@Buntspecht
Hamburg kann sein Wasser relativ schnell über die Unterelbe in Richtung Nordsee loswerden. Die Situation in Hamburg oder bei uns hier an der Küste ist nicht mit z.B. dem Oderbruch vergleichbar. Hochwasserereignisse gibt es hier eher durch ungünstigen Wind, der dass öffnen der Siele behindert oder durch Sturmfluten. Meiner Meinung nach ist für unsere Region die beste Lösung ein möglichst schnelles, freies Ableiten des Wassers, um so die Sielzugzeiten optimal nutzen zu können.
Rückhaltemöglichkeiten sind sicher nicht verkehrt, dort wo sie hin passen. Im kleineren Rahmen haben wir hier auch solche Einrichtungen. Das Problem bei Rückhaltebecken, Poldern und ähnlichen ist die Bewirtschaftung. Aus meiner Tätigkeit weiß ich, dass dabei immer wieder Interessen aufeinander stoßen. Auf der einen Seite stehen die zuständigen Wasserverbände, die eine möglichst reibungslose Entwässerung gewährleisten möchten und auf der anderen Seite stehen die Umweltschützer, Umweltbehörden, Angel und andere die in den Rückhalteeinrichtungen möglichste hohe Wasserstände wollen. Für viele Menschen sind naturnahe Rückhaltebecken einfach nur Biotope, ihre eigentliche Funktion wird oftmals gar nicht begriffen. Oftmals werden die Wasserstände in diesen Rückhaltebecken künstlich hoch gehalten und wenn es dann zu starken Regenfällen kommt, wundert man sich, dass die Rückhaltekapazität nicht gegeben ist. Viele Rückhaltebecken werden unter dem Vorwand des Naturschutzes oder aus Kostengrüngen nur mangelhaft unterhalten. Was nützt ein Becken, dass 10.000 m³ Wasser aufnehmen kann, wenn es mit 5000 m³ Schlamm gefüllt ist?
Was der Nabu im dem Artikel macht, hat auch nichts mit Wassermanagement zu tun. Das ist einfach nur willkürliche Vernässung, ohne wasserwirtschaftliches Konzept.
