieder. Und es gibt Lehrstühle, wo man eben leicht promovieren kann und solche, wo die Standards so sind, dass man mit einer Promotion von dort, die Chance für eine wissenschaftliche Karriere hat.

Gruß
MwM
meyer wie mueller
 
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon Vogelschreck » Fr Feb 08, 2013 12:53

@ Frau Emmy Müller:

Es gibt aber auch noch "Externe", die promoviert werden - man promoviert nicht, man wird promoviert.

Der Wert der Dissertatioen im Bereich der Medizin sind höchst unterschiedlich. Bei den Medizinern ist es üblich, daß man/frau bereits vor dem Physikum (also idR. im 3. Semester) mit der Dissertations beginnt. Die kürzeste Dissertation eines Mediziners, die ich in die Hände bekommen habe, bestand aus 17 (in Worten siebzehn!) Seiten ohne Anmerkungsapparat.

Die "Assis" an den Universitäten werden allesamt von den Herren Professoren ausgenutzt, traurig, aber wahr!

Als "Externer" seine Dissertation zu schreiben, ist sehr zeitaufwändig, da dies häufig neben dem Beruf laufen "muß".

Und ich denke, daß es früher, zu Zeiten von Frau Schavan, nicht einfach war, sich die notwenigen Informationen bezüglich der Dissertationsschrift zu beschaffen, da hatte es der Herr zu Guttenberg erheblich einfacher ("copy & paste").

Ein gutes, leider nicht zur Nachahmung empfohlenes "Vorbild" diesbezüglich ist der Ex-Chef der Deutsche Messe AG, Herr Klaus Goehrmann, auch negativ aufgefallen, als er versucht hatte, bei der TU Clausthal promoviert zu werden!
Er hat sich einfach eine Arbeit des LZH Hannover, in dessen Vorstand er saß, zueigen gemacht.... dumm nur, daß das nun recht fix ans Tageslicht gekommen ist....

"Der Drops ist gelutscht"... Stand u.a. heute in der HAZ!

Der Arme kann einem aber auch Leid tun! Ist von lauter Vollakademikern umgeben, da muß man(n) schon Minderwertigkeitsgefühle bekommen... Da nützen auch der Porsche, die Maßanzüge und die rahmengenähten Schuhe nix mehr..... :roll: :wink: :wink:
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon angus25 » Fr Feb 08, 2013 15:19

Und schon ist der Brüderle aus der Schusslinie .....Frauen vor Flusslandschaft Heinrich Böll ..genau so ist es ...
Der Bauer hat einen Hof, der Mond hat einen Hof.
Hat nur noch der Mond einen Hof, ist der Strukturwandel beendet.
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon Hauke schidt » Fr Feb 08, 2013 20:04

Die Plagiatsaffäre um die Dissertation von Bundesbildungsministerin Schavan zieht weitere Kreise: Dutzende von Journalisten sollen den Vorwurf, Schavan habe in ihrer Doktorabeit unsauber zititiert und Quellen nicht genannt, einfach von anderen Journalisten abgeschrieben haben. Keiner von ihnen habe die teils wörtlichen Übernahmen aus anderen Texten kenntlich gemacht oder die besagte Arbeit je in Händen gehalten, so eine unsaubere Quelle, die aus Gründen des Urheberrechts nicht zitiert werden will. Könnte auch sein, dass ich diesen Text hier nur abgeschrieben habe. :prost:
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon schweinefreund » Fr Feb 08, 2013 20:22

Hobbit-Hunter hat geschrieben:Nochwas zum Thema Glaubwürdigkeit von Politikern:

Niedersachsens, scheidender, Justizminister muss den Führerschein abgeben.
Wegen Alkohl am Steuer.
Interessant dabei ist, das grade er sich immer wieder für eine 0,3 Promille Grenze eingesetzt hat. :roll: :roll:

Hobbit glaubst du nur Busemann fährt Strunzelig ? Nö er hat Pech gehabt die andern 14 haben aber Glück gehabt ! :prost:
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon amwald 51 » Sa Feb 09, 2013 0:31

servus mitanand
Hobbit-Hunter hat geschrieben:Nochwas zum Thema Glaubwürdigkeit von Politikern:
Niedersachsens, scheidender, Justizminister muss den Führerschein abgeben.
Wegen Alkohl am Steuer.
Interessant dabei ist, dass grade er sich immer wieder für eine 0,3 Promille Grenze eingesetzt hat. :roll: :roll:

