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Gericht verurteit Bauern

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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19 Beiträge • Seite 2 von 2 • 1, 2
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Re: Gericht verurteit Bauern

Beitragvon Cairon » Mi Jul 02, 2014 18:56

@Buntspecht

Hamburg kann sein Wasser relativ schnell über die Unterelbe in Richtung Nordsee loswerden. Die Situation in Hamburg oder bei uns hier an der Küste ist nicht mit z.B. dem Oderbruch vergleichbar. Hochwasserereignisse gibt es hier eher durch ungünstigen Wind, der dass öffnen der Siele behindert oder durch Sturmfluten. Meiner Meinung nach ist für unsere Region die beste Lösung ein möglichst schnelles, freies Ableiten des Wassers, um so die Sielzugzeiten optimal nutzen zu können.
Rückhaltemöglichkeiten sind sicher nicht verkehrt, dort wo sie hin passen. Im kleineren Rahmen haben wir hier auch solche Einrichtungen. Das Problem bei Rückhaltebecken, Poldern und ähnlichen ist die Bewirtschaftung. Aus meiner Tätigkeit weiß ich, dass dabei immer wieder Interessen aufeinander stoßen. Auf der einen Seite stehen die zuständigen Wasserverbände, die eine möglichst reibungslose Entwässerung gewährleisten möchten und auf der anderen Seite stehen die Umweltschützer, Umweltbehörden, Angel und andere die in den Rückhalteeinrichtungen möglichste hohe Wasserstände wollen. Für viele Menschen sind naturnahe Rückhaltebecken einfach nur Biotope, ihre eigentliche Funktion wird oftmals gar nicht begriffen. Oftmals werden die Wasserstände in diesen Rückhaltebecken künstlich hoch gehalten und wenn es dann zu starken Regenfällen kommt, wundert man sich, dass die Rückhaltekapazität nicht gegeben ist. Viele Rückhaltebecken werden unter dem Vorwand des Naturschutzes oder aus Kostengrüngen nur mangelhaft unterhalten. Was nützt ein Becken, dass 10.000 m³ Wasser aufnehmen kann, wenn es mit 5000 m³ Schlamm gefüllt ist?

Was der Nabu im dem Artikel macht, hat auch nichts mit Wassermanagement zu tun. Das ist einfach nur willkürliche Vernässung, ohne wasserwirtschaftliches Konzept.
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Re: Gericht verurteit Bauern

Beitragvon Max M » Mi Jul 02, 2014 19:48

Cairon hat geschrieben:Solche Renaturierungsprojekte sollte man als Anlieger immer sehr genau begleiten. Natürlich kann Bach dadurch massiv seine Form und Flussrichtung ändern. In wieweit das Klagemöglichkeiten gegen den Verursacher bestehen weiß ich nicht. Ich persönlich neige auch eher dazu den Bagger lieber einmal zu oft zu schicken als einmal zu wenig. Wenn ein Biotop erst mal da ist, wird man es nur schwer wieder los. So lange aber kein Schaden durch den Bach entstanden ist, so lange wird man juristisch auch nichts machen können.
[...]

Es wäre eine Überlegung gewesen, gleich zu klagen, auch wenn die anschliessend abgewiesen worden wäre, anstatt Selbstjustiz zu üben. Damit hätte man den ersten Pflock eingeschlagen, falls es später zum ernsten Eigentumsverletzungen durch die Renaturierung kommen sollte.

Der Richter hat es dem Landwirt ja offensichtlich zugute gehalten, dass
.... es schön gewesen wäre, wenn das Bezirksamt das Projekt einvernehmlich betrieben hätte. ....
"Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety."
Benjamin Franklin
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Re: Gericht verurteit Bauern

Beitragvon automatix » Mi Jul 02, 2014 19:50

buntspecht hat geschrieben:Hallo,

ich plädiere hier nicht für "Renaturierung". Nur versetzt Euch mal in die Lage eines Passauers, Dresdners ... die der Flut trotzen müssen und was diese Flutsicherungsbauwerke uns kosten. Auch nicht das Gelbe vom Ei, jedes Wasser nur schnell ableiten zu wollen - der Unterlieger sieht's naturgemäß anders :wink:

Gruß vom Buntspecht


ich kann keinen Passauer oder Dresdner verstehen, der alle drei Jahre bis ins erste Stockwerk überflutet wird und immer wieder dahin zurückkehrt.
Man sollte meinen, die Menschen lernen aus Fehlern, aber im Falle Passau scheint das nicht der Fall zu sein....

Der Fürst war vor 500 Jahren schon schlauer, der ist auf den Berg rauf....
Badaboom
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Re: Gericht verurteit Bauern

Beitragvon buntspecht » Do Jul 03, 2014 16:29

Hallo,

Automatix,
ob's mit dem Fürsten zusammen hängt (die Schläue), wage ich zu bezweifeln. In Dresden hat so Einer an den Fluss gebaut :wink:

Ich kann Dir nur aus meiner "Warte" erzählen. Ich wohne am Beginn eines Tales, hinter mir eine kleine Wasserscheide. Wenn's einen Jahrhundertwolkenbruch gibt, läuft halt das Wasser 30 cm hoch über die Straße. Spielt bei mir keine Rolle (die Scheune hat vorne und hinten ein Tor, so kann das Wasser durchlaufen), beim Nachbarn schon. Zwei Dörfer unterhalb trifft's dann einen ganzen Wiesengrund und ein paar Flusszweige weiter eine Stadt.
Und dann gibt es da diese Komponente "Heimat", "Geburtshaus", "Nostalgismus" ... wie man es auch nennen mag. Ich möchte nicht aus meiner Heimat weg, zudem ist es, bis auf ein uraltes Atomkraftwerk, eine der sichersten Gegenden in Europa :wink:


Cairon,
ich bekomme eben ein Rückhaltebecken "vor die Haustüre" und Du wirst lachen, ich freu mich darüber (hat aber private Gründe :wink: ), noch dazu muss bei diesem Regenrückhaltebecken auf Grund der Geologie ein Restwasserstand gewährleistet sein, ansonsten würden Bodenschichten austrocknen und Setzungen wären die Folge. Die Bewirtschaftung, die Art der Anlage und und und ist eigentlich bei allen Beteiligten gut angekommen. Wenn man sich an einen Tisch setzt und jemand will etwas von mir, dann muss er und ich bzw. sie und ich auf einen Nenner kommen, wie immer ein Geben und Nehmen.

Und Cairon,
Du hast noch die Wasserschifffahrtsämter vergessen. Denen liegt sehr an der Verlangsamung des Abflusses von Niederschlagswasser. Wäre ein größerer wirtschaftlicher Schaden, wenn die Frachter nicht mehr die vollen Frachtkapazitäten nutzen könnten. Und die Versicherungen erst :shock: Was interessieren da ein paar Hektar Ernteeinbußen :(

Gruß vom Buntspecht
Alle Kinder sind klug, solange sie klein sind, aber bei der Mehrzahl bleibt es beim Kinderverstand.

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