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Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber baue

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber baue

Beitragvon hp811 » So Nov 02, 2014 0:17

Hallo zusammen,

ich will meinen Hackschnitzel Bunker mittels Förderschnecken Marke Eigenbau mit Hackschnitzeln befüllen.

Zuerst ein paar Anmerkungen:
- Für mich gibt es keine alternative zu Förderschnecken (bitte keine Diskussion über andere Möglichkeiten der Befüllung)
- Fertige Bunkerbefüllsystemen von bekannten Herstellen sind wegen der vorhandenen Baulichkeiten bei mir nicht anwendbar und außerdem sehr kostenintensiv (>= 10.000 Euro) -> Das muss doch günstiger gehen!
- Handwerkliche Fähigkeiten/Maschinen/Werkzeuge sind vorhanden (Landwirtschaftliches Anwesen)
- Ich will meine Hackschnitzel vom Kipper in einen selbstgebauten Einfülltrog kippen, dann 5 m zum Bunker (dieser ist auf gleicher Ebene) nach oben fördern (45 ° Steigung)
und im Bunker quer durch den Raum mit einer weiteren Schnecke (5 m) verteilen.

Fragen:

1. Schneckensysteme Marke Eigenbau sind doch beherrschbar oder unterschätze ich das?
Schnecke, Elektro Motor, Lager für die Schnecke und ein Ummantelungsrohr zum staubfreien Transport kaufen - mehr ist doch nicht notwendig?
Oder stelle ich mir das zu einfach vor? Der Motor muss halt exakt gerade mit der Schnecke verbunden werden. Damit die Schnecke nicht unrund läuft.
Das Führungsrohr muss ca. 2-3 cm größer als die Schnecke sein. Und die Schnecke muss ordentlich fest gelagert werden.

2. Wo beziehe ich die Schnecke?
Nach umfangreichen Googeln gibt es nur einen Shop wo man direkt bestellen kann -> foerderschnecke.eu
Gibts die Schnecken wohl sonst nur über den Fachhändler im Großhandel? Wo gibts wellenlose?

3. Wellenlose Schnecken
Wellenlose können längere Distanzen ohne Lagerung auskommen (wie lang ist länger und warum? im Vergleich zu normalen Schnecken mit Welle?)
Für was ist der Formrohrkorb sinnvoll ? (siehe Bulcotec http://www.youtube.com/watch?v=YI6Tr_vdf4w)
Auf dem Formrohrkorb liegt doch die Schnecke komplett auf -> Das wäre dann eine durchgehende Lagerung oder?
Gbits da nicht irgendwann Probleme weil das Trägerbauteil abgeschliffen ist (durch die Reibung?)
Außerdem verstopft das Material nicht so oft bei wellenlosen, weil einfach mehr Massen transportiert werden kann oder?

4. Schnecken mit Wellen
Wie oft muss ich die Schnecke zwischenlagern? Beispiel eine Schnecke ist 5 m lang und hat einen Steigung von 45 °.
Am Anfang und Ende ist diese ja eh gelagert. Einmal dazwischen lagern ist bestimmt von Vorteil oder?

5. Wo beziehe ich Ummantelungsrohre?
Ich brauch eines in U-Form für den Einfülltrog (2,5 m Länge) und eine O-Form zur staubfreien Weiterbeförderung (5 m Länge).

6. Was ist beim Elektro Motor zu beachten?
Reicht ein ganz normaler 5 kw Motor oder muss dieser Explosionsgeschützt sein (wegen Staubentwicklung usw.)?
Gebrauchte Elektromotoren reichen doch auch noch aus? Es werden ja nur ca. 10 Stunden Betriebszeit im Jahr sein.

7. Asonsten müssen Welle/Motor einfach richtig massiv befestigt werden, da bei Schnecken mit 5 m Länge und 200 mm Durchmesser
schon ein paar Kräfte wirken.

8. Muss ich bei den Lagern der Welle irgendwas besonderes beachten?
(http://www.kugellager-express.de/Stehla ... tAodfzIAiw)


Eine erste Preiskalkulation:
200 mm Schnecke (1 x 2,5 m Einfülltrog, 1 x 5 m zum Bunkertransport mit 45 ° Steigung, 1 x 5 m zur Diagonalen Verteilung im Bunker) -> 3 x 6m Stücke = 2400 €
3 x Flanschlager für 90 mm Welle = 300 €
3 x Elektromotor 5 kw = max. 300 €
EinfülltrogRohr/Ummantelungsrohr = ??? €
Halterungen/Befestigungen für Elektro-Motoren/Rohre = ??? €

Ich denke auf ca. 4.000 Euro (Ohne Arbeitszeit usw.) werde ich schon kommen. Aber das ist immernoch wesentlich günstiger als die fertigen Systeme.