... der gute mann wird immer mißverstanden >> der meint(e) 0,3%o blut im alkohol, kapito ! :lol: :lol: :mrgreen: :mrgreen: :gewitter: :gewitter:
grüße vom alpenrand
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon Schlachterhelfer » Sa Feb 09, 2013 15:47

jetzt ist sie weg!
nach einem Gespräch bei Angie hat Frau Schavan abgedankt, aber was solls:
Vorruhestand verbunden mit einer hohen monatilichen Pension,
da würd ich mir den Doktortitel schon aberkennen lassen, obwohl ich gar keinen habe
Quieckt das Schwein wenn man es sticht, gefällt ihm wohl das Stechen nicht !
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon amwald 51 » Sa Feb 09, 2013 17:26

servus mitanand
... die nachfolgerin hat immerhin schon etwas erfahrung >>> wie es sich anfühlt, wenn man(frau) aus der regierung fliegt. in diesem sinne diesmal möglichst kein griff von mutti ins klo. :roll: :mrgreen: :mrgreen: :gewitter: :gewitter:
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon Max M » Fr Apr 11, 2014 6:43

Schavan: Doktor (h.c.) unsensibel

Wegen einer Plagiats-Affäre verlor Annette Schavan ihren wissenschaftlichen Doktortitel, als Bundesbildungsministerin musste sie zurücktreten.
Nun soll Schavan von der Uni Lübeck mit dem Titel "Doktor h.c." ausgezeichnet werden. Damit soll unter anderem ihr Einsatz für die Uni im Kampf
um den Erhalt im Sommer 2010 gewürdigt werden. Eine umstrittene Entscheidung.
http://www.ndr.de/regional/schleswig-ho ... an101.html
"Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety."
Benjamin Franklin
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon speeder » Fr Apr 11, 2014 22:27

Max M hat geschrieben:Schavan: Doktor (h.c.) unsensibel

Wegen einer Plagiats-Affäre verlor Annette Schavan ihren wissenschaftlichen Doktortitel, als Bundesbildungsministerin musste sie zurücktreten.
Nun soll Schavan von der Uni Lübeck mit dem Titel "Doktor h.c." ausgezeichnet werden. Damit soll unter anderem ihr Einsatz für die Uni im Kampf
um den Erhalt im Sommer 2010 gewürdigt werden. Eine umstrittene Entscheidung.
http://www.ndr.de/regional/schleswig-ho ... an101.html


Ja klar.. sie hat ja sooo viel Gutes für die Uni getan. Dann sollen bitte aber auch die "Hochstapler", die mit gefälschtem Doktortitel Menschen von Grippe geheilt haben nachträglich ihren Ehrendoktor bekommen. Haben ja auch Alle gutes getan...

Wenn sie sich nicht schämt, den Titel anzunehmen zeigt es nur, dass sie tatsächlich für das Amt der Bildungsministerin ungeeignet war.
Warum nur, warum sind die Dummen so sicher, und die Gescheiten so voller Zweifel....?
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon CarpeDiem » Sa Apr 12, 2014 8:20

Die Dame handelt nach dem Motto "jedem das Seine und mir einen Doktor". Man könnte aber auch eine äusserst ausgeprägte Titelgeilheit der Dame attestieren....! Ob dies "geheilt" werden kann???
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Re: Frau Doktor oder doch nicht?

Beitragvon speeder » Sa Apr 12, 2014 8:25

Für mich ist es Vorteilsnahme im Amt. Nur das der Vorteil jetzt nachträglich gewährt wird.
Ihre Spezis haben halt nicht vergessen, wer mit Taschenspielertricks den Unistandort Lübeck wider den Zahlen erhalten hat.

Einfach nur Schade. Ich hatte sie mal für Bescheiden und unaufgeregt gehalten. Offenbar ist ihr die Zugehörigkeit im gehobenen Kreis jedoch wichtiger als der Anstand.
Warum nur, warum sind die Dummen so sicher, und die Gescheiten so voller Zweifel....?
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