Grüß euch!
Ich habe vor, mit ein paar Mitstreitern eine neue Gemeinschaft zur Anschaffung eines Kranwagens zu gründen, und bin jetzt am überlegen, wie die Kosten gerecht aufgeteilt werden können.
Die Aufteilung der laufenden Betriebskosten sollte kein Problem sein, Stundenzähler wird mit angeschafft, Aufteilung nach tatsächlich genutzten Stunden, bleibt noch zu klären ob nach tatsächlich anfallenden Kosten oder nach Richtsätzen der ÖKL. Funktioniert auch in der alten Gemeinschaft, aus der ich mit Gründung der neuen aussteige, genau so.
Schwieriger scheint mir eine gerechte Aufteilung der Anschaffungskosten zu bewerkstelligen. Man könnte natürlich die Anschaffungskosten zu gleichen Teilen auf auf alle Beteiligten aufteilen, das wollen die kleineren Teilnehmer aber nicht. Die Größe der zu bewirtschaftenden Waldflächen reicht von 2 - 17 ha, da wären die kleineren Teilnehmer massiv benachteiligt, und so ein Modell will ich auch selbst nicht, obwohl ich wohl am meisten davon profitieren würde, da ich die größte Fläche habe. Erklärung: in der jetzt sich auflösenden Gemeinschaft, die vom Vater vor >20 Jahren mitgegründet wurde und dessen Anteil ich quasi geerbt habe, wurden die Anschaffungskosten auch nach gleichen Teilen aufgeteilt, hab mir überschlagsmäßig ausgerechnet, dass wir zwar 1/8 der Anschaffungskosten getragen haben, aber nur ca. 1/20 der tatsächlich angefallen Betriebsstunden verantworten, und bei ein paar anderen die jetzt aussteigen schaut die Rechnung gleich aus, d.h. wir haben den Vielnutzern die Maschine noch mitfinanziert.
Dann könnte man auch nach ha aufteilen, aber da habe ich auch meine Bedenken, weil die reine Flächengröße wenig über die tatsächliche Nutzung aussagt. Ich hätte in dem Fall dann zwar den größten Anteil zu stemmen, da aus topografischen Gründen aber der Kranwagen nicht überall einsetzbar ist und ich aus Zeitgründen auch gar nicht alles alleine schaffen kann und viel über den Maschinenring machen lassen muss, erwarte ich, dass mein Anteil an den tatsächlichen Betriebsstunden wesentlich geringer sein wird als es der Flächengröße entspricht. Und andererseits kann der Kranwagen ja noch für andere Sachen verwendet werden (Ballen-, Bauholztransport, Nachbarschaftshilfe), die nicht in der Größe der Waldfläche abgebildet sind.
Am gerechtesten wäre daher meiner Meinung nach ein Modell, bei dem die Anschaffungskosten zu Beginn zwar entsprechend der Flächengröße oder Mitgliederanzahl bezahlt werden, nachträglich dann aber auf die tatsächlichen Betriebsstunden pro Mitglied umgelegt und abgerechnet werden. D.h., wer die Maschine mehr als seinem Anteil entsprechend nutzt, zahlt nachträglich noch was ein, und wer die Maschine weniger nutzt, bekommt wieder was raus.
Ich bilde mir ein, vor Jahren mal eine genaue Beschreibung von so einem Modell irgendwo gelesen zu haben (vl. im Landwirt, TopAgrar, Maschinenringzeitung o.ä.), habe jetzt im Netz aber nicht wirklich was dazu gefunden.
Gibts Leute hier im Forum, die so ein Modell in der Praxis anwenden, egal ob für Kranwagen oder irgend eine andere Maschine, und hier eine genaue Beschreibung geben können, wie ihr das macht??