Was meint ihr dazu?

Danke für konstruktive Antworten
Grüße
hp811
 
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon hälle » So Nov 02, 2014 1:19

Hallo hp811

Zu deinen Fragen:

1. Es ist durchaus machbar, ich habe schon einige Schnecken selber gemacht. Jedoch laufen meine offen in einem Trog. Ich denke wenn du eine geschlossene Schnecke machen willst ist der Aufwand schnell gross...

2. Mir hat jeweils der Lama im Dorf so Schneckenwindungen organisiert, die ich dann auf eine Welle schweisste

3. Dieser Korb dient dazu die Schnitzel bis zu einem gewissen Füllgrad ans Ende der Schnecke zu bringen. Wenn der Schüttkegel dann zu hoch wird, füllt es den restlichen Raum auch noch auf weil die Schnitzel "überlaufen".
Witzig, die Firma hegtech gehört einem guten Freund von mir und ist rund 100m Luftlinie von meinem Zuhause entfernt :)
Wieso Seelenlose Schnecken über längere Distanz ohne Lager auskommen weiss ich auch nicht. Aber ich werde mal den von hegtech fragen...

4. Dazwischen lagern wird praktisch unmöglich, da dann ein Hinderniss im Gutstrom ist. Unsere Austragungsschnecke im Schnitzelbunker lauft in einem Trog (also einfach ein 4 Eckiger "Graben" im Beton). Das heisst sie "schleift" halt überall etwas am Beton, läuft aber seit 8 Jahren einwandfrei und macht einiges Mehr als deine 10 Betriebsstunden. Ich denke als "Zwischenlager" genügt das Formrohr oder der Trog in dem die Schnecke läuft.

5. Im Einfülltrog würde ich ein Blech Kanten lassen oder einfach den Trog bauen und die Schnecke mehr oder weniger am Boden einbauen. Es ist ja nicht tragisch (und anyway nicht realistisch) das auch das letzte Stückchen ohne Handarbeit befördert wird.

Bei der Staubfreien beförderung würde ich mal abklären was komplette Schnecken (nicht als komplettlösung für deine Situation, sonder einfach die Baugruppe an sich) kosten. Ich denke hier wird der Aufwand exponentiell höher und die Störanfälligkeit steigt. (Durch eine Schnecke "gepresste" Schnitzel sind kein vergnügen beim rausbuddeln.
Wenn du's wirklich selber machen willst, wür ich beim nächsten Metallbauer ein "U" kanten lassen, bzw ein trog mit 3-4 Knicks, und dann einen Deckel drauf schrauben.

6-8. habe ich mich auch Beraten lassen vom Lama im Dorf

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiter helfen, ansonsten Frag ruhig nach ;)

gruss hälle
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon Milchtrinker » So Nov 02, 2014 1:21

Joo !!! auf geht's !!!
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon Ugruza » So Nov 02, 2014 6:27

Also dein Vorhaben ist sicher nichts, dass sich so in einem Naghmottag erledigen lässt - wenn das was werden soll steckt da ordentlich Arbeit drin.
Außerdem halte ich 5m Länge bei 45 Grad schon für bedenklich - diese Schnecke unterliegt einer starken Abnutzung. Staubeesistente Motoren wirst du nur dann brauchen, wenn du den Motor im Bunker betreiben willst, würde ich aber nicht machen. Ich kenne deine Situation zwar nicht genau, aber wenn du eine Übergabe brauchst wie löst du dieses Problem?
Auf keinen Fall würd ich die Schnecke komplett schließen - also U und dann den Deckel nur verschrauben - dann kommst bei Verstopfung auch ran.
Für den E Motor wirst auch ein Getriebe brauchen, sonst läuft das ganze vermutlich zu schnell.

Also alles in allem würd ich sagen, wenn du ehrlich rechnest, wird sich dein Projekt rein aus wirtschaftlicher Sicht niemals rechnen, ob es dann so läuft wie du willst ist ebenfalls eine Frage für sich.

Ich hab meine Förderschnecken direkt bei KWB bauen lassen, die Produktion der Antriebe und Schnecken ist 5km von mir entfernt, und das kostete auch nicht die Welt im Vergleich zu deiner Lösung.

Lg Ugruza
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon hirschtreiber » So Nov 02, 2014 11:04

@hp
Warum eine Schnecke?
Bei 45° Steigung kommt die Schnecke schön langsam an einen Punkt wo sehr viel Kraft und Verschleiß aufgewendet werden muss. Ein Förderband wäre da die richtige Wahl.
Mein Vorschlag wäre mit einer kurzen Schnecke auf das Band fördern das im Bunker die Hackschnitzel auf einem langsam drehenden Teller aufgibt und Dieser dann die Schnitzel im Bunker verteilt.

