tyr hat geschrieben:Das funktioniert nicht, Manfred, schon allein ein Neuverschuldungsverbot würde den Zusammenbruch des Finanzsystems bedeuten. Ohne Schulden kein Geld in diesem System(gut, ganz so einfach ist es dann auch nicht, aber plakativ^^)....
Wenn man keine Staatsverschuldung mehr möchte, müsste man das "Gelddrucken, von den Privatbanken zurück zu den einzelnen Staaten verlegen...das wäre super, aber hier stellt sich die Machtfrage...
Außerdem wäre da immernoch das Problem des automatisch steigenden Geldmengenbedarfs durch den Zins/Zinseszinseffekt.....
Kurzfristig ja, langfristig ein klares Nein.
Das ist wie mit einem Jugendlichen, der sich noch während der Ausbildung auf Kredit ein neues Auto kauft und der ständig mit dem neuesten Smartphone wedeln muss. Natürlich erzeugt der kurzfristig Umsatz für die Wirtschaft. Aber seine eigene wirtschaftliche Perspektive ist bescheiden.
Sein sparsamer Kollege, der ein altes Auto fährt und daran selbst herumschraubt und dessen Telefon seit 3 Jahren überholt ist, der aber auf langfristige Ziele wie das eigene Häuschen und gute Zukunftsperspektiven für seine Kinder hinarbeitet, der trägt auf lange Sicht deutlich mehr zu seiner eigenen wirtschaftlichen und zur volkswirtschaftlichen Entwicklung bei.
Und genau das ist das Problem mit der Politik. Unser politisches System ist so ausgelegt, dass es Politiker bevorzugt, die kurzfristigen Konsum betreiben und fördern. Und das bewirkt Schulden und verbaut die Zukunftsperspektiven zukünftiger Generationen. Wenn Politiker sinnvoll investieren würden, dann hätte auch die DDR ganz wunderbar funktioniert. Dann bräuchte es keine Arbeitsteilung zwischen Wirtschaft und Politik.
Und das was ein Saat an Infrastruktur und Sozialleistungen bereitstellen muss, dass kann er auch ganz ohne Schulden, bei solider Haushaltsführung. Und für Notlagen kann auch ein Staat Rücklagen bilden.
Jeder halbwegs seriöse Anlageberater wird den beiden Lehrlingen aus obigem Beispiel sagen, sie sollen sich eine kurzfristig verfügbare Reserve von einigen tausend Euro für überraschende Notfälle (Auto geht kaputt, Krankheit, etc.) zur Seite legen. Auch fast jeder Politiker kriegt das hin. Im privaten Bereich. Sobald es um öffentliche Gelder geht, wir geprasst...
Also sollte man Politikern grundsätzlich mögl. wenig öffentliches Geld in die Hand geben. Die geben jeden Cent aus, den sie erreichen können. Von einigen wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen.
Was die Geldschöpfung angeht, gebe ich dir teilweise recht.
Meines Erachtens braucht es schon eine gewisse Kontrolle über die Politik bei der Geldschöpfung. Das Instrument einer staatlichen Zentralbank scheint mir dafür gut geeignet. Und die sollte nicht nur die Macht über das Papiergeld, sondern auch wieder die über die Buchgeldschöpfung haben.
Eine privatwirtschaftliche Zentralbank wie in den USA halte ich dagegen für einen extremen Fehler, genau wie das Konstrukt der europäischen Zentralbank und die Buchgeldschöpfung durch die Privatbanken in Europa.
Wir haben in Deutschland mit Jens Weidmann einen hervorragenden Bundesbankpräsidenten. Leider hat der gute Mann kaum noch was zu melden. Über die Buchgeldschöpfung entscheiden die privaten Banken und beim Papiergeld ruiniert Dragi die Zukunft des Euro.
Hätten wir die D-Markt noch und Weidmann würde über sie wachen, Deutschlands Perspektive wäre eine andere.