Es gibt bei Straubing eine Firma die mir schon mal neue Windungen für die Schnecke vom Futtermischwagen gebaut hat. Ich muss aber da selber erst schauen ob ich die Adresse noch habe.
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon GüldnerG50 » So Nov 02, 2014 11:37

ENDE
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon hp811 » So Nov 02, 2014 22:04

Danke erstmal für eure hilfreichen Antworten. Mir ist jetzt einiges klarer!

Gut, dass ich erstmal nicht ganz falsch liege mit meiner Einschätzung soetwas anderweitig hinzubekommen :)
Dass das ganze mit Arbeit verbunden ist, ist mir auch klar.

Lama ist wahrscheinlich eine Abkürzung für Landmaschinenhändler oder ähnlich?

4. Die Schnecke schleifen lassen hört sich entspannt an :) ja, wäre ja nicht schlimm.
Hab auch schon auf Bildern schnecken gesehen, dass dort noch ein 2-3mm Gummischutz um die Windungen herum ist, sodass die Schnecke nicht schleift, sondern Gummi auf Metall gleitet.
Das wäre dann ja die durchgehende "Lagerung" der Schnecke.

5. Ja, ein O-Form Förderrohr sollte man vllt durch einen U-Form mit Deckel ersetzen. Damit man bei einer Verstopfung an die Fehlerstelle kommt.
Aber geschlossen sollte es sein, da es durch den staubfreien Heizraum geht.

6. Emotor mit Gebtriebe brauch ich also um niedrige Drehzahlen mit hohem Drehmoment hinzubekommen. ahja.

"Warum eine Schnecke?"
Weil die Förderung durch den Heizraum geht und dieser soll staubfrei bleiben.

"Ich hab meine Förderschnecken direkt bei KWB bauen lassen, die Produktion der Antriebe und Schnecken ist 5km von mir entfernt, und das kostete auch nicht die Welt im Vergleich zu deiner Lösung. "
-> Ja, das bisher hab ich ja kein gefunden, der so etwas macht -> deswegen dachte ich selbst ist der Mann. KWB macht das wohl einfach so auf Auftrag? Spezialanfertigungen? Erfahrungsgemäß ist das dann wesentlich teuerer als die Standard Lösungen der Hersteller.

Vielleicht frag ich mal einfach meine Schlosserbetriebe, hier in der Region. Evtl. haben die hier bereits Erfahrungen.

Grüße
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon hälle » So Nov 02, 2014 22:23

Also ich hab heute morgen den Kollegen von Hegtech getroffen, ich soll dir ausrichten du sollst dich bei ihm melden :P
Spass bei Seite, ist vermutlich etwas weit Weg...

Ich denke den Trog kannst gut selber bauen, aber bei der "simplen" Förderschnecke durch den Heizungsraum würd ich dir auch raten einfach eine Standartschnecke konfektionieren zu lassen. Kommt kaum wirklich teurer...
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon hirschtreiber » So Nov 02, 2014 22:58

@hp
Du könntest Dir auch die Trogkettenförderer (z.B. Getreideannahme) näher anschauen. Da hast ein geschlossenes System.

Ach ja, die Firma bei Straubing heißt Loibl. Die findest Du über die Suchmaschine.
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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon Ugruza » Mo Nov 03, 2014 6:58

Ich glaube auch kaum, dass dir eine vorgefertigte Schnecke, angepasst an deine Bedürfnisse wirklich teurer kommt. Bei mir musste ich vom Bunker unter einem Gang durch und dann wieder nach oben in den Heizraum, war aber alles kein Problem. Und wie gesagt, hat sicher nicht mehr gekostet als wenn Ichs selber gemacht hätte. Und der größte Vorteil ist mMn, dass alles auf die Heizung abgestimmt ist, du hast das richtige Getriebe am richtigen Motor und das ganze läuft dann an wenn es soll und verstopft auch nicht.

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Re: Hackschnitzel Bunkerbefüllung mit Förderschnecke selber

Beitragvon County654 » Mo Nov 03, 2014 7:11

Vielleicht hätte ich ein wenig Material hier liegen:
Bild

War in einer Biogasanlage verbaut.
Die nächsten 1.000 t Hackschnitzel dürften diesen Schnecken keine Probleme bereiten.
Die Schneckenbäume sind etwa 5 m lang.

Bei Interesse können wir per PN Telefonnummern austauschen.
Standort 54xxx
Es muß anders werden, wenn es besser werden soll!
Aber keiner weiß, ob es gut wird, wenn es anders wird........
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